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erste Version: 4/2016
letzte Bearbeitung: 4/2016

Ägyptische Priesterleben: Ägyptische Priesterleben - Eine Schule der Hingabe

F584.

*Dazu ist er zu rebellisch. Er würde an dem Posten verzweifeln.* stellte der Priester mit einer Endgültigkeit fest, die mich schockierte.

Vorgeschichte: F575. Kersti: Der Tempel des Schweigens hatte strikt verboten, den für ihn ausgebildeten Tempelsklaven lesen und schreiben beizubringen. Bei Nichtbefolgen würden sie eine Armee vorbeischicken, die Priester zu Tode foltern und den Tempel schleifen lassen

Miran der Hoheprister des Tempels der Hingabe erzählt:
Erigon hatte schon in den ersten Wochen seiner Ausbildung zum Priester so überragende Begabungen für die höhere Priesterausbildung gezeigt, daß ich als Leiter des Tempels entschieden habe, daß ich selbst ihn weiter ausbilden will. Das habe ich ihm zunächst nicht verraten, weil ich der Ansicht bin, daß es für einen so jungen Mann nicht gut ist, wenn bekannt wird, daß der Höchste Priester ihn bevorzugt. Das hätte unter seinen Gefährten nur zu Neid geführt, also verriet ich ihm zunächst nicht, wer ich war, sondern ihm einen alten Spitznamen von mir nannte, den jetzt keiner mehr kannte, der in die Geschichte nicht sowieso eingeweiht war.

Tatsächlich hatte ich Vergnügen an der Ausbildung des Jungen weil er intelligent, neugierig, spirituell begabt, sehr motiviert und so süß war, wie so ein Junge nur sein kann. Es ist für einen solchen Jungen immer ein harter Schlag, wenn er seinen Lehrer verliert, weil er als Tempelsklave zu einem der Tempel geschickt wird, für die wir ausbilden. Ich hatte gehofft, daß die wenigen Wochen nicht gereicht hatten, eine tiefe Bindung mit seinem bärbeißigen Lehrer aufzubauen, doch ich wurde schon beim ersten Gespräch eines Besseren belehrt. Und nachher schalt ich mich einen Idiot: Jeder hatte beobachten können, daß beide sich in dieser Zeit in einem erstaunlichen Tempo weiterentwickelt haben. So etwas funktioniert nur, wenn beide Lehrer und Schüler eine gute Beziehung haben und sich darauf einlassen, sie mit aller Konsequenz und Tiefe auch zu fühlen.

Immerhin war es erleichternd, daß er bereit war, sich mir genauso zu öffnen und daß er mit mir über seine Sorge um seinen spirituellen Lehrer auch sprach. Nicht bewußt war der Junge sich dabei, wie viel er mir darüber erzählte, welche Schwierigkeiten er selbst hätte, wenn er leben müßte, ohne mit einem Menschen sprechen zu können. Und ich merkte schnell, daß das ein Thema war, das ihn zutiefst ängstigte.

Der Priester vom Tempel des Schweigens hatte schon entschieden, daß er den Jungen haben wollte, als er ihn nach seinem ersten Ausbildungsjahr beobachtete, wie er über den Jungen geredet hatte, den er zur Kastration hatte bringen sollen. Der Mann hatte nur still in der Ecke gesessen und die Aura all der jungen Priester beobachtet, ohne sich an den Gesprächen zu beteiligen. Danach hatte er entschieden, daß er diesen Jungen wollte. Ich zuckte innerlich zusammen, was er natürlich sofort bemerkte.
*Hängt dein Herz an dem Jungen?* fragte er mich telepathisch, da die Angehörigen des Tempels des Schweigens nur selten laut sprechen.
*Ich hatte gehofft, ihn zu meinem Nachfolger ausbilden zu können.* antwortete ich und wußte, daß er spürte, daß sich mein Herz bei den Gedanken, meinen Jungen dorthin schicken zu müssen, zusammenzog.
*Dazu ist er zu rebellisch. Er würde an dem Posten verzweifeln.* stellte der Priester mit einer Endgültigkeit fest, die mich schockierte.
Gleichzeitig konnte ich das, was er behauptete, nicht glauben. Auf mich wirkte der Junge völlig ausgewogen. Nicht rebellisch sondern nur sich selbst gegenüber ehrlich und anderen gegenüber offen. Was hatte dieser Priester gesehen?
*Mir ist klar, daß dir die Seite noch nicht begegnet ist, aber sie wird sich in den folgenden Jahren deutlich zeigen.* erklärte er.
Ich glaubte es einfach nicht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, daß dieser vernünftige selbstbeherschte junge Mann eine solche Seite haben könnte.
*Bilde ihn so weit aus, wie der Tempel ausbilden kann. Doch danach wird er im Tempel des Schweigens dienen. Stell dich darauf ein.*
Mir tat der Gedanke weh. Es tat mir immer weh, wenn ich einen der Schüler dieses Tempels an einen der Tempel schicken muß, für die wir ausbilden. Sie behandeln die Jungen einfach nicht so gut, wie sie es verdienen. Aber bei diesem Jungen glaubte ich, den Gedanken gar nicht ertragen zu können.

Kersti

Fortsetzung:
F576. Kersti: Als ich jedoch zu erklären versuchte, was alles mich an ihm verwirrt hatte und gar nicht zu dem Bild paßte, was ich immer von Sklaven gehabt hatte, bekam er einen regelrechten Wutanfall

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI20. Kersti: Inhalt: Eine Schule der Hingabe

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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