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erste Version: 12/2017
letzte Bearbeitung: 1/2018

Chronik des Aufstiegs: Die Pforten der Hölle - Seelengeschwister aus der Hölle

F981.

Andererseits fragt man sich sowieso, wieso die Vorstellung, eine Kontemplation machen zu müssen, so furchterregend ist, daß man sich lieber mit vier Rittern prügelt, als das mitzumachen

Vorgeschichte: F980. Kersti: D

Ehon erzählt:
Ich richtete mich nach Gerons Ratschlag und ließ ihn erst einmal versuchen, Khar zu erklären, was er bei unserem Gespräch verstanden hatte, bevor ich zu ihm gehen würde. Schließlich hatte ich es oft genug ohne Erfolg zu erklären versucht. Ich war mir nur nicht sicher, inwieweit Geron verstanden hatte, was ich ihm zu erklären versucht hatte. Trotzdem tat es mir richtig gut, Khar nachher zu erklären, wenn er es für toll hielte, mir alles schwerer zu machen, indem er Kiron wie ein pubertierender Jugendlicher Streiche spielt, dürfe er die Führung des Ritualkreises gerne wieder selber übernehmen. Ich würde das unter diesen Umständen jedenfalls nicht mehr machen. Khars einziges Problem mit dem Thema war - auch das war sehr typisch für ihn - daß ihm so richtig klar wurde, wie sauer ich auf ihn war und wir hatten danach ein längeres Gespräch. Und wie Geron gesagt hatte, hatte er tatsächlich alles im Blick behalten und übernahm am nächsten Tag die Führung erteilte eine ganze Reihe Befehle, die die verschiedensten kleineren Problemchen lösten, die sich eingeschlichen hatten.

Zu seinen ersten Maßnahmen zählte, daß er, dafür sorgte, daß drei Ritter im Beobachtungsraum waren, während er mich aufforderte kurz vor der Gebetszeit Kirun zu holen. Ich ließ also die Sekretärin Kirun holen, ohne ihm zu sagen, daß Khar wieder die Führung an sich genommen hatte, weil ich mir dachte, daß ich ihn sonst mit Gewalt zu Khar hätte schleppen müssen. Dann zog ich mich mit drei anderen Rittern in den Beobachtungsraum zurück und beobachtete das Schauspiel.

Kirun kam nach einer Weile in den Raum und prallte zurück, als er feststellte, daß Khar im Arbeitszimmer saß. Khar sah das, grinste und forderte ihn sehr freundlich auf, sich doch zu setzen. Kirun, der Khar bei weitem nicht so gut kannte wie ich, hielt das Lächeln für ein gutes Zeichen, während ich augenblicklich Mitleid mit ihm bekam. Ich hatte nicht geahnt, daß Khar so wütend auf ihn ist. Kirun mußte sich einiges geleistet haben, was mir entgangen ist. Als allererstes teilte Khar dem Arzt mit, daß Mariam in allen medizinischen Dingen ihm gegenüber weisungsbefugt sei. Kirun wurde daraufhin erst weiß wie eine Wand und dann puterrot. Danach stellte ich fest, daß der junge Arzt Schimpfwörter kannte, die mir in diesem Leben jedenfalls noch nicht begegnet waren und zwar einige. Schließlich erklärte er Khar für einen bedauernswerten Irren der eigentlich schon in seine frühen Jugend in eine Irrenanstalt eingewiesen gehört hätte. Khars Lächeln wurde zuckersüß und er antwortete in einem sehr vernünftigen und freundlichen Ton:
"Oh nein, in dem Bereich bist nicht du der Fachmann sondern ich. Du hast offensichtlich selbst die Grundausbildung durch deinen Seelsorger versäumt. Daher werde ich ab heute persönlich deine Meditationen überwachen und du wirst sie unter meiner Aufsicht in meiner privaten Kapelle machen." antwortete Khar.
Ich war verblüfft. Kanush, Kiruns Seelsorger, hatte erwähnt daß Kirun in seiner spirituellen Ausbildung nicht vorankam. Ich hatte angenommen, er wäre nicht besonders begabt. Khar war aber offensichtlich der Ansicht, daß der Arzt die Kontemplationen gar nicht gemacht hatte, sondern sich nach Kräften davor gedrückt hatte. Und das konnte stimmen. Es würde zumindest sehr gut erklären, warum Kirun mit jedem Tag konzeptloser geworden war. Mit fünf einstündigen Kontemplationen sollte so etwas eigentlich niemandem passieren, nicht in dieser extremen Form.

Andererseits brauchte ich nur mich anzusehen, um zu wissen, daß ein Mensch manchmal fünf Stunden täglich meditieren kann, ohne dabei jemals wirklich zur Ruhe zu kommen. Aber wie auch immer. Ich konnte das bei weitem nicht so gut beurteilen wie Khar, der eben spürt, was andere denken und fühlen und es daher merkt, wenn jemand nicht meditiert. Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend öfter mal die Gebetszeiten geschwänzt und Khar, der darin immer sehr gewissenhaft war, hatte es jedes mal gemerkt, während mein Seelsorger meinen Bericht über die nicht stattgefundene Gebetszeit immer für echt gehalten hat. Auch als ich ihm das mal Jahre später gebeichtet habe, meinte er, daß er wüßte, daß die meisten Jugendlichen das mal machen. Er hätte in seiner Jugend auch einige Kontemplationen versäumt. Aber er hätte mich tatsächlich nie dabei erwischt gehabt. Eigentlich habe ich nur geschwänzt, weil ich mir selbst beweisen wollte, daß ich das kann und mit der Zeit wurden mir diese Zeiten der Ruhe selbst zu wichtig, um mich davor zu drücken. Es kommt inzwischen vor, daß ich mich vor dem schlafengehen noch ein sechstes mal hinsetze und eine weitere Stunde in die Stille gehe.

Kirun spielte die beleidigte Leberwurst und wollte wegrennen, was ihm aber nicht gelang, weil wir den begehbaren Wandschrank, durch den wir das ganze beobachtet hatten, vorher verließen und ihm den Weg vertraten.
"Da mir schon aufgefallen ist, daß du meinst, Befehle nicht befolgen zu müssen, wirst du in Zukunft zu deinen Gebetszeiten abgeführt werden wie ein Gefangener. Du darfst das Krankenhaus erst abends nach der letzten Gebetszeit verlassen. Versuche, die Regeln zu umgehen, werden mit einer Verlängerung der Gebetszeiten geahndet." erklärte Khar.
Ich stellte fest, daß Kiron noch mehr Schimpfwörter kannte. Erstaunlich. Nachdem ich ihm gezeigt habe, daß ich ihn ohne die Hilfe meiner Freunde zu Boden werfen und dort festhalten kann, obwohl ich weitaus kleiner und auch zierlicher gebaut bin als er, kam er dann aber doch mit, obwohl er zuerst ernsthaft versucht hat, ob er mich verprügeln kann. Da hätte ihn doch schon unsere zahlenmäßige Übermacht belehren müssen, daß die Idee eventuell für einen Mann ohne Kampfausbildung nicht besonders ratsam sein könnte. Ihm hätte auch klar sein müssen, daß meine Freunde mir die Arbeit nur deshalb allein überlassen, weil er mir nicht gewachsen ist.

Andererseits fragt man sich sowieso, wieso die Vorstellung, eine Kontemplation machen zu müssen, so furchterregend ist, daß man sich lieber mit vier Rittern prügelt, als das mitzumachen. Insbesondere da Khar durchaus die Autorität hatte, um ihn jederzeit aus einer Laune heraus unehrenhaft entlassen zu können. Da war brav eine Stunde in einer Kapelle sitzen und nichts tun offensichtlich der klügere Gedanke. Das wiederum legte nahe, daß Kirun tatsächlich nie meditiert hat. Erstaunlich.

Kersti

Fortsetzung:
F983. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI17. Kersti: Inhalt: Erzengel Michaels Geheimdienst

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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