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erste Version: 11/2014
letzte Bearbeitung: 11/2014

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Dämonenkind

F386.

Der Bibliothekar freute sich, mich zu sehen, fragte mich aber als allererstes, mit welchem Streich ich mir denn jetzt schon wieder Ärger eingehandelt hätte

Vorgeschichte: F385. Kersti: D

Karl erzählt:
Himmler ließ mich in der Nähe von Carinhall aussetzen, was den Eindruck einer dilettantischen Nachahmung von Haushofers noch verstärkte. Das legte natürlich nahe, daß irgendjemand es darauf anlegte, diesen Eindruck zu erzeugen und ich hatte große Lust gehabt, diesen Eindruck zu stören, indem ich eben nicht zu Göring gehe. Andererseits fiel das, was passiert war, unter die Kategorie, wo Hermann Göring sofort persönlich Bericht erstattet haben wollte.

Deshalb ging ich zum Pförtnerhäuschen und sagte dem Wachposten, daß ich mit Göring sprechen müsse.
"Da gibt es aber ein Problem. Du hast im Augenblick keine Erlaubnis, das Gelände zu betreten." erklärte der Wachposten.
"Es ist etwas, das ich ihm so bald wie möglich erzählen muß, sonst wäre er sehr böse auf mich und vorher darf ich auch keinem anderen davon erzählen, dazu ist es zu heikel." meinte ich.
Ich dachte kurz nach und schlug dann vor:
"So wie ich die Dauerbefehle im Kopf habe, wäre die Lösung, mich in die Arrestzelle zu sperren, bis Göring kommt. Ich werde ihm dann sagen, daß das meine Idee war. Und wenn du mir eine Gefallen tun willst, dann könntest du den Bibliotheklar bitten, mir ein paar Bücher vorbeizubringen, mit denen ich mir die Zeit vertreiben kann."
Wie immer wollten die Soldaten mir möglichst viele Gefallen tun. Der Wachposten kümmerte sich darum, daß ich meine Bücher bekam und derjenige der die Soldaten auswählte, die mich abholen und bewachen sollten, achtete darauf, daß es Leute waren, die ich kannte und mochte.

Daher unterhielt ich mich auf dem Weg zur Zelle und bis der Bibliothekar mit den Büchern kam, angeregt mit den Soldaten. Der Bibliothekar freute sich, mich zu sehen, fragte mich aber als allererstes, mit welchem Streich ich mir denn jetzt schon wieder Ärger eingehandelt hätte. Als ich ihm erklärte, daß ich mir keinen Ärger eingehandelt hätte, wollte er mir das nicht glauben. Erst als der Soldat ihm das bestätigte, nahm er meine Aussage ernst. Dabei hatte ich meine Streiche, wenn er mich gefragt hatte, immer sofort erzählt. Schließlich hatte ich Spaß daran, meine Streiche zu erzählen. Um ehrlich zu sein, hatte ich den Arrest nie als Strafe empfunden, sondern es im Gegenteil genossen mal völlig in Ruhe lesen zu können. Und wenn von den Soldaten nach dem Arrest nicht ein paar ernste Worte kamen, die besagten, daß dieser spezielle Streich aber nicht lustig war, ging ich davon aus, daß es durchaus OK war, wenn ich mir weitere ähnliche Streiche ausdachte. Schließlich erwartet doch jeder von Jugendlichen, daß sie manchmal schwierig sind und es geht doch nicht, daß ich ihre Erwartungen enttäusche? Außerdem muß doch irgendwer für die Unterhaltung der Soldaten sorgen!

Er hatte wie immer eine gute Auswahl an Büchern mitgebracht, unter denen ich sofort etwas fand, was ich wirklich unbedingt lesen wollte. Ich bedankte mich herzlich und redete auch mit ihm ein wenig darüber, wie es ihm und mir in der letzten Zeit ergangen war.

Da ich auch noch Besuch von einigen anderen Soldaten bekam, hatte ich kaum Gelegenheit, in Ruhe zu lesen und füllte die Ausleihkarte für das Buch und einige andere aus, um sie nachher nach Berlin mitzunehmen. Görings Angestellte würden die Bücher mit zurück nach Carinhall nehmen, sobald ich sie durchhätte.

Kersti

Fortsetzung:
F387. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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