erste Version: 8/2015
letzte Bearbeitung: 10/2015

Chronik des Aufstiegs: Weimarer Republik und Drittes Reich - Erzengel Michaels Geheimdienst

F536.

Ich merkte, daß ich in sinnloses spekulieren verfiel, weil ich langsam ernsthaft verwirrt war

Vorgeschichte: F535. Kersti: D

Georg erzählt:
"Und, wie ist das Gespräch gelaufen?" fragte mich mein Mentor nach dem Frühstück.
"Gut, glaube ich. Aber dabei ist mir ein Verdacht gekommen. Waren die Dossiers, die du für deine Aufträge bekommen hast genauso schlecht wie das, was ich bekommen habe?"
"Ja und nein. Als ich ihn kennenernte waren sie völlig in Ordnung. Aber nach einem schweren magischen Angriff auf die Basis, nach dem er einige Wochen ziemlich verwirrt gewirkt hatte und im Zusammenhang mit dem ich auch meinen Arm verloren habe, hat mein Mentor sich völlig verändert und seither bekomme ich nur noch Mist von ihm. Er hat ständig irgendwelche wichtigen Informationen aus den Dossiers entfernt, beispielsweise lag kein einziges mal die strukturierte Übersicht über die Rohdaten bei, obwohl er die nun wirklich fertig geliefert bekommt. Ich habe beim ersten mal den Auftrag abgelehnt, weil er sich geweigert hatte, mir das zu geben. Danach brauchte ich damit nur noch zu drohen, damit ich mir die gesamten Akten selber ansehen durfte. Aber sein ganzer verdammter Verein hat mich nicht ernst genommen, als ich gesagt habe, daß er das macht."
Er war wirklich so wütend, wie der Rollstuhlrennfahrer mir erzählt hatte.
"Sag mal was ist das denn für ein Typ - er muß doch spätestens nach dem ersten mal gemerkt haben, daß du dir sowieso immer die Rohdaten ansiehst, warum macht er dann jedes mal so ein Theater? Der ist doch völlig verquast, wenn er so etwas macht!"
"Ach es geht noch weiter. Jedes mal wenn man einen Bericht abgibt, unterstellt er einem, man hätte irgendeine geheime Verschwörung gegen ihn angezettelt, um ihm dem Feind auszuliefern den man ausspioniert hatte - und das selbst dann, wenn das gar kein Feind war sondern man ein völlig harmloses Gespräch mit einer befreundeten Organisation führen sollte, um mal auszuloten, auf was sie sich einlassen würde und was nicht."
Ich ließ mir ein paar Beispiele geben und war immer fassungsloser.

Langsam fragte ich mich, ob sie mir irgendein absurdes Theater vorspielten, um auszuprobieren, wie lange ich brauche, um herauszufinden, daß sie mich gerade hereinlegen oder ob das eine Art Trockenübung für Geheimdiensttätigkeiten war, wo sie jede Kleinigkeit, die ich mache, von allen Seiten beobachten, um herauszufinden, wie klug ich mich anstelle. Zuzutrauen wäre ihnen das.

Andererseits gab es natürlich hier Leute, die wirklich wahnsinnig geworden waren und sie lebten mitten unter uns und wurden nicht herablassend behandelt oder ausgegrenzt - es mochte aber durchaus sein, daß man sie vorgesetzt bekam, einfach nur um auszuprobieren, ob man das richtig einordnet und dann seine Strategie sinnvoll anpaßt. Schließlich gehörte zur Ausbildung regelrechter Unterricht dazu, wie man mit Wahnsinnigen so umgeht, daß sie sich näherungsweise normal und gesund verhalten können.

Oder vielleicht war es eine Art Abschlußprüfung, ob ich irgendwelche Kursinhalte auch wirklich verinnerlicht habe?

...

Ich merkte, daß ich in sinnloses Spekulieren verfiel, weil ich langsam ernsthaft verwirrt war. Es war natürlich kein Fehler noch weitere absurde Theorien zu sammeln, aber als falsch aussortieren oder als richtig belegen würde ich sie erst können, wenn ich genug Beobachtungen gesammelt hätte. Ein Fehler ist es nur, sich zu früh auf eine These festzulegen. Das nächste, was ich brauchte, war wohl mindestens ein Gespräch mit besagtem möglicherweise durchgedrehten Mentor meines Mentors. Dann würde sich sicherlich zeigen, inwieweit er gesund oder krankhaft reagierte. Möglicherweise. Schließlich wußte ich, daß es Leute gibt, die die meisten Zeit völlig normal wirkten, bis dann etwas sehr seltsames von ihnen kam, das durchaus hätte gefährlich werden können, wenn niemand auf sie aufgepaßt hätte.

Ich fragte einfach möglichst neutral weiter und hörte mir diverse seltsame Geschichten über diesen Mentor an. Eigentlich, so fiel mir auf, reagierte mein Mentor wie jemand, der das alles wirklich erlebt hatte und damit die ganze Zeit alleine hatte fertigwerden müssen. Er redete und redete und redete. Und ich tat, was ich gelernt habe, was ein guter Psychologe in einem solchen Fall macht. Ich hörte zu, zeigte, daß ich zuhörte und ließ ihn in reden ...

Plötzlich sagte mein Mentor:
"Ich muß dir etwas erzählen. Den Anfang der Geschichte. Es ist nämlich so, daß ein Eltern ungefähr in derselben Gegend leben, wo du jetzt hingeschickt wirst."
"Du hast Eltern?" fragte ich erstaunt.
"Die habe ich erst erwähnt, als es darum ging, die privaten Briefe durchzusprechen. Sie haben wohl gedacht, wenn ein Jugendlicher mit einen Flüchtlingsstrom ins Land kommt und keine Eltern dabei hat, ist er ein Waise. Ich hatte aber noch Eltern, ich war nur von ihnen getrennt worden und bin als ich als sechsjähriger zurückkehren hätte können hier geblieben, um für meine Leute den Kontakt zum Orden hier zu halten."
Ich sah ihn an. Das fand ich seltsam:
"Hatten deine Eltern keine Angst, daß dir etwas passiert?"
"Sie wollten mich nicht einschränken." antwortete er.
Ich glaubte nicht, daß meine Eltern mir erlaubt hätten hierzubleiben, wenn sie noch leben würden und ich ihnen verraten hätte, wie gefährlich das Leben hier ist und fragte ihn, wie seine Eltern denn darüber denken würden.
"Meine Eltern sind sehr spirituell. Sie können mit der Seele reden. Und sie wissen deshalb auf eine sehr grundlegende Weise, daß mit dem Tod nicht alles zuende ist." erklärte er.
Für meine Begriffe erklärte es das nicht wirklich.
"Jedenfalls habe ich meinen Eltern regelmäßig Briefe geschrieben und mein Mentor wußte das und er wußte, daß sie in dieser Gegend lebten. Solltest du herausfinden, wer meine Eltern sind, grüß sie schön von mir." meinte er.
"Wie heißen sie denn?"
"Das darf ich dir nicht sagen."
"Warum nicht?"
"Weil damals ein magischer Angriff aus dieser Gegend kam, bei dem viele gute Menschen gestorben sind oder schwer verletzt wurden. Meine Eltern hatten nichts damit zu tun, da bin ich mir sicher. Und mein Mentor hat mir unterstellt, ich hätte meinen Eltern Ordensgeheimnisse verraten und wäre daran schuld, daß sie uns magisch treffen konnten. Das war natürlich Unsinn. Ich habe ihm jeden Brief gezeigt, wo ich Zweifel hatte, ob ich das so schreiben darf. Aber es war ziemlich schwierig ihnen das klarzumachen. Und ich muß dich warnen: Die Leute hier sind bei dem Thema nicht rational. Irgendjemand muß da Verrat geübt haben und wir wissen bis heute nicht, wer das war. Und wenn du irgendetwas tust, was wie Kollaboration mit dem Feind aussehen könnte, mußt du damit rechnen, daß sie dir dasselbe unterstellen, wie sie mir unterstellt haben. Also sei vorsichtig."
"Hast du denn deinen Eltern danach noch geschrieben?" fragte ich.
"Nein. Das war mir zu gefährlich. Sie hatten es mir verboten. Außerdem war ich bei diesem Logenkriegmagischen Krieg zu schwer verletzt worden und hatte deshalb lange keine Möglichkeit überhaupt Briefe zu schreiben. Das ist die Geschichte, bei der ich den Arm verloren habe. Sie haben mir nicht einmal erlaubt, einen Abschiedsbrief zu schreiben, um meinen Eltern zu erklären, was los ist." erklärte er.

Ich war zutiefst schockiert. Wie kann man einem Menschen so etwas antun?

Kersti

Fortsetzung:
F538. Kersti: D

Quelle

Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.
V12. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben

EGI. Kersti: Erinnerungen aus diesem Leben, aus früheren Leben und aus feinstofflichen Welten
V231. Kersti: Frühere Leben von mir
FI13. Kersti: Inhalt: Dämonenkind

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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