erste Version: 9/2022
letzte Bearbeitung: 9/2022

Chronik des Aufstiegs - Mittelalter und frühe Neuzeit: Der versperrte Weg zur Gewaltenteilung

F2364.

"Ach mein Junge, es ist doch viel wichtiger, daß du noch lebst!" meinte er, nahm mich in die Arme und dann begann er einfach zu weinen

Vorgeschichte: F2363. Kersti: D

Honorius erzählt:
Bis ich meinen Vater besuchte, dauerte noch zwei Monate länger, denn da mußte ich nicht nur gesund genug sein, um den Ritt zu überleben, ohne Schaden zu nehmen, sondern auch gesund genug, um mich im Zweifelsfall verteidigen zu können.

Als ich dann schließlich auf dem Land meines Vaters angekommen war, hielt ich mich zunächst an einer Stelle versteckt, von der ich wußte, daß mein Vater da bei seinen täglichen Ausritten vorbeikam, weil er jeden Tag Andacht in einer kleinen Kapelle hielt, um seine spirituellen Übungen zu machen. Als er das wieder herauskam, zeigte ich mich ihm.
"Rios, du lebst?" fragte er ungläubig.
"Ich habe dir doch geschrieben, daß ich wieder gesund werde." sagte ich verständnislos.
"Ja aber deine liebe Cousine war da ganz anderer Meinung. Die junge Frau, die dich halb tot auf der Straße gefunden hat, meinte, es ist ein Wunder, daß due den Ritt zu deinen Verwandten dort überlebt hast und sie hätte dich nur reiten lassen, weil du gesagt hast, daß du sonst zu Fuß gehst. Deine Mutter ist mir weinend in die Arme gefallen, nachdem sie dich das erste mal gesehen hat. Und wirklich niemand hat geglaubt, daß du die Verletzungen überlebst. Und du schreibst einfach, ist nicht so schlimm, wird alles wieder heilen. Was glaubst du, was ich da gedacht habe?"
"Ja aber es IST doch geheilt." antwortete ich.
"Ich hoffe du verzeihst mir wenn ich das schlicht für ein Wunder halte?" fragte er sarkastisch.
"Na ja vielleicht IST es ein Wunder", gab ich zu, "schließlich hat das Licht mir gesagt, daß ich nicht sterben darf, weil es noch viele Pläne mit mir hat, als ich im Kerker die spirituellen Übungen gemacht habe. Ich wußte jedenfalls, daß ich wieder gesund werde."
"Du hast im Kerker deine spirituellen Übungen gemacht?" fragte er.
"Ja. Da hatte ich doch genug Zeit." antwortete ich und fragte mich, warum sie alle darauf so komisch reagieren. Das muß man doch machen, sonst wird man zur Erdgebundenen Seele.

Ich sagte ihm, daß es mir leid täte, daß ich seine politschen Ambitionen nicht hätte erfüllen können, daß ich aber auch mit eiem ganz einfachen Leben glücklich wäre.
"Ach mein Junge, es ist doch viel wichtiger, daß du noch lebst!" meinte er und nahm mich in die Arme und dann begann er einfach zu weinen.
Ich wußte nicht, wie ich darauf reagieren sollte, denn ich hatte ihn wirklich noch nicht weinen sehen.

Er wollte dann, daß ich mit nach Hause komme und ihm ganz genau erzähle, wie alles abgelaufen ist.

Kersti

Fortsetzung:
F2365. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben