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erste Version: 8/2006
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letzte Bearbeitung: 6/2016

VB188.

Die Bezeichnung ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) ist irreführend

Inhalt

VB188.1 Kersti: ADHSler sind Multitaskingfähig
VB188.1 Kersti: Analogie: Multitasking beim Amiga-Computer
VB188.2 Kersti: Reizfilterschwäche
VB188.2 Kersti: Beispiel: Wenn ich Ritalin nehme, bin ich Abends nicht so furchtbar erschöpft
VB188.2 Kersti: Beispiel: Ritalin als Schlafmittel
VB188.3 Kersti: 3. Es müßte statt "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" (ADHS) eigentlich "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung mit Reizfilterschwäche" (AVS-RFS) heißen
VB188. Kersti: Quellen

3.1 ADHSler sind Multitaskingfähig

Analogie:

Multitasking beim Amiga-Computer

Der Amiga war das erste Multitaskingfähige Computersystem. Das heißt es war der erste Computer, auf dem mehrere Programme gleichzeitig laufen konnten und vom Betriebssystem jeweils anteilmäßig Rechenzeit zugewiesen bekamen. Als die ersten Programme für den Amiga herauskamen, stellte sich heraus, daß sie häufiger abstürzten, weil die Programmierer beim programmieren nicht berücksichtigt hatten, daß ja mitten in einem Arbeitsschritt, den ein Programm ausführen soll, ein anderes Programm Rechenzeit auf dem Computer zugewiesen bekommen kann.

Mit der Zeit lernten die Programmierer mit der Multitaskingfähigkeit umzugehen und lange Zeit, nachdem schon viel leistungsfähigere Rechner auf dem Markt waren, war es noch so, daß Amiga-Programme auf aufgerüsteten Amigas immer nch schneller waren als die meisten unter Windows laufenden Programme auf den viel schnelleren Windows-Rechnern. Sie waren einfach besser programmiert. Nur Programme, die tatsächlich die gesamte Leistungsfähigkeit eines Windows-Rechners für ihre eigentliche Aufgabe benötigten, waren nur für Windows-Rechner zu haben.

Bei ADHS haben wir eine ähnliche Situation wie beim Amiga:
  • ADHSler sind Multitaskingfähig: sie erledigen oft mehrere Aufgaben gleichzeitig
  • Programmabstürze: Viele Aufgaben bleiben mittendrin liegen, weil sie in Vergessenheit geraten oder werden nicht richtig erledigt, weil Gedanken an etwas anderes dazwischenkommen
  • Programmierfehler, weil das Multitasking nicht berücksichtigt wurde: viele dieser Probleme entstehen nur, weil man versucht, seinen Alltag so zu organisieren, wie das Menschen tun, die kein ADHS haben
Zu wenig Aufmerksamkeit haben ADHSler ganz sicher nicht, das merkt man schon daran, daß sie immer noch Aufmerksamkeit für irgendeinen Gedanken oder Außenreiz übrig haben, der sie von ihrer augenblicklichen Arbeit ablenkt und daran, daß das um so schlimmer ist, je einfacher diese Aufgabe ist.

3.2 Reizfilterschwäche

Ritalin hat bei Menschen mit ADHS in der dabei üblichen Dosis weder die Wirkung, daß man ruhiggestellt wird, noch eine aufputschende Wirkung. Tatsächlich hilft es störende Reize auszufiltern.

Beispielgeschichte, fremd:

Wenn ich Ritalin nehme, bin ich Abends nicht so furchtbar erschöpft

Es wird ja behauptet, man könne Ritalin benutzen um sich so aufzuputschen, daß man seine Leistungsgrenzen nicht mehr wahrnimmt. Aber bei mir ist das eigentlich ganz anders. Wenn ich an der Uni eine Veranstaltung besuche, Zug fahre oder sonst etwas mache, wonach ich sonst immer völlig erschöpft bin, dann stören mich die anderen Leute, die Gerüche und Geräusche dort nicht so wie sonst und ich bin abends nach Abklingen der Ritalinwirkung viel ausgeruhter als sonst. Und das ist dann zu einer Zeit, wo nach den Messungen des Serumsspiegels normalerweise wirklich kein Ritalin mehr im Blut ist.

Ritalin wirkt zwar manchmal beruhigend:
Beispielgeschichte, fremd:

Ritalin als Schlafmittel

Wenn ich abends so hibbelig und unruhig bin, hilft es mir Kaffee zu trinken oder auch noch eine Ritalin zu nehmen, damit ich einschlafen kann.

Diese beruhigend Wirkung ist aber darauf zurückzuführen, daß dann mehr Außenreize und störende Gedanken vom Gehirn ausgefiltert werden und der ADHSler dadurch nicht mehr durch den ständigen Lärm im eigenen Kopf überfordert wird. Er ist nicht ruhiggestellt wie bei einem Betäubungsmittel, wo man handlungsunfähig wird, sondern ruhiger und entspannter, weil es weniger Streß gibt.

Vergleiche dazu auch:
VA267. Kersti: Die Spanne zwischen Dogmatismus, Kreativität und Chaos - oder - Ist Ritalin bei ADHS Doping?

3.3 Es müßte statt "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" (ADHS) eigentlich "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung mit Reizfilterschwäche" (AVS-RFS) heißen

Wenn man die beiden vorhergehenden Abschnitte zusammenfaßt, dann wird klar, daß die Bezeichnung ADHS oder ADS irreführend ist. Das hyperaktive Verhalten ist darauf zurückzuführen, daß ein geringerer Teil der Außenreize vom Nervensystem als unwesentlich ausgefiltert wird und der ADHSler versucht den so entstehenden Streß durch Bewegung abzubauen. Da das Nervensystem durch die vielen Außenreize allgemein überfordert ist, kommt außerdem eine Koordinationschwäche hinzu. Statt "Hyperaktivität" gehört also "Reizfilterschwäche" in den Namen.

Das scheinbare Aufmerksamkeitsdefizit ist nicht auf zu wenig Aufmerksamkeit zurückzuführen und damit kein Aufmerksamkeitsdefizit. Es handelt sich stattdessen um eine zu weit verteilte Aufmerksamkeit. Statt dem "Aufmerksamkeitsdefizit" gehört also "Aufmerksamkeitsverteilungsstörung" in den Namen.

Kersti

 
Inhalt

Quellen

V94. Kersti: Eine Sammlung sämtlicher denkbarer Verrücktheiten
V240. Kersti: Intuition
V241. Kersti: Vernetztes Denken wird nur bei inaktiver Gehirnrinde bewußt
V242. Kersti: Legasthenie und vernetztes Denken
V256. Kersti: Warum hat ein Gedankenkristall mindestens sechs Dimensionen?
VA233. Kersti: Gedankenkristalldenken fühlt sich für mich eher wie sehen als wie denken an
VA234.3 Kersti: Aufstieg: Vernetztes Denken und feinstoffliche Wahrnehmung
VA260. Kersti: Leben mit der Fähigkeit zu vernetztem Denken
VA290. Kersti: Magische Hochbegabung
VA304. Kersti: Was ist Aurensehen?
VA306. Kersti: Was bringt einen halbwegs vernunftbegabten Menschen dazu einen solchen Mist zu glauben?
VA310. Kersti: Ein esoterisches Weltbild hat kaum Einfluß auf das Alltagsleben
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VB3. Kersti: Das darfst du nicht sagen, du mußt wissen, daß es falsch ist!
VB14. Kersti: Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB17. Kersti: Fantasy
VB20. Kersti: Fachidiotentum
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V212. Kersti: Was ist Freiheit?
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VA82. Kersti: Psychodelische Drogen oder warum man Verdrängung nicht gewaltsam aufheben darf
VA222. Kersti: Wie man Verdrängung wahrnehmen kann
VA234.5.2 Kersti: Aufstieg: Filtermechanismen
VA234.5.4 Kersti: Aufstieg: Überblick: Was Filtermechanismen abschwächt
VA241. Kersti: Verdrängungs- mechanismen
VA249. Kersti: 1.2 Die Mauer
VA250. Kersti: Meditation als Werkzeug von Therapie und Aufstieg
VA256.2 Kersti: Wozu brauchen Indigo-Kinder ADHS?
VA256.3 Kersti: Leben mit schwächeren Filtern
VA263. Kersti: 3. ADHS und Kreativität: Erfolg ist nicht einfach Zufall
VA267. Kersti: Die Spanne zwischen Dogmatismus, Kreativität und Chaos - oder - Ist Ritalin bei ADHS Doping?
V300. Kersti: Ohne eigene Erfahrungen keine zutreffende Theorie
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann
V312. Kersti: Manchmal wünschte ich mir, ich hätte wenigstens in irgendeinem Bereich eine durchschnittliche Begabung
VA166. Kersti: Eine Schule für Indigokinder?
VA189. Kersti: Schule: Auslese oder Berufsfindungshilfe
VA231. Kersti: Wenn man zu anders ist, besteht das halbe Leben aus Mißverständnissen - und die andere Hälfte aus Einsamkeit
VA234.6 Kersti: Aufstieg: Was Menschen, die anders sind, helfen kann

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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