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VA286.

Wie finde ich heraus, was das richtige Niveau für einen hochbegabten Schüler ist?

In einem Hochbegabtenforum erzählte eine Schülerin, die trotz ihrer Hochbegabung kein Abitur gemacht hatte - also ein Underachiever - daß ihr ein Lehrer in der Berufschule gesagt hätte, daß er ihr keine Sonderaufgaben geben könne, weil er nicht wüßte auf welchem Stand sie sei, da sie ja im Unterricht nie mitmachen würde.

Dabei gibt es eigentlich eine ganz einfache Möglichkeit für einen Lehrer, herauszufinden, auf welchem Stand ein hochbegabter Schüler ist. Wenn er z.B. in der vierten Grundschulklasse ist, sucht man sich etwas, was man einem Fünftklässler zumuten würde, etwas das man einem Siebtkläßler zumuten würde und etwas was man einem Studenten geben würde - dann läßt man das den Schüler (man gibt alles drei gleichzeitig und sagt warum) anschauen, fragt ihn, was denn aus seiner Sicht am passendsten ist und ob es eher noch etwas schwieriger oder etwas leichter sein sollte. Wenn der Schüler schon in der Berufsschule ist wäre das vergleichbar eine Schwierigkeitsstufe schwierigeres, Stoff für einen Studenten, und wissenschaftliche Fachpublikationen. Und dann hat man eine ungefähre Orientierung, die man noch verfeinern kann.

Das Wichtigste ist, daß die schwierigste Stufe schwieriger ist als das was der Hochbegabte bewältigen kann - zu einfache Aufgaben sind für Leute, die wegen ihrer Hochbegabung Probleme haben, eine Erinnerung an ewige Frustrationen. Zu schwierige Aufgaben sind dagegen nicht oder kaum mit negativen Erinnerungen verbunden. Deshalb haben hochbegabte Underachiever im Allgemeinen kein Problem damit, zu sagen, wenn ihnen etwas zu schwer ist.

Kersti

O3: Kersti: Ist in der Schule das Denken verboten?, OI3.
O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.
VA18. Kersti: Der Unterschied zwischen gleich und gleich
VA189. Kersti: Schule: Auslese oder Berufsfindungshilfe
VA254. Kersti: ADHS: Du kannst ja, wenn Du willst!
VA260. Kersti: Leben mit der Fähigkeit zu vernetztem Denken
VA283. Kersti: Sehr hohe Soziale Kompetenz von Kindern als Hindernis für das Verständnis des Sozialverhaltens weniger kompetenter Menschen
V92. Kersti: ...als hätte ihnen jemand das Denken verboten!
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann
V312. Kersti: Manchmal wünschte ich mir, ich hätte wenigstens in irgendeinem Bereich eine durchschnittliche Begabung
V313. Kersti: Einserzeugnis als Gefahrenzeichen

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.