erste Version: 9/2022
letzte Bearbeitung: 9/2022

Chronik des Aufstiegs - Mittelalter und frühe Neuzeit: Der versperrte Weg zur Gewaltenteilung

F2359.

"Wir haben einen Toten auf dem Weg gefunden, der dieselbe Brosche trägt wie Du." sagte sie und zeigte mir unsere Familienbrosche

Vorgeschichte: F2358. Kersti: D

Honorius erzählt:
Eines Tages kam sie in mein Krankenzimmer und wirkte aufgeregt und besorgt.
"Wir haben einen Toten auf dem Weg gefunden, der dieselbe Brosche trägt wie Du." sagte sie und zeigte mir unsere Familienbrosche. Die der Familie auf mütterlicher Seite.
Mir lief es kalt den Rücken herunter. Ich fragte mich, wer es auf unsere Familie abgesehen hatte. Ich stand auf:
"Das muß ich mir selbst ansehen." sagte ich.
"Das kommt gar nicht in Frage, du bist viel zu krank!" widersprach sie sofort.
"Ich brauche ja nicht gehen. Mein Hengst trägt mich." antwortete ich und kletterte auf meinen Hengst.
Ich war hartnäckig genug, daß sie aufgab und den Hengst zu der Stelle auf dem Weg führte, wo der Tote lag. Als ich ihn erkannte, kamen mir die Tränen. Es war mein Onkel. Ich kniete mich neben ihm nieder und sah, daß er mit Messern oder Schwertern ermordet worden war, was mich an die Messerwunde an meinem Arm erinnerte, die noch nicht dagewesen war, als ich auf der Flucht beim reiten eingeschlafen war. Als ich mich dann im Krankenbett wiederfand, war sie dann dagewesen. Mein Hengst hatte mir wahrscheinlich das Leben gerettet, indem er die Täter verjagt hatte, bevor sie mich ermorden konnten. Da der Schnitt aber auch die Riemen durchgeschnitten hatte, mit denen ich am Sattel festgebunden gewesen war, war ich zu Boden gefallen und dort bewußtlos liegengeblieben, bis ich von der jungen Frau gefunden und gesundgepflegt wurde.

Ich erklärte ihr, daß ich jetzt unbedingt zur Familie meines Onkels reiten mußte, um ihnen zu erklären was geschehen ist, weil sonst der Verdacht aufkommen würde, daß ihr Kloster etws mit den Morden zu tun hätte. Sie wollte mich nicht gehen lassen. Sie erklärte mir, sie hätte mich nicht gesund gepflegt, damit ich mich selbst umbringe, indem ich viel zu früh anfange auf wilden Hengsten zu reiten. Ich erklärte ihr, daß es ja selbst im Schritt nur eine halbe Stunde Ritt war und daß ich deshalb ganz bestimmt nicht daran sterben würde. Schließlich bestand sie darauf, daß ich wenigstens warte, bis sie den Hengst gesattelt hat, damit sie mich am Sattel festschnallen kann und ich nicht vom Pferd falle, wenn ich einschlafe.

Ich warte also neben meinem toten Onkel, bis sie den Sattel geholt und zurückgekehrt war, dann half sie mir auf das Pferd. Mein Hengst war ein Zelter, daher wollte ich eigentlich schneller reiten als Schritt. Der allerdings war mit ihr einer Meinung und ließ sich nicht dazu bewegen schneller zu gehen. Ich kam auch nicht ganz bis zu der Burg meiner Verwandten sondern begegnete vorher seinen beiden Söhnen, sie mich zuerst mit ihrem Vater verwechselten, da ich sein Pferd mit dem Toten dabei hatte. Erst als ich ihnen antwortete und den Irrtum richtigstellte, war ich nahe genug, daß sie mich richtig erkennen konnte.

Ich erklärte ihnen grob, was geschehen war und erfuhr, daß sie mit einigen Männern nach meinem Onkel gesucht hatten, der zu meiner Retterin hatte reiten wollen, um zu erfahren wie ich gestorben war.

Wir brachen zu ihnen nach Hause auf, weil ich ihrer Ansicht nach in Bett gehörte und so ganz kann ich ihnen da nicht widersprechen, denn ich muß unterwegs eingeschlafen sein, obwohl ich fast da war und der Rest des Rittes vielleicht fünf Minuten gedauert hätte.

Kersti

Fortsetzung:
F2360. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben