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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)
O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung

ausgegliedert aus O7.10: 1/2009
letzte Überarbeitung: 1/2009

O7.35

Nahtodeserfahrungen sind dissoziative Leistungen

Begriffsdefinition Dissoziation

Als Dissoziation bezeichnet man es, wenn zusammengehörige Denkvorgänge oder Handlungsabläufe in Einzelheiten zerfallen. Diese Einzelprozesse entziehen sich der Kontrolle der Person und funktionieren selbständig weiter. Beispiel: Abspaltung von Persönlichkeitsanteilen, Gedanken, Vorstellungen, Verhaltensweisen und anderen psychischen Prozessen von der übrigen Persönlichkeit, in die sie ursprünglich integriert waren. Dissotiation kommt beispielsweise bei Halluzinationen und Schizophrenie vor.

Erklärung der Nahtodeserfahrung als Dissoziation

Allgemeine Argumente für die Erklärung der Außerkörperlichen Erfahrung als Dissoziation

Da in einer Nahtodeserfahrung die Persönlichkeit als vom Körper, seinen Schmerzen und den damit verbundenen Ängsten abgelöst erlebt wird, handelt es sich hierbei definitionsgemäß um eine dissoziative Leistung. Auch die gelegentlich in Außerkörperlichen Erlebnissen von außen beobachteten autonomen körperlichen Aktivitäten sind Hinweise auf den dissoziativen Charakter der Nahtodeserlebnisse und außerkörperlichen Erlebnissen. 1.6, 1.9, 1.11, 2.29

Dissoziative Reaktionen treten oft bei traumatischen Erfahrungen auf, wie beispielsweise bei Mißbrauchserfahrungen. Da Lebensgefahr sicherlich auch eine traumatische Erfahrung darstellt, ist Dissziation als Reaktion darauf zu erwarten. 1.9, 2.25, 2.29

Bei Menschen, die Nahtodeserlebnisse hatten, wurde in wenigen Untersuchungen nachgewiesen, daß sie gehäuft dissoziative Züge hatten. Bei Menschen mit Nahtodeserlebnissen war das Ausmaß der dissoziativen Züge deutlich geringer ausgeprägt als bei dissoziativen Störungen. Selten kam ein Übergang eines Nahtodeserlebnisses in eine dissoziative Störung vor. 1.6, 1.9, 1.11, 2.14

Typisch für dissoziative Zustände ist auch die veränderte bzw. aufgehobene Zeitwahrnehmung. Die dissoziative Abspaltung einiger Leistungsbereiche geht dabei zugleich mit einer höchsten Aktivierung anderer wie z.B. des Gedächtnisses in Form des Lebensfilmes einher. Auch das Auftreten von unkontrollierbarer außersinnlicher Wahrnehmung im Nahtodeserlebnis, ist ebenfalls typisch für dissoziative Störungen. 1.6, 1.9
O7.69 Kersti: Interpretation der Personen in Nahtodeserlebnissen als eigene Ich-Anteile im Rahmen der Dissoziationshypothese

Erklärung der Nahtodeserfahrung als Dissoziation, während das Verlassen des Körpers als Illusion gesehen wird

Psychologische Interpretationen der Außerkörperlicher Erlebnisse beinhalten in der Regel nicht, dass die jeweilige Person tatsächlich den Leib zurücklässt, vielmehr wird dies als Wunschdenken gesehen. 3.3 S.202-203

Russel Noyes, hat über 200 Berichte von Personen, die eine tödliche Gefahr überlebt hatten, gesammelt und sich dabei auf Unfallopfer konzentriert. Seiner Ansicht nach löst eine plötzliche Gefahr einen Alarm des Zentralnervensystem aus, "der einen situationsangepaßten neuralen Mechanismus freisetzt, der erhöhte Wahrnehmung mit einer Dissoziation des Bewusstseins von dieser Wahrnehmung verbindet." Dabei beruft sich Noyes auf die Neurologen Harper und Roth, die jene Kombination von Wahrnehmung und Hemmung auch bei bestimmten epileptischen und "phobischen Angst-Depersonalisations" -Syndromen vermuten. Noyes teilt die NTE in drei Phasen ein: Die erste markiert den Anfang, wo die Personen einerseits schnelle Gedankengänge durchleben, sich aber auch durch Schmerzfreiheit und Außerkörperliches Erlebnis dissoziieren, die zweite manifestiert sich mit der Lebensrückschau, welche Noyes für einen Rückzug von der Zukunft durch nostalgische Sehnsucht nach der kindlichen Unschuld von einst erachtet, die sich im Anblick des nahenden Todes entwickelt. Eine dritte Phase ist durch mystisch-transzendenten Inhalt gekennzeichnet, den Noyes für Wunschphantasien hält. 3.3 S.203

Erklärung der Nahtodeserfahrung als Dissoziation, während das Verlassen des Körpers als real gesehen wird

Auch wenn der Körper tatsächlich verlassen wird, handelt es sich beim Außerkörperlichen Erlebnis definitionsgemäß um eine dissoziative Leistung. In diesem Fall spaltet sich die Seele vom Körper ab und nicht innerhalb des Körpers die Schmerzwahrnehmung vom Bewußtsein und der Außenwahrnehmung.

Die Wahrnehmungen während der Nahtodeserfahrung belegen, daß tatsächlich eine Trennung des Bewußtseins vom Körper erfolgt und das nicht nur in der Einbildung geschieht.
O7.39 Kersti: Außerkörperliche Erfahrungen enthalten außersinnliche Wahrnehmungen
O7.57 Kersti: Begegnungen mit toten Familienangehörigen und Freunden in Nahtodeserlebnissen

Erklärung des Lebens als Dissoziation

Als hier auf der Erde inkarnierte sind wir es gewohnt den im Körper inkarnierten Menschen als das Ganze zu betrachten und die Seele als einen Menschen ohne Körper. Die Inhalte der Nahtodeserfahrung legen eine andere Deutung nahe.

Aus jenseitiger Sicht scheint die Beziehung der Seele zum Körper eher zu sein, wie die Beziehung eines Menschen zu seinem Mantel, den man zu Beginn des Lebens an- und beim Tod auszieht, der also nicht wirklich zur Person dazugehört.
O7.65 Kersti: Der Körper ist wie ein Mantel, den man im Tod ablegt
Unter Umständen wird sogar ein fremder Körper betreten.
O7.65 Kersti: In einen fremden Körper gehen

Dagegen gibt es einiges, das darauf hinweist, daß nur ein Teil einer größeren Seele tatsächlich im Körper als ich wahrgenommen wird und daß diese wieder um ein Teil einer größeren Gesamtseele ist.
O7.69 Kersti: Ist der Mensch Teil eines größeren Gesamt-Ichs, das wir im Nahtodeserlebnis als Lichtwesen erleben?

Darüberhinaus legt das Einheitserleben während der Nahtodeserfahrung nahe, daß die Welt als ganzes ein Bewußtsein hat, von dem wir uns während des Lebens dissoziieren.
O7.58 Kersti: Kosmische Verbundenheit

Die Nahtodeserfahrung ist keine Dissoziative Störung

Dissoziative Leistungen sind nicht immer krankhaft. So sind Träume mit ihren dissoziativen Elementen weit verbreitet und dienen der gesunden Aufarbeitung von Tageserlebnissen. Selbst dissoziative Reaktionen auf Traumata gelten in der Regel nicht automatisch als krankhaft, sondern als natürlich, gesund und sogar effektiv, weil sie ein weitgehend ungestörtes Ich-Erleben gewährleisten. Die Alternative wäre die Überwältigung des Ichs von Gefühlen der Ohnmacht, der Ausweglosigkeit, von extremen Ängsten oder gar Depressionen. Eine derart ich-stabilisierende Funktion haben viele Außerkörperliche Erlebnisse und Nahtodeserlebnisse. Von einer Dissoziativen Störung unterscheidet sich das Nahtodeserlebnis außerdem dadurch, daß es sich um ein einmaliges Ereignis handelt, während bei einer dissoziativen Störung die Trennung verschiedener Persönlichkeitsanteile bleibend oder ständig wiederkehrend ist. 1.6, 1.11, 2.14, 2.25
O7.24 Kersti: Nahtodeserfahrungen sind keine Depersonalisation oder Derealisation

Kersti


O7.10 Kersti: Psychologie der Nahtodeserfahrung
O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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