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erste Version: 11/2013
letzte Bearbeitung: 11/2013

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Dämonenkind

F261.

Und der Schlamassel, in dem ich jetzt stecke, ist eine traditionelle Einweihung in die Hohe Magie

Vorgeschichte: F416. Kersti: W

Karl erzählt:
Meinen Wunsch nach Büchern hatte Göring ernst genommen und dafür gesorgt, daß ich regelmäßig Literatur aus der nächstgelegenen Universitätsbibliothek bestellen konnte. Außerdem hatte er dafür gesorgt, daß ich genug zu schreiben hatte.

Auch der Arzt im Sanatorium wollte gerne meine Drogenberichte lesen, die mir Göring mitgebracht hatte. Ich sagte ihm, er dürfe gerne so viel darin lesen wie er will - aber ich würde erwarten, daß er das in einem Raum tut, den ich betreten kann und den Ordner zurück ins Regal stellt, wenn er Pause macht. Da ich ja jetzt immer noch mit den Folgen dieser Drogensitzungen beschäftigt sei, sei es wichtig, dort gelegentlich etwas in den alten Berichten nachschlagen zu können. Von dem Arzt empfing ich dieselbe Mischung an Grauen und Faszination, die auch Göring und sein Leibarzt ausgestrahlt hatten, als ich erzählt hatte daß ich während Haushofers Drogeneinweihungen täglich ein bis zwei Bücher über Drogen gelesen hatte. Ich fragte mich, was daran so unverständlich ist, wenn ich mich nach Kräften über meine Probleme informiere, um sie besser lösen zu können. Ist das nicht ganz natürlich? Immerhin hielt sich der Arzt an die Regeln, die ich aufgestellt hatte und der Ordner blieb immer in meiner Reichweite.

Da ich im Laufe der beiden Jahre in Haushofers Frankensteinlabor festgestellt hatte, daß meine schriftlichen Notitzen mir sehr geholfen hatten, nicht den Überblick zu verlieren, während in meinem Kopf die irrsten Dinge abliefen, führte ich in der Klinik Tagebuch über meine Erfahrungen. Auch diese teilte ich jeweils in einen Erfahrungsbericht und einen Abschnitt mit Überlegungen auf, wie gerade diese Erfahrung entstanden sein könnte, warum ich gerade das erlebt haben könnte und was davon wohl feinstofflich und was materiell wäre. Ich bin mir beinahe sicher, daß ich bei der letzten Frage regelmäßig Fehler gemacht habe.

Irgendwann öffnete sich, während ich schrieb nach einem Anklopfen und Herein die Tür, der Arzt kam herein und fragte mich, was ich da mache. Ich forderte ihn auf, sich zu setzen und erklärte ihm, daß ich Tagebuch führe.
"Warum machst du das? Überhaupt, ich verstehe nicht, warum du so diszipliniert und detailliert diese ganzen Drogenberichte geführt hast."
"Einerseits natürlich, weil Haushofer mich dazu gezwungen hat. Er hat mir angedroht, mir so lange immer wieder dieselbe Drogen zu geben, bis ich schließlich einen Drogenbericht schreibe, und die nächste Droge hätte es dann zusätzlich gegeben. Schon das, was er getan hat, war gefährlich, wenn er seine Drohung wahr gemacht hätte, hätte ich das nicht überlebt." erklärte ich, "Andererseits haben mir die Berichte aber auch geholfen, die Erfahrungen zu verarbeiten und den Überblick zumindest näherungsweise zu behalten. Ich habe den Erfahrungsbericht immer während der Drogenerfahrung geschrieben. Es ist mir mehrfach passiert, daß ich nachher festgestellt habe, daß ich während die Droge wirkte nur Kauderwelsch geschrieben habe, das völlig unverständlich ist und dann nachher noch einmal aus dem Gedächtnis meine Drogenerfahrung geschildert habe. In anderen Fällen war die Schrift seltsam verzerrt und ich habe das wörtlich noch einmal abgeschrieben, so lange ich noch wußte, was ich meinte. Das hängt damit zusammen, daß manche Drogen selektiv gewissen Gehirnfunktionen ausschalten. Außerdem gab es Drogenerfahrungen, die ich während der Erfahrung aufgeschrieben habe und nachher hatte ich gar keine - oder gar eine völlig andere Erinnerung an die Erfahrung. Wenn man sich keine schriftlichen Notitzen macht, wird man auf Dauer durch solche Erfahrungen völlig durcheinandergebracht, die schriftlichen Notitzen und Auswertungen ermöglichen es, daß man versteht, was abgelaufen ist."

Von dem Arzt kam wieder eine so seltsame Mischung an Grauen und Faszination. Diesmal fragte ich nach:
"Warum findest du das, was ich sage, gleichzeitig grauenerregend und faszinierend?"
"Ich verstehe nicht, wie man so fasziniert von so furchtbaren Erfahrungen sein kann, daß man sich so intensiv damit beschäftigt! Du sagtest doch du hast täglich ein bis zwei Bücher darüber gelesen und dann noch diese ausführlichen Berichte geschrieben." meinte er.
Ich war verblüfft. Fasziniert? Ich war gar nicht fasziniert! Ich hatte doch völlig normal viel gelesen. Dann ging mir auf, daß genau das Problem war. Andere Leute lesen schließlich nicht jeden Tag ein bis zwei Bücher.
"Ich bin nicht fasziniert davon. Schau mal", ich schob meinen Ärmel hoch, "Wenn man so eine Wunde hat, dann muß die desinfiziert und genäht werden, selbst wenn das noch mehr weh tut, als es vorher schon wehgetan hat. Wenn man das nicht tut, kann man an so etwas sterben. Genauso ist es mit seelischen Verletzungen. Man muß sich damit beschäftigen, und die Erfahrungen, die man gemacht hat, ordnen, sonst machen sie einen wahnsinnig.
Außerdem schätzt du die Bedeutung meines Lesekonsums falsch ein. In der Grundschule fand mein Lehrer immer, daß ich die falschen Fragen stelle und ich verstand nie, was er wollte. Bis er dann irgendwann meinte, wenn ich Antworten auf solche Fragen wollte, solle ich in die Universitätsbibliothek gehen - das habe ich dann als Achtjähriger gemacht und der dortige Bibliothekar hat sich meiner angenommen und dafür gesorgt, daß ich als Zehnjähriger über eine Begabtenprüfung die mittlere Reife gemacht habe. Danach habe ich dann zwei Jahre in der Universitätsbibliothek eine Lehre gemacht, sie danach erfolgreich abgeschlossen und gleichzeitig als Zwölfjähriger die Abiturprüfung bestanden. Seit ich acht bin, habe ich jeden Tag ein bis zwei Bücher aus der Universitätsbibliothek gelesen und daß ich das auch gemacht hatte, als ich die Drogen bekommen habe, ist für mich völlig normal. Es stand einfach kein anderer Lesestoff zur Verfügung, deshalb habe ich das gelesen, was ich bekommen konnte." erklärte ich.
"So und was liest du dann normalerweise?" fragte er.
"Alles Mögliche. Aber am Liebsten Bücher über Maschinenbau und Physik." erklärte ich.
"Du hast also Mittlere Reife, Abitur und eine abgeschlossene Lehre als Bibliothekar?"
"Ja und eine abgeschlossene Lehre als Maschinenschlosser. Außerdem wollten wir noch prüfen ob mir noch irgendein Detail zum Maschinenbaudiplom fehlt oder ob ich das gleich bekommen kann. Aber zu dieser Prüfung ist es dann nicht mehr gekommen. Und der Schlamassel, in dem ich jetzt stecke, ist eine traditionelle Einweihung in die Hohe Magie. Damit bin ich aber noch nicht fertig, schließlich seid ihr bisher noch nicht zu dem Schluß gekommen, daß man mich so auf die Menschheit loslassen kann." erklärte ich.

Die Gefühlsmischung, die diesmal vom Arzt kam, wußte ich nicht zu deuten. Da war auch Grauen und Faszination drin, aber es wirkte nicht so eindeutig negativ, wie sonst immer. Ja und etwas Anerkennung konnte ich auch rausschmecken.Und er war sich offensichtlich nicht sicher, ob das stimmt.

Kersti

Fortsetzung:
F285. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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