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erste Version: 9/2015
letzte Bearbeitung: 10/2016

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Erzengel Michaels Geheimdienst

F540.

Unter den gegebenen Umständen war wohl das Beste, was wir in einem Gespräch erreichen konnten, daß wir beide wußten, das der jeweils andere auch über die Situation frustriert war

Vorgeschichte: F539. Kersti: D

Dieter, die Königs-Inkarnation von Erzengel Michael erzählt:
Als ich ihn in seinem vorhergehenden Leben das letzte mal gesehen hatte, war der Junge noch jünger gewesen als jetzt in diesem Leben. Trotzdem erkannte sich seine ernste und gleichzeitig humorvolle Art sofort wieder. Nein, er hatte sich nicht verändert, er war immer noch derselbe gradlinige Mensch, dieses Licht im Dunkel.

Wie zu erwarten, mußte ich dem Jungen erst diverse grundlegende Dinge erklären, bevor wir zum eigentlichen Thema kommen konnten. Sein Verständnis der spirituellen Fakten und ihrer Wirkung auf das Irdische war eben - da er erst vor zwei Jahren seine ausbildung begonnen hatte - noch sehr oberflächlich.

Danach kam er auf Dirks Mentor, der Dirk gerade dann, als er ihn am dringendsten gebraucht hötte, in den Rücken gefallen war und ihm Verbrechen unterstellt hatte, die Dirk niemals begangen hätte. Dirk hatte die erste Jahre seines Lebens in Sibirien verbracht und war dann mit den Flüchtlingen der russischen Revolution ins Land gekommen und als Waise in unsere Schule an einem anderen Standpunkt, der damals noch der Hauptstandort des Geheimdiehstes unseres Ordens gewesen war, aufgenommen worden.

Als es Zeit wurde, ihm eine Geheimhaltungsausbildung zu geben, teilte Dirk uns mit, daß er wußte, daß seine Eltern noch leben und daß er ihnen regelmäßig Briefe schreibt. Dirk hat uns aber offensichtlich auch nicht alles erzählt, denn die Leute die in dem Haus wohnten, an dessen Adresse die Briefe gingen, gehörten offensichtlich einer geheimen Organisation an und sie wechselten mehrfach, während Dirk immer an dieselbe Adresse schrieb. Außerdem ist sein Mentor jetzt der Ansicht, daß er, als er begann die Briefe mit ihm durchzusprechen, bereits eine Ausbildung in Geheimhaltung gehabt haben müßte, denn er wußte zu gut, wie man Geheimes aus Briefen wegläßt, ohne daß jemanden auffällt, daß da etwas fehlen könnte. Besonders überzeugend finde ich diese Ansicht nicht, da er erst nach dem Verrat darauf kam und weil Dirk möglicherweise genauso behandelt wurde, wie wir unsere Kinder behandeln, nämlich indem wir ihnen die geheimen Dinge erst gar nicht erzählen. Andererseits gibt es gute Gründe, anzunehmen, daß er diese Ausbildung wirklich hat. Ich hege die Vermutung, seine Herkunftsorganisation ist nach meinem Wissen mit den Angreifern verfeindet. Dirk war in dieser Auseinandersetzung ebenfalls verletzt worden und ich ging davon aus, daß Dirk von seinen Eltern sicherlich gewarnt worden wäre, wenn sie wirklich an diesem Angriff beteiligt gewesen wären. Außerdem war er in den Verhören viel zu empört über diese Unterstellung und ich halte ihn nicht für jemanden, der leicht irrezuführen ist.

Tatsächlich gibt es bei uns Leute - zu denen sein Mentor und dessen Mentor zählen - die überzeugt sind, daß er der Verräter wäre. Es gibt Leute wie der Zen-Lehrer, die eng mit ihm befreundet sind und überzeugt sind, daß ihm mit dieser Unterstellung Unrecht getan wird. Während er zu krank war, um ihn dazu zu befragen, haben wir uns heftig um das Thema gestritten, als er gesund genug war, um ihn dazu zu befragen, haben wir uns noch heftiger gestritten und schließlich machte der Rollstuhlrennfahrer den Vorschlag, den wir letztlich umgesetzt haben.
"Wir wissen nicht sicher ob er uns verraten hat. Deshalb wäre es ungerecht ihn zu bestrafen. Wir können es uns aber auch nicht leisten, ihm Gelegenheit zu Verrat zu bieten, falls er doch schuldig sein sollte. Das einzige, was beide Bedingungen erfüllt, ist, wenn er die innere magische Abschirmung dieses Geländes nicht verlassen darf und keine Briefe an Außenstehende schreiben darf, wir ihm aber sonst genauso behandeln, wie wir jemanden behandeln würden, der seine Unschuld bewiesen hat."
Ich glaube daß überhaupt niemand mit dieser Regelung wirklich glücklich ist, aber es war das einzige halbwegs tragbare, was ich durchsetzen konnte.

Am schlimmsten fand ich, daß ihm nicht einmal erlaubt wurde, einen Abschiedsbrief an seine Eltern zu schreiben, um ihnen zu erklären, warum er nicht mehr schreibt. Aber ich konnte mich nicht mit meiner Ansicht durchsetzen, daß das keine Gefahr darstellen würde, da er ja nichts dagegen hatte, daß wir den Brief durchlesen und dessen magischen Anhang scannen.

Dirk fügte sich mit Würde in die ihm auferlegten Beschränkungen und gab sich viel entspannter und kooperativer als seinen wirklichen Gefühlen entsprechen konnte. Jemand der seinen engsten Freunden sagt, daß er am liebsten sterben würde, weil ihm so etwas unterstellt wurde, kann sich nicht danach fühlen jede Aufgabe die ihm übertragen wird zuverlässig und anständig zu erledigen. Er kann sich nicht danach fühlen, zu jedem höflich und freundlich zu sein. Er konnte sich nicht danach fühlen, seine Freunde zu beschwichtigen, wenn sie auf diejenigen schimpften, die ihm das unterstellt hatten. Der junge Mann verhielt sich wie ein guter Diplomat, der von seiner Regierung den Auftrag bekommen hat mit einem Bündnisvertrag zurückzukommen.

Ganz anders Dirks Mentor, der ganz klar den Befehl hatte, Dirk in Ruhe zu lassen. Er unterstellte Dirk bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erneut, er hätte uns verraten und stellte ihm indiskrete Fragen, die üble Unterstellungen waren. Ich habe solche Situationen ein paar mal gesehen und war erschrocken, wie wütend Dirk aussah. Dirk ließ sich jedoch nie zu einer ebenso hitzigen Antwort hinreißen. Das Schlimmste, was ich je von ihm gehört habe, war:
"Du täuscht dich. Nicht jeder Mensch auf der Welt ist genau so ein Kriegstreiber wie du."
Viel häufiger drehte er sich jedoch einfach nur um und ging.

Ich weiß nicht, wie es der Rollstuhlrennfahrer geschafft hat, daß Dirk noch mit ihm redet. Aber er ist der einzige aus der Generation von Dirks Mentor, dem Dirk heute noch gelegentlich etwas Privates erzählt. Ich weiß, daß Dirk auch immer noch mit dem Zen-Meister befreundet ist und mit ihm die Dinge bespricht, die man eigentlich mit seinem Seelsorger besprechen würde. Auch die Beziehung mit seiner Frau scheint noch in Ordnung zu sein. Aber abgesehen davon hat er sich in sein Schneckenhäuschen zurückgezogen und er redete lange mit niemandem mehr über seine persönlichen Gefühle.

Das änderte sich erst, als einige seiner Schüler, um die er sich immer sehr fürsorglich gekümmert hat, erwachsen wurden - zu ihnen war er offener, auch wenn er ihnen nichts von dem Grund für seine Verschlossenheit erzählte.

Ich erklärte Georg was geschehen war und versuchte ihm verständlich zu machen, wie es zustandegekommen war. Er wirkte sehr unzufrieden über meine Erklärung, machte mir aber keine Vorwürfe, auf die ich hätte antworten können. Schließlich fragte ich ihn, ob er eine Idee hätte, wie man das Problem richtig lösen kann. Darüber schien er nachzudenken, sagte aber auch nur, daß er dafür auch keine Lösung wüßte. Ich sagte ihm, daß ich mich über jede hilfreiche Idee freuen würde.

Ich spürte seine Frustration bei dem Thema und damit spiegelte er mir mein eigenes Gefühl wieder. Und unter den gegebenen Umständen war wohl das Beste, was wir in einem Gespräch erreichen konnten, daß wir beide wußten, das der jeweils andere auch über die Situation frustriert war und daß wir uns, wenn uns etwas einfiele, gegenseitig bei der Lösung des Problems unterstützen werden würden.

Dann erklärte ich Georg, daß Dirk recht hätte - ich würde ihm dringend raten, den Auftrag nicht doch noch anzunehmen. Die Gefahr daß er sonst nachher dieselben Probleme hat wie sein Mentor ist viel zu groß.
"Es gibt da einen Unterschied. Ich habe keine Eltern." sagte er.

Das übelste Detail der Geschichte verriet ich Georg aber noch nicht: Der Auftrag war offensichtlich eine Falle, die sich genau gegen ihn richtete. Wir hatten vom Vatikan befohlen bekommen, ihn dahin zu schicken. Offensichtlich hatte doch irgendjemand herausgefunden, wer er war und wir mußten uns deshalb etwas einfallen lassen, um ihn in Sicherheit zu bringen.

Andererseits hatte er ja alles schon halb erraten, obwohl ihm die Hintergrundinformationen fehlten, vor dem das ganze Drama überhaupt erst einen Sinn ergab.

Kersti

Fortsetzung:
F590. Kersti: W

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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