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7/2009

VB83.

Wenn Fremde meinen Hund streicheln wollen, dann freut er sich zuerst aber schnappt nach kurzer Zeit zu

Wenn mir beim spazierengehen Fremde entgegenkommen und den Hund streicheln wollen, freut er sich im ersten Moment. Er wedelt mit dem Schwanz und schleckt die andere Person ab, nach etwa einer 1/2 Minute bellt und knurrt er heftig und schnappt so blitzschnell zu, dass die Leute nicht mal Zeit haben, die Hand weg zu ziehen.

Der Hund will gestreichelt werden, aber nur kurz. Und wenn er dann sagte "Jetzt will ich aber nicht mehr." wurde das nicht verstanden, dadurch hat er gelernt, daß nur sehr krasse Formen des "Nein!"-sagens überhaupt etwas bringen, weil Menschen zu dumm sind ein normales Nein zu verstehen. Jetzt benutzt er das knurren, bellen und schnappen als Nein. - Wenn es ein richtige Beißen wäre, bei dem jemand verletzt wird, und nicht nur eine Warnung, würdest Du es ja nicht mehr probieren.

Wenn man das streicheln nicht völlig verbieten will, muß man den Hund sehr genau beobachten, um herauszufinden, was denn sein ersten Zeichen von Unbehagen ist. Derjenige, der streichelt muß wissen, worum es geht. Sehr wahrscheinlich wird sich schon vor dem Zuschnappen der Gesichtsausdruck oder die Haltung von Ohren, Schwanz oder Körper leicht verändern. Und wenn man herausgefunden hat, was dieses Zeichen ist, erklärt man, daß der Hund immer nur kurz gestreichelt werden will und sagt den Leuten: "Wenn ich halt sage, müssen Sie aufhören zu streicheln." und sagt dieses Halt auch in einem Befehlston, so daß sie sofort reagieren.

Möglicherweise ist es gut, jemanden der etwas mehr Erfahrung mit Hunden und ihrer Körpersprache hat als zusätzlichen Beobachter einzusetzen, um diese Anzeichen schneller zu finden. Außerdem ist der Hund sehr wahrscheinlich allgemein sehr frustriert weil er oft nicht verstanden wird und es wäre sinnvoll, jemanden zu finden der das Verstehen der Hunde-Körpersprache mit einem übt.

Ein ähnliches Problem liegt bei Hunden vor, die gleich anfangen zu knurren und zu bellen, wenn sich jemand zu ihnen herunterbeugt. Nur wollen diese Hunde dann von Fremden gar nicht angefaßt werden.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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