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VA283.

Sehr hohe Soziale Kompetenz von Kindern als Hindernis für das Verständnis des Sozialverhaltens weniger kompetenter Menschen

Ich war als Kind ein sehr verschlossener Mensch, weil ich schon als achtjährige zu dem Schluß gekommen bin, daß Erwachsene im allgemeinen unfähig sind, kompetente Ratschläge bei ernsthaften zwischenmenschlichen Problemen zu geben.

Und die ganze Ausgrenzung und die Probleme mit der Pflegeschwester zuhause waren einfach zu viel.

Meine Mutter war da noch besser als die weitaus meisten Menschen, die ich erlebt habe, aber irgendwie hat das auch nicht gereicht, um mir weiterzuhelfen. Das allerdings liegt wohl eben daran, daß ich eigentlich eine Hochbegabung in sozialen Fähigkeiten habe und zusätzlich eine zwar nicht ganz so begabte aber auch darin sehr gute Mutter hatte.

Was ich zuhause als selbstverständliches Alltags-Handlung-Wissen über Konfliktlösung und dergleichen gelernt habe, entspricht tatsächlich etwa dem, was man so bei Konflikttraining lernt, wie ich beim Lesen der Fachliteratur festgestellt habe. Keiner meiner Lehrer und keiner meiner Klassenkameraden hatte dieses Wissen, für mich war es so selbstverständlich, daß ich mich nicht erinnern konnte, es in diesem Leben einmal nicht gehabt zu haben. Meine Gruppenführerinnen bei den Pfadfindern hatten diese Wissen aber sehr wohl und haben es jeder Einzelnen in meiner Pfadfindergruppe vermitteln können.

Nur war ich halt noch nicht so weit, mir bewußt zu sein, daß ich auf wer weiß wie vielen Gebieten anderen so weit voraus bin, daß ich, wenn ich mein Wissen anderen vermitteln will, mit dem Erklären auf einer Stufe anfangen muß, die so niedrig ist, daß ich keinerlei bewußte Erinnerung daran habe, in diesem Leben selbst mal so gedacht zu haben. Ich stand nur immer in fassungsloser Verwunderung vor diesem aus meiner Sicht inkompetenten Verhalten der anderen.

Erst als etwa Jugendliche begann mir bewußt zu werden, daß es verschiedene Verständnisstufen gibt und daß man, wenn jemand sehr viel weniger verstanden hat als man selbst, nur den nächsten Gedankenschritt erklären darf statt gleich das, was man erklären will zu sagen. Damit verschob sich das Problem: Meine Erklärungen werden seither zwar meist verstanden, aber das was ich erklären will kann ich nicht erklkären, weil die Leute schon bevor ich dort ankomme sagen, daß sie jetzt aber genug neues gehört haben.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.