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erste Version: 11/2011
letzte Bearbeitung: 9/2012

VB134.

Ungefähr 1990 hatte ich ein Weltbild, in dem ich das Gefühl hatte, daß die Welt , als ich Abitur gemacht habe. Übrigens inklusive Schere zwischen Arm und reich und dem Kollaps des Finanzsystems, der damals schon abzusehen war und heute nur nähergerückt ist.

Ich brauche heute nur fünf Minuten Nachrichten zu sehen, um mich schwarz zu ärgern, aber dennoch sehe ich insgesamt gesehen durchaus positive Entwicklungen.

Zinsen

Die Leistung unserer Volkswirtschaft ist in realen (also inflationsbereinigten) Größen von 1950 bis 2000 auf das Siebenfache angestiegen. Das heißt, wir produzieren und verbrauchen heute sieben Mal so viel wie vor 50 Jahren! Fast fünf Mal schneller aber nahm die Gesamtverschuldung unserer Volkswirtschaft zu, nämlich auf das 32-fache.1.

Wie hoch der Anteil der Zinsen in unseren täglichen Ausgaben sind ist hier einmal kurz berechnet http://www.helmut-creutz.de/pdf/artikel/zinsen_in_den_preisen.pdf Der Anteil an Zinsen in Preisen liegt bei den meisten Produkten im Schnitt bei 31% in den Mieten aber bei 60-80%!

Damit zeigt sich aber auch, daß der bevorstehende Wirtschaftskollaps kein neu geschaffenes Problem ist sondern eines, das schon vor 2000 Jahren im System steckte, dessen Einfluß sich jedoch stetig vergrößert hat, da es immer weniger Selbstversorger gibt, die weder Schulden abbezahlen noch Steuern zahlen und deshalb nicht betroffen sind. Das kann man also nicht als Verschlechterung auf der psychologischen Ebene des Systems zählen, sondern als ein Problem, das seit 2000 Jahren unverändert vorhanden ist und mit der Entmachtung der Kirche massiv zugenommen hat, da vorher Zinsnehmen durch die Kirche als unmoralisch verdammt wurde.

Das Problem, daß es regelmäßig zu Weltwirtschaftskrisen kommt, werden wir so lange haben, bis die Zinsen durch etwas anderes ersetzt werden, das keine massive Umverteilung des Geldes von den Armen hin zu den Reichen darstellt. Die Umverteilung muß in die andere Richtung gehen, daß heißt, maßlos reiche Menschen müssen ständig maßlos viel Geld verdienen, um ihren Reichtum zu erhalten, Arbeitsunfähige müssen - wie das in Deutschland heute schon ist, eine Grundversorgung haben. Im unteren Einkommensbereich, also wenn man weniger oder nicht viel mehr als Arbeitslosenhilfe verdient, muß sich Arbeit lohnen. Heute steht man sich in diesem Bereich schlechter, wenn man arbeitet, als wenn man gleich von Sozialhilfe lebt. Und Sozialhilfe reicht normalerweise nicht ganz zum Leben, das heißt eine schlechte Arbeit kann man sich nicht leisten!

Es gibt aber ein positives Zeichen: Das Wissen und das Interesse am Wissen um die Zinsproblematik nimmt laut den Jahresrückblicken von Helmut Creutz ständig zu.

Die Schere zwischen arm und reich wird immer grösser, sowohl zwischen armen und reichen Nationen wie innerhalb einer Nation. Ich weiss nicht mehr die genaue Zahl, aber es sind viele Millionen Amerikaner die von Lebensmittelmarken leben. Und es werden immer mehr.

Immerhin. Diese Absicherung gab es bei der vorhergehenden Weltwirtschaftskrise in Amerika so nicht.

Doch gleichzeitig nimmt gerade eine andere Entwicklung geradezu grotesque Formen an. Seit ich ins Arbeitsleben eingetreten bin, haben die Gehälter der Mittel- und Unterschichtberufe stetig abgenommen, während die Oberschicht immer mehr Geld einnimmt. Dadurch kommt zustande daß etwas doppelt so viele Menschen, wie ALG II bekommen, weil sie keine Arbeit haben, ergänzend ALG II oder Wohngeld bekommen, obwohl sie Vollzeit arbeiten oder selbstständig sind. Das heißt einem erheblichen Teil der Bevölkerung ist es nicht möglich, so viel zu verdienen, daß sie so viel mehr als Sozialhilfe haben, daß sie sich besser stehen, als würden sie gleich von Sozialhilfe leben. Dem Sozialhilfeempfänger wird durch die Regierung zunehmend weniger gegönnt. Das äußert sich einerseits dadurch, daß selbst wegen Bagatellen oder wegen Fehlern, die das Amt macht, die gesamte Sozialhilfe gesperrt werden kann, andererseits aber auch dadurch, daß das Bundesverfassungsgericht der Bundesregierung in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mitteilte, daß Sozialhilfe verfassungswidrig ist, weil sie schon durch ihre Höhe bedingt den Sozialhilfeempfängern kein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Kriege und Menschenrechtsverletzungen

Schon Schimpansen führen regelrechte und sehr grausame Kriege. Das kann man in Jane Goodalls Buch "Grund zur Hoffnung" im Kapitel "Die Wurzeln des Bösen" nachlesen. Verbessert wurden lange Zeit nur die Waffen.

Geändert hat sich aber auch, wie groß die Gruppe ist, mit der Menschen sich identifizieren und der sie zwischenmenschliche Hilfe zukommen lassen. Was interessiert den Steinzeitmenschen in Afrika, was sein Kollege in Asien macht? Was interessiert uns heute der Tsunami im indischen Ozean und die Nuklearkatastrope in Fukushima? In beiden Fällen wurde von nicht betroffenen Privatpersonen und Staaten Hilfe geleistet.

Dummerweise wirkt sich das aber auch negativ aus, auf die Größe der möglichen Kriege. Ich habe nur ein paar herausgegriffen und die Zahlen aufgrund der Angaben in Wikipedia grob abgeschätzt, erster und zweiter Weltkrieg sind genauer.

Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) um die 150 000 Tote, Bewaffnete deutlich unter einer Million (grobe Schätzung aufgrund der Zahlen in Wikipedia zu einzelnen Schlachten)

Napoleonische Kriege (1792 bis 1815) weit über 300 000 Tote (so viele Tote gab es im Rußlandfeldzug allein, möglicherweise insgesamt um die 600 000 Tote), Bewaffnete weit über einer Million (Allein Frankreich hatte über 600 000 Mann gleichzeitig unter Waffen)

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte rund 17 Millionen Menschenleben. Annähernd 70 Millionen Menschen standen unter Waffen, etwa 40 Staaten waren am Krieg direkt oder indirekt beteiligt. Ausgelöst wurde der Krieg durch den Mord an einem Thronfolger, den eine Terrororganisation vorgenommen hatte. Wäre das so 1939 noch möglich gewesen? Ich denke eher nicht.

Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verheerendsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Im Kriegsverlauf bildeten sich zwei militärische Allianzen, die als Achsenmächte und Alliierte bezeichnet werden. Unmittelbar waren über 60 Staaten am Krieg direkt oder indirekt beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Opferzahlen schwanken abhängig von der Quelle zwischen 50 und 70 Millionen Toten.

Jeder Krieg danach war wesentlich kleiner, obwohl ja die politischen Einheiten sich weiter vergrößert haben.

Zwischen den ersten beiden Kriegen aus der obigen Liste und dem ersten und zweiten Weltkrieg hat sich etwas geändert. In den ersten beiden Kriegen wurden bei den Toten nur die Bewaffneten mitgezählt, obwohl es auch damals regelmäßig Opfer unter Zivilpersonen gab. Der 30-jährige Krieg hat beispielsweise ganze Landstriche entvölkert. In den beiden Weltkriegen wurden alle bekannten Kriegsopfer gezählt. Da hat also eine wesentliche Einstellungsänderung stattgefunden.

Die UNO wurde direkt nach dem zweiten Weltkrieg gegründet und sollte dazu dienen, weitere Weltkriege zu verhindern. Während des kalten Krieges standen wir mehrfach kurz vor einem dritten - diesmal atomaren - Weltkrieg, doch wir hatten das Glück, daß der Offizier der an den Knöpfchen saß jedes mal besonnen genug war, daß die Raketen nicht abgeschossen wurden. Außerdem wurden die Konflikte oft in Stellvertreterkriegen wie dem Vietnamkrieg ausgetragen.

Seit dem Ende des kalten Krieges ist diese Gefahr nicht mehr in dem Maße gegeben. Letztlich nimmt die UNO eine Art Polizeifunktion ein, die Kriege fast wie ein Staat Bandenkriminalität behandelt. Leider handelt es sich um eine korrupte und parteiische Polizei, die die Interessen der großen Industriestaaten über die anderer Menschen stellt. Das ist wie eine Polizei in einem Staat wo Weiße herrschen und sich um Probleme in den Wohnvierteln der Schwarzen nur unzulänglich kümmern. Eine "Das geht uns nichts an!"-Haltung, die unter anderem darauf zurückgeht, daß jeder Staat selbst entscheiden kann, ob er Friedenstruppen schickt. Außerdem wird diese Polizei gelegentlich benutzt, um handfeste wirtschaftliche Interessen der mächtigen Staaten durchzusetzen. Aber es bedeutet immerhin, daß ein dritter Weltkrieg nicht mehr als mögliche Lösung globaler Weltprobleme gesehen wird.

Der Zweite Kongokrieg (1998 bis 2003) wurde von Politikern und Medien aufgrund der großen Zahl involvierter Staaten mitunter als "Afrikanischer Weltkrieg" oder ähnlich bezeichnet. Man kann sich natürlich fragen: Warum fand dieser große Krieg der Nachkriegszeit gerade in Afrika, die Wiege der Menschheit statt? Eine Wesentliche Rolle dürfte der Sklavenhandel spielen, bei dem durch das Osmanische Reich und europäische Sklavenhändler große Landstriche Afrikas leergejagt wurden. http://de.wikipedia.org/wiki/Zandsch http://de.wikipedia.org/wiki/Ostafrikanischer_Sklavenhandel http://de.wikipedia.org/wiki/Sklavenk%C3%BCste Damit fehlte vielen Gebieten die bevölkerungsmäßige Grundlage um Kulturen zu bilden, die strukturell in etwa Spätmittelalterlichen Staaten in Europa entsprechen.

Sklaverei ist heute weltweit verboten, das Verbot ist jedoch noch nicht überall wirksam durchgesetzt.

Wenn man heutzutage Erfahrungsberichte aus Kriegsgebieten Afrika liest, stellt man daher eines fest: Die Konflikte entstehen dadurch daß die Menschen auf Stammesebene denken und damit Staaten zu regieren versuchen. Das Ergebnis sind dann Kriege zwischen den Stämmen. In anderen Kontinenten geschieht das so nicht, da überall anders Stammeskulturen nur kleine Randgruppen darstellen, die jetzt zwar den kulturellen Wert ihrer Kulturen stärker betonen als früher dafür aber beginnen internationale Beziehungen zu pflegen, um weltweit eine besseren Stand gegenüber den anderen Kulturen zu haben. In südostasiatischen Gebieten, die vorher sozusagen im Mittelalter lebten, wie Indien, China, Japan wurde innerhalb einer Generation mit unterschiedlichem Erfolg die Fortschritte der Industrialisierung nachgeholt. Am erfolgreichsten war Japan. In Amerika, Russland, Australien, Neuseeland hat die Elite die Industrialisierung mitgemacht, gesellschaftliche benachteiligte Gruppen kamen nur mit Verzögerung in den Genuß der Vorteile der Industrialisierung. In Neuseeland war diese Verzögerung am geringsten, Maoris genossen dort sehr früh das volle Bürgerrecht.

Amerika ist übrigens ein Problemstaat. Im Gegensatz zu allen anderen Staaten waren sie nicht bereit ihre Atomwaffen unter internationale Kontrolle zu stellen und politisch waren sie lange Zeit der Elefant im Porzellanladen.

Insgesamt würde ich sagen: Da gibt es sehr wohl Fortschritte, auch wenn das Problem mit den Kriegen bei weitem noch nicht gelöst ist!

Umweltschutz

"In zehn Jahren ist der Wald tot!" - diesen Satz hörte und las ich in meiner Gymnasialzeit regelmäßig und wenn man hier heute noch so unsensibel mit der Natur umgehen würde wie damals, wäre das wohl auch passiert. Aber heute - mehr als zwanzig Jahre nach meinem Abitur - ist der Wald in Deutschland immer noch am Leben und er hat sich sogar erholt.

Auch die Wasserverschmutzung hat in Deutschland inzwischen wieder abgenommen. Die erste Kläranlage von Kassel war nicht größer als es heute die Vorklärbecken dort sind. Als ich in Kassel beim Entwässerungsbetrieb der Stadt gearbeitet habe, regte sich der Leiter dieses Betriebes furchtbar auf, weil jedes Jahr weniger Gebühren hereinkamen. Aus meiner Sicht war das durchaus eine positive Entwicklung, denn durch meine Wanderungen ist mir bewußt, daß man bei trockenem Wetter oft sehr weit laufen muß, um im Wald sauberes Trinkwasser zu finden. Das mag unproblematisch sein, wenn man ein Mensch ist und am nächsten Haus klingeln kann, um an Wasser zu kommen, für die Wildtiere ist das aber schwierig. Und daß es eine gemeinsame Trinkwasserversorgungsleitung für die Orte hier im Reinhardswald gibt, zeigt, daß wir selbst hier im dünn besiedelten Nordhessen mitnichten reichlich Wasser für die Bedürnisse einer Großstadt wie Kassel haben.

Inzwischen nimmt auch der private Energieverbrauch der Haushalte wieder ab, da Haushaltsgeräte und elektronische Geräte deutlich sparsamer geworden sind.

Auch - was wohl wenige wissen - die Strahlenbelastung hat seit den 60ger Jahren erheblich abgenommen. Der größte Teil der radioaktiven Belastung trat zwischen den Jahren 1960 und 1970 auf, Tschermobyl stellt nur eine relativ kleine Spitze in der Strahlenbelastung dar, wenn man es mit der Belastung durch die Atomwaffentests vergleicht.

Weltweit ist die Situation grundsätzlich schlechter als in Deutschland, da Deutschland ein Vorreiter bei diesem Thema ist und wo internationale Abkommen zum Umweltschutz nötig sind wird es noch problematischer. Insgesamt aber nimmt das Umweltbewußtsein zu und für mich sieht es aus, als würde es reichen, um einen Zusammenbruch des Ökosystems der Erde zu verhindern.

Kollektive Verdrängung

Kersti

Quelle

VB4. Kersti: Warum ich so viele persönliche Erfahrungen beschreibe (Damit Forschung da landet, wo sie angewendet werden kann)
VB14. Kersti: Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB20. Kersti: Fachidiotentum
VB21. Kersti: Brief an das Robert-Koch-Institut (wegen Beweisen für den Nutzen von Impfungen)
VB22. Kersti: Jesus: Das Gute wirkt nach anderen Gesetzen
VB38. Kersti: Die Erde: Eine Wirklichkeit der Verführung
VB41. Kersti: Eine Atheistenseite über Bruno Gröning
VB53. Kersti: Ockhams Skalpell dient nicht dazu die richtigste Theorie auszuwählen, sondern dazu, die nützlichste Theorie zu finden
VB56. Kersti: Verschiedene Formen des Ahnung habens
VB57. Kersti: Die Fehler der GWUP am Beispiel von Sitchin
VB63. Kersti: Zu wissen, was nicht erforscht und noch nicht erforschbar ist, ist wichtig
VB97. Kersti: Machen Killerspiele aggressiv?
VB108. Kersti: Esowatch - ungenaues Formulieren, unsaubere Recherche und Verleumdung in anonym
VB109. Kersti: Helsing hat keine rechte Einstellung, ist aber auf die Propaganda des Dritten Reiches zu angeblichen Verschwörungen der Juden gegen Deutsche hereingefallen
VB124. Kersti: Einmal kreuz und quer durch Wikipedia
VB125. Kersti: Das Überbevölkerungsproblem bekommt man durch eine weltweite Pflicht-Rentenversicherung in den Griff
VB126. Kersti: Wikipedia und Esoterik: Für jeden von denen hätte ich gerne drei Ninas ...
VB127. Kersti: Esowatch - Eine Wikipediadiskussionen mit Mobbing als Folge
VB128. Kersti: Esowatch - Analyse der Diskussion auf Wikipedia
VB131. Kersti: Mohammed als Frauenrechtler

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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