O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Tod, Zwischenlebensscenen und Reinkarnation (OI7. Inhalt, OB7. Quellen hierzu)

erste Version: 3/2009
letzte Überarbeitung: 4/2009

O7.B1

Totenbettvisionen

Totenbett-Visionen, sind Visionen, die in einer Phase wo der Kranke wach und bei Bewußtsein ist, bei Erkrankungen auftreten, die langsam zum Tode führen. Die Totenbettvisionen werden auch Visionen in Todesnähe, Sterbebettvisionen, Sterbebetterscheinungen oder Visionen am Totenbett genannt. 1.1, 1.8, 1.10

Sir William Barrett, einer der Begründer der Society for Psychical Research, sammelte Erfahrungen von Krankenhauspatienten, die dem Tod nahegekommen waren. Seine Frau war Gynäkologin. 1926, nach seinem Tod, wurden sie in seinem noch unfertigem Buch "Death-Bed Visions" (Totenbettvisionen) veröffentlicht. Es enthält Dutzende von Berichten. Darin macht er die interessante Beobachtung, daß eine große Anzahl der Sterbenden Verwandte trifft, die bereits verstorben waren.

Ich gebe hier nicht den ersten Fall, der sehr oft zitiert wird, wieder sondern den zweiten, den Barrett über eine Veröffentlichung von James Hervey Hyslop von Minot J. Savage erfahren hat. Hyslop hat den folgenden Fall in einem seiner Bücher festgehalten und bemerkt: „Dr. Savage berichtete mir persönlich von den Tatsachen und gab mir die Namen und Adressen der Personen, auf deren Aussage er sich stützt, wenn er die Vorfälle schildert. (...) Im Zusammenhang mit diesem Fall bemerkt Dr. Savage, dass es schwierig ist, den Vorfall mit einer gewöhnlichen Theorie der Halluzination zu erklären. Wäre diese Vision ein Einzelfall, könnte vielleicht ein bloßer Zufall dafür verantwortlich sein, doch da es sich nur um einen von einer beträchtlichen Gruppe ähnlicher Fälle handelt, wird eine Erklärung durch zufälligen Zufall unglaubwürdig. Meine Leser werden Dr. Savages Bemerkung zweifellos zustimmen, wenn sie die anderen in diesem Band geschilderten Fälle durchlesen." Savage erzählt:

„Aber Papa! Du hast mir doch nicht gesagt, dass Jennie hier ist!“

"In einer Nachbarstadt lebten zwei kleine Mädchen, Jennie und Edith; das eine war etwa acht Jahre alt, das andere nur wenig älter. Sie waren Schulkameradinnen und enge Freundinnen. Im Juni 1889 erkrankten beide an Diphtherie. Am Mittwochmittag starb Jennie. Daraufhin bemühten sich Ediths Eltern und auch ihr Arzt besonders, ihr die Tatsache vorzuenthalten, dass ihre kleine Spielgefährtin nicht mehr da war. Sie fürchteten, dass diese Nachricht sich negativ auf ihren eigenen Gesundheitszustand auswirken könnte. Dass ihnen dies gelang und sie nichts davon wusste, zeigt sich daran, dass sie am Samstag, dem 8. Juni, mittags, kurz bevor sie das Geschehen um sich herum nicht mehr wahrnahm, zwei ihrer Fotos auswählte, die an Jennie geschickt werden sollten, und ihre Betreuer bat, ihr Lebewohl zu sagen.

Sie starb am Samstag, dem 8. Juni, um halb sieben Uhr abends. Sie war zu sich gekommen, hatte sich von ihren Freunden verabschiedet, sprach vom Sterben und schien keine Angst zu haben. Es schien, als sähe sie den einen oder anderen ihrer Freunde, von denen sie wusste, dass sie tot waren. Bis dahin ähnelte es anderen ähnlichen Fällen. Doch nun wandte sie sich plötzlich und sichtlich überrascht an ihren Vater und rief aus: „Aber Papa, ich nehme Jennie doch mit!“ Dann fügte sie hinzu: „Aber Papa! Du hast mir doch nicht gesagt, dass Jennie hier ist!“ Und sofort streckte sie ihre Arme aus, als wolle sie sie willkommen heißen, und sagte: „Oh, Jennie, ich bin so froh, dass du hier bist!“

In den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts befragte Dr. Karlis Osis in New York Ärzte und Krankenschwestern über ihre Erfahrungen mit sterbenden Patienten. 1961 veröffentlichte er die Ergebnisse seiner Untersuchungen. Barretts Entdeckungen wurden durch ihn bestätigt. Auch Elisabeth Kübler-Ross, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Überlebenden aus Konzentrationslagern gearbeitet hatte, stellte nicht nur Untersuchungen über Erfahrungen mit dem Sterben an, sondern wurde dadurch selber immer stärker davon überzeugt, daß solche Erlebnisse tatsächlich einen Beweis für ein Leben nach dem Tod darstellen. 1977 veröffentlichte Osis zusammen mit Erlendur Haraldson ein zweites Buch über Totenbettvisionen, in dem er die Totenbettvisionen indischer und amerikanischer Sterbender miteinander verglich. 3.1 S.12-13, 10.1

Unterschiede zwischen Totenbettvisionen und Nahtodeserfahrungen

Es gibt drei grundsätzliche Unterschiede zwischen Nahtodeserfahrungen und Totenbettvisionen. Bildlich kann man sich das ungefähr so vorstellen. Die eigentliche Erfahrung ist rot gekennzeichnet, der blaue Bereich des Pfeils stellt die Zeit davor und danach dar

Natürlich kann man zuerst eine Totenbettvision haben, danach eine Nahtodeserfahrung und danach wieder ins Leben zurückkehren. Es erscheint naheliegend, daß auch auf die Totenbettvisionen, von Personen, die nicht ins Leben zurückkehren, Nahtodererfahrungen folgen. Nur kann eine Person, die tatsächlich stirbt, uns nicht darüber erzählen.

Statistische Unterschiede zwischen Totenbettvisionen und Nahtodeserfahrungen: Tunnelerlebnisse, Außerkörperliche Erfahrungen und Lichtvisionen treten in Totenbettvisionen nicht auf, Jenseitsvisionen sind selten

Die Totenbettvision beschreibt die Situation, bevor der Betroffene das Bewußtsein verliert, die Nahtodeserfahrung handelt von der Phase der Bewußtlosigkeit selbst.

Dieser Unterschied führt dazu, daß die verschiedenen Aspekte der Erfahrungen auch unterschiedlich häufig vorkommen. Bei Totenbettvisionen tauchen mehr als acht mal so viele Visionen von Verstorbenen oder religiösen Figuren auf (bei Osis und Haraldsson insgesamt 463 Fälle), wie Visionen vom Jenseits (56 Fälle). Außerkörperliche Erfahrungen, Tunnelerfahrungen und Wahrnehmungen des Lichtwesens kommen praktisch nicht vor. In Nahtodeserfahrungen sind, außer den geringfügig selteneren Tunnelerfahrungen, alle fünf Erlebnisbestandteile etwa gleich häufig vertreten. 10.1
Genaue Zahlen zu Nahtodeserfahrungen siehe Tabelle:
O7.23 Kersti: Häufigkeit der einzelnen Bestandteile von Nahtodeserfahrungen

Geschichte

O7.D4 Kersti: Totenbettvisionen aus dem Mittelalter

Kersti


O7 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Tod, Zwischenlebensscenen und Reinkarnation (OI7. Inhalt, OB7. Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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