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Kersti: O - Hausarbeiten von mir zum Gesellschaftswissenschaftlichen Kernstudium für das Lehramtsstudium an der Uni Kassel


O3.

Ist in der Schule das Denken verboten?

Hausarbeit zum Seminar:
Forschendes Lernen in der Sekundarstufe I/II
Leitung: Dr. Wilfried Hansmann

vorgelegt von
Kersti Nebelsiek
Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Holzhausen (Immenhausen), Tel.:05673/1615, E-Mail: Kersti_@gmx.de, Internetseite: http://www.kersti.de/

Sommersemester 2002

Inhaltsverzeichnis

1. Absichten

2. Beispieltext:
...als hätte ihnen jemand das Denken verboten

3. Analyse des Textes

3.1 Vorurteile über Atomkraftwerksgegner
3.2 Denkverbot?
3.3 Fachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit
3.4 Bewertungsgerechtigkeit
3.5 Zusammenfassung:
3.6 Fehlerbetrachtung

4. Wie löst man solche Probleme?

4.1 Unvereinbarkeit der Rollenanforderungen an Lehrer
4.2 Denkverbote
4.3 Wirkung der Denkverbote auf hochbegabte Schüler
4.4 Wirkung der Denkverbote auf durchschnittlich begabte Schüler
4.5 Alternativen zu den Denkverboten
4.6 Über vollkommen verrückte Meinungen

5. Zusammenfassung

A. Anmerkungen

A1 Warum Beispiele aus meinem Leben typisch sind
A2 Intoleranz gegen umwälzende Forschungergebnisse
A3 Warum die Aussage, ich hätte Jesus gekannt, so schwer zu akzeptieren ist
A4 Wann Ich-Botschaften nicht funktionieren
A5 Nicht nur Fachleute können erkennen, welche von zwei einander widersprechenden Arbeiten die fundiertere ist
A6 Kann man darauf vertrauen, daß eine gut überprüfte Meinung auch richtig ist?
A7 Lügen und Verdrängung in der Wissenschaft
A8 Bedeutung von Hochtechnologie für die Bundesrepublik
A9 Allparteilichkeit im Unterricht
Die Option-Haltung
A10 Intra- und Interrollenkonflikt
A11 Die Bedeutung von Supervision
A12 Straßensperren
A13 Bin ich hochbegabt?
A14
A15 Denkverbote und Autoritäre Erziehung
A16 "Das weiß ich auch nicht"
A17 Warum ich mich mit Außenseitermeinungen beschäftige
A18
A19
Reincarnationstheorie:
Zuordnung von Erinnerungen:
Paulus:
Wunderheilungen:
Nachsatz:

B. Quellen, thematisch sortiert

B1. Thema der Hausarbeit
B1.1 Konflikte, Mediation
B1.2 Hochbegabung
B1.3 Die Auswahl wissenschaftlicher Weltbilder
B1.4 Andere psychologische Themen
B1.5 Balintgruppe, Supervision
B1.6 Verdrängung

B2. Hintergrundinformationen

B2.1 Quellenangaben meines damaligen Atomkraftwerksvortrags
B2.2 Andere Quellen zum Beispieltext
B2.3 Bücher mit Berichten über Bekämpfung von neuen Meinungen, die unangemessen hart erscheint
B2.4 Tod, Reinkarnation
B2.5 Jesus - Literatur, die den Anspruch erhebt wissenschaftlich zu sein
B2.6 Jesus - Literatur über und von Menschen die den Anspruch erheben, mit nicht wissenschaftlich anerkannten Methoden neues über Jesus herausgefunden zu haben
B2.7 Wunderheilungen
B2.8 Vollkommen verrückte Meinungen
B2.9 Sonstiges

B3. Oft erwähnte Quellen

Ist in der Schule das Denken verboten?

1. Absichten

Dieser Text soll Wege aufzeigen, wie man angemessen damit umgehen kann, wenn ein Schüler sich besser als sein Lehrer informiert hat und dabei eine Meinung im Unterricht vertritt, die ihm absolut gegen den Strich geht.

Die Beispiele im Text stammen aus meinem Leben, jedoch zeigt die Literatur (B1.2.3, B1.2.4, B1.2.5), daß es sich um die typischen Probleme vieler hochbegabter Kinder und Jugendlicher handelt. (A1)

Ich halte es für sinnlos, über ein Thema zu schreiben, das es erfordert, sich mit Vorurteilen auseinanderzusetzen, ohne den Leser mit eigenen Vorurteilen zu konfrontieren. Deshalb habe ich im Text so ausgefallene Beispiele gewählt, daß jeder zumindest gegen einige dieser Ansichten Vorurteile hegen wird (B2).

2. Beispieltext:
...als hätte ihnen jemand das Denken verboten

Öfter mache ich den Vorschlag, in Gedanken durchzuspielen, welche Wirkung es hätte, wäre eine verrückte Theorie wahr. Immer wieder bekam ich darauf die Antwort: "Aber es kann doch nicht wahr sein!" und der Betreffende weigerte sich. Woher will er das wissen, wenn er sich nie überlegt hat, wie eine Welt aussähe, in der das wahr wäre? Will er es überhaupt wissen? Wenn man in unserer Gesellschaft verbreitete Verhaltensweisen betrachtet, stellt man fest, daß es tatsächlich Denkverbote gibt (Abs. 4.2, B1.4.P3, B1.6, B1.3, A2). Erzähle mal in der Schule vor der gesamten Klasse, daß Du Jesus kanntest... - Das häufigste Ergebnis dieses Experiments dürfte sein, daß man vom Rest der Klasse umgehend für verrückt erklärt wird (B2.4-B2.7, A3). Wenn man hartnäckig dabei bleibt, ist die Gefahr groß, daß das als Vorwand für Ausgrenzung genommen wird. So kann man beispielsweise auch den Link zu mir von http://www.absurdeidee.de/ einordnen. Allerdings ist das eine ziemlich harmlose Variante. Ich konnte schon wesentlich heftigere Reaktionen und bösartigere Angriffe erleben, wenn ich eine unbequeme Meinung vertreten habe.

Eine köstliche Reaktion erhielt ich von einem Physiklehrer. Die Geschichte begann damit, daß er uns am Anfang des Schulhalbjahres mitteilte, daß jeder von uns ein Referat halten sollte. Er verteilte die Themen an die Schüler - nur war keines darunter, das mich genug interessierte, daß ich darüber einen Vortrag hätte halten wollen. Außerdem hatte ich keinerlei Interesse daran, mir zehn vorgegebene Seiten durchzulesen und dann die Meinung des Autors wiederzugeben. Deshalb äußerte ich den Wunsch, über ein anderes Thema zu referieren. Nach einem kurzen Gespräch einigten wir uns, daß ich mich mit Atomkraftwerken beschäftigen würde. Ich wußte, daß ich mir etwas Riskantes vorgenommen hatte, denn ich kannte die Neigung des Lehrers, alles, was für Umweltschutz eintrat, als linke subversive Elemente zu beschimpfen. Aber ein Alibiargument für Atomkraftwerke - so dachte ich mir - würde wohl schon zu finden sein - auch wenn ich, seit ich elf Jahre alt war, genug gelesen hatte, um zu wissen, daß die Theorie, daß sie sinnvoll einzusetzen wären, schon zur damaligen Zeit - 1989 - sich längst als falsch erwiesen hatte. Mit Feuereifer ging ich daran, Material zusammenzusuchen. Zuerst sichtete ich das mir schon Bekannte: Mehrere Jahrgänge der Zeitschrift "Natur", die Blätter des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), einige Artikel aus der Zeitschrift "Idee und Bewegung" (B3.1), eine wissenschaftliche Studie über Leukämie im Umkreis von Atomkraftwerken, eine weitere Studie, die anhand der amtlichen Umgebungsüberwachung des Kernkraftwerkes Obrigsheim nachwies, daß die Grenzwerte für die radioaktive Kontamination der Umgebung beinahe ständig um ein Vielfaches überschritten wurden. Außerdem mehrere unterschiedlich alte Broschüren, die Kernkraftwerksbetreiber herausgaben, um ihren Standpunkt - natürlich FÜR Kernkraftwerke - möglichst überzeugend darzustellen (B2.1). Zusätzlich schrieb ich jeden mir bekannten Umweltschutzverband an und bat um weitere Informationen. Kurz zusammengefaßt hatte ich mir ein vielfaches der Arbeit gemacht, die meine Mitschüler geleistet hatten. Mein Alibiargument für Atomkraftwerke fand ich jedoch nicht. Jedes Argument der Betreiber konnte ich anhand mir bekannter wissenschaftlicher Studien widerlegen. Da mir das Thema zu wichtig erschien, um dabei zu lügen, gab ich meine Argumente so wieder, wie sie sich gezeigt hatten: mein Vortrag enthielt die Argumente der Atomkraftwerksbetreiber - und zu jedem einzelnen eine stichhaltige Widerlegung (B2.1.P1). Der Lehrer hielt seinen altbekannten Vortrag über linke subversive Elemente, die Bomben legen und die Wirtschaft ruinieren - aber es gäbe auch Idealisten. Dann empfahl er uns, das Denken den Fachleuten aus der Wirtschaft zu überlassen. Ich war sprachlos. Wollte er allen Ernstes nicht seinen eigenen Kopf benutzen? Ich hatte die Argumente der Betreiber gelesen: Die älteren Broschüren argumentierten auch sehr offensiv und überzeugt für die Wirtschaftlichkeit und den Nutzen der Atomkraft. Neuere Broschüren wurden in ihrer Argumentation immer schwammiger und zurückhaltender. Außerdem hatte der Lehrer erzählt, daß die EAM (Energie Aktiengesellschaft Mitteldeutschland) beim Bau ihres ersten Atomkraftwerks beinahe pleite gegangen wäre. Ich deutete das so, daß die Betreiber inzwischen selbst nicht mehr so recht überzeugt waren, es sich aber nicht hätten leisten können, ihre teuren Atomkraftwerke stillzulegen, bevor sie sich einigermaßen amortisiert hatten. Deshalb mußten sie offiziell dafür sein, auch wenn sie selber nicht mehr daran glaubten. Ich dachte hierüber nach, wußte aber nicht, wie ich diese Gedanken in einer so abwertenden Atmosphäre formulieren sollte. Meine Deutung dieser Informationen hat sich inzwischen insofern bestätigt, daß seither in Deutschland kein einziges neues Atomkraftwerk gebaut wurde. Wenn man es vom Standpunkt Gesundheit betrachtet, halte ich es für eine Fehlentscheidung, die bestehenden Atomkraftwerke weiterzubetreiben. Sinnvoller wäre es gewesen, ihre Betreiber irgendwie zu entschädigen oder die Kosten durch eine allgemeine Strompreiserhöhung zu tragen. Vermutlich aber waren unsere Politiker der Ansicht, der Staat könne diese Kosten nicht tragen. - Man denke an unsere Staatsverschuldung.

Wer könnte daran Interesse haben, daß Menschen nicht selbstständig denken? Nicht die Eltern, die ihre Kinder ja lieben, nicht die Lehrer, die Ihren Beruf wählten, um Kinder etwas zu lehren... könnte jemand Interesse daran haben? Oder ist das alles nur ein unglückliches Zusammentreffen von Umständen?

(Aus B2.2.P1; Quellennachweise und Anmerkungen nachträglich eingefügt)

3. Analyse des Textes

3.1 Vorurteile über Atomkraftwerksgegner

Ich bin über meine Mutter mit Atomkraftwerksgegnern in Kontakt gekommen, überwiegend Hausfrauen (B2.2.3). Sie fühlten sich als mündige Bürger einer Demokratie verpflichtet, sich über wichtige Themen in Politik und Gesellschaft selbst zu informieren, um ihrer Verantwortung gegenüber dem Staat gerecht werden zu können. Dafür wurden sowohl Fachleute eingeladen und befragt, als auch selbst wissenschaftliche Arbeiten gelesen (B2.1). Meine Mutter war damals mit einer kleinen örtlichen Partei in der Gemeindevertretung, setzte sich dort für Umweltschutz und ein sparsameres Wirtschaften mit den Gemeindemitteln ein. Bei den drei Demonstrationen, an denen ich teilgenommen habe, habe ich weder Vandalismus noch gewalttätiges Verhalten beobachtet.

Der Lehrer hielt seinen altbekannten Vortrag über linke subversive Elemente, die Bomben legen und die Wirtschaft ruinieren - aber es gäbe auch Idealisten. Dann empfahl er uns, das Denken den Fachleuten aus der Wirtschaft zu überlassen.

Daraus ableitbare Ansichten des Lehrers über Kernkraftwerksgegner:
Hier hatte der Lehrer einen Typ Atomkraftwerksgegner vor Augen, den ich nicht kannte. (A4)

3.2 Denkverbot?

Dann empfahl er uns, das Denken den Fachleuten aus der Wirtschaft zu überlassen. Ich war sprachlos. Wollte er allen Ernstes nicht seinen eigenen Kopf benutzen?

Er erklärte damals ausführlich, daß die wirklich guten Wissenschaftler in die Wirtschaft gingen, da man dort besser verdiene. Deshalb könne man auf deren Fachkompetenz eher vertrauen, als auf die der Kernkraftwerksgegner oder von Lehrern wie ihm. Er ging also davon aus, daß wir Schüler die Arbeiten beider Seiten nicht beurteilen könnten und uns deshalb überlegen müßten, wer vertrauenswürdiger und kompetenter ist.

Ich habe diese Aussage als Denkverbot interpretiert, da mir noch nichts begegnet war, das ich nicht verstanden hatte, wenn ich mich ernsthaft damit auseinandersetzte. Deshalb bezweifelte ich nicht, daß sich jeder Mensch auch ohne ein formelles Studium die nötige Fachkompetenz erwerben kann, um wissenschaftliche Arbeiten zu verstehen und zu erkennen, welche von zwei einander widersprechenden Arbeiten die fundiertere ist. (A5, Beispiel hierfür: B2.3.5 versus B2.2.2, B2.9.1 versus B2.9.2)

Mit Informationen, die der Lehrer und ich damals hatten, war die Frage, welcher der beiden Standpunkte richtig ist, unentscheidbar. Ich hatte mich relativ einseitig informiert. (A6) Der Lehrer dagegen kannte nur die Argumente der Atomkraftwerksbefürworter, die mir auch bekannt waren. Seine Annahme, daß die Fachleute in der Wirtschaft mir Informationen voraushaben könnten, die meine Meinung widerlegen, war durchaus plausibel.

3.3 Fachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit

Der Lehrer vermutete sowohl die größere Fachkompetenz als auch das größere Verantwortungsbewußtsein bei den Betreibern der Kernkraftwerke. Die vertrauenswürdigeren Fachleute erwartete ich bei den Kernkraftwerksgegnern, weil sie keine Möglichkeit gehabt hätten, durch eine Lüge zu verdienen (A7). Mit Fachkompetenz rechnetete ich auf beiden Seiten, auch wenn es zweifellos mehr Fachleute für Atomkraftwerke bei den Betreibern dieser Werke gibt als außerhalb. Aus meiner Sicht konnte ein Vortrag, wie ich ihn gehalten habe, ein Anstoß sein, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, um seine Meinung zu überprüfen. Als Grundlage, um eine eigene Meinung zu ändern, war er zu kurz.

3.4 Bewertungsgerechtigkeit

In der 13. Klasse entscheiden die Noten, ob der Schüler den Beruf ergreifen kann, den er will. Schüler, die beispielsweise ein Numerus-Clausus-Fach studieren wollen, stehen bei einem Lehrer, der Referate und Diskussionsbeiträge nach dem Grad der Übereinstimmung mit seiner eigenen Meinung benotet, unter dem Druck, dem Lehrer nach dem Munde zu reden. Die Note eines Referates sollte dagegen widerspiegeln, wie gut der Schüler seine Meinung belegt, sowie wie nachvollziehbar er sie vermittelt.

Noten in Arbeiten haben eine andere Funktion: sie sollen überprüfen, inwieweit der Schüler die Lehrmeinung verstanden hat.

Ich erwartete von meinem Lehrer, daß er meine Arbeit danach beurteilte, daß ich wesentlich mehr und fundiertere Quellen als meine Mitschüler verwendet hatte, daß meine Argumentation schlüssig war und daß er zugab, daß er sie nicht widerlegen konnte. Deshalb war die Note "vier" sicherlich nicht angemessen.

3.5 Zusammenfassung:

In der darauffolgenden Diskussion konnte ich meinen Standpunkt wegen der abwertenden Atmosphäre nicht überzeugend vertreten, (A8) obwohl die Argumentation des Lehrers aus mehreren Gründen fehlging:

Auch die anderen Teilnehmer des Kurses waren nicht überzeugt: In der Abizeitung schoben sie ihm eine Anzeige unter: "Suche 5-Zimmerwohnung in einem westlichen Sicherheitbestimmungen genügenden Kernkraftwerk zum Schutz vor linksradikalen subversiven Elementen". (B2.2.1 S.69)

Der Lehrer hat nach der Übereinstimmung mit seiner eigenen Meinung und nicht nach der fachlichen Qualität benotet.

3.6 Fehlerbetrachtung

Es könnte der Eindruck entstehen, mein Lehrer hätte sehr viele und ich wenige Fehler gemacht. Das ist ein Artefakt der Untersuchungsmethode: Während ich über meine Absichten und Gedanken damals recht gut Bescheid weiß und beinahe beliebig viele Einzelheiten ergänzen kann, die dem Lehrer nicht bekannt sein konnten, kann ich die Absichten des Lehrers nur anhand seiner Reaktion entschlüsseln. Dadurch sind seine Fehler und Irrtümer für mich leicht erkennbar, meine jedoch - da sie weitgehend auf demselben Wissen aufbauen wie mein heutiges Urteil - nahezu unsichtbar. Deshalb ist es sinnvoll, Lehrerverhalten aus Sicht eines Schülers zu analysieren, wenn man als Lehrer an seinem eigenen Verhalten arbeiten will.

4. Wie löst man solche Probleme?

4.1 Unvereinbarkeit der Rollenanforderungen an Lehrer

Lehrer spielen im Unterricht verschiedene Rollen, z.B.: Diese unvereinbaren Rollenanforderungen führen zu einem Inter-Rollenkonflikt (A10, B1.1.3, Bd. 3, S.163ff). Da Schüler im Gymnasium lernen sollten, eigenständig zu denken und wissenschaftlich zu arbeiten, muß der Lehrer fähig sein, diese Rollen für die Schüler sichtbar zu trennen. Gelingt ihm das nicht, werden sie es nicht wagen, ihre eigene Meinung offen zu vertreten.

Bemerkungen wie die folgenden signalisieren, daß der Lehrer zwischen den verschiedenen Rollen trennen kann:

Supervision kann hilfreich dabei sein, diese Rollen für sich selbst innerlich zu trennen(A11), die zweite Möglichkeit besteht darin, diese unterschiedlichen Rollen real auf unterschiedliche Menschen zu verteilen:

4.2 Denkverbote

Als Denkverbote habe ich in meiner Schulzeit folgende Arten von Aussagen verstanden:
  1. Ich weiß, daß du es weißt, deshalb nehme ich dich nicht dran.
  2. Das geht jetzt zu weit. (Als Antwort auf eine Frage.)
  3. Die Fachleute sagen das - du mußt mir einfach glauben, daß es stimmt.
  4. Der Lehrer wird wütend, wenn man ihm eine Frage stellt, auf die er auch keine Antwort weiß.
  5. Wer so etwas sagt ist ein ... (Verrückter, Terrorist, Nazi, Verbrecher, Linker, Sektenmitglied, will Krieg, kann nur eine Frau sein, ...)(A12)
Kaum einer dieser Aussprüche dürfte bewußt als Denkverbot gemeint gewesen sein. Wahrscheinlich waren sie meist ein Ausdruck der Unsicherheit der Lehrer. Nur ist sie nicht gerechtfertigt, denn ein Lehrer kann und muß nicht alles wissen. Jeder Lehrer hat mindestens zwei Fächer zu unterrichten. Es ist unmöglich, sich über die gesamte inhaltliche Bandbreite dieser Fächer so intensiv zu informieren, daß man die Ansichten eines jeden Schülers fachlich kompetent widerlegen könnte, der sich einen Spezialbereich daraus zum Hobby gemacht hat oder zu den etwa 2% hochbegabten Schülern zählt, die sich, um ihren intellektuellen Hunger zu stillen, oft über mehrere Themen so intensiv informieren, daß die meisten Lehrer ein Problem hätten, sie zu widerlegen (A13, B1.2). Hinzu kommt daß manche Außenseitermeinungen der üblichen Lehrmeinung gleichwertig oder sogar überlegen sind, so daß eine stichhaltige Widerlegung prinzipiell ausgeschlossen ist (B1.3).

4.3 Wirkung der Denkverbote auf hochbegabte Schüler

Nahezu immer wenn ich mich am Unterricht beteiligt habe, bekam ich eine dieser Reaktionen zu hören, da ich normalerweise erst dann wach geworden bin, wenn Themen besprochen wurden, die über den Lehrplan hinausgingen.

Nicht umsonst wählte ich als Überschrift für meinen Text "...als hätte ihnen jemand das Denken verboten". In meiner Schulzeit habe ich mich intellektuell so eingeengt gefühlt, daß ich danach zehn Jahre brauchte, um bei der Vorstellung ich könnte studieren nicht mehr zu denken: "Nein! Bloß nicht noch etwas so langweiliges wie Schule!" Drei Jahre brauchte ich, um mir bewußt zu werden, daß es sich bei meiner Angewohnheit zu jedem Thema, das mich interessiert mindestens 20 Bücher zu lesen auch um lernen handelte. Vorher hatte ich geglaubt, daß es ja kein Lernen sein könne, weil es ja nicht langweilig wie Schule sondern im Gegenteil extrem spannend für mich war.
Das sind durchaus typische Probleme für Hochbegabte (B1.2.3; B1.2.4; B1.2.5).

Spätestens in den oberen Klassen des Gymnasiums konnte ich derartige Aussprüche nur noch als direktes Denkverbot interpretieren. Bei allem, was mich interessierte, war ich besser informiert als die meisten Lehrer und wußte deshalb, daß unsere Meinungsverschiedenheiten nicht auf meine Dummheit zurückzuführen sein konnten. Da ich mich immer so intensiv wie möglich sowohl durch Gespräche als auch über Bücher, mit konkurrierenden Meinungen auseinandergesetzt habe, wußte ich aus eigener Erfahrung, daß es unter den Vertretern auch grundverschiedener Meinungen anständige und friedliche Menschen gibt. - Und daß jeder bei der gegnerischen Meinung ein paar Vorzeige-Terroristen nennen kann. Die Geschichten verschiedener politischer und sozialer Richtungen über die "Guten" der eigenen Seite und die "Bösen" der gegnerischen Seite sind einander zum Verwechseln ähnlich (B3.1; A14).

Selbstverständlich müssen sich die Anforderungen des Unterrichts an der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit der Klasse orientieren. Deshalb kann man meist für hochbegabte Schüler nicht das allgemeine Niveau anheben. Dagegen kommt es auch der Klasse zugute, wenn die Beiträge Hochbegabter im Gymnasium schon das Niveau haben, das von anderen Schülern erst in der Universität gefordert wird. Für einen hochbegabten Schüler ist kaum etwas wichtiger, als komplizierte Sachverhalte einfach schildern zu lernen.

4.4 Wirkung der Denkverbote auf durchschnittlich begabte Schüler

Durchschnittlich begabte Schüler bekommen die meisten dieser Denkverbote seltener zu hören. Bei ihnen ist die Wirkung anders, aber nicht weniger verheerend. Da sie mit ihren Äußerungen im Unterricht durchaus in dem Bereich liegen, in dem der Lehrer Beiträge bekommen will, wird ihnen vermutlich nicht der Eindruck vermittelt, daß sie in der Schule überhaupt nicht denken dürften. Dagegen entsteht der unzutreffende Eindruck es gäbe "falsche" und "richtige" Gedanken und es sei nicht vorhersehbar, welche nun falsch und welche richtig seien (B1.3). Dieser Eindruck entsteht, weil Lehrer nicht nur Gedankengänge als "falsch" bezeichnen, die in sich unlogisch sind, sondern auch solche die intelligent, logisch sind, aber nicht ihrer Erwartung entsprechen. Da der Lehrer zumindest in den unteren Klassen Schülern an Bildung so weit überlegen ist, daß sie seine Argumentation nicht stichhaltig widerlegen können, wird sie zumeist nicht in Frage gestellt. Sind sie dann in den oberen Klassen so weit, daß sie die Fehler von Lehrern in Einzelfällen durchschauen können, ist diese absolute Autorität längst den anonymen Wissenschaftlern oder Fachleuten übertragen. Die Angst vor eigenständigen falschen Gedanken ist zementiert (A15). Deshalb versucht der durchschnittliche Schüler erst gar nicht, selbständig zu denken. (B1.6.1)

Noch gefährlicher sind Aussagen vom Typ: Wer so etwas sagt ist ein ... . Der grundsätzliche Widersinn solcher Aussagen wird sich dem Durchschnittsschüler nicht ohne weiteres erschließen, denn in seinem persönlichen Umfeld werden kaum Menschen vertreten sein, die sie widerlegen. Ebensowenig wird er lesenderweise die Erfahrung gewinnen, daß die Welt grundsätzlich nicht so schwarz-weiß ist, wie solche Aussagen suggerieren.

Schon deshalb ist es wesentlich, den Schülern nicht durch derartige Aussprüche das eigenständige Denken zu verbieten.

4.5 Alternativen zu den Denkverboten

Folgende Reaktionen wirkten auf mich nicht als Denkverbot: Wichtig ist, daß der Lehrer seine eigenen Aussagen so formuliert, daß Schüler sie widerlegen können, falls sie das notwendige Wissen dazu haben. Dazu gehört, daß man Schülern einerseits vermittelt, daß es in Ordnung ist, das zu versuchen, andererseits aber auch, daß der Lehrer seine Meinung zu begründen versucht - und falls das nicht überzeugend gelingt, würdigt, daß die Argumentation des Schülers überzeugender war - wobei durchaus gesagt werden darf, daß er selber deshalb seine Meinung nicht ändert.

4.6 Über vollkommen verrückte Meinungen

Meiner Erfahrung nach sagt die Tatsache, daß man etwas als "verrückt" empfindet nichts über die Richtigkeit der betreffenden These aus (A17; B1.4.6, S.103ff). Es beweist lediglich, daß diese Ansicht unvereinbar mit dem eigenen Weltbild ist (B1.3). Da ein Weltbild aber immer eine vereinfachte Modellvorstellung unserer komplexen Realität ist, vernachlässigt sie zwangsläufig einige seltener auftretende Phänomene. (A18)

Wenn also ein Schüler im Unterricht zu beweisen versucht, daß die Erde hohl ist und innen Menschen leben (B2.8.2; B2.8.3), daß die Mondlandung eine Fälschung war (B2.8.1), daß die Menschen durch Gentechnik von einer raumfahrenden Macht erschaffen (B2.8.4), daß 300 Jahre des Mittelalters frei erfunden seien (B2.8.5), oder daß der Paulus aus der Bibel heute am Bodensee reinkarniert ist und genausolche Wunderheilungen verursacht wie schon Jesus (B2.6.8, B2.7, B2.4; A19), wirkt das zweifellos überraschend. Diese Dinge gehören auch ganz bestimmt nicht zur Allgemeinbildung und sollte deshalb nicht allzuviel Zeit im Unterricht einnehmen. Dennoch geben sie für einen wichtigen Lernprozeß Gelegenheit: Sie helfen zu begreifen, daß auch, was in der Schule gelehrt wird, nur eine Meinung und nicht die absolute Wahrheit ist. So wird die geistige Flexibilität entwickelt, die nötig ist, um mit der schnellen Entwicklung der heutigen Zeit mitzuhalten.

Thesen, die auf Wissenschaftler ebenso umstürzlerisch wirken, wie solche Theorien auf Schüler, sind zu speziell, um Schüler zu erschüttern. Sollte es einem Lehrer nicht gelingen, eine solche Theorie zu widerlegen ist das auch keine Katastrophe: in der Wissenschaft setzt sich nicht immer die richtige Ansicht durch (B1.3). Doch wer schon in der Schule gelernt hat, damit gelassen umzugehen, wird vielleicht dazu beitragen, daß in Zukunft wissenschaftliche Außenseitermeinungen nicht mehr mit Rufmordkampagnen, Morddrohungen und Mordanschlägen verfolgt werden (B2.3).

5. Zusammenfassung

Lehrer, die nicht die richtigen Worte oder Fakten parat haben, um ihren Standpunkt zu verteidigen, drücken ihre Unsicherheit häufig so aus, daß Schüler sie als Denkverbote verstehen oder in ihrem Vertrauen auf die eigenen intellektuellen Fähigkeiten verunsichert werden. Um selbstständiges Denken zu lehren, ist es wichtig, daß Lehrer lernen zuzugeben, wenn sie ihren Standpunkt nicht verteidigen können, statt zu verlangen, daß die Schüler ihnen ohne Beweise glauben sollen.

zum Text

A. Anmerkungen

zum Text

A1 Warum Beispiele aus meinem Leben typisch sind

Ich wähle, wenn möglich, Beispiele aus meinem Leben, da es mich stört, daß ich in diversen Büchern immer wieder dieselben Beispiele lese. Ich überprüfe, ob sie tatsächlich typisch für den jeweils genannten Sachverhalt sind:

Schritt 1: Ich mache eine Erfahrung mehrfach und erforsche meine persönliche Einstellung dazu.
Schritt 2: Ich frage möglichst viele Leute, ob sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben (Freunde, Bekannte, Zufällige Begegnungen in Bus, Bahn, Uni) und ordne Erfahrungsberichte aus Büchern mit hier ein.
Schritt 3: Ich ordne die einzelnen Gespräche Gesellschaftschichten und Altersgruppen zu und schließe anhand dieser Daten auf die Gesamtbevölkerung.
Schritt 4: Ich lese wissenschaftliche Literatur über das Thema um das Ergebnis meiner persönlichen Nachforschungen noch genauer einordnen zu können.
Schritt 5: Anhand dieses Wissens wähle ich beim Schreiben das für mein Thema passendste Beispiel aus.

Wegen dieser Vorarbeit sind meine Beispiele typischer als mein "Dann und dann ist mir das und das passiert." vermuten läßt.

zum Text

A2 Intoleranz gegen umwälzende Forschungergebnisse

B2.2.1: Auf S.121ff zählt Binning unter der Kapitelüberschrift "Hundert Gründe nicht kreativ zu sein" diverse Beispiele von Intoleranz gegen erfolgreiche Forscher aus der Entwicklung des Elektronentunnelmikroskops auf, für die er mit seinen Kollegen zusammen den Nobelpreis erhielt. Das Kapitel gipfelt in der Aussage "Wer kreativ ist, muß verrückt sein" und im nächsten Satz betont der Autor noch einmal, daß es ihm mit dieser Aussage völlig ernst ist. Binning ist anerkannter Wissenschaftler: Er hat für die Arbeit, für die er so heftig angefeindet wurde, einen Nobelpreis bekommen.

Forschungsergebnisse, die nicht so genehm sind - man sagt umgangssprachlich "die Zeit war noch nicht reif dafür" - führen zu noch wesentlich heftigeren Anfeindungen. Die Reaktionen sind um so unsachlicher und heftiger, wenn der unliebsame Forscher seine Meinung gut belegt ist, wärend schlecht belegte Behauptungen eher totgeschwiegen werden. (Beispiele: B2.3)

Dennoch sind Menschen, die exzentrische Meinungen vertreten im Allgemeinen glücklicher und körperlich und geistig gesünder als die Durchschnittsbevölkerung. (B1.4.6)

zum Text

A3 Warum die Aussage, ich hätte Jesus gekannt, so schwer zu akzeptieren ist

Um die Aussage, ich hätte Jesus gekannt, zu akzeptieren, müßten mehrere Voraussetzungen für denkbar gehalten werden, die viele Menschen von vorneherein für völlig ausgeschlossen halten: zum Text

A4 Wann Ich-Botschaften nicht funktionieren

B1.1.1: Gordon schlägt für Fälle, in denen der Lehrer ein Problem hat, Ich-Botschaften vor, sinngemäß in der Form: ,Wenn du das machst, fühle ich mich so und so, weil das die und die konkrete Auswirkung auf mich hat' (S.112ff) Der Lehrer wäre demnach vermutlich zuerst auf folgende Reaktion gekommen: ,Wenn du einen Vortrag hältst, der Atomkraftwerke so schlecht macht, bin ich entsetzt, weil Atomkraftwerksgegner Bomben legen und die Wirtschaft ruinieren.' Dies stimmt formal mit der obigen Struktur überein, ist aber inhaltlich keine Aussage über die konkreten Wirkungen meiner Handlungen - ich habe weder Bomben gelegt noch aktiv in die Wirtschaft eingegriffen - sondern eine Erklärung, welche Vorstellungen er über Atomkraftwerksgegner wie mich hat. Es ist also inhaltlich eine Du-Botschaft: "Du gehörst zu den Atomkraftwerksgegnern, die Bomben legen und die Wirtschaft ruinieren". Damit wären wir wieder bei Straßensperre Nr. 7. (A12)

Hier ist eine Du-Botschaft unrealistisch. Die Vorstellungen meines Lehrers über Atomkraftwerksgegner sind weder durch meine Handlungen noch durch meine Worte entstanden. Mein Vortrag in Verbindung mit seinem Vorurteil hat sein Bild von mir so verändert, daß er meinte, sich von mir distanzieren zu müssen, aber er hat weder seine Meinung über Atomkraftwerke noch über Atomkraftwerksgegner verändern können - zumindest nicht in der Zeit, die ich noch am Gymnasium war. Er hat also einem Vorurteil über die Anhänger einer bestimmten Meinung Vorrang über seine persönlichen Erfahrungen mit mir eingeräumt.

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A5 Nicht nur Fachleute können erkennen, welche von zwei einander widersprechenden Arbeiten die fundiertere ist

Die Autoren diskutieren die sachlichen Fehler des anderen oft ausführlich. Sehr viel schwerer ist es dagegen, die Fehler in einer wissenschaftlichen Arbeit zu entdecken, wenn niemand mit der entgegengesetzten Meinung die nötige Vorarbeit dazu geliefert hat. Wer die Arbeitsweisen einer wissenschaftlichen Disziplin nicht kennt, muß die Meinung des Autors zuerst einmal als zutreffend annehmen, es sei denn, der Autor hätte sich logische Fehler erlaubt. (Beispiele: B2.2.2 versus B2.3.5; B2.9.1 versus B2.9.2)

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A6 Kann man darauf vertrauen, daß eine gut überprüfte Meinung auch richtig ist?

Ich hatte schon damals nie volles Vertrauen, daß meine Meinung richtig ist. Inzwischen bin ich noch wesentlich kritischer geworden, weil ich immer wieder Informationen finde, die belegen, daß eine meiner früheren sorgfältig überprüften Meinungen so nicht haltbar ist. Früher habe ich deswegen meine Meinung oft sehr zurückhaltend vertreten. Heute vertrete ich jeweils die Meinung, die mir nach dem augenblicklichen Stand meines Wissens am wahrscheinlichsten richtig ist, mit Entschiedenheit. Ich habe festgestellt, daß meist nur diejenigen ihre Meinung mit Nachdruck vertreten, die nur eine Seite der Diskussion kennen. Dagegen setzen sich oft die, die sich so umfassend informiert haben, daß sie mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Ergebnis gekommen sind, das der Wirklichkeit nahekommt, nicht durch, weil sie zu zurückhaltend argumentieren, um geglaubt zu werden.

zum Text

A7 Lügen und Verdrängung in der Wissenschaft

Heute gehe ich davon aus, daß gravierende direkte Lügen seltener sind als es erscheint: häufig verfälschen psychologische Verdrängungsmechanismen die fachliche Meinung von Wissenschaftlern. (Deshalb besinnen sich beispielweise Ärzte oft erst auf naturheilkundliche Methoden und Ansichten, wenn sie oder ihre enge Familie eine schwere, schulmedizinisch nicht heilbare Krankheit haben, obwohl sie diese Methoden verlacht haben, so lange sie selber gesund waren. Als berufliche Meinung ist eine naturheilkundliche Ansicht zu angreifbar - nicht weil sie falsch wäre: die tyischen Zivilisationskrankheiten sind durchweg nur nach naturheilkundlichen Methoden heilbar - sondern weil sie wissenschaftlich nicht anerkannt sind. (B2.9.3; B2.9.4; B2.9.5; B2.8.P2)

zum Text

A8 Bedeutung von Hochtechnologie für die Bundesrepublik

Der Lehrer hatte gute Gründe, auf meine Meinung zum Thema Atomkraftwerke ablehnend zu reagieren: Seiner Ansicht nach waren sie wesentlich für die wirtschaftliche Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland und als Antrieb für die Grundlagenforschung. Sie ist notwendig zur Sicherung der Existenzgrundlagen für ein Land, das arm an Rohstoffen und landwirtschaftlicher Fläche ist. Deshalb war dieses Thema war für ihn so gefühlsgeladen, daß er nicht annehmend reagieren konnte. Ich muß dem insoweit zustimmen, daß wir es uns tatsächlich nicht leisten können, darauf zu verzichten, uns mit Hochtechnologie zu beschäftigen. Allerdings ist es gerade bei hierbei normal, daß sich einige der vielversprechenden neuen Methoden als Irrwege erweisen. Und es würde unserer Gesellschaft gut tun, wenn solche Irrtümer dann offiziell als verständliche Fehler zugegeben würden. Der Schein von Unfehlbarkeit, mit dem wir unsere Fachleute umgeben, macht ihre Fehler zu ausweglosen Sackgassen, aus denen sie nicht mehr herauskönnen, ohne ihren Ruf zu verlieren.

Tatsächlich ist ein Mensch nur dann fähig, wirklich annehmend zu reagieren, wenn er weder ein ähnliches ungelöstes Problem mit dem Konfliktthema hat, noch in den Konflikt verwickelt ist. Am Option-Institut wurde das schon in dem ersten Wochenendseminar zur Sprache gebracht, das ich dort mitmachte und ist ein wesentlicher Grundsatz der bei der Ausbildung von professionellen Mentoren immer wieder genannt wird. In dem einzigen auf deutsch erschienenen Buch (B1.4.4) über die Methode, habe ich es leider nicht wiedergefunden. Bei den Anonymen Alkoholikern wird das berücksichtigt, indem man den Mitgliedern sagt, sie sollen erst dann anderen zu helfen zu versuchen, wenn sie die zehn Schritte des Programms mindestens einmal für sich selbst durchgemacht haben (Quelle: privater Brief einer Freundin).

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A9 Allparteilichkeit im Unterricht

Der Beispieltext wurde im Seminar "Forschendes Lernen" vorgelesen. In der darauffolgenden Diskussion über den Text war auffällig, daß etwa die Häfte der Studenten, die sich zu dieser Situation äußerten, eindeutig Partei ergriffen. Eine Studentin argumentierte beispielsweise, daß ich mich ja einseitig informiert hätte - was den Tatsachen entspricht - und daß deshalb der Lehrer im Recht sei. Da der Lehrer noch einseitiger informiert war, ist diese Schlußfolgerung nicht zwangsläufig richtig. Ein Student argumentierte, daß ich mich so umfassend informiert hätte, daß der Lehrer vermutlich im Unrecht und ich im Recht sei.

Als Vermittler von Allgemeinbildung hätte der Lehrer beiden Standpunkten Raum bieten müssen, da beide in der Gesellschaft weit verbreitet und deshalb Allgemeinbildung sind. Als Diskussionsleiter hätte er deutlich machen müssen, daß beide Meinungen in der Diskussion ihre Berechtigung haben, auch wenn er als Privatmensch sich einer von ihnen zuneigt und sie vertritt. Die Studenten aber haben nur wissen wollen, wer in der Diskussion mit seiner Meinung im Unrecht ist.

Ich bin mit diesem Grundsatz daß man keine Partei ergreifen darf (B1.1.6, B1.1.5), Allparteilichkeit), wenn man helfen will, Probleme zu lösen, zum ersten mal über Option in Berührung gekommen (B1.4.4). Zumindest in der Form, daß man sich darauf verlassen konnte, daß die Mentoren sich auch wirklich daran halten.

Die Option-Haltung
Der Mentor oder die Mentorin sollte die Aussagen des Explorers (der ein Problem für sich klären will) nicht bewerten, nicht versuchen, ihn in eine bestimmte Richtung zu lenken, nicht über das Problem nachdenken und auch nicht nach Lösungsvorschlägen suchen. Er sollte sie nicht be- oder abwerten, be- oder verurteilen, sondern den Explorer so akzeptieren, wie er im Augenblick ist. Begriffserkärung: Der Explorer ist derjenige, der mit Hilfe des Dialogs ein Problem für sich klären will. Der Mentor stellt die Option-Fragen, ist also eine Art Therapeut. (Formulierung auf meiner Internetseite aus dem Gedächnis nach den wärend der Option-Seminaren gegebenen Anweisungen (B1.4.P2)

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A10 Intra- und Interrollenkonflikt

Man könnte es auch als Intra-Rollenkonflikt betrachten, da die Rollen "Diskussionsleiter", "Diskussionspartner", "Vermittler von Allgemeinbildung" und "Bewerter" Bestandteil der Lehrerrolle sind und sein müssen. Wenn man sie als getrennte Rollen betrachtet, macht dies das Bild jedoch übersichtlicher und es wird verständlicher, warum Probleme auftreten müssen. (B1.1.2 Band 3)

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A11 Die Bedeutung von Supervision

Supervision muß nicht immer als bezahlte Arbeit geleistet werden. Wer sich jeden Abend mit dem verständnisvollen Ehepartner oder Freunden über den Ärger an der Arbeit unterhält, hat oft ebenfalls eine zwar kostenlose aber funktionierende Supervision. Die Kosten für professionelle Supervision zu tragen, würde sich meiner Ansicht nach sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Angestellten selber immer lohnen: Insgesamt werden also sowohl Lebensqualität als auch die Arbeitsleistung durch Supervision gesteigert.

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A12 Straßensperren

Gordon hat in "Lehrer-Schüler-Konferenz" 12 Typen von Nicht-annehmenden Botschaften zusammengefaßt (Er schrieb zur Einleitung seiner "Straßensperren": In diesem Kapitel werden wir zuerst typische Beispiele dafür bringen, wie sich Lehrer gegenüber Schülern mit Problemen verhalten... (B1.1.1, S.50):
Die Sprache der Nicht-Annahme: Die zwölf Straßensperren auf dem Weg zur Kommunikation
[...]
  1. Befehlen, kommandieren, anordnen. [...]
  2. Warnen, drohen. [...]
  3. Moralisieren, predigen, mit "müßtest" und "solltest" argumentieren. [...]
  4. Raten, Lösungen oder Vorschläge anbieten. [...]
  5. Belehren, Vorträge halten, mit logischen Argumenten kommen. [...]
  6. Verurteilen, kritisieren, widersprechen, beschuldigen. [...]
  7. Beschimpfen, Klischees verwenden, etikettieren. [...]
  8. Interpretieren, analysieren, diagnostizieren. [...]
  9. Loben, zustimmen, positive Bewertungen geben. [...]
  10. Beruhigen, mitfühlen, trösten, unterstützen. [...]
  11. Fragen, sondieren, ins Kreuzverhör nehmen. [...]
  12. Zurückziehen, ablenken, sarkastisch sein, aufheitern, zerstreuen.
    (B1.1.1 S.51ff)
Man beachte, daß meine "Denkverbote" sich ausnahmslos unter diesen Straßensperren einordnen lassen.

Denkverbot:         entspricht Straßensperre:

1 ... deshalb nehme ich dich nicht dran9
2 Das geht jetzt zu weit12
3 den Fachleuten vertrauen3
4 wütend werden2
5 Wer so etwas sagt ist ein ...7
Gordons "Straßensperren" (s.o.) haben alle etwas mit Partei ergreifen zu tun. Auch bei der Mediation wird gefordert, daß der Mediator alle Standpunkte achtet und allen Beteiligten die Gelegenheit bietet, ihren Standpunkt zu vertreten. (B1.1.5; B1.1.6 Allparteilichkeit). Viele therapeutische Systeme stellen ähnliche Anforderungen (B1.4.4).

Der Lehrer hat von diesen Straßensperren folgende angewendet:
7. Beschimpfen, Klischees verwenden, etikettieren.

Der Lehrer hielt seinen altbekannten Vortrag über linke subversive Elemen-te, die Bomben legen und die Wirtschaft ruinieren

9. Loben, zustimmen, positive Bewertungen geben.
- aber es gäbe auch Idealisten.

Er wollte hier seine vorhergehenden Angriffe sicher abmildern. Für mich war das die abwertendste Stelle seiner Tirade, da ich mir viel Arbeit mit der Überprüfung meiner Meinung gemacht hatte - die eben kein Ausfluß meines Idealismus war.
4. Raten, Lösungen oder Vorschläge anbieten.
Dann empfahl er uns, das Denken den Fachleuten aus der Wirtschaft zu überlassen.

Sie haben auf mich auch als Kommunikationssperren gewirkt:

Ich war sprachlos. [...] Ich dachte hierüber nach, wußte aber nicht, wie ich diese Gedanken in einer so abwertenden Atmosphäre formulieren sollte.
Andere Schüler hätten den Vortrag des Lehrers über Atomkraftwerksgegner sicherlich als persönlichen Angriff auf sich aufgefaßt und wären zum Gegenangriff übergegangen.

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A13 Bin ich hochbegabt?

Ich weiß nicht, ob ich bei einem Intelligenztest zu den besten 2% zählen würde. Ich mache bei Routineaufgaben überdurchschnittlich viele Flüchtigkeitsfehler.

Ich hatte in der Schulzeit allerdings all die Probleme die typisch für Hochbegabte sind (B1.2.3; B1.2.4; B1.2.5) und war über diverse Themen deutlich besser informiert als meine jeweiligen Fachlehrer. Um den Umfang meines Lesehungers zu illustrieren: Ich lese durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Buch und hatte bis zu meinen 30. Lebensjahr etwa 4000 Bücher durchgelesen.

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A14 Idee und Bewegung

Mit am lehrreichsten war in diesem Zusammenhang für mich die Zeitschrift Idee und Bewegung, sowohl deren Artikel in denen unterschiedlichste Menschen unterschiedlichste Meinungen vertreten, als auch meine Mitarbeit in der Redaktion, bei der ich Menschen unterschiedlichster ausgefallener Meinungen persönlich kennenlernen konnte. (B3.1)

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A15 Denkverbote und Autoritäre Erziehung

B1.6.1, S.27:
Wenn die "Großen" (Klügeren) Ungereimtheiten, Widersprüche und Absurditäten mit selbstverständlicher Gebärde verkünden, wie sollten autoritär erzogene Kinder merken, daß dies nicht die höchste Weisheit ist? Sie werden sich alle Mühe geben, sie als solche anzusehen, und werden ihre Zweifel tief vor sich verbergen.

Millers Bücher zeigen, daß die Grundlagen dieses Selbstbetrugs in der frühen Kindheit durch eine Erziehung gelegt werden, die den eigenen Willen und das eigene Urteilsvermögen besonders bezüglich der Erziehungsmethoden untergräbt, da das Kind nicht wahrnehmen darf, welche der angeblich liebevollen Erziehungsmethoden es als besonders verletzend empfunden hat. (B1.6.1-B1.6.3)

Gruen zeigt, daß gerade der Zwang zur Anpassung an das "Normale" die Ursache der Verbrechen ist (B1.6.4). Miller belegt, wie unheimlich ähnlich die Verbrechen Hitlers (B1.6.3, S.169ff), Eichmanns (B1.6.3, S.86ff) und anderer Verbrecher deren eigenen Kindheitserfahrungen sind.

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A16 "Das weiß ich auch nicht"

"Das weiß ich auch nicht." Von Lehrern, gleich welcher Schulstufe, habe ich das nie gehört - von Universitätsprofessoren dagegen häufig. Wer hat bloß behauptet, Lehrer müßten allwissend sein?

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A17 Warum ich mich mit Außenseitermeinungen beschäftige

Ich habe mich mit einigen Theorien beschäftigt, die gerne mit dem Titel verrückt versehen werden. Z.B. UFO's, der Theorie daß die Erdkugel hohl sei, daß wir im Innern einer Hohlkugel leben, daß die Erde flach sei, daß die Bilder von der Mondlandung allesamt gefälscht seien, Esoterik, Magie, den Weltbildern verschiedener Sekten, medizinischen Außenseitertheorien... (B2 und B4.2 bieten einen Eindruck davon, geben diese Themen aber nicht vollständig wieder.) Mein Hauptantrieb dabei war der Wunsch, mit meinen Gedanken zu spielen, so wie manche Leute zum Vergnügen malen - und da ich oft male, kann ich sagen, daß reines konzentriertes Denken für mich auf dieselbe Art aber - da es deutlich mehr Konzentration erfordert - viel stärker befriedigend ist. Alleine herumsitzen und nachdenken ist für mich eine Tätigkeit die zu Flow (B1.4.1) führt. Auch andere Menschen mit exzentrischen Meinungen, scheinen glücklicher zu sein als die meisten (B1.4.6, S.269ff, S.45).

Erstaunlich viele dieser verrückt erscheinenden Theorien haben sich bei näherer Betrachtung als gut belegt und/oder nicht widerlegbar erwiesen. In einigen Fällen ist die übliche Lehrmeinung zum Thema eine ebensogute Modellvorstellung - es kann aber nicht beides gleichzeitig stimmen (B1.3.3 S.35ff Mosaikthese). In anderen Fällen sind beide Theorien gleichermaßen zutreffend, erfordern aber eine unterschiedliche Betrachtungsweise (B1.3.3 S.104ff Gleichwertigkeit vom geozentrischen und heliozentrischem Weltbild). Manches allerdings ließ sich mühelos mit dem Schulwissen eines Gymnasiasten als eindeutiger Irrtum erkennen.(B1.4.6, S.101)

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A18

Wie das ideale Weltbild eines Menschen aussehen würde, läßt sich nicht objektiv für alle Menschen einheitlich festlegen. Das hängt von vielen subjektiven Faktoren ab: zum Text

A19

Als Beispiel, wie weitgehend ausgefallene Theorien sich manchmal belegen lassen, nehme ich hier den Mann vom Bodensee, der meint, er wäre der wiedergeborene Paulus (B2.6.8).

Dabei sollte man allerdings bedenken, daß andere ausgefallene Theorien sich ebensoleicht eindeutig widerlegen lassen. So ist das Buch von Wilder Smith (B2.9.2), der meint die Evolutionstheorie widerlegt zu haben, von Duve in "Aus Staub geboren" (B2.9.1) beinahe Punkt für Punkt widerlegt, obwohl Duve Wilder Smith vermutlich nicht kennt. Die Evolutionstheorie ist also für weite Bereiche der naturwissenschaftlich erforschbaren belebten Natur eine gute Modellvorstellung.

Reincarnationstheorie:
Moody (B2.4.1) berichtet von Gesprächen mit Menschen, die vorübergehend klinisch tot waren, aber wiederbelebt wurden. Einige konnten sich erinnern, daß sie das Gefühl hatten, über ihrem toten Körper zu schweben und von dort zu beobachten, was die Menschen mit ihrem Körper taten. Beispielsweise konnten einige Ereignisse in Nebenräumen beobachten und in allen Einzelheiten davon berichten. Menschen, die im Leben blind waren, konnten Muster von Stoffen und ihre Farben beschreiben und ähnliche überprüfbar richtige Informationen liefern, von denen sie auf anderem Wege nicht erfahren haben konnten. Damit belegt Moody also ziemlich eindeutig, daß es tatsächlich so etwas wie die Seele gibt, das nach dem Tod den Körper verläßt. Newton (B2.4.7; B2.4.8) erforscht anhand von Rückführungen in frühere Leben ausführlicher, was zwischen zwei Leben geschieht.

Cockell (B2.4.6) berichtet in ihrem Buch von ihren Erinnerungen an ein früheres Leben. Es ist erstaunlich wie viele dieser einzelnen Erinnerungen sich als überprüfbar richtig erwiesen, obwohl sie selbst es in diesem Leben nicht erfahren haben konnte. Im Internet und der Literatur (Links dorthin: B2.4.P2; B2.4.4 S.16ff) werden einige vergleichbare Fälle und weitere Typen von Beweisen genannt. Auch bei der Suche nach der Wiedergeburt eines Lamas (Tibetische Mönche, werden die Kinder mit Gegenständen und Freunden des Verstorbenen konfrontiert und müssen sie zwischen anderen heraussuchen. Daß ihnen das fehlerfrei gelingt, ist kaum durch Zufall zu erklären (B2.4.9 S.108ff, B2.4.10). Menschen sind nur in Ausnahmefällen mit ihren früheren Inkarnationen blutsverwandt, so daß die Erinnerungen nicht vererbt sein können (B2.4.7 S.187).

Hardo berichtet, daß sich in seinen Seminaren (Rückführungen mittels Entspannungstechniken mit der nachfolgenden Anweisung in ein früheres Leben zu gehen) mindestens die Hälfte der Teilnehmer (55-95%) tatsächlich an frühere Leben erinnern. Es ist also keine allzuseltene, schwer erreichbare Fähigkeit. Übung steigert aber den Erfolg. (B2.4.4 S.102, ausführlichere Statistik S. 92) Durch die Arbeit mit Erinnerungen an frühere Leben können psychische Probleme und (durch Erfahrungen aus früheren Leben) psychosomatisch bedingte Krankheiten geheilt werden. (B2.4.2; B2.4.5; eigene Erfahrungen; Gespräche und E-Mailkontakte mit Menschen, die ebenfalls hiermit Erfahrungen haben) Für die hier aufgeführten Fakten liefert die Reinkarnationstheorie die beste mir bekannte Erklärung.

Zuordnung von Erinnerungen:
Selbst bei Leben, die weniger als 100 Jahre her sind, ist es häufig schwierig, die zugehörige historisch belegte Person zu identifizieren.

Zumindest mir fällt es schwer, mir Namen (meinen eigenen, Wohnort, die Namen von Verwandten und Bekannten - den ungefähren Klang der Namen kann ich mir ins Gedächtnis rufen - aber nicht genau genug, um es beispielsweise in alten Telefonbüchern nachschlagen zu können) und Zahlen (Geburtsdatum, Todesdatum, historische Daten) ins Gedächnis zu rufen, während ich mich an die Gefühle, räumliche Gegebenheiten und Ereignisse selber recht lebhaft erinnere. Auch Gespräche erinnere ich nicht wörtlich sondern sinngemäß. (B2.4.P4)

Bei noch wesentlich älteren Leben sind die historischen Daten oft ungenau und verfälscht. Insbesondere aber das Leben von Jesus war so wichtig für die Kirche und andere Gruppierungen, daß dort bewußt und unbewußt Daten verschwiegen und gefälscht wurden (B2.7.7 S.362ff). Inzwischen dürfte es nahezu unmöglich sein, aus dem vorhandenen Material die Wahrheit zu rekonstruieren (B2.5). Ergänzt man das Bild durch Bücher, die durch wissenschaftlich nicht anerkannte Methoden (Lesen in der Akasha-Chronik, Channeln, Reinkarnationserinnerungen, Gespräche mit Geistern und Schutzengeln usw.) gewonnen wurden, so wird das Bild noch verwirrender, da einige von diesen einerseits so viele nachprüfbar richtige Fakten enthalten, die ihre Autoren auf andere Art nicht erfahren haben konnten, daß irgendetwas daran sein muß - andererseits diese Bücher einander so sehr widersprechen, daß sicher ist, daß die meisten von ihnen gravierende Fehler enthalten (B2.6). Auch beim Erinnern an frühere Leben gibt es diverse Fehlerquellen (B2.4.P3). Sofern die Erinnerungen jedoch sorgfältig genug aufgearbeitet wurden, um alle verdrängten Erfahrungen des jeweiligen Lebens ans Licht zu holen, und sofern derjenige genug Erfahrung hat, um die anderen Fehlerquellen zu kennen, kann man sich zumeist darauf verlassen daß die erinnerten Erlebnisse tatsächlich eigene Erfahrungen aus früheren Leben sind. (Man kann zwar Erinnerungen anderer Menschen in derselben Form nacherleben wie eigene Erinnerungen, man wird sich aber, sofern keine Verdrängungsmechanismen am Werk sind, eine ehrliche Antwort auf die Frage geben, welches eigene und welches fremde Erinnerungen sind. Meist erinnert man sich an eigene Leben, weil der Rest relativ bedeutungslos für einen selbst ist.) Deshalb kann sich ein Mensch manchmal berechtigterweise recht sicher sein, eine bestimmte historische Persönlichkeit gewesen zu sein, auch wenn für andere dieser Zusammenhang schwer nachweisbar ist.

Paulus:
In dem Samstagsseminar, an dem ich in seiner Kirche teilnahm und bei einem kurzen persönlichen Gespräch (Nach den Gottesdiensten kann man zu ihm kommen) hatte ich Gelegenheit den Mann zu beobachten, der meint, der wiedergeborene Paulus aus der Bibel zu sein. Auf mich macht er einen geistig gesunden, ausgeglichenen Eindruck und er scheint weder übertrieben von sich selbst eingenommen zu sein, noch übermäßig leichtgläubig, was ungewöhnliche Behauptungen angeht. Ich gehe davon aus, daß er gute Gründe für seine Annahme hat, er wäre Paulus. Da ich diese Gründe jedoch nicht kenne, weiß ich nicht, ob ich ihm darin zustimmen würde. (B2.6.8)

Wunderheilungen:
Es gibt genug Belege, daß Heilungen durch Gebete bzw. geistige Energien häufiger sind, als die meisten Menschen annehmen (B2.7). Deshalb gehe ich davon aus, daß die Heilungen, die - wie mir mündlich mitgeteilt wurde - durch die Vermittlung von Paulus zustandegekommen sein sollen, tatsächlich stattgefunden haben (B2.6.8). Solche Heilungen belegen nicht, daß er etwas mit Jesus zu tun hat, da sie auch in anderen Kulturkreisen vorkommen (B2.7.1).

Nachsatz:

Ich habe in der Einleitung des Referates angekündigt, ich würde die Leser mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontieren. Das habe ich im Verlauf des Referates - und noch stärker in den Anmerkungen getan, hoffe ich. Dabei habe ich einerseits immer ausgefallenere Themen gewählt, andererseits bin ich auch von vagen Andeutungen nach und nach zu eindeutigen Stellungnahmen übergegangen, die ich am Ende auch noch als meine eigene Meinung bezeichnet habe.

Nun eine Frage zum Nachdenken:
Sind die Vorurteile wie geplant hochgekocht? War die Reaktion eher sachbezogen wie "Mit diesem Thema will ich mich nicht auseinandersetzen, weil es zu wenig mit MEINEM Leben zu tun hat." oder eher ein innerlicher persönlicher Angriff wie: "Mit so Verrückten wie dieser Kersti will ich es nicht zu tun haben!" ? Und - wenn diese innere Reaktion laut ausgesprochen worden wäre - wäre sie unter den Denkverboten wiederzufinden gewesen?

B.

Quellen, thematisch sortiert

B1.

Thema der Hausarbeit

B1.1
Konflikte, Mediation
B1.1.1 Gordon, Thomas; 1977; Lehrer-Schüler-Konferenz; Hoffmann und Campe Verlag Hamburg; ISBN 3-455-08965-8

B1.1.2 Schulz von Thun, F.; Miteinander reden; Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag
"Miteinander reden" gilt als ein Standartwerk zur Mediation
Band 1; 1981; Störungen und Klärungen
Band 2; 2001; Stile, Werte und Persönlichkeitsprofile
Band 3; 2001; Das innere Team und situationsgerechte Kommunikation

B1.1.3 Dambach, Karl E.; 1998; Mobbing in der Schulklasse; München: Ernst Reinhard Verlag

B1.1.4 Glasl, Friedrich; 1992; Konfliktmanagement, Ein Handbuch für Führungskräfte und Berater; Bern: Verlag Paul Haupt, Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben

B1.1.5 2001; Merkblatt: Ethisches Selbstverständnis (Standards des Bundesverband Mediation e.V.; Aus den Materialien, die das Göttinger Institut für Mediation (Dresdener Str. 12, Göttingen an seine Seminarteilnehmer ausgibt
B1.1.6 www.friedenspaedagogik.de; 2001; Mediation, Rolle der MediatorInnen; Verein für Friedenspädagogik Tübingen
B1.1.P http://www.kersti.de/Z0004.HTM; B3.2; Stichworte: Ausgrenzung, Mobbing, Toleranz, Mediation
B1.2
Hochbegabung
B1.2.1 Wiecerkowski, Wilhelm & Wagner, Harald; 1981; Das hochbegabte Kind; Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann
B1.2.2 Rost, Detlef H.; 1993; Lebensumweltanalyse hochbegabter Kinder: Das Marburger Hochbegabtenprojekt; Göttingen: Hofgrefe Verlag für Psychologie
B1.2.3 Schlichte-Hiersemenzel, Dr. Barbara; 1997; Durch Ausgrenzung zu Außenseitern? Zur psychosozialen Situation hochbegabter Kinder; (Aufsatz zum Abdruck in Idee und Bewegung; 1997; Egelsbach
B1.2.4 Schlichte-Hiersemenzel, Dr. Barbara; 2001; Zu Entwicklungsschwierigkeiten hoch begabter Kinder und Jugendlicher in Wechselwirkung mit ihrer Umwelt; Bonn: bmb+f
B1.2.5 Mihr, Dagmar; 2001; Vortrag; Identifikation von Hochbegabung (S)
B1.2.6 Winner, L.; 1998; Hochbegabt: Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern; Stuttgart: Klett-Kotta
B1.2.7 Quitmann, Dr. Helmut; 8.1.2002; Vortrag über die Arbeit der Beratungsstelle besondere Begabungen (BbB); der Freien und Hansestadt Hamburg; Behörde für Schule; Jugend und Berufsbildung; sowie ein Informationsblatt der Beratungsstelle (S)
B1.2.8 Holling, Heinz & Kanning, Uwe Peter; 1999; Hochbegabung: Forschungsergebnisse und Fördermöglichkeiten; Hofgreve: Verlag für Psychologie
B1.2.9 Burow, Olaf Axel; 2001; Text: Besondere Begabungen fördern: Es kommt auf die richtige Mischung an (S)

Das soziale Umfeld als Hilfe; um Begabungen entwickeln und nutzen zu können

B1.2.10 Film und Vortrag über die "Ferienakademie für Schülerinnen und Schüler" vom 21.-24.06.2001 im Rahmen der Fortbildungsreihe "Besondere Begabungen erkennen und fördern" des Hessischen Landesinstitutes für Pädagogik "HeLP" (S).
(S) Die so gekenntzeichneten Texte und Vorträge habe ich im Rahmen des Seminars "Burow Olaf Axel; WS 2001/2002 an der UGHK; Besondere Begabungen" gehört oder erhalten.
B1.3
Die Auswahl wissenschaftlicher Weltbilder
B1.3.1 Kuhn, Thomas S.; 2001; Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen; Frankfurt am Main: Suhrkamp
B1.3.2 Feyerabend, Paul; 1983; Wider den Methodenzwang; Frankfurt am Main: Suhrkamp
B1.3.3 Fasching, Gerhard; 1991; Zerbricht die Wirklichkeit; Wien, New York: Springer Verlag
B1.3.P http://www.kersti.de/Z0080.HTM; B3.2; Außenseitermeinungen
B1.4
Andere psychologische Themen
B1.4.1 Csikszentmihalyi, Mihaly; 1999; Flow - Das Geheimnis des Glücks; Stuttgart: Klett-Cotta

Das Buch zeigt, daß Menschen am glücklichsten sind, wenn sie sich voll einsetzen - also ist weder Über- noch Unterforderung dem Glück dienlich.

B1.4.2 Vester, Frederic; 1996; Denken, Lernen und Vergessen; München: dtv

Dieses Buch habe ich aufgenommen, da es darauf aufmerksam macht, daß unterschiedliche Menschen über unterschiedliche Sinne am besten lernen.

B1.4.3 Cytowic, Richard E.; 1996; Farben hören, Töne schmecken; München: dtv
B1.4.4 Kaufman, Barry Neil; 2001; Lieben heißt einverstanden sein; Bielefeld: Kamphausen
B1.4.5 Goleman, Daniel; 1997; Emotionale Intelligenz; München: dtv

Ich finde den Titel irreführend, da ich die Intelligenz, die im Buch gefordert wird, als soziale Intelligenz bezeichne, da es die Fähigkeit zu sinnvollem sozialen Handeln darstellt. Als emotionale Intelligenz würde ich es bezeichnen, wenn von einem Denken in Gefühlen oder durch Gefühle die Rede wäre. Das ist aber nicht Thema dieses Buches.

B1.4.6 Weeks, David & James, Jamie; 1997; Exzentriker; Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

Das Buch handelt von Menschen mit ungewöhnlichen Beschäftigungen und Ideen.

Auf S. 151-170 wird nachgewiesen, daß psychische Krankheiten bei Exzentrikern sogar seltener sind als in der Normalbevölkerung. Im letzten Kapitel S.269-276 wird außerdem gesagt, daß Exzentriker deutlich seltener zum Arzt gehen und glücklicher sind als die meisten Menschen.

B1.4.P1 http://www.kersti.de/Z0032.HTM; B3.2; Option
B1.4.P2 http://www.kersti.de/V0026.HTM; B3.2; Optionfragen
B1.4.P3 http://www.kersti.de/Z0004.HTM; B3.2; Außenseiter, Ausgrenzung, anders sein
B1.5
Balintgruppe, Supervision
B1.5.1 Garlichs, Ariane; 1984; Lehrer und ihre Berufsprobleme, Bericht über eine Balintgruppe mit integrierter Selbsterfahrung; Kassel: Gesamthochschul-Bibliothek
B1.5.2 Brück, Horst; 1986; Die Angst des Lehrers vor seinem Schüler; Rheinbeck bei Hamburg: Rowohlt
B1.6
Verdrängung
B1.6.1 Miller, Alice; 1988; Der verbotene Schlüssel; Frankfurt am Main: Suhrkamp
B1.6.2 Miller, Alice; 1988; Das verbannte Wissen; Frankfurt am Main: Suhrkamp
B1.6.3 Miller, Alice; 1983; Am Anfang war Erziehung; Frankfurt am Main: Suhrkamp
B1.6.4 Gruen, Arno; 1993; Der Wahnsinn der Normalität; München: dtv
B1.6.P1 http://www.kersti.de/Z0084.HTM; B3.2; Verdrängung
B1.6.P2 http://www.kersti.de/Z0062.HTM; B3.2; Zensur, Denkverbote, Gehirnwäsche, Lehrmeinung

B2.

Hintergrundinformationen

B2.1
Quellenangaben meines damaligen Atomkraftwerksvortrags
B2.1.1 Volkmer, Martin; 1986; Kernenergie Basiswissen; Bonn: Informationskreis Kernenergie (©Hamburgische Elektricitäts-Werke Aktiengesellschaft
B2.1.2 Teufel, Dieter; Radioaktive Kontamination in der Umgebung kerntechnischer Anlagen - Analyse der amtlichen Umgebungsüberwachung; Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz an der Universität Heidelberg
B2.1.3 Natur 3/84 S. 10; 6/86 S.19
B2.1.4 Kernenergie in Deutschland; Ullstein-Verlag
B2.1.5 Haberl, Helmut; Sicherheitsaspekte beim Betrieb von Atomanlagen (aus: Der Junge Bund; 3/86; Perchtoldsdorf (Österreich: Österreichischer Wandervogel; S.35ff
B2.1.6 EAM Schnellinformation 1/85
B2.1.7 Globus-Begleitmappe 10/85 Neue Energietechniken (BUND)
B2.1.8 Demuth, M.; Leukämiemorbidität von Kindern und Jugendlichen in der Umgebung des KKW Würgassen
B2.1.9 Typke, Jürgen; Januar 1988; Wie lassen sich die Umweltschäden, die mit der Erzeugung von Strom und Wärme verbunden sind, wesentlich reduzieren?, Teil 3; (B3.1; Heft 2; Januar 1988; S.22ff)
B2.1.10 Natur 5/85 S.25
B2.1.11 Typke, Jürgen; Juni 87; Wie lassen sich Umweltschäden, die mit der Erzeugung von Strom und Wärme verbunden sind, wesentlich reduzieren, Teil 1 (B3.1; Rundbrief 9/10, S.23ff)
B2.1.P http://www.kersti.de/VA055.HTM; B3.2; Handzettel zum damaligen Vortrag

Die Unvollständigkeit einzelner Quellenangaben dieses Abschnitts ist darauf zurückzuführen, daß ich heute nicht mehr alle Quellen von damals zur Verfügung habe, um sie zu ergänzen.

B2.2
Andere Quellen zum Beispieltext
B2.2.1 Abiturjahrgang 012 des Grotefend Gymnasiums Münden; anläßlich des Abiturs 1990; Schlußlicht; Hann Münden
B2.2.2 Reuther, M. & Blandt, L.W., Schulte Hostede, S.; 43/1985; CSF-Bericht. Gibt es Waldschäden durch Radioaktivität

Der Gegenstandpunkt hierzu wird in B2.3.5 vertreten. Überprüft man beide Bücher aneinander, so hat B2.2.2 so viele innere Widersprüche und enthält so viele auch für einen aufmerksam lesenden Laien erkennbare Fehler, daß man es kaum ernst nehmen kann. (Fehler der ein Wissenschaftler des jeweiligen Fachbereichs nicht erkennen kann, sollten für einen Laien, der nicht das Wissen hat, um all zu spezielle Fehler zu erkennen, erst recht unsichtbar sein.) Nimmt man nun noch B2.3.5 hinzu und vergleicht die Aussagen beider Quellen miteinander, finden sich noch wesentlich mehr offensichtliche Fehler in B2.2.2, während ich in B2.3.5 nur einen Fehler entdecken konnte, den ich aber für verständlich halte. (Vgl. B2.2.P2)

B2.2.3 IG Unrast, Traute Kirsch, Zum Buchholz 6, Beverungen
B2.2.P1 http://www.kersti.de/V0092.HTM; B3.2; ... als hätte ihnen jemand das Denken verboten
B2.2.P2 http://www.kersti.de/V0155.HTM; B3.2; Waldsterben und Radioak tivität
B2.3
Bücher mit Berichten über Bekämpfung von neuen Meinungen, die unangemessen hart erscheint
B2.3.1 Binning, Gerd; 1992; Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch; München & Zürich: Piper
B2.3.2 Pilhar, Helmut; 1996; Olivia - Tagebuch eines Schicksals; Köln: Amici di Dirk

Obwohl es eine ISBN hat, war das Buch nicht über den Buchhandel zu bekommen, deshalb habe ich es direkt beim Verlag bestellt.

B2.3.3 Enderlein, Prof. Dr. Günther; 1957/2; Akmon X - Bausteine zur Vollgesundheit; Aumühle Bez. Hamburg: Ibica Verlag; S.334f
B2.3.4 Bruker, Dr. med. M. O. & Gutjahr Ilse; 1995; "Zucker; Zucker"; Lahnstein: EMU
B2.3.5 Reichelt, Günther & Kollert, Roland; 1985; Waldschäden durch Radioaktivität?; Karlsruhe: Müller

Beispiele für Intoleranz und Sabotage an der Forschungsarbeit von Kollert über dieses Thema finden sich am Ende des Buches, Gegenstandpunkt hierzu siehe B2.2.2

B2.3.6 Hai, Heiner & Rippchen, Ronald; Das Hanf Handbuch; Werner Piepers Medienexperimente

Interessant zum Thema Intoleranz ist hier die Erklärung warum dort ein Buch mit geschwärzten Stellen gedruckt wurde.

B2.3.7 Ruesch, Hans; Die Pharma Story; F. Hirthhammer Verlag
B2.3.8 Holey, Jan Udo; 1999; Die Akte Jan van Helsing; Fichtenau: Ama Deus
B2.3.P http://www.kersti.de/Z0080.HTM; B3.2; Außenseitermeinungen
B2.4
Tod, Reinkarnation
B2.4.1 Moody, Raymond A.; 1889; Das Licht von Drüben, Neue Fragen und Antworten; Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
B2.4.2 Dethlefsen, Thorwald; ??? Originalausgabe: 1976; Das Erlebnis der Wiedergeburt, Heilung durch Reinkarnation, München: Goldmann
B2.4.3 Sigdell, Jan Erik; 1998; Rückführung in frühere Leben; Bern, München, Wien: Scherz
B2.4.4 Hardo, Trutz; 1991; Entdecke Deine früheren Leben; München: Peter Erd Verlag
B2.4.5 Kin, L. (Pseudonym); Scientology; Preußisch Oldendorf: VAP
Band 1; 1991; Mehr als ein Modetrend? Entwicklung zur monetären Heilslehre. Die Philosophie im Klartext.
Band 2; 1992; Ein Handbuch für Anwender. Die Verfahren. Professionelle Ausübung.
Band 3; 1994; Gott und Co - Nach wessen Pfeife Tanzen wir?
Kin war ein hochrangiges Scientology-Mitglied. Diese Quelle nenne ich, da ich wegen meiner bisherigen Recherchen zum Thema Scientology davon ausgehe, daß die heute üblichen Reinkarnationstherapien zum überwiegenden Teil auf die Scientology-Church zurückgehen. Außerdem ist es eine sehr gute Anleitung zur Reinkarnationstherapie. Allerdings möchte ich hier noch einmal davor warnen, dieses Wissen bei der Scientology-Church selbst zu suchen, die heute eine gefährliche Sekte ist.
B2.4.6 Cockell, Jenny; 1994; Unsterbliche Erinnerung; Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe
B2.4.7 Newton, Michael; 2002; Die Reisen der Seelen. Karmische Fallstudien; Wettswil (Schweiz): Edition Astrodata
B2.4.8 Newton, Michael; 2001; Die Abenteuer der Seelen. Neue Fallstudien zum Leben zwischen den Leben; Wettswil (Schweiz): Edition Astridata
B2.4.9 Tsering, Diki; 2001; Mein Sohn, der Dalai Lama; München: Ullstein
B2.4.10 Mackenzie, Vicki; 1991; Die Wiedergeburt. Ein Tibetanischer Lama kehrt zurück. Lama Tubten Yeshes Rückkehr als Ösel Hita Torres; München: Goldmann
B2.4.P1 http://www.kersti.de/Z0037.HTM; B3.2; Scientology
B2.4.P2 http://www.kersti.de/Z0051.HTM; B3.2; Reinkarnation
B2.4.P3 http://www.kersti.de/V0012.HTM; B3.2; Die wichtigsten Fehlerquellen bei Erinnerungen an frühere Leben
B2.4.P4 http://www.kersti.de/VA062.HTM; B3.2; Verwechslung mit anderen Personen
B2.5
Jesus - Literatur, die den Anspruch erhebt wissenschaftlich zu sein
B2.5.1 1997; Die Bibel. Einheitsübersetzung; Freiburg: Herder
B2.5.2 Lehmann, Johannes; 1998; Das Geheimnis des Rabbi Jesus; Wiesbaden: Fourier Verlag
B2.5.3 Bordeaux Scékely, Dr. E.; Schriften der Essener; Rheinfelden: Mandala Media
Buch 1: 1996; Das Friedensevangelium der Essener
Buch 2: 1996; Die unbekannten Schriften der Essener
Buch 3: 1997; Die verlorenen Schriftrollen der Essener
Buch 4: 1995; Das geheime Evangelium der Essener; Fulda: Verlag Bruno Martin
B2.5.4 Dietzfelbinger, Konrad; Texte aus Nag Hammadi. Vollständige Texte neu formuliert und kommentiert (übersetzt aus koptischen, auf nicht erhaltenen griechischen Originalen beruhenden Handschriften; Andechs: Dingfelder Verlag
Buch 1; 1991; Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi
Buch 2; 1996; Schöpfungsberichte aus Nag Hammadi
Buch 3; 1990; Erlöser und Erlösung
Buch 4; 1994; Erleuchtung
B2.5.5 Haskins, Susan; 1994; Die Jüngerin. Maria Magdalena und die Unter-drückung der Frau in der Kirche; Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag
B2.5.6 Arminger, Margret A.; 1997; Die verratene Päpstin. Maria Magdalena. Freundin und Geliebte Jesu, Magierin der Zeitenwende; München: Paul List Verlag
B2.5.7 Detering, Hermann; 1995; Der gefälschte Paulus. Das Urchristentum im Zwielicht; Düsseldorf: Pathmos Verlag
B2.5.8 Knight, Christopher & Lomas, Robert; Unter den Tempeln Jerusalems. Pharaonen, Freimaurer und die Entdeckung der geheimen Schriften Jesu; Bern, München, Wien: Scherz
B2.5.9 Barthel, Manfred; 1994; Was wirklich in der Bibel steht. Das Buch der Bücher aus heutiger Sicht; München: Fourier Verlag
B2.5.10 Kersten, Holger; 1996; Jesus lebte in Indien. Sein geheimes Leben vor und nach der Kreuzigung; Berlin: Ullstein Buchverlage
B2.5.11 Gruber, Elmar R. & Kersten, Holger; 1996; Der Ur-Jesus. Die buddhistischen Quellen des Christentums; Berlin: Ullstein
B2.5.12 Lanz von Liebenfels, Dr. Jörg; ? (Nachdruck einer Aufsatzsammlung von 1903; Bibel Dokumente. Der Entwicklungsweg der Menschheit, Band I-II; Lauchheim/Württ: Privatverlag Dietrich Ruhnau

Lanz von Liebenfels sammelt in diesen Texten diverse Zitate unter anderem aus der Bibel und deutet sie so, daß Menschen diverse reptilische Angehörige intelligenter Rassen gefangen hätten, um sie in Tempeln zu halten und sich dort mit ihnen zu paaren. Obgleich ich zugeben muß, daß die von ihm gesammelten Textstellen diese Deutung unzweifelhaft zulassen, haltte ich sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für eine Fehlinterpretation. - Offensichtlich wurde in den Texten etwas beschrieben, das wir heute aus eigener Erfahrung nicht mehr kennen - und wenn solche Beschreibungen dann aus heutiger Sicht interpretiert werden, führen sie fast zwangsläufig zu Fehlinterpretationen. Nach meinen Erfahrungen mit und meinem Wissen über magische Systeme, gehe ich davon aus, daß die sexuellen Kontakte mit diesen Wesen in durch Drogengebrauch hervorgerufenen Erfahrungen in der Geistigen Welt bestanden, während die Kinder dieser Wesen in der realen Welt durch Menschen gezeugt wurden. Zumindest ist mir bekannt, daß während religiöser Zeremonien gezeugte Kinder häufig nicht als Kinder ihres leiblichen Vaters sondern als Kinder der Götter gelten, denen diese Zeremonie galt.

Insgesamt vermittlen diese Bücher derart unterschiedliche Vorstellungen von Jesu Leben, Zielsetzungen, Persönlichkeit und Zeit, daß ich daraus schließe, daß die bisher bekannten geschichtlichen Quellen nicht ausreichen um die wahren Verhältnisse der damaligen Zeit zutreffend zu rekonstruieren.

B2.6
Jesus - Literatur über und von Menschen die den Anspruch erheben, mit nicht wissenschaftlich anerkannten Methoden neues über Jesus herausgefunden zu haben
B2.6.1 Meurois-Givaudan, Anne & Daniel; 1993; Essener Erinnerungen. Eine Rückbesinnung auf die wahren Wurzeln des Jesus von Nazareth; München: Wilhelm Heyne Verlag

Aus der Akasha-Chronik gelesen

B2.6.2 Meurois-Givaudan, Anne & Daniel; 1995; Im Land Kal. Der Weg der Essener; München: Wilhelm Heyne Verlag

Aus der Akasha-Chronik gelesen

B2.6.3 Leong, Kenneth S.; 2000; Jesus - der Zenleher. Das Herz seiner Lehre; Freiburg: Herder

Da die Zenbewegung auf die Ankunft des Weisen Bodhidharma im Jahre 520 nach Christus in China zurückgeht (S.24), kann Jesus im strengen Sinne selbstverständlich nicht als Zen-Lehrer betrachtet werden. Alledings weist Leong nach, daß er arbeitet, wie die heutigen Zen-Lehrer es tun und das ist im Zusammenhang mit den historischen Büchern, die Jesus mit indischen Buddhisten in Zusammenhang bringen (B2.5.10, B2.5.11) durchaus interessant.

B2.6.4 Lorber, Jakob; 1995; Drei Tage im Tempel. Gespräche des zwölfjährigen Jesus. Offenbart durch Jakob Lorber; Bietigheim: Lorber Verlag
B2.6.5 Grignion von Montfort, Ludwig Maria; Das Goldene Buch der vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria; Freiburg, Schweiz: Kanisius Verlag
B2.6.6 Mormon; 1997; Das Buch Mormon. Ein weiterer Zeuge für Jesus Christus; Frankfurt am Main: Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage

In Bezug auf Sitchins Bücher (z.B. B2.8.4) kann die Aussage, daß der Engel Mormon körperlich anwesend gewesen sei und das Buch Mormon mit eigener Hand geschrieben hätte, sehr nachdenklich machen.

B2.6.7 Rocha, Adriana & Kristi Jorde; 1996; Aus der Stille der Ewigkeit; Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe

Das autistische Kind Adriana Rocha behauptet, der reincarnierte Jünger Johannes zu sein.

B2.6.8 St. Michaelswerk, CH-8580 Dozwil; Nr.8 August 1992; Benedicite. Offenbarungen aus dem Himmel. Das Wort Paulus; Dozwil

Der Bürgerliche Name desjenigen, der sich hier als der wiedergeborene Paulus bezeichnet, ist in der Zeitschrift nicht genannt. Bei einem Besuch eines Samstagsseminars und des darauffolgenden Gottesdienstes am Sonntag wurde mir von mehreren Personen mündlich mitgeteilt, daß Paulus auch gelegentlich Wunderheilungen verursachen würde.

B2.6.P1 http://www.kersti.de/Z0081.HTM; B3.2; Thema: Jesus Wie auch bei den historischen Quellen, existieren zwischen den durch Channelings, Visionen, Offenbarungen, Reinkarnationserinnerungen, Lesen in der Akasha-Chronik und ähnlichen Methoden gewonnenen Texte, so viele Widersprüche, daß offensichtlich die meisten derartigen Quellen fehlerbehaftet sind. Dennoch enthalten manche so geschriebene Bücher beachtliche Denkansätze und überprüfbar richtiges Wissen, das der Autor auf anderem Wege nicht erfahren haben konnte. Es erscheint mir denkbar, Menschen so auszubilden, daß sie die Fehlerquellen solcher Arbeit identifizieren und zu brauchbaren Ergebnissen ge-langen können (vgl. dazu B2.4.P3).
B2.7
Wunderheilungen
B2.7.1 Maschmann, Melita; 1992; Eine ganz gewöhnliche Heilige. Indienfahrt mit der bedeutendsten Hindu-Heiligen der Neuzeit; München: Knaur

Wunderheilungen der Heiligen sind auf S. 18f erwähnt.

B2.7.2 Brennan, Barbara Ann; 1990; Licht-Arbeit. Das große Handbuch zur Heilung mit körpereigenen Energiefeldern; München: Wilhelm Goldmann Verlag
B2.7.3 Brennan, Barbara Ann; 1994; Licht-Heilung, Der Prozeß der Genesung auf allen Ebenen von Körper, Seele und Geist; München: Wilhelm Goldmann Verlag

Ich habe die Bücher von Barbara Ann Brennan hier angeführt, da sie die genaueste Beschreibung der Aura (Andere Bezeichungen: Energiefelder des menschlichen Körpers, feinstoffliche Körper, höhere Körper, Lichtkörper, Seele... enthält, die mir bekannt ist. Da, so weit mir genug über sie bekannt ist, um das beurteilen zu können, alle Wunderheiler hellsichtig waren, halte ich eine solche Beschreibung zum Verständnis des Phänomens für notwendig.

Allerdings sollte man bedenken, daß es sich beim sehen der Aura um Synästhesie (B1.4.3) handelt: mit den für die Auswertung des Gesichtssinnes zuständigen Gehirnarealen werden die Wahrnehmungen eines normalerweise nicht bewußt genutzten Sinnes ausgewertet. Das kann manchmal irreführend sein, sofern man die Beschreibungen zu wörtlich nimmt.

B2.7.4 Hosp, Alfred; 1999; Kräfte des Geistes; Klagenfurt (Österreich): Verein zur Förderung seelisch geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen

Alfred Hosp ist schwerst körperbehindert, spastisch gelähmt und daher an der Rollstuhl gebunden. Er erzählt hier von seinen Begegnungen mit Bruno Gröning und darauf folgenden Teilheilungen seiner Krankheit.

B2.7.5 Kreis für geistige Lebenshilfe (Hrsg.; Hefte 3/1999, 4/1999, 1/2000 und 2/2000; Schulungsbriefe der Bruno Gröning-Freunde; Bestellungen bei: Wulf Kaiser, Blumenstr. 10, 84387 Julbach
B2.7.6 Beyermann, Ernst (Red.); September 1998; Bruno Gröning. Informationszeitschrift des Freundeskreises; Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH-Verlag
B2.7.7 Kamp, Matthias; 1998; Bruno Gröning. Revolution in der Medizin. Rehabilitation eines Verkannten. Eine ärztliche Dokumentation der Heilung auf geistigem Wege; Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH-Verlag
B2.7.8 Kreis für geistige Lebenshilfe e. V.; 1999; Bruno Gröning hilft der leidenden Menschheit. Wer das hohe Glück hatte, seine Gesundheit durch mich wiederzuerlangen, der danke GOTT jederzeit aus tiefstem Herzen, ich bin nur sein Werkzeug und Diener - Sonderausgabe bis Ende 1999 - (Erfolgsberichte von Heilungen durch Bruno Gröning); Wulf Kaiser, Blumenstr. 10, 84387 Julbach
B2.7.9 Wiesendanger, Dr. Phil. Harald; Geistheilung bei Krebs - Tips und Warnungen für Betroffene (S.91-102 aus: Neumeyer, Petra & Halbig, Konrad (Hrsg.); 1995; Das Krebshandbuch. Ganzheitlicher Therapiehandgeber von A-Z mit einem Vorwort von György Irmey; Burgrain: KOHA Verlag)

Hier ist erwähnt, daß die Wirksamkeit des Gesundbetens auch durch einige Doppelblindstudien nachgewiesen ist.

B2.7.10 Resch, Andreas; 1999; Wunder der Seligen 1993-1990; Innsbruck: Resch Verlag

Für die hier aufgezählten Heilungen wurde im Zuge von Seligsprechungsverfahren sorgfältig durch Ärzte nachgewiesen, daß sie durch das aktuelle naturwissenschaftliche medizinische Weltbild nicht erklärbar sind. Dagegen ist leider nicht beschrieben, wie die Patienten die Heilung subjektiv wahrgenommen haben, so daß man daraus wenig über die Gesetze lernen kann, die Wunderheilungen zugrundeliegen.

Diese Bücher belegen, daß Wunderheilungen wie die in der Bibel geschilderten tatsächlich möglich sind und immer wieder auch heute noch vorkommen.

B2.8
Vollkommen verrückte Meinungen
B2.8.1 Steckling, Fred & Glenn; 1996; Wir entdeckten ausserirdische Basen auf dem Mond. Dokumentiert mit über 120 NASA-Fotografien und Ausschnittsvergrößerungen; 72108 Rottenburg: Kopp
B2.8.2 Godwin, Joscelyn; 1997; Arktos. Die hohle Erde; 86971 Peiting: Michaels Verlag
B2.8.3 Byrd; 1995; Das Tagebuch des Admiral Byrd; 86971 Peiting: Michals Verlag
B2.8.4 Sitchin, Zecheria; 1995; Der zwölfte Planet. Wann, wo, wie die ersten Astronauten eines anderen Planeten zur Erde kamen und den Homo sapiens schufen; München: Knaur
B2.8.5 Illig, Heribert; 2000; Das erfundene Mittelalter. Hat Karl der Große je gelebt; München: Econ
B2.8.6 Hesemann, Michael; 1994; Geheimsache U.F.O.. Die wahre Geschichte der unbekannten Flugobjekte; Neuwied: Verlag Die Silberschnur
B2.8.P1 siehe B3.2; die Internetseite beschäftigt sich zu einem erheblichen Teil mit ungewöhnlichen Meinungen.
B2.8.P2 http://www.kersti.de/VA017.HTM; B3.2; Naturheilkunde
B2.9
Sonstiges
B2.9.1 Duve, Christian de; 1997; Aus Staub geboren. Leben als kosmische Zwangsläufigkeit; Reinbek bei Hamburg: Rowohlt
B2.9.2 Wilder Smith, A. E.; 1980; Die Naturwissenschaften kennen keine Evolution; Basel/Stuttgart: Schwabe
B2.9.3 Buchwald, Dr. med Gerhard; 1997; Impfen. Das Geschäft mit der Angst; Lahnstein: Emu
B2.9.4 Bergasa, Ana Maria Lajusticia; 1999; Kampf der Arthrose. Ihre biochemische Behandlung; Steyr: Ennsthaler
B2.9.5 Hamer, Ryke Geerd; 1989; Krebs. Krankheit der Seele; Köln: Amici di Dirk
B2.9.P2 http://www.kersti.de/Z0024.HTM; B3.2; Impfen

B3.

Oft erwähnte Quellen

B3.1 Neudorf, Gerhard (Hrsg.); 1987 bis heute; Idee und Bewegung (1985-1987 als Rundbrief); Erhältlich bei Gerhard Neudorf, Niddastr. 4, 63329 Egels-bach

Die Zeitschrift taucht deshalb so oft auf, weil ich dort seit Jahren in der Redaktion mitarbeite und deshalb jeden Artikel kenne, der dort veröffentlicht wurde. Es handelt sich um eine jugendbewegte Zeitschrift (d.h. Wandervogel, deutsche Pfadfinder, Freischar, sonstige bündische Gruppen), die neben Berichten von Wanderungen, Fahrten und Lagern viele Artikel über unterschiedlichste Theman (Umwelt, Politik, Medizin, Gesellschaft u.a.) und unterschiedlichste Standpunkte, sowie Lieder, Gedichte, Bastelvorschläge veröffentlicht.

B3.2 http://www.kersti.de/ ist meine Internetseite. Beachtet wurde jeweils die Fassung von September 2002.

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Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.