erste Version: 7/2017
letzte Bearbeitung: 7/2022

O11.

Satanistischer ritueller Mißbrauch - Ein komplexes Rätsel

Inhalt

O11. Kersti: Zusammenfassung und Inhalt
O11.1 Kersti: Teil 1: Satanistischer ritueller Mißbrauch - real?
O11.2 Kersti: Teil 2: Falsche Erinnerungen: Die Generationenübergreifenden satanistischen Sekten existieren nicht
O11.3 Kersti: Teil 3: Die Wissenschaftliche Debatte: Achtung, es menschelt!
O11.4 Kersti: Teil 4: In welchem Verhältnis stehen die False Memories zu satanistischem rituellem Mißbrauch zur Realität?
O11.5 Kersti: Teil 5: Desinformationskampagnen: Was ist das Problem, wenn Mord, Dämonen und UFOs im Hinterhof die Tarnung ist?
O11.5.1 Kersti: Einführung
O11.5.2 Kersti: Ist das Religion? - Einiges, was unter dem Label satanistischer ritueller Mißbrauch läuft, ist besser als organisierte Kriminalität beschrieben, denn als Sekte
O11.5.2 Kersti: Ein Dämonenkind in einer Dämonenfamilie - oder - eine Katze?
O11.5.2 Kersti: Freimaurermädchen oder Luziferanerin?
O11.5.3 Kersti: Echte und fingierte Morde bei rituellem Mißbrauch
O11.5.3 Kersti: Getötete Tiere
O11.5.3 Kersti: Die fünfjährige Stella mußte ihre Freundin Miranda opfern
O11.5.3 Kersti: Vorgegebene Morde
O11.5.4 Kersti: Adrenochrom? - Eine Desinformationskampagne
O11.5.4. Kersti: x
O11.5.5 Kersti: x
O11.5.6 Kersti: x
O11.5. Kersti: x
O11.6 Kersti: Teil 6: Spirituelle Deutung der False Memories zu satanistischem rituellem Mißbrauch
O11.7 Kersti: Teil 7: Organisierte Kriminalität: eine andere Erklärung für rituellen Mißbrauch
O11.Q Kersti: Quellen

Teil 5: Desinformationskampagnen: Was ist das Problem, wenn Mord, Dämonen und UFOs im Hinterhof die Tarnung ist?

 
Inhalt

5.1 Einführung

Im Teil drei zeigte sich,
O11.3 Kersti: Teil 3: Die Wissenschaftliche Debatte: Achtung, es menschelt!

 
Inhalt

5.2 Ist das Religion? - Einiges, was unter dem Label satanistischer ritueller Mißbrauch läuft, ist besser als organisierte Kriminalität beschrieben, denn als Sekte

Umgangssprachlich nennen wir die religiösen gemeinschaften Sekten, die uns in irgendeiner Form kaputt oder krank erscheinen. Dieser Eindruck mag zutreffen oder aber auch nicht, denn es gibt kranke Gemeinschaften und Gemeinschaften die gesünder sind als unsere Gesellschaft als Ganzes, aber trotzdem heftig abgelehnt und als Sekten bezeichnet werden.

Wenn man sich die "Religionen" anschaut, die im Zusammenhang mit rituellem Mißbrauch beschrieben werden, dann wird als allererstes deutlich, daß sie wenig Ähnlichkeit mit dem Satanismus haben, den ich weiter vorne beschrieben habe.
O11.2.2 Kersti: Satanisten sind weitaus harmloser als ihr Ruf

Ein Dämonenkind in einer Dämonenfamilie - oder - eine Katze?

Marie Mathonis Vater betreibt eine elitäre Agentur, die die perversesten Wünsche seiner zahlungskräftigen Kundschaft befriedigt. Sie als seine Tochter wurde gegen Bezahlung Folter und Kindesmißbrauch ausgesetzt. Eine Methode um die Tochter dazu zu bewegen, daß sie das alles möglichst stilecht mitmacht, bestand darin, ihr weiszumachen, sie wäre ein Dämonenkind in einer Dämonenfamilie, andere Persönlichkeitsanteile hielten sich aber auch für eine Katze und einen Kindsoldaten aus Nicaragua. B7.11.1
Wenn ein Kind für sadistische Kinderpornographie eine Dämonenidentität entwickeln soll, die aber nicht anders verwendet wird als andere falsche Identitäten, fragt man sich: Ist das Religion - oder reine Geschäftemacherei?

Als nächstes wird deutlich, daß es irreführend ist, davon auszugehen, es würde sich bei den "Religionen" die damit zu tun haben, unbedingt um Satanismus handeln.

Freimaurermädchen oder Luziferanerin?

Old Lady ist Pseudonym für eine Person, die als Kind in einer Organisation benutzt wurde, die zwei Teilen des Persönlichkeitssystems des Kindes gleich zwei verschiedene Religionen vermittelte. Ein Teil seiner Persönlichkeitsanteile hielt sich für ein Freimaurermädchen, das an eine grausam pervertierte Version des Christentums glaubte. Andere Persönlichkeitsanteile sahen sich selber als Luziferaner, die ein ebenso grausames und perverses Glaubenssystem vertraten. B7.12.3
Wenn unterschiedliche Persönlichkeitsanteile derselben irdischen Menschen durch dieselbe Organisation zwei verschiedene, miteinander nicht vereinbare Religionen vermittelt bekommen, die zudem noch als verfeindet dargestellt werden, fragt sich wieder: Ist das Religion?

Natürlich kann man argumentieren, daß es doch Religion sei, weil Religion nach Karl Marx sowieso nur Opium fürs Volk sei. Daß es Religion wäre, weil die Inhalte dieser aufoktroierten Glaubenssysteme religöse Symbole und Themen enthalten würden. Man kann argumentieren, daß es Religion wäre, weil die Opfer dieser Systeme wirklich an diese Religionen glauben. Man kann sicherlich lange Abhandlungen darüber schreiben, ob das hier dargestellte unter dem Begriff Religion korrekt beschrieben ist oder nicht.

Tatsache ist, daß das nicht ganz das ist, was man sich üblicherweise unter einer Religion vorstellt, daß diese Organisationen als kriminelle Organisationen unzweifelhaft richtig beschrieben sind, während die Religion eher dazu dient vor sich selbst und anderen zu verschleiern, daß das, was dort läuft, unzweifelhaft Verbrechen sind.

Organisierter Mißbrauch stellt nur eine kleine Minderheit der Fälle dar, die Kinderschutz-Teams bearbeiten. Laut einer 1994 veröffentlichten Untersuchung von Autor: Jean Sybil La Fontaine werden in England und Wales jährlich 242 Fälle von organisiertem Mißbrauch der Polizei oder den sozialen Einrichtungen bekannt, etwa 21 dieser Fälle beinhalten Anschuldigungen von rituellem Mißbrauch. Es wurde kein Hinweis darauf gefunden, daß der Mißbrauch magischen und religiösen Zielen diente. In den drei bewiesenen Fällen von rituellem - nicht satanischem - Mißbrauch war das Ritual nur sekundär gegenüber dem sexuellen Mißbrauch. Daher lenkt eine Darstellung dieser Form des rituellen Mißbrauchs als Satanismus nur vom eigentlichen Problem ab. B7.14

Ein weiterer Grund, so etwas nicht Religion sondern kriminelle Organisation zu nennen, ist, daß es für die Kategorie harmlosen Freidenker, aber auch für die pubertierenden Jugendlichen, die mal richtig unmöglich erscheinen wollen, die beiden Gruppen, die sich oft selber als Satanisten sehen, bedrohlich werden kann, wenn sie fälschlicherweise mit diesen kriminellen Organisationen in eine Kategorie eingeordnet und selbst für kriminell gehalten werden.

 
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5.3 Echte und fingierte Morde bei rituellem Mißbrauch

Grausamkeiten und Morde spielen eine wesentliche Rolle in diesem Muster der Verängstigung und des Mißtrauisch machens. Sie tauchen in allen mir bekannten Büchern über rituellen Mißbrauch auf. Beispielsweise schreibt Autor: Stella Katz über ihre Erfahrungen mit einer Form des militärischen Mind-Control, dei der die einzelnen Persönlichkeitsanteile Farben zugeordnet waren:
"Die Tötung und Zerteilung eines Kätzchens war der Beweis, daß der schwarze Soldat 'Die Aufgabe schultern' konnte. Ein Test bei der die 'Treue zur Familie' getestet wurde, zwang die dunkelblaue Innenperson, sich zu entscheiden, ob sie es zulassen würde, daß meinem kleinen Bruder wehgetan wurde, oder ob sie unser Kaninchen leiden und sterben lassen würde." B7.12.1
In einem anderen Abschnitt schilcherte sie einen Mord an einem Kind, den ich hier kurz zusammenfasse:

Die fünfjährige Stella mußte ihre Freundin Miranda opfern

Miranda wurde in den niedrigen Kreis ihrer Sekte hiningeboren. Die Geburt fand heimlich statt, das Kind besuchte nie einen Kindergarten, besuchte nie einen Platz in der Öffentlichkeit. Sie wurde mißhandelt, mißbraucht, vernachlässigt und erhielt nur das, was absolut lebensnotwendig war. Ein halbes Jahr vor ihrem Tod wurde sie mit der geringfügig älteren Stella Katz zusammengebracht und den Kindern wurde Gelegenheit gegeben, sich anzufreunden, was sie auch taten. Dann wurde ihnen gesagt, es gäbe ein großes Fest, bei dem sie Ehrengäste wären. Bei dem Fest wurde die kleine Miranda auf einen Altar gelegt, der fünfjährigen Stella Katz wurde ein Messer in die Hand gegeben, dann ergriff der Priester die Kinderhand mit dem Messer und erstach die vierjährige Miranda. B7.12.2

Bei der Katze und dem Kaninchen gehe ich davon aus, daß sie nachher tot waren. Bei dem kleinen Mädchen habe ich so meine Zweifel. Ich glaube, daß die Erinnerung wahrscheinlich echt ist, sehe aber nicht, warum man ein Kind erst vier Jahre lang aufziehen sollte, nur um es nachher umzubringen, wenn man keinen triftigen Grund hat, das zu tun. Der Zweck, beide Kinder zu verängstigen, ist bereits erreicht, wenn sie glauben, daß das passiert ist. Ein echter Mord hätte keinen darüber hinaus gehenden Nutzen und wäre schon deshalb nicht unproblematisch, weil man irgendwie die Leiche entsorgen müßte. Jeder Mord an einem vierjährigen Kind verursacht also erhebliche Kosten und steigert die Gefahr für die Organisation, aufzufliegen. Man muß daher davon ausgehen, daß eine solche Organisation, wenn sie erfolgreich ist, so wenige Morde, wie aus ihrer Sicht unvermeidbar, begeht, um ihre Ziele zu erreichen, selbst wenn keine moralischen Skrupel vorhanden sind. Denkbar erscheint mir beispielsweise, daß in dem weißen Kleid, das Miranda für das Ritual angezogen bekommen hatte, eine Blase mit Tier- oder Filmblut im Oberteil versteckt wurde, die aufgestochen wurde, um den Mord vorzutäuschen.

Daß prinzipiell Morde vorgegeben werden, wo keine geschehen sind, ist aus anderen Gelegenheiten bekannt. Miller schrieb beispielsweise:

"Eine meiner Klientinnen erinnerte sich an eine Klassenkameradin, die bei einem Ritual getötet wurde. Der Lehrer sagte der Klasse, das Mädchen sei in die USA gezogen, um beim leiblichen Vater zu leben. Als Erwachsene erstattete die Klientin eine Vermißtenanzeige bei der Polizei ud die Polizei suchte nach der ehemaligen Schulkameradin. Sie wurde lebend gefunden und war tatsächlich in die USA gezogen um bei ihrem Vater zu leben."B7.12 S.281
Miller nennt mehrere solche Beispiele. Das heißt jedoch nicht, daß alle Morde, an die sich die Betroffenen erinnern, nur vorgegeben sind. Wenn man viele so offensichtlich falsche Morde inszeniert, kann man dahinter echte Morde verstecken, so schreibt Miller: "Als Folge glaubt die Polizei jetzt keiner Schilderung von Klientinnen mehr."B7.12 S.281 und genau das mag einer der Gründe für diese vorgetäuschten Morde sein. Ganz sicher ist jedoch: Es macht nicht den geringsten Sinn, vorgetäuschte Morde als Tarnung zu verwenden, wenn die dahinter versteckten Handlungen unbedeutender als Mord sind, denn vorzugeben, jemand wäre ermordet worden, bringt immer ein gewisses Risiko mit sich, daß dieses vorgegebenen Verbrechen für echt befunden und jemand dafür verurteilt wird. Was immer da hinter versteckt wird, ist aus Sicht der Täter wichtig und heikel genug, um dieses Risiko einzugehen. Miller meint, daß Morde, bei denen Verräter hingerichten werden, vermutlich real sind. Das nehme ich auch an, allerdings halte ich Morde an Verrätern für keinen ausreichenden Grund, daß es taktisch Sinn geben würde, vorzugeben, man hätte noch viel mehr Morde begangen. Dann wäre es besser die echten Morde sorgfältig geheimzuhalten.

Es bliebe also die Frage, was eigentlich hinter diesen fingierten Morden versteckt ist, wenn auch echte Morde - die es auch gibt - als Motiv für ein solches Verhalten nicht ausreichend sind.

 
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5.4 Adrenochrom? - Eine Desinformationskampagne

Mir wurde von verschiedenen Leute immer wieder erzählt, man würde diese ganzen Kinder foltern, um Adrenochrom zu gewinnen, bei dem es sich um ein Verjüngungsmittel handeln würde. Ich bringe es aber einfach nicht fertig das zu glauben: Adrenochrom ist ein Abbauprodukt von Adrenalin, einigermaßen einfach aufgebaut, auch ohne Foltern an Kindern herstellbar und ganz normal im wissenschaftlichen Fachhandel zu bestellenB8.14, was nicht der Fall wäre, wenn man derart illegale Methoden zu seiner Herstellung verwenden müßte.
Bildquelle: B10.1

Strukturformel von Adrenochrom

Es geht noch weiter: alles was zu Adrenalinschüben führt, führt natürlich auch zu einer erhöhten Adrenochromdosis - und das hieße: wenn Adrenochrom ein Verjüngungsmittel wäre, würde uns beispielsweise Ego-Shooter spielen, Action-Filme sehen oder Bungee-Jumping verjüngen. Bisher habe ich von einer solchen Wirkung dieser Freizeitbeschäftigungen aber noch nie gehört! Im Gegenteil ist extremer Streß und vor allem ein Streß, der aus den für Steinzeitmenschen natürlichen Zusammenhängen herausgerissen ist, durchaus ungesund.

Darüber hinaus findet sich in dem Angebot von Fisher Scientific eine Angabe zur Gefahrenkategorie, nach der die akute Toxizität der Kategorie 4 zuzuordnen ist und das Zeug bei Haut und Atemwege reizt, die Augen schwer reizt und bei Verschlucken gesundheitsschädlich ist. Also ich würde das Zeug nicht einnehmen! Da es auffallen würde, wenn die Hautreizungen bei einem zufälligen Hautkontakt nicht auftreten würden, bleibt nur die Variante mit der Desinformationskampagne übrig. Ein Zeug, das die Haut schon bei Berühung reizt, schluckt niemand freiwillig herunter. In den geringen Mengen, in denen es im menschlichen Körper als Zwischenprodukt des Adrealinabbaus vorliegt, ist es nicht ernsthaft schädlich, aber größere Mengen möchte man nicht im Körper haben.

Die Adrenochromgeschichte ist eine Desinformationskampagne, eine der vielen Falschinformationen die ins Netz gegeben wurden, um die Wahrheit dahinter zu verstecken. Dabei kann es durchaus sein, daß Adrenochrom tatsächlich verwendet wird, aber eine völlig andere Rolle spielt, oder aber daß eine andere Substanz tatsächlich diese Rolle spielt.

Wieder stellt sich die Frage: warum wird eine solche offensichtlich falsche Geschichte in die Welt gesetzt, die immerhin bewirken kann, daß irgendein Verrückter sich auf die vermeintlichen Täter stürzt, um sie in einem Selbstmordattentat um die Ecke zu bringen? Wenn so etwas die Tarnung ist, was ist dann dahinter versteckt?

Bildquelle: B10.2

Adrenochrom, wie man es im Wissenschaftlichen Fachhandel von der Firma Sigma Aldrich erhält.

Ich habe dann gegoogelt, um herauszufinden, ob sich bessere Informationen zum Adrenochrmgerücht finden lassen und gebe hier einen Artikel wieder, der auf den ersten Blick fundierter wirkt als das Meiste.

Thomas Bauers Adrenochromartikel, eine Fehlersammlung

Auf den ersten Blick macht der Artikel, den Autor: Thomas Bauer auf seiner Internetseite mit dem halb scherzhaft klingenden Titel " Quelle: Kopfgemüse" veröffentlicht hat, keinen schlechten Eindruck, denn der Autor hat offensichtlich ein wenig selber recherchiert und gibt seine Quellen im Text an. Dann geht dieser zunächst gute Eindruck aber schnell wieder verloren, denn schon in den ersten Sätzen findet sich eine Aussage, die ein Fachmann so nicht machen würde, nämlich "Adrenochrom wird vom menschlichen Körper in Momenten großer Angst, Wut oder lebensbedrohlicher Gefahr ausgeschüttet" - der Fehler: Adrenlin wird vom menschlichen Körper in Momenten großer Angst, Wut oder lebensbedrohlicher Gefahr ausgeschüttet, Adrenochrom ist lediglich ein Abbauprodukt von Adrenalin und entsteht daher an den Stellen, wo sich das bereits ausgeschüttete Adrenalin nach dem Ausschütten befindet. Adrenochrom wird nicht in dem Sinne ausgeschüttet, wie man das Wort in der Physiologie - der Wissensscchaft vom Funktionieren unseres Körpers - üblicherweise benutzt, da er selber kein Hormon oder Botenstoff ist. Das allerdings ist Kleinkram und man kann es einem Nichtfachmann, wie Thomas Bauer es ist, nachsehen. Das Problem ist nur, daß jemand, der in seinem Text mehrere so fast richtige Dinge schreibt, ernste Fehler dann auch nicht bemerkt. Solche Fehler und Ungenauigkeiten sind eben der Grund, warum ich vor Jahren aufgehört habe so Zeitschriften wie Stern, Spiegel oder Tageszeitungen zu naturwissenschaftlichen Themen zu lesen uns stattdessen lieber gleich die wissenschaftlichen Artikel aus dem Internet herunterlade, die aufgrund des Peer-Reviews diese Kleinkram-Fehler nicht enthalten. Nicht, daß sie absolut fehlerfrei wären. Das ist nicht menschenmöglich. Aber zumindest die Fehler, die ein Fachmann sofort erkennt, sind in wissenschaftlichen Artikeln nicht mehr enthalten.

Ich lese also weiter und versuche herauszufinden, ob er Beweise für die These hat, daß Adrenochrom die Wirkung hat, die er behauptet. Da findet sich die Stelle:
"In einer Studie aus dem Jahre 1946 von Autor: G. Derouaux und Autor: J. Roskam mit dem Titel „The effect of adrenochrom on sympathetic nerve simulation“B8.15 konnten die beiden Wissenschaftler eine Perfusion von wässrigem Adrenochrom verwenden, um ein absichtlich eingefrorenes Kaninchenohr mit nur wenigen Expositionen wieder zum Leben erwecken."
Diese Beschreibung hat nur eine sehr oberflächliche Ähnlichkeit mit dem Originalartikel. Das Kaninchenohr war nämlich am leben und durchblutet und wurde künstlich gereizt, bis die Nerven, die für das Zusammenziehen der Muskulatur in den Adern zuständig sind, auf weitere Reizungen nicht mehr reagiert haben. Die Nerven waren also ermüdet aber durchaus völlig gesund und intakt. Danach bewirkte eine Einleitung von Adrenochrom in das Adersystem, daß die Muskulatur in den Adern wieder reagierte, als wären die Nerven nicht ermüdet. Dies geschieht, direkt an den α1-Adrenozeptoren der glatten Muskelzellen der Tunica media der Adern, ohne daß Nerven beteiligt sind. Die α1-Adrenozeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die durch die Signalstoffe Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden. Was ein G-Protein gekoppelter Rezeptor ist, habe ich am Beispiel des Rhodopsins beschrieben. Im Gegensatz zu Rhodopsin ragiert der α1-Adrenozeptor nicht auf Licht sondern auf Adrenalin.
O7.19.2.2.3.2.2 Kersti: Rhodopsin und Retinal - ein G-Protein gekoppelter Rezeptor, der Licht erkennen kann
Die Autoren eines Artikels aus dem Jahre 1946 konnten das natürlich noch nicht so genau wissen, wie ich es heute weiß, aber heute sind diese Informationen für jeden Fachmann leicht im Internet zu finden und das meiste steht auch schon richtig in Wikipedia. Der Autor des Artikels nahm daher an, daß es sich bei Adrenochrom um einen Stoff handelt, der sehr schnell in diesen Neurotransmitter umgewandelt werden kann, den der Nerv braucht um wieder arbeiten zu können. Darin liegt er falsch, denn nach heutigem Wissen reagieren die α1-Adrenozeptoren der Muskelzellen direkt auf Adrenalin, ohne daß die Nerven etwas tun müssen. Wie gesagt, das Kaninchenohr war durchaus am Leben und der Nerv lediglich ermüdet nicht kaputt. Ich gehe davon aus, daß das Kaninchen danach auch durchaus noch sein Ohr besessen hat, da ich nicht wüßte, wie man es damals für so lange Zeit hätte am Leben halten können, wie die beschriebenen Experimente nahelegen, ohne es am Kaninchen zu lassen. Das ist aber aus der Beschreibung nicht eindeutig abzuleiten. Jedenfalls enthält dieser Artikel keinen Hinweis darauf, daß Adrenochrom totes Gewebe wieder zum Leben erwecken könnte, wie Thomas Bauer es vermutet.

Bildquelle: B10.5

Querschnitt durch eine große menschliche Arterie. Trichromfärbung nach Masson-Goldner, Objektiv 56x:
(1) Lumen, der Innenraum der Arterie mit einigen Roten Blutkörperchen
(2) Tunica intima. Sie besteht aus einer einzelnen Zellschicht, unter der eine Schicht Bindegewebe liegt, die mit der Membrana elastica interna abgeschlossen wird.
(3) Membrana elastica interna, eine Bindegewebsmembran
(4) Tunica media, eine Schicht aus glatten Muskelzellen (mit α1-Adrenozeptoren, die auf Adrenalin reagieren) und Bindegewebsfasern
(5) Membrana elastica externa, eine Bindegewebsmembran, die die Tunica media von außen begrenzt
(6) Tunica adventitia/externa, die die Nerven enthält, die die Muskeln in der Tunika media steuern. Bei sehr großen Arterien enthält dieser äußere Teil der Aderwand auch kleine Blutgefäße die die Muskelschicht und Nerven von außen mit Blut versorgen. Bei kleineren Blutgefäßen ist das unnötig, da die Versorgung von innen ausreichend ist.

Thomas Bauer schreibt weiter: "Die Ergebnisse veranlassten die Wissenschaftler subkultanes Adrenalin an Einschnittstellen von chirurgischen Eingriffen zu verwenden, um Nervenregeneration und Heilung zu beschleunigen."
Während es stimmt, daß an dieser Stelle Adrenalin verwendet wird, ist die Begründung falsch. Außerden heißt es subcutan, von sub cutis - unter die Haut. Adrenalin befindet sich beispielsweise in der Örtlichen Betäubung beim Zahnarzt, um zu erreichen, daß sich die Adern zusammenziehen und das Zahnfleisch weniger blutet. Es beschleunigt nicht direkt die Heilung.

Thomas Bauer fährt fort:
"Anfang der 50er Jahre erforschte man verschiedene Mittel zur Bekämpfung von psychischen Krankheiten. Abram Hoffer und Humphry Osmond stellten u.a. die Hypothese auf, dass das körpereigene Adrenochrom, die Phantasie von schizophrenen Persönlichkeiten beflügele und somit entscheidend zum Krankheitsbild beitrage.
Diese Hypothese bezeichneten sie als Adrenochrom-Hypothese., welche die gängige und anerkannte Dopaminhypothese erweitern und zu neuen Behandlungsmethoden führen sollte.
Im Zuge ihrer Studien zum Eingriff in den körpereigenen Adrenochrom-Haushalt zur Behandlung schizophrener Persönlichkeiten wurde auch die halluzinogene Wirkung von Adrenochrom entdeckt. Diese Wirkung schien der von LSD und Meskalin ähnlich zu sein, wenn auch nicht so potent. Hoffer und Osmond stellten daraufhin auch die Hypothese auf, dass LSD und Meskalin die körpereigene Produktion von Adrenochrom ankurbeln und somit erst für deren halluzinogene Wirkung verantwortlich zu sein schien. Ihre Studien zu halluzinogenen Wirkung beschrieben sie 1967 in ihrem gemeinsamen Fachbuch „The Hallucinogens“."

Abram Hoffer selbst schrieb 1981 einen Artikel, in dem er untersuchte

Abram Hoffer, Humphry Osmond: The Hallucinogens. Abram Hoffer: The Adrenochrome Hypothesis of Schizophrenia Revisited. Orthomolecular Psychiatry, volume 10, number 2, 1981, pp. 98-118 (Welt: Volltext)

 
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5.5 UFOs im Hinterhof und andere absurde Details

 
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5.6 Programmieren? - Was gezielte Manipulation eines Menschen vom Programmieren eines Computers unterscheidet

 
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Kersti: Teil 6: Spirituelle Deutung der False Memories zu satanistischem rituellem Mißbrauch


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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