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erste Version: 8/2016
letzte Bearbeitung: 8/2016

VB198.

Therapie: Die Deutungshoheit bleibt beim Patienten

Inhalt

VB19. Kersti: Text
VB19. Kersti: Quellen

 
Inhalt

Text

Witz aus einem privaten Gespräch:

Was ist falsch mit mir, ich sehe Filme!

Patient: "In dem Film XXX habe ich gesehen ..."
Spiritueller Therapeut: "Meine Liebe, das bilden Sie sich nur ein! Es gibt keine Filme!"
Patient, ganz verunsichert: "Was ist falsch mit mir? Ich sehe FILME!"
  1. Er betont plötzlich ständig, daß er ja der Therapeut und der Patient krank sei (Auch wenn sich der Patient in der geschlossenen Psychiatrie befinden sollte, damit er sich nicht selbst in Gefahr bringt, sollte ein Therapeut ihn so weit wie möglich behandeln, als wäre er gesund, weil der Patient nur so gesundes gleichberechtigtes Verhalten einüben kann.)
    VA241.8 Kersti: Sich für Problemfrei erklären als Verdrängungsmechanismus
  2. Er verlangt, daß der Patient ihm jetzt vertrauen und glauben müsse (Vertrauen kommt von allein, wenn der Therapeut sich richtig verhält - auch wenn es lange dauert, wenn der Patient viel Schlimmes erlebt hat. Vertrauen zu fordern, unterdrückt die Fähigkeit des Patienten, Fehler von Autoritäten kritisch wahrzunehmen und eine gesunde Vorsicht beim Umgang mit ihnen walten zu lassen.)
  3. Er verletzt die Privatsphäre des Patienten und mischt sich in Entscheidungen ein, die der Patient selbst treffen sollte.
  4. Der Therapeut reagiert gekränkt, wenn Lösungsvorschläge für Probleme des Patienten abgelehnt werden. (Wenn man genau nachfragt, zeigt sich in so einem Fall normalerweise, daß der der den Ratschlag gegeben hatte, etwas nicht wußte, das bewirkt, daß der Ratschlag nicht umsetzbar ist oder daß der geringe Erfolg den Aufwand nicht rechtfertigen würde.)
  5. Der Therapeut unterstellt seinem Patienten, er wolle nicht gesund werden. (Tatsächlich kommt es vor, daß Patienten, so etwas über sich selbst sagen - doch wenn jemand beispielsweise sagt, daß er lieber sterben wolle als sich mit seinem psychischen Problem zu befassen, um gesund zu werden, ist das vor allem eine Aussage, darüber, wie sehr er sich vor diesem Problem fürchtet. Er braucht dann Ermutigung, nicht Vorwürfe, um den Mut zu finden, sich dem Problem zu stellen.)
    VA148.1.5 Kersti: Unangenehme Patienten - und die Schuldzuweisung an dem Patient
  6. Der Therapeut betont ständig daß er es doch gut meine. (Wie er es meint, ist in der Therapie irrelevant, wesentlich ist, ob es jetzt gerade weiterhilft.)
    Vergleiche hierzu auch:
    VA98. Kersti: Tonstufe Mitleid

Kersti

 
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Quellen


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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