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Ergänzung zu

3.1.1 Platzbedarf pro Tier: Abhängigkeit von der Stellung in der Nahrungskette

4.2 Evolution auf Inseln

O5.9

Inselrassen im Miniaturformat: Spitzbergenren, Zwergmensch von Liang Bua, Zwergelefant von Sizilien und Zwergmammut

Spitzbergenren (Rangifer tarandus plathrhynchus)

Das ist vielleicht der Grund, warum man die kleinste Rentierrasse auf einer Insel findet. Das Spitzbergenren (Rangifer tarandus plathrhynchus) ist nur 65cm hoch, während andere Rentiere eine durchschnittliche Schulterhöhe von ca. 110cm haben. Auch andere Inselrentierrassen sind kleiner als ihre Verwandten vom Festland.

Übersicht: Familie: Hirsche (Cervidae), Paarhufer (Artiodactyla), Huftiere (Ungulata), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

2.3.2.2.1 Indonesien, Sundainseln, Borneo

Zwergmensch von Liang Bua (Homo floresiensis)

Übersicht: Menschenartige (Homo), Menschenaffen (Hominoide), Altweltaffen, Affen (Primates), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

2.3.2.2.1 Indonesien, Sundainseln, Borneo

Die kleinste bekannte Humanoide den es gab, der Zwergmensch von Liang Bua (Homo floresiensis) war nur 1m groß und lebte auf der Insel Flores die zu den kleinen Sundainseln gehört.

Neben seiner Größe ist er auch in anderer Weise ungewöhnlich: Als verzwergter Vertreter des Homo erectus, dessen normalgroße Art schon vor etwa 200 000 Jahren ausgestorben ist, überlebte der Zwergmensch noch bis vor etwa 13 000 Jahren.

Zwergmammut (Mammuthus exilis)

Mammute bildeten auf mehreren Inseln Zwergrassen, so beispielweise auch auf der Wrangelinsel und Santa Rosa. Die meisten Mammuthfunde auf dem Festland sind 30 000 bis 12 000 Jahre alt. Mammute sind vor etwa 10 000 Jahren ausgestorben und eine Reihe von Forschern geht davon aus daß sie von Menschen ausgerottet wurden. Der Zwergmammut auf der Wrangelinsel war bis 1,80 m hoch und überlebte bis vor 3500 Jahren.

Zwergelefanten am Mittelmeer, auf Borneo (Elephas spp. (=Palaeoloxon spp.)) und den großen Sundainseln (Stegadon)

Zwergelefanten auf Sizilien, Kreta und Sardinien (Elephas falconieri (=Palaeoloxon falconieri)) stammen von einem Prähistorischen Waldelefant (Elephas antiquus) und sind nur 90cm hoch gewesen. Außerdem gab es den Maltesischen Zwergelefanten (Elephas namadicus), den Zypern-Zwergelefant (Elephas cypriotes). Der jüngste datierte Zwergelefant starb auf der Insel Tilos 2400 vor Christus.

Auch die Insel Borneo hat ihre Zwergelefantenrasse: Borneo-Zwergelefant (Elephas maximus borneensis), die nicht größer als 1,50 wird. Diese Elefanten existieren heute noch.

Ebenso gab es Zwergelefanten (Stegadon) auf Sulawesi, Flores, Komodo und Celebes von der Größe eines Wasserbüffels. Er war Jagdbeute vom Zwergmensch von Liang Bua (s.o.) und vom Komodowaran (Varanus komodensis) (O5.15). Während der Zwergelefant etwa zu derselben Zeit ausstarb wie der Zwergmensch, gibt es heute noch Komodowarane.

Zwergelefant im Kongo (Loxodonta pumilio)

Im Kongo gibt es heute noch mit 1,30-1,45m Größe, Zwergelefanten, auf die die Erklärung, daß er wegen zu kleinem Lebensraum verzwergt worden sei, nicht zutrifft, da er auf dem Festland lebt und den Lebensraum mit Waldelefanten teilt.

Übersicht: Z96. Rüsseltiere (Proboscidea)
Huftiere (Ungulata), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

2.3.2.2.1 Indonesien, Sundainseln, Borneo

2.3.2.2.2 Die Mittelmeerinseln

2.3.2.3 Afrika

Zwergflußpferde (Hippopotamus spp.)

Von den Mittelmeerinseln und auch von Madagaskar sind verschiedene Zwergformen (z.B. Hippopotamus pentlandi, H. melitensis, H. creutzburgi bzw. H. lemerli) aus eiszeitlichen Ablagerungen beschrieben worden. Sie stammen von normalwüchsigen Flußpferden ab (Hippopotamus major in Europa H. imaguncula in Ostafrica). Mit den heutigen Zwergflußpferden sind sie wohl nicht näher verwandt.

Auch bei den Flußpferden gibt es heute eine Zwergform auf dem Festland (Cheopsis liberiensis) für die die Inseltheorierklärung nicht zutrifft.


Normalwüchsiges und Zwergflußpferd im Größenvergleich

Übersicht:
Nichtwiederkäuer unter den Paarhufern (Suina), Paarhufer (Artiodactyla), Huftiere (Ungulata), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

2.3.2.2.2 Die Mittelmeerinseln

2.3.2.3.1 Madagaskar und Umgebende Inseln

2.3.2.3 Afrika

 

Shetlandpony

Außer dem gezielt auf geringe Größe gezüchtetem Miniaturpferden wie dem Falabella, das selbst von Shetlandponys abstammt, ist das Shetlandpony die kleinste Ponyrasse.

Im Allgemeinen kann man die Regel, daß Tiere auf Inseln oft kleiner sind als ihre Verwandten vom Festland, auf Haustiere nicht anwenden, da Menschen durch Einführen normalgroßer Zuchttiere vom Festland für einen regelmäßigen Austausch der Gene sorgen und deshalb dauerhaft eine Anzahl von Tieren auf Inseln halten können, die zu gering wäre, um ohne die Fürsorge der Menschen eine stabile Population zu bilden. Außerdem sind Haustiere, außer bei Tieren die bewußt auf Größe gezüchtet wurden, wie die Großpferde und einige Hunderassen, im allgemeinen kleiner als die wilde Ursprungsrasse, weil sie durch Menschen vor Raubtieren geschützt werden und deshalb nicht auf Größe angewiesen sind.

Im Falle der Shetlandpony ist aber wohl tatsächlich die Inselgröße mit ein Grund, warum sie durchschnittlich kleiner sind als alle anderen Ponys. Zumindest liegt die Größe der Shetlandinseln in der passenden Größenordnung.


Shetlandpony

Übersicht:
Unpaarhufer (Perissodactyla), Huftiere (Ungulata), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

 

Inselformen der Wasserbüffel Anoa und Bubalus)


Tieflandanoa (Bubalus (Anoa) depressicornis)

Die kleinsten und ursprünmglichsten Wildrinder sind die Anoas von der Insel Celebes (heute Sulawesi). Es gibt dort zwei Formen: Der Tieflandanoa (Bulabus (Anoa) depressicornis) und Berganoa (Bulabus (Anoa) quarlesi). Fossile Funde auf dem Festland, die Anoas ähneln, sind nicht bekannt. Deshalb ist es nicht zutreffend, zu behaupten, Anoas wären ursprünglich große verzwergte Formen. Zumal eine Insel der Größe von Celebes auch größeren Arten bewohnt ist.

Anders ist es mit Tamarau (Bubalus mindorensis) der nur noch in kleinen Restbeständen auf der Phillipineninsel Mindoro vorkommt und deutlich kleiner ist als seine nahen Verwandten vom Festland.

Übersicht: Familie: Hornträger (Bovidae), Paarhufer (Artiodactyla), Huftiere (Ungulata), Unterklasse: Echte und höhere Säuger (Eutheria, Placentalia, Monodelphia), Klasse: Saügetiere (Mammamlia), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

Kleine Inseln führen auch bei kleineren Tieren zur Verzwergung

 

Schwarzer Emu (Dromaius minor)

Der im 19. Jahrhundert auf King Island bei Tasmanien verbreitete und inzwischen ausgerottete Schwarze Emu war vermutlich auch deshalb kleiner als sein Verwandter vom Festland, da er auf der Insel weniger Platz für eine Population hat. Die Insel hat nur einen Bruchteil der Fläche von beispielsweise Sizilien, so daß der Platz auch für einen Emu knapp werden dürfte.

 

Übersicht: Paläognathae, Laufvögel, Vögel (Aves), Z98. Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata), Z94. Reich: Tiere (Animalia), Domäne: Einzeller (Eukaria), Lebewesen

Andere Beispiele:

Kersti


O5: Kersti: Inseltheorie: Zuwanderung, Aussterben und Evolution auf Inseln, OI5.
Z115. Inseln und Kontinente (alphabethisch)
Z103. Alphabetische Liste der Namen der Tiere auf latein, Z104. deutsch

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.