erste Version: 6/2025
letzte Bearbeitung: 6/2025
Vorgeschichte:
F1247. Mirko:
Ich wußte ja, daß diese ganzen Schwarzen Ritter immer irgendwelche Leute wiedererkennen, die sie in früheren Leben kennengelernt haben, aber das hieß noch längst nicht, daß ich das auch konnte
Mirko erzählt:
Eines der Dinge, die wir den Kindern im Heim beibringen wollten, war Verantwortung übernehmen und zuverlässig sein. Natürlich können kleine Kinder das nur sehr beschränkt, selbst wenn sie wissen, was sie eigentlich tun müßten, weil sie oft nur fünf Minuten bei einer Sache bleiben und viel zu sprunghaft sind um viele Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten. Deshalb ist es bei sehr aufgeweckten kleinen Kindern so, daß sie zwar zu vielem die theoretischen Scheine machen, aber obwohl sie immer wieder sagen, sie wollen das doch richtig machen, es nicht hinbekommen, eine Aufgabe zuverlässig bis zu dem Punkt zuendezuführen, wo man ihnen bescheinigen kann, daß sie diese Aufgabe selbstständig und ohne Aufsicht erfüllen können, ohne daß etwas Wichtiges liegenbleibt. Daher war bei solchen kleinen Aufgaben nach der bestandenen Prüfung eine Zeit eingeplant, wo sie beweisen mußten, daß sie die Aufgabe zuverlässig erledigen, ehe sie das bekommen, was die kleine Belohnung für die übernommene Aufgabe ist. Im Falle der Bibliothek bekommen Kinder, die den Bibliothekarschein gemacht haben nach einer Probezeit, in der geprüft wird, ob sie jedes Buch auch korrekt eintragen einen Schlüssel zur Bibliothek und das Recht sich zu jeder Tages- und Nachtzeit Bücher auszuleihen.
Sobald Mira laufen konnte, stellte ich fest, daß ich wieder aufpassen mußte, daß ein Kind die Bücher bekommt die es haben will. Mira krabbelte zur Vorleserunde, soblad sie alt genug war, um überhaupt selbstständig irgendwohin krabbeln zu können, wenn ich mit ihr die Schulräume besuchte, um nach Dieter zu schauen. Da sie nachher nicht mitkommen wollte, sagte ich Dieter, daß er sie mir bringen sollte, wenn sie in der Schule nicht mehr zufrieden war und der Frau, die die Aufsicht führte, daß sie Dieter bescheidsagen sollte, wenn das Kind zu mir will.
Dann begann sie, sich Bilderbücher auszuleihen, sobald sie gehen konnte. Ihr wurde in dem Alter noch kein Leihausweis ausgehändigt, da sie dafür nun wirklich zu klein war. Generell durften die Kinder ihren Leihausweis und die für sie bestimmte Liste der von ihnen ausgeliehenen Bücher auch in der Bibliothek lassen, weil sie ihn sonst verbummeln. Erst wenn sie zehn sind, dürfen die Kinder beides mit in ihr Zimmer nehmen, weil sie dann einen abschließbaren Spind zugewiesen bekommen. Natürlich war der Leihausweis im Grunde unnötig, weil wir unsere Heimkinder ja kannten und die Liste war nur nötig, weil wir den Kindern eben beibringen wollten, zuverlässig die ausgeliehenen Bücher selbst zurückzubringen oder zu verlängern.
Mira lernte lesen bevor sie drei war und konnte schreiben, bevor sie vier war, auch wenn sie dazu dicke Kreiden verwenden mußte, weil ihr noch die Fingerfertigkeit fehlte. Ich sorgte dafür, daß sie die Prüfungen für die einzelnen Fächer abgenommen bekam, sobald sie sie machen wollte - und offensichtlich erinnerte sie sich noch daran, dieselben Dinge auch in einem Vorleben gelernt zu haben, denn sie war damit schneller als die Polizei erlaubt.
Jedenfalls wollte sie als vierjährige einen Bibliotheksschein machen, um sich zu jeder Tages- und Nachtzeit selber Bücher ausleihen zu können. Das theoretische Wissen hatte sie, als sie damit ankam schon drauf, aber bis ihre Ausleihzettel zuverlässig alle verlangten Angaben enthielten, dauerte bis sie fünf war. Und natürlich - wie konnte es anders sein - kamen als ich ihr feierlich beim Frühstück den Schlüssel verlieh, drei Erwachsene an und beschwerten sich, daß sie dafür ja nun wirklich zu jung sei.
Fortsetzung:
F1248. Mirko:
Kurz nachdem Mira den Bibliothekarsschein gemacht hatte - sie war noch wirklich klein - kam eine Frau und fragte ob ihr Sohn vielleicht hier Bücher ausleihen könne
Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5,
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Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal
im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von
Lesern immer bekomme.
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