Hauptseite   /   Suche und Links   /   Philosophie und Autorin dieser Seite   /   Bücher nach Autorennamen   /   VA49. Literaturrecherche nach wissenschaftlich fundierter Literatur

5/04

B131.

Bücher: ADHS, Hyperaktive Kinder, ADS, ADD, ADHD

(Andere Bezeichungen: MCD (Minimale cerebrale Dysfunktion), MBD (Minimal Brain Dysfunktion) POS (psycho-organisches Syndrom), HKS (Hyperkinetisches Syndrom), (AD/HD), Rechtshirndominanz)

Übergeordnete Themen:
Buch: B123. Persönlichkeit, Persönlichkeitstypen, individuelle Unterschiede
Buch: B159. Literatur zu Hochsensibilität

Buch: B71. Meister Vitale, Babara / frei fliegen
Buch: B81. Hafer, Herta / Die heimliche Droge Nahrungsphosphat
B131.1

Autor: Armin Born,
Autor: Claudia Oehler:

Lernen mit ADS-Kindern.

(2002) Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer, ISBN 3-17-017585-8

 

Kapitel 2, Abschnitt 5; S. 12ff
  • Ergebnisse aus amerikanischen Studien über Kinder mit ADHS zeigen, daß sie in den Schulleistung gegenüber ebenso begabten Kindern ohne ADHS zurückbleiben.
  • In IQ-Tests schneiden sie im statistischen Durtchschnitt 7-10 IQ-Punkte schlechter ab als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie zeigen jedoch das gleiche Intelligenzspektrum wie ihr Altersgenossen.
  • Teilleistungsstörungen im Lesen, schreiben und rechnen sind häufiger. Zahlenangaben schwanken je nach Definitiopn 10-30%, bei manchen Definitionen auch 85%
  • Schwierigkeiten in der Handlungsplanung
  • häufigere Sprachentwicklungsverzögerungen
  • bis zuz 52% der ADS-Kinder haben Schwächen in der Motorik. Z.B. Auge-Hand-Koordination
  • Anstrengungsbereitschaft und Motivation sind reduziert. ADS-Kinder sind auf unmittelbare Verstärkung bei der Aufgabenbewältigung angewiesen.
  • ADS-Jungendliche und Erwachsene sind oft in Verkehrsunfälle verwickelt. Es finden sich vermehrt Schlafprobleme. Auch besteht bei ihnen eine deutlich höhere Suizidgefährdung.
Kapitel 4, Abschnitt 1-2; S. 26ff
  • ADS-Kinder neigen zu deutlich überschießenden Gefühlsreaktionen, was die Abspeicherung von Wissen auf Interessengebieten erheblich verbessert, bei Gebieten des Desinteresses aber verschlechtert.
  • Die Selbstregulation der Gefühlszustände von ADHS-Kindern ist oft schlecht. Negative Gedankensowie der negative Gefühlszustand beim ungeliebten Schreiben von normalem Lernstoff kann zu der Einstellung führen: "Ich fang gar nicht erst an"
Nach dem Schlußwort, S. 166, Wörtliches Zitat:
"

Vorsicht Hände weg von so genannten Alternativen Methoden

Manche Eltern wenden sich in ihrer Hoffnungslosigkeit "alternativen" Methoden wie z.B. der Kinesiologie oder der so genannten Edu-Kinesthetik zu. Sie versuchen ihren Kindern mithilfe von Übungen aus diesen Bereichen zu helfen und erhoffen sich hier günstige Effekte auf die Aufmerksamkeitsleistung. Trotz gewisser möglicher Motivationsschübe ist hierbei jedoch Vorsicht geboten: Von "neutraler" Seite konnte bisher keine Lernwirkung nachgewiesen werden (vgl. Stiftung Warentest 1996, S.301 ff).
"

Anmerkung hierzu: Vorsicht weshalb? Das Verfahren ist so harmlos und wenig arbeitsaufwendig, daß selbst ein reiner Placeboeffekt den Aufwand rechtfertigt. Abgesehen davon: Warum wird eine Bemerkung wegen einem einzigen Verfahren (Edu-Kinesthetik ist ein Teilgebiet der Kinesiologie) gleich auf das gesamte Spektrum der Alternativen Verfahren übertragen? Das ist inhaltlich nicht gerechtfertigt.

Kersti

B131.2.1

Autor: Doris Ryffel-Rawak:

ADS bei Erwachsenen.
Betroffene berichten aus ihrem Leben

(2001) Bern: Huber. ISBN 978-3456844664

 

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.2.2

Autor: Doris Ryffel-Rawak:

Wir fühlen uns anders!
Wie betroffene Erwachsene mit ADS, ADHS sich selbst und ihre Partnerschaft erleben

(2003) Bern: Huber. ISBN 978-3456845159

 

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.2.3

Autor: Doris Ryffel-Rawak:

ADHS bei Frauen.
Den Gefühlen ausgeliefert.

(2004) Bern: Huber. ISBN 978-3456841212

 

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.3

Autor: Sabine Bernau:

Alles über ADS bei Erwachsenen

(2003) Freiburg im Breisgau: Herder. ISBN 3-451-05350-0

 

 

S.32-35 Ursachen:

  • Stirnhirn/Frontalhirn: Verminderte Aktivität
  • Corpus Striatum
  • Störung der Reizaufnahme und Reizverarbeitung
  • Veränderung der Katecholamine: Dopamin, Noradrenalin, Serotonin: sie werden zu rasch und zu intensiv abgebaut, das führt zu einer Störung der Informationsübertragung, Folgen: Aufmerksamkeistschwäche, Impulsivität, meist Hyperaktivität
  • Mangel oder verringerte Wirkung von Dopamin bei ADHS: Antrieb und Motivation gestört
  • Serotonin gestört: erhöhte Impulsivität, niedrige Frustrationstoleranz, Stimmungsschwankungen schlechte Anpassung des Verhaltens an die Gegebenheiten
  • Mangel oder verringerte Wirkung von Noradrenalin bei ADHS: Aufmerksamkeit gestört
  • Normale Verarbeitung: Ultrakurzzeitgedächnis: 97% aller Daten werden gelöscht
    Kurzzeitgedächtnis: 90% davon wird gelöscht
    Nur eine von etwa 300 Daten wird ins Langzeitgedächtnis übernommen

    Bei ADHS werden weniger Daten ausgefiltert, unwichtiges kann wichtiges überlagern, Folgen: Vergeßlichkeit, Erschöpfung, Konzentrationsmangel

Komorbiditäten bei Erwachsenen (S.38)
  • häufige Stimmungswechsel (mehrfach am Tag)
  • lang anhaltwende Depressionen
  • Angststörungen, Phobien, Zwänge
  • Leistungs- und Lernstörungen
  • Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Nicotin, Tabletten)
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens (Streitereien, Gewalt, Lügen, Kriminalität, ...)
  • Sprachstörungen (Stottern)
  • Störungen in der entwicklung der Persönlichkeit (Geringe Selbstakzeptanz, kaum Selbstvertrauen, übertroiebenes Demonstrieren von Stärke oder Schwächen, übermäßige Selbstkontrolle, geringe Alltagskompetenz)
  • motorische Störungen (Gleichgewicht, Grob- und Feinmotorik, Unterscheiden von rechts und links, schlechte Schrift, schlecht ausgebildetes Gefühl für Rhythmus und Takt)
  • Asthma
  • Allergien
Komorbiditäten bei Kindern (S.39)
  • Frühkindliche Entwicklungsstörungen
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Sprachstörungen (Stottern)
  • Störungen der Grob- und Feinmnotorik
  • visuelle Teilleistungsstörungen (schlechte Verarbeitung des Gesehenen)
  • auditive Teilleistungsstörungen (schlechte Verarbeitung des Gehörten)
  • Störungen des Sozialverhaltens (kein Unrechtsbewußtsein, Lügen, stehlen, totale Selbstbezogenheit)
  • Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • Angststörungen ("Klammern", besondere Furcht vor Dunkelheit, Naturgewalten, anderen Menschen, Tieren ...)
  • Zwangsstörungen (Einnässen, Tics, Essstörungen, Waschzwang, stundenlanges Hüpfen, Schaukeln)
  • Phobien (Angst vor engen geschlossenen Räumen, Menschenansammlungen, großen Plätzen, Spinnen, Mäusen)
Anmerkung zu dieser Liste: Bei der Erforschung von ADHS ist man noch nicht weit genug, um einen solchen Nachweis zu führen. Es ist jedoch anzunehmen, daß sich dann herausstellen wird, daß die ADHS-Veranlagung nicht an sich zu dermaßen vielen Störungen führt, sondern daß der Eindruck, Menschen mit ADHS hätten besonders viele Störungen darauf zurückzuführen ist, daß diese Erkenntnisse in der Behandlung von Menschen gewonnen wurden, die wegen ihrer Probleme zum Psychiater geschickt wurden.

Das wurde für Hochbegabung weitgehend nachgewiesen.
O6. 5.1.2 Hochbegabung - Vorteil und Nachteil zugleich

S. 47ff - Diagnosefragebogen ADS

Auf S.156ff befindet sich eine Auflistung zu alternativen Therapien und Naturheilverfahren, die auf mich ausgewogen und sachlich wirkt.

Kersti

 

B131.4

Autor: Hartmut Amft,
Autor: Manfred Gerspach,
Autor: Dieter Mattner:

Kinder mit gestörter Aufmerksamkeit.
ADS als Herausforderung für Pädagogik und Therapie

(2002) Stuttgart: Kohlhammer, ISBN 3-17-017273-5

 

Es gibt Bücher an denen viel Wahres dran ist, und dennoch gehen sie mir schon beim ersten Lesen heftig auf den Geist.

Recht hat der Autor unzweifelhaft damit, daß er meint, daß die starke Zunahme der Ritalinverordnung mehr über die Fehler unserer Gesellschaft aussagt als über die Häufigkeit von ADHS. Und ebenfalls recht hat er damit, daß das Verhalten nach dem ADHS diagnostiziert wird, nicht ausschließlich durch die Gene hervorgerufen wird.

Andererseits muß es aber nicht sein, daß man so undifferenziert über Ritalin schreibt: Er hat natürlich recht, daß Ritalin bei Menschen mit ADHS nicht prinzipiell anders wirkt als bei Menschen ohne ADHS. Schließlich dockt Methylphenidat bei Menschen mit der ADHS-Veranlagung an denselben Rezeptoren im Gehirn an wie bei normalen und bewirkt dort dieselben chemischen Reaktionen. Doch es macht eben schon einen erheblichen Unterschied, ob man Ritalin einnimmt und das Mittel die Wirkung hat, daß der eigene Gehirnstoffwechsel von der ungewöhnlichen Konstellation wie man sie von ADHS kennt in den Normbereich verschoben wird, so daß es leichter ist, als normal durchzugehen, oder ob er bei Gesunden vom Normbereich in den ADHS entgegengesetzten Extrembereich verschoben wird.

    • Eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten bzw. Drogen die den Stoffwechsel aus dem Normbereich in einen Extrembereich verschieben, führt dazu, daß der Körper gegensteuert und deshalb immer größere Dosen benötigt werden, um dieselbe Wirkung zu erzielen
    • dagegen führt eine Verschiebung von einem Extrembereich in den Normbereich oft nicht zu einer Gegenregulation des Körpers, so daß keine Gewöhnung und keine körperliche Abhängigkeit zu befürchten ist. Im Falle von Ritalin kann die Dosis bei ADHSlern mit der Zeit deshalb manchmal sogar gesenkt werden.
    • Die Situation in der Schule ist auf den Durchschnittsschüler zugeschnitten und für ihn deshalb ohne Hilfsmittel zu bewältigen. Wenn er Ritalin nimmt, schränkt das seine sowieso geringere geistige Flexibilität nur noch mehr ein und nützt ihm für die Schule gar nichts.
    • Es ist dort so laut, daß der reizoffene ADHSler abends durch den Lärm nach der Schule völlig erschöpft ist und seine Neigung zu Flüchtigkeitsfehlern so weit gesteigert ist, daß Routinearbeiten deshalb zur Tortur werden. Ritalin schließt einen Teil dieser Reize aus, so daß der Schüler mit der ADHS-Veranlagung dadurch, wenn er richtig eingestellt ist, ausgeruhter nach Hause kommt. Wenn die Schule dem Schüler nicht mehr Lärm zumuten würde, als er verkraftet, könnte er auch ohne Ritalin vernünftige Leistungen erbringen.

Kersti

 

B131.5

Autor: Margarete Imhof,
Autor: Klaus Skrodzki,
Autor: Marianne S. Urzinger:

Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche im Unterricht

(1999) Donauwörth: Auer Verlag

 

Als Quelle verwendet in:
VA263. Kersti: Haben Kinder mit ADHS eine unrealistische Selbsteinschätzung?
VB85. Kersti: 1. ADHS - Die Suche nach Nervenkitzel
VB88. Kersti: 2. ADHS - Das Problem mit den Routinearbeiten
VB87. Kersti: 3. ADHS und Kreativität: Erfolg ist nicht einfach Zufall
VB86. Kersti: 4. ADHS - Je nach Stimmung zeigen sich verschiedene Teile der Selbsteinschätzung

Kersti

 

B131.6

Autor: Edward Hallowell,
Autor: John Ratey:

Zwanghaft zerstreut
oder die Unfähigkeit, aufmerksam zu sein

(1999) Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, ISBN 3-499-60773-5

 

  • S.403f: ADS als Folge von Encephalitis

  • S.407ff: Bei ADHS ist die Glukoseverwertung bei Aufgaben die Konzentration erfordern um 8% niedriger als bei den Kontrollpersonen ohne ADHS. Im präfrontralen und prämotorischen Cortex war die Absenkung am ausgeprägtesten. Nachgewiesen wurde das mit PET (Positron-Emissions-Tomographie).
  • Zwillingsstudie:
    • n: 127 eineiige und 111 zweieiige Zwillinge,
    • Wenn ein eineiger Zwilling ADHS hat, hat der andere in 51% der Fälle auch ADHS
    • Wenn ein zweieiger Zwilling ADHS hat, hat der andere in 33% der Fälle auch ADHS
    • Prävalenz in derr Gesamtbevölkerung je nach Autor 3-10%
  • Bei den meisten erbbedingten psychischen Störungen liegt die Prävalenz bei denen mit der entsprechenden Veranlagung nur bei etwa 50% - das heißt die Umwelt spielt ebenso eine Rolle bei der Entstehung.

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.7

Autor: Somnath Banerjee:

Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents.

InTech, Chapters published June 27, 2013, DOI: 10.5772/50252, Lizenz: CC BY 3.0 (Welt: Volltext)

 

 

B131.8

Autor: Walter Beerwerth:

ADS - das kreative Chaos.

(2012) Freiburg im Breisgau: Herder, ISBN 978-3-451-06387-9
 

Originalausgabe: (2006) Stuttgart: Verlag Kreuz, ISBN 978-3-7831-2704-1

 

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.9

Autor: Manfred Döpfner,
Autor: Stephanie Schürmann,
Autor: Gerd Lehmkuhl:

Wackelpeter und Trotzkopf.
Hilfen für Eltern bei hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten.

(2000, 2., überarb. Aufl.) Weinheim: Beltz, PVU, ISBN: 3621274812
 

Originalausgabe:

 

Dieses Buch habe ich nur flüchtig im Regal der Uni Kassel angesehen und nicht ausgeliehen und durchgelesen, weil schon der Titel auf eine Weise respektlos und beleidigend gegenüber den Kindern mit ADHS ist, daß das reichte, um mir das Buch völlig unerträglich zu machen.

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.10

Autor: Katrin Brandl:

Hans-guck-in-die-Luft und Zappelphilipp in Musikschule und allgemein bildender Schule.
Medizinische Grundlagen, heilpädagogische und soziale Aspekte des Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitäts-Syndrom und seine Beeinflussbarkeit durch Musikerziehung.

(2004) Fernwald: Musikverlag Muth, ISBN: 3929379112
 

 

Auch dieses Buch dient hier als Beispiel für einen Titel der so respektlos ist, daß ich dadurch ein Buch nicht mehr lesen mag

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 

B131.11

Autor: Tanja Dammertz,
Autor: Gesine Müller:

Zappelphilipp und Traumsuse.
Leben mit ADHS.

Spiegel TV Thema
 

Originalausgabe:

 

Ein weiteres Beispiel für einen respektlosen Titel.

Kersti

 

Als Quelle verwendet in:

 


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, https://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de