erste Version: 3/2011
letzte Bearbeitung: 7/2012

Gefallene Engel: Loki und Ahriman

FF109.

Als der Wald mich selber in die Höllen schickte, war ich erleichtert

Ahrimans Vorgeschichte in den Höllen: FF151. Kersti: Als sich heraustellte, daß Satane Selbstmord begehen, wenn ihr Einhorn verschwindet, wollten die Einhörner unten bleiben

Lokis Vorgeschichte oben im Wald: FF100. Kersti: Wir waren und bewußt, daß jeder Anteil, den wir in die Höllen schicken würden, übles zu erwarten hatte

Lo'ki erzählt:
Während ich zusammen mit anderen Anteilen der Gruppenseele und mit den kriegsgefangenen Satanen meine Erinnerungen immer wieder durchging und mich bemühte, die Satane besser zu verstehen, waren die Einhörner des Asklepios bereits unten in den Höllen. Und immer wenn ich hörte, daß wieder ein Asklepios-Anteil spurlos verschwunden oder so schwer verletzt worden war, daß man ihn nicht mehr heilen kann, dachte ich: Wenn ich zuerst runter gedurft hätte, wäre ihm das nicht passiert.

Dabei war mir durchaus bewußt, daß es dann sehr wahrscheinlich mir stattdessen passiert wäre. Tatenlos zuschauen müssen und nichts tun dürfen ist sehr quälend. Besonders wenn man regelmäßig Berichte der Asklepios-Anteile anschaut, um sie zu analysieren und nach besseren Reaktionsmöglichkeiten zu fahnden.

Schließlich schickte Ahriman einige schwer verletzte Asklepios-Anteile zurück nach oben, damit wir sie in Ruhe heilen konnten.

Lo'ki'ah'tjo, ein Loki-Anteil erzählt:
Ich wurde von Loki abgespalten und zusammen mit sechs anderen Lokis permanent einem der zurückgekehrten Asklepios-Anteile zugeteilt. Einerseits sollte ich ihne heilen, andererseits sollte ich von ihm lernen, was ich lernen konnte.

Als ich meinen Asklepios das erste mal sah, brach ich einfach in Tränen aus und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Der Anblick hatte mich zu sehr schockiert. Von Asklepios ursprünglicher Einhorngestalt war praktisch nichts mehr zu erkennen. Drei der vier Beine des Einhorns waren an unterschiedlichen Stellen vom Körper abgerissen worden und Ahriman hatte sie nicht wiederfinden können, als er die Fetzen des Anteils einsammelte, um ihn zu heilen. Das Horn fehlte und wo die Augen hätten sein sollen, war eine tiefe verkohlte Wunde. Auch die Ohren waren nicht mehr vorhanden. Der gesamte Körper war über und über mit Narben und tiefen verschmutzten und eiternden Wunden bedeckt. Das Einhorn war von einer schwarzen Wolke aus Gestank umgeben.

Ahriman hatte behauptet, das Einhorn wäre aus eigener Kraft zurück an die Oberfläche gegangen, und der Erinnerungsfilm, den er mir später zeigte, belegte, daß diese Ruine eines Einhorns das tatsächlich fertiggebracht hatte. Wie der Asklepios-Anteil das geschafft hatte, war mir jedoch völlig unklar. Das, was ich in dem Film beobachtete, war unmöglich, so weit ich wußte.

Mir war es sehr unangenehm, daß das Einhorn mich auch noch tröstete, als ich nicht aufhören konnte zu weinen. Schließlich war das Einhorn so schwer verletzt und nicht ich! Und ich war absolut überzeugt Asklepios Verletzungen wären unheilbar.

Das Einhorn belehrte mich eines besseren. Es fragte mich, was ich genau sah, ich spiegelte ihm ein Bild rüber und es erklärte mir Schritt für Schritt, wie ich seine Verletzungen heilen mußte. Es brachte mir Heilmethode um Heilmethode bei und ich mußte sie dann an dem Einhorn üben, bis ich sie sicher beherrschte. Zu jeder Verletzung erzählte das Einhorn mir, wie sie entstanden war. Damit arbeitete es einerseits seine Höllenerinnerungen auf. Andererseits aber warnte es mich damit auch vor der Hölle und riet mir regelmäßig, dort nicht hinunterzugehen, "denn dann wirst du genauso schwer verletzt wie ich".

Die Berichte des Einhornes belegten mir sehr deutlich, daß es mit seiner Arbeit Erfolg hatte. Leider hatte der Asklepios-Anteil keine Chance gehabt, seine Erfolge zu genießen: Während die Satane sich mehr und mehr bemühten rücksichtsvoll und freundlich zu sein, wurde der Asklepios-Anteil schwächer, erschöpfter, kränker und verletzter. Schließlich wurde die Gruppe der Satane, die er zu betreuen hatte von ihnen Nachbarn angegriffen und bis auf ein paar Schnurzel gefressen. Asklepios hatte sie versucht daran zu hindern, doch Erfolg hatte er keinen.

"Weißt du, gegenseitig haben sie sich verbrannt und gefressen und es schien ihnen egal zu sein, was sie einander damit antun - aber mir und meinem Kollegen von der anderen Gruppe wollte niemand Schaden zufügen. Wenn ich mich dazwischengestellt habe, haben sie ihren Angriff abgebrochen, um mich vorsichtig zur Seite zu schieben, bevor sie wieder angefangen haben zu kämpfen! Und wenn man sie gefragt hat, warum sie kämpfen meinten sie "Weiß nicht. Wir kämpfen doch gar nicht." und kaum war ich außer Sicht, haben sie weitergekämpft!"
Irgendwann hat er doch einen der Angriffe abbekommen und blieb bewußtlos liegen. Ein Ahriman-Anteil brachte den Asklepios-Anteil in einen unserer Schutzräume, sobald er sich der Kampfstelle gefahrlos nähern konnte. Die übriggebliebenen kleinen Satan-Schnurzel der Gruppe hatte der Asklepios mit an die Oberfläche gebracht wo sie sicherer waren als in den Höllen.

Während ich ihm half, seine Erinnerungen aufzuarbeiten, wurde mir mehr und mehr bewußt, daß ein gefangener Heiler eine ganz andere Sicht auf den Feind hat, als ein gefangener Späher. Ich hatte früher immer nur darauf geachtet, in wie fern die Satane eine Bedrohung für mich darstellen. Und Satane sind sehr gefährliche Gegner.

Asklepios hatte bei seiner Aufgabe vor allem auf die Verletzungen der Feinde geschaut und dabei wahrgenommen, welches Elend in diesen unteren Höllen herrschte. Ja, ich war verletzt und gefoltert worden in vergangenen Kriegen. Asklepios hatte dasselbe erlebt. Doch die Satane waren schlimmer dran. Wenn man uns heilte, wurden wir irgendwann zumindest einigermaßen wieder gesund. Wenn man Satane heilt, kommt unter jeder geheilten Schicht Verletzungen und Narben nur eine weitere Schicht Verletzungen und Narben hervor. Ja, auch wir drehen manchmal durch, wenn uns etwas begegnet, das an vergangenes Leid erinnert und zu viel alter Schmerz hochkommt. Aber es ist ein blöder Zufall wenn so etwas passiert. Bei den Satanen gibt es so viel verdrängtes Leid und so viel alten Schmerz, daß es eine Kunst für sich ist, all das zu vermeiden, was dazu führen könnte, daß sie durchdrehen.

Immer bewußter wurde mir, daß Satane nicht wirklich böse sind, sondern nur unglaublich verletzt.

Meine Arbeit mit dem Einhorn führte dazu, daß sowohl meine Entschlossenheit hinunter in die Höllen zu gehen als auch meine Angst davor, das zu tun, zunahm. Eine Aufgabe wird ja nicht allein deshalb unnötig, weil sie gefährlich ist.

Als der Wald mich selber in die Höllen schickte, war ich erleichtert. Ich war es satt, immer nur fremdes Leid mit anzusehen, ohne selber etwas tun zu können.

Ich heilte meinen Asklepios nicht bis zum Ende, erfuhr aber später, daß er, nachdem andere Loki-Anteile die Arbeit zuendegeführt hatten, beschlossen hatte, eine Zentaurengestalt anzunehmen, da er meinte, kein Horn mehr zu brauchen aber daß Hände ihm bei der Arbeit sehr nützlich sein konnten. Den Oberkörper hatte er der weitgehend menschlichen Gestalt eines Lokis nachempfunden. Die aus der Hölle zurückgekehrten und geheilten Asklepios-Anteile wurden später als erstklassige Heiler bekannt.

Kersti

Fortsetzung:
FF102. Kersti: Ich bin froh, daß ich nicht die Aufgabe habe, die du übernehmen willst, Loki

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben aus der Geistigen Welt
EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
FFI Kersti: Inhalt: Gefallene Engel
FFI13. Kersti: Inhalt: Loki
FFI14. Kersti: Inhalt: Ahriman
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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