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O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

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O5.21

Ergänzung zu

3.1.1 Platzbedarf pro Tier: Abhängigkeit von der Stellung in der Nahrungskette

4.2 Evolution auf Inseln

Laufvögel als Beispiele für Evolution auf Inseln

Laufvögel des Festlandes und ihre Gegenstücke auf abgelegenen Inseln.

Obwohl die großen Laufvögel flugunfähig sind, können sie sich im Gegensatz zu anderen flugunfähigen Arten auch auf dem Festland durchsetzen, da viele von ihnen in etwa so schnell und ausdauernd sind die wie schnellen Läufer unter den Huftieren. Dafür sind sie zu groß, um sich dauerhaft auf Inseln halten zu können, die deutlich kleiner sind als Madakaskar und Neuseeland.

Da Vögel im Gegensatz zu Säugetieren flugfähig sind, gelangen sie leichter als diese auf raubtierfreie Inseln, wo sie ihre Flugfähigkeit oft verlieren, da sie sie dort nicht mehr brauchen. Deshalb kann es vorkommen, daß große Vögel auf Inseln die größten grasfressenden Tiere sind. So waren das in Madakaskar die Elefantenvögel (Aepyornithiformes) und in Neuseeland Moas (Dinornithiformes) und auf Hawaii riesenwüchsige Abkömmlinge der Brandgänse (Branta canadensis), die Moa-Nalos und Ähnliche.

Elefantenvögel oder Madagaskarstrauße (Aepyornithiformes)

5 andere Arten aus dem Pleistozän. Apyornis mullerornis hat wahrscheinlich bis vor wenigen tausend Jahren gelebt.

(Aepyornis maximus (=Ae. titan))

Lebten seit dem Tertiär auf Madagaskar, wurden bis zu 3,50m groß, geschätztes Lebendgewicht: 500kg. Obwohl er damit nur ein Hunderststel eines Dinosauriers wiegt, legte er erheblich größere Eier als dieser.

Elefantenvögel legten die größten Eier der Welt: 31cm lang also 2cm länger als ein A4-Blatt und mit 9 Litern Rauminhalt. 1658 ausgestorben.

Quellen Elefantenvögel

Neuseeland

Moas (Dinornithiformes)

Früher wurden Moas in 64 Arten und 20 Gattungen aufgeteilt. Neuere Autoren unterscheiden zwei Gattungen: die Emeidae mit 8 Arten und die Dinornithidae mit 3 Arten. Durch Genuntersuchungen wurde neuerdings nachgewiesen, daß die Dinornithidae nur eine einzige Art darstellen.

Aktuelle Systematiken zählen 11 Arten in sechs Gattungen auf (Megalapteryx, Dinornis, Pachyornis, Emeus, Euryapteryx, and Anomalopteryx).

Der letzte gemeinsame Vorfahr der Moas lebte noch nach der teilweisen Überschwemmung Neuseelands im Oligozän (33,9-23,03 Mio Jahre). Vor 4-10 Millionen Jahren spaltete diese Art sich aufgrund von Gebirgsbildung und Abkühlung des Klimas in mehrere Arten auf.

Sie wurden von Maoris, den menschlichen Ureinwohnern Neuseelands noch vor der Ankunft der Europäer systematisch bejagt und geschlachtet, bis keine mehr übrig waren. Ursprünglich nahm man an, daß dieser Vorgang mehrere Generationen dauerte, neuere Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, daß es innerhalb von hundert Jahren nach Ankunft der Maoris geschah. 9.

Moas haben haben Neuseeland vermutlich getrennt von den Kiwis besiedelt, die ebenfalls zu den Paläognathen und Ratiten zählen.

Die meisten Moas waren Waldbewohner da es auf Neuseeland vor Ankunft der Maoris fast nur Wald gab. Das wurde anhand ihres Mageninhalts nachgewiesen.

Sie trugen ihren Hals vermutlich s-förmig gebogen

Riesenmoa (Dinornithidae)

Durch Genuntersuchungen wurde neuerdings nachgewiesen, daß die Dinornithidae anfangs nur eine einzige Art und später zwei Arten darstellen. Sie wurde irrtümlich mehreren Arten zugeordnet, da die innerartlichen Größenunterschiede zwischen Angehören desselben Geschlechts erheblich sind und zudem die Weibchen anderthalbmal so groß und fast drei mal so schwer wie Männchen werden konnten. Die Art trennten sich im mittleren Pleistozän aufgrund der damaligen Trennung der beiden Inseln durch die Cookstraße auf. Es bleiben also nur zwei Arten übrig: Nordiselriesenmoa (Dinornis novaezealandiae Owen, 1843) und Südinselriesenmoa (Dinornis robustus Owen, 1846). 248., 249.

 Weibliche Riesenmoas hatten eine Rückenhöhe zwischen 1,20 und 1,90 und ein Gewicht von 76 bis 242 kg. Größe und Gewicht hingen stark vom Lebensraum ab. Männliche Riesenmoas waren wesentlich kleiner mit eine Rückenhöhe zwischen 90 und 120 Zentimetern und einem Gewicht von 34 bis 85kg. Interessanterweise ist der Größenunterschied zwischen Moas im Wald am größten und in offenen Landschaften wesentlich kleiner bis nicht vorhanden. Die Männchen konnten sich dadurch im Wald von Kräutern und jungen Bäumen ernähren, während die Weibchen groß genug sind, um an das Laub der Bäume bis 2,50 oder 3m Höhe zu kommen. Dadurch können die Weibchen eine andere ökologische Nische ausfüllen als ihre Männchen als wären sie zwei getrennte Arten, dafür aber nur die Populationsgröße brauchen, die eine Art braucht um stabil erhalten zu bleiben. Da die weiblichen Riesenmoas die größten Moas überhaupt sind, hätten sie vermutlich nicht genug Platz für eine doppelt so große Population auf Neuseeland gehabt. 249.




Moaweibchen (Dinornis) Bildquelle: 45.

(Megalapterus didinus)

Bergbewohner, Beine bis zu den Füßen befiedert.

(Euryapteryx curtus)

kleinste Form, 20kg.

(Euryapteryx gravis)

1650 ausgestorben

Quellen Moas

 

Übersicht: Paläognathae, Laufvögel, Vögel (Aves), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

 

Pazifischer Ozean, Inselgruppe Hawaii

Die ursprünglichen Polynesischen Siedler rotteten mehr als die Hälfte der ursprünglich hier lebenden Vogelarten aus.

 

Übersicht: Z109. Familie: Drontenvögel (Raphidae), Z109. Ordnung: Taubenvögel (Columbiiformes), Z95. Vögel (Aves), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

Madagaskar, Afrika, Indischer Ozean

O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.

Quellen


O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.