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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

erste Version: 12/2007
ausgegliedert aus O7.1: 4/2008
letzte Überarbeitung: 8/2008

O7.11

Nahtodeserfahrungen und ihre Bezüge zu Kulturen und Religionen

Einfluß der kulturellen und religiösen Prägung auf das Erlebnis

Grundsätzlich machen Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Leute aus allen Kulturkreisen und allen gesellschaftlichen Schichten Nahtodeserfahrungen. Nahtodeserfahrungen treten bei Angehörigen aller Religionen und sowohl bei religiösen als auch bei nicht religiösen Menschen oder Atheisten auf. Das Kernerlebnis selbst ist in seinen Elementen von kulturellen und Altersfaktoren unabhängig. Menschen die kein Vorwissen über Nahtodeserfahrungen haben, berichten darüber genauso wie Menschen, die dieses Vorwissen besitzen. 1.5, 1.9, 2.8, 2.17, 3.1

Der Aufbau des Nahtodeserlebnisses und das Kernerlebnis selbst ist in seinen Elementen von kulturellen und Altersfaktoren unabhängig, jedoch variiert seine Deutung abhängig von der Kultur. Beispielsweise kommen in allen Kulturen Nahtodeserlebnisse mit Begegnungen mit hohen Lichtwesen vor, doch bei der Benennung dieser Wesen wird oft auf die Namen von Heiligen oder Göttern des eigenen Kulturkreises und der eigenen Religion zurückgegriffen. 1.3, 1.9, 2.8, 2.11, 3.1

Daß Berichte über Nahtodeserlebnisse durch die Herkunfstskultur und die eigene Religion gefärbt werden, läßt sich innerhalb eines esoterischen oder religiösen Weltbildes ebensogut erklären wie innerhalb eines atheistischen Weltbildes. In beiden Fällen reicht es, zu erwähnen, daß die Gestalten der eigenen Religion den Betroffenen wesentlich besser bekannt sind und ihnen deshalb eher einfallen dürften. Wenn die Lichtwesen sich nicht mit Namen vorgestellt haben - und dergleichen wird gewöhnlich nicht in Nahtodeserfahrungen erwähnt - ist ihre Benennung lediglich eine Vermutung, die auf dem jeweiligen religiösen Hintergrund beruht.

Eine Studie, die untersucht, welche Art von Menschen Nahtodeserfahrungen machen und welche nicht, kommen zu dem Ergebnis, daß es zwischen beiden Personengruppen keine signifikanten Unterschiede gibt. Diese Studie befragte die Patienten wenige Wochen oder Monate nach einem Koma durch Herzanfall nach ihren Erfahrungen. 2.1

Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, Leute die religiösen Zeremonien teilnehmen und fromme Menschen, hätten häufiger berichtet, eine solche Erfahrung gehabt zu haben, als andere. Außerdem berichteten Frauen häufiger von Nahtodeserfahrungen als Männer und jüngere Leute häufiger als Ältere. Die berichteten Erfahrungen hätten teilweise Jahre zurückgelegen. 2.2

Unter der Vorbedingung, daß es sich bei den Nahtodeserfahrungen um Erfahrungen handelt, die außerhalb des Körpers und teilweise im Jenseits gemacht wurden, handelt, sind beide Studienergebnisse zu erwarten. Wenn man die Betroffenen kurz nach der gemachten Erfahrung befragt, ist damit zu rechnen, daß die meisten Betroffenen geistig noch mit der Erfahrung beschäftigt sind und bereit sind, sie einem interessierten Zuhörer zu erzählen. Wenn man aber zwischen Erfahrung und Erlebnis einige Jahre verstreichen läßt, werden Leute, die für das über diese Erfahrung reden, sozial bestärkt wurden oder sich dadurch in ihrem Weltbild bestätigt sahen, eher darüber sprechen als Leute aus einem Umfeld, das solche Berichte eher bestraft, wie das in einem Skeptiker- oder Atheistenumfeld zu erwarten ist. Das Frauen allgemein häufiger über solche Erfahrungen reden, als Männer entspricht der Erfahrung. Zusätzlich ist zu erwarten, daß eine Nahtodeserfahrung zu einer Beschäftigung mit Religionen führen könnte.

Unter der Voraussetzung, daß es sich bei diesen Erfahrungen um Halluzinationen handelt, sollte man aber vermuten, daß religiöse Menschen auch eher dazu neigen, solche Erfahrungen zu machen, als nicht religiöse Menschen und das erste genannte Studienergebnis ist unter dieser Voraussetzung verwunderlich. Andererseits ist diese Deutung aufgrund der genannten Studienergebnisse auch nicht auszuschließen, da ja nachgewiesenermaßen gehirnphysiologische Vorgänge bei Wahrnehmung und Erinnerung eines solchen Erlebnisses eine Rolle spielen und deshalb zur Erklärung dieser Tatsache geeignet sind.
O7.9 Kersti: Physiologie der Nahtodeserfahrung (Quellen hierzu)

Drei Studien wiesen bisher nach, daß Frauen tiefere Nahtodeserfahrungen haben als Männer. Morse wies bei Kindern nach, daß 85% derjenigen die dem Tode nahe waren, Nahtodeserlebnisse hatten. Ring hatte 48% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsalter von 37, Sabom hatte 43% Nahtodeserlebnisse bei einem Durchschnittsaltern von 49 Jahren. Die Herzstillstansstudie mit einem Durchschittsalter von knapp über 62 Jahren wies nur gut 11% Nahtodeserlebnisse nach, wobei jüngere Personen häufiger Nahtodeserlebnisse hatten als ältere. Außerdem haben jüngere Menschen tiefere Nahtodeserlebnisse. 1.1

Unter der Vorbedingung, daß es sich bei den Nahtodeserfahrungen um Erfahrungen, die außerhalb des Körpers und teilweise im Jenseits gemacht wurden, handelt, ist das zu erwarten. Unter der Voraussetzung, daß es sich bei diesen Erfahrungen um Halluzinationen handelt, ist ein solches Ergebnis immer noch möglich, da man die Ähnlichkeit der Erlebnisse über physiologische Ursachen erklären könnte. Allerdings ist diese Erklärung unwahrscheinlich, da ähnliche Erlebnisse bei sehr unterschiedlichem körperlichen Zustand auftreten, während alle bekannten Variationen des Nahtodeserlebnisses bei jeder Krankheit auftreten können. Wenn das Nahtodeserlebnis inhaltlich durch den körperlichen Zustand hervorgerufen würde, würde sein Inhalt vermutlich stärker von der Krankheit oder potentiellen körperlichen Todesursache beeinflußt werden.

Betroffene fürchten Diskriminierung

So berichten viele Menschen, die Nahtodeserlebnisse hatten, ihren Ärzten und Angehörigen nicht von ihren Erfahrungen, weil sie befürchten, man könnte ihnen unterstellen, sie hätten Halluzinationen gehabt und seien daher psychisch krank. Auch wird in europäischen Kliniken praktisch überhaupt nicht nach solchen Erfahrungen gefragt. 1.1, 1.8, 1.10, 2.19, 2.31

DDR-BRD

In einer 1999 erschienenen vergleichenden Untersuchung wurden für Ost- und Westdeutschland in etwa gleiche prozentuale Anteile an Menschen ermittelt, die Nahtodeserfahrungen gemacht haben, ohne dabei die regionale oder soziokulturelle Herkunft, die konfessionellen Zuordnung oder die ökonomischen Situation zu berücksichtigen. Im Osten wurden etwa 60% negative Erfahrungen gemacht, auch wenn sie sich sonst in der Struktur nicht vom Westen unterschieden. 3.3 S.87-88

Eine plausible Erklärung bietet die jahrzehntelang staatlich verordnete Weltanschauung: Da im Osten die Deutung der Erfahrung oftmals auf einer atheistisch-agnostischen Basis erfolgte, vermutet Knoblauch, dass die Kultur das leitet, was im Tod erfahren wird. Eine negative Prägung bei gleicher Struktur spricht insgesamt deutlich für die Invarianzhypothese, verlangt aber nach einer Erklärung des Unterschieds. 3.3 S.88

Japan

China

Thailand

Melanesien

Religiöse Erklärungen

O7.96 Kersti: Mormonen
O7.95 Kersti: Gibt es im Jenseits Kulturen oder sind die kulturellen Unterschiede Folgen der Überformung der Erfahrungen beim Erinnern?

Kersti


O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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