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erste Version auf "Magie und Parawissenschaften": 15:29, 8. Okt. 2011
hierher übertragen: 10/2014
letzte Bearbeitung: 7/2015

VB160.

Blindes sehen

Der Begriff blindes Sehen, (englisch Blindsight) beschreibt, daß in Fällen von Rindenblindheit (Kortikaler Blindheit), bei der das primäre Sehzentrum der Gehirnrinde einer Person beschädigt ist, so daß sie das Gefühl hat, nichts mehr zu sehen, diese oft dennoch die Wahrnehmungen, die das Auge sieht und die von tieferen Gehirnschichten verarbeitet wurden, korrekt benennt oder korrekt darauf reagiert.1. S.88f

 

Inhalt

VB160.1 Kersti: Blindes sehen: Beschreibung des Phänomens
VB160.2 Kersti: Blindes sehen: Bedeutung in der Diskussion zu Außerkörperlichen Erfahrungen
VB160.3 Kersti: Blindes sehen: Bedeutung in der Diskussion zur Telepathie
VB160. Kersti: Quellen

 
Inhalt

Beschreibung des Phänomens

In der Gehirnrinde, die wir benötigen, um die Daten unserer Sinnesorganen bewußt wahrzunehmen, gibt es zwei Areale, die mit dem Sehen zu tun haben. Am hinteren Ende des Gehirns (Polus occipitalus) beginnt das Projektionsfeld des Sehens und setzt sich den Sulcus calcarinus entlang in der Spalte zwischen den beiden Gehirnhälften (Fissura longitudinalis cerebri) fort. Das Assoziationsfeld des Sehens umgibt das Projetionsfeld auf allen Seiten.2.

Im Falle der Rindenblindheit ist das Projektionsfeld ausgefallen, während das Assoziationsfeld noch ganz oder weitgehend intakt sein kann. Die betroffene Person hat das Gefühl, nichts mehr sehen zu können, ist aber, teilweise in der Lage sichtbaren Hindernissen auszuweichen oder auf Sicht danach zu greifen. Wenn sie sagt, was sie sieht, hat sie das Gefühl, das Gesehene erraten zu haben, auch wenn sich statistisch nachweisen läßt, daß sie zu häufig richtig rät, als daß es Zufall sein könnte. Dieses Phänomen, daß man sieht und entsprechend reagiert, ohne sich des gesehenen Bildes bewußt zu sein, wird als blindes sehen bezeichnet.1. S.88f

Obwohl bei Rindenblindheit kein Seheindruck auftritt, hatte der Betroffene gelegentlich das Gefühl, daß etwas im optischen Raum geschieht und ist sich bewußt, wo das geschieht. Die Reaktion auf optische Stimuli kann durch bewußte Lenkung der Aufmerksamkeit durch die rindenblinde Versuchsperson geringfügig beschleunigt werden. Die Wirkung von unbewußter Lenkung der Aufmerksamkeit mit Hilfe automatischer Auswertungsmechanismen des Gehirns ist jedoch stärker.12.

Im Gegensatz dazu wird bei der Seelenblindheit oder visuellen Agnosie das, was das Auge sieht, bewußt gesehen aber es kann nicht erkannt oder beschrieben werden. Das heißt die Person hat das Gefühl, zu sehen, jedoch kann sie das Gesehene entweder nicht erkennen oder nicht beschreiben, da das Assoziationsfeld des Sehens ganz oder teilweise ausgefallen ist. Dabei können oft bestimmte Arten von Bildern erkannt werden, während andere nicht erkannt werden.3.


Gehirn von außen:
Das Sehzentrum ist gelb markiert. Der dunkelgelbe Bereich ist das Projektionsfeld des Sehens, das bei Rindenblindheit ausgefallen ist. Der hellgelbe Bereich ist das Assoziationsfeld des Sehens, das bei Seelenblindheit ausfällt.
Quelle: Welt: File:Gray756.png aus Gray's Anatomy von 1918. Das Bild ist aufgrund seines Alters gemeinfrei.


Schitt durch die Längsachse:
Der Sulcus calcarinus ist hier als calcarine fissure bezeichnet.
Quelle: Welt: File:Gray757.png aus Gray's Anatomy von 1918. Das Bild ist aufgrund seines Alters gemeinfrei.

 
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Bedeutung in der Diskussion zu Außerkörperlichen Erfahrungen

Im Falle von Außerkörperlichen Erfahrungen wurde vermutet, daß die korrekten Wahrnehmungen während Nahtoderfahrungen auf blindes Sehen, ähnlich wie es bei Rindenblindheit auftritt, zurückzuführen sein könne.1. S.88f

Da im Falle der Außerkörperlichen Erfahrung die Beobachtungen teilweise an Orten gemacht wurden, an denen sie außerhalb des Sichtfeldes der betroffenen Personen lagen und wo sie auch mit Hilfe von Spiegelungen nicht sichtbar gemacht hätten werden können, da sie zu weit weg waren und da sie teilweise zu Zeiten gemacht wurden, in denen das Gehirn funktionsunfähig war, kann die Wahrnehmung nicht durch unbewußte Informationsaufnahme und -verarbeitung erklärt werden. Daneben wurde das Gesehene auch von Blinden, bei denen die Augen selbst funktionsunfähig waren, bildlich wahrgenommen, als würde man es sehen, was im Falle der Blindsight nicht der Fall ist.1. S.89f

 
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Bedeutung in der Diskussion zur Telepathie

Bei Versuchen, wo kein Anlaß zu dem Verdacht besteht, daß Sender oder Empfänger bewußt betrügen wurde vorgeschlagen, daß scheinbar telepathisch empfangene Bilder durch einen Mechanismus ähnlich dem blinden sehen gesehen werden könnten.

Wenn man Bilder, die man telepathisch empfangen hat, "sieht", hat man nicht das Gefühl, sie mit den Augen gesehen zu haben. Die Bilder haben eher Ähnlichkeit mit Vorstellungen, die man sich macht, obwohl man nicht das Gefühl hat sich aktiv Vorstellungen zu machen, sondern das Gefühl hat, die Bilder würden von alleine entstehen, während man versucht passiv zu bleiben und seinen Geist leer zu machen.4., 5., 6.

Wenn ein Mensch sich ein Bild vorstellt, werden hierbei dieselben Bereiche der Gehirnrinde aktiviert, als wenn er diesen Gegenstand sehen würde, daher müssen alle Bereiche der Gehirnrinde, die zum sehen nötig sind, auch funktionsfähig sein, damit solches telepathisches Empfangen möglich ist.

Es wurde angenommen, daß scheinbar telepathisch empfangene Bilder durch einen Mechanismus ähnlich dem blinden sehen gesehen werden könnten. Um eine vollständige Erklärung zu haben, muß man jedoch folgendes annehmen:
Wenn der Sender sich im selben Raum befindet und das zu sendende Bild aufgemalt vor Augen hat, ist es denkbar, daß man den scheinbar telepatisch gesehenen Gegenstand auch real gesehen haben könnte, ohne diese primäre Wahrnehmung bewußt als solche registriert zu haben. Es könnte sich beispielsweise um eine unauffällige Spiegelung auf einer Glaskugel, im Augapfel einer anderen Person oder auf sonstigen spiegelnden Oberflächen handelt, die man nicht bewußt registriert hat, obwohl sie durchaus im Blickfeld lag. Bis hierher ist dies ähnlich wie beim blinden sehen. Diese zunächst unbewußte Wahrnehmung könnte dann, nachdem sie in tieferen Gehirnschichten als das gesuchte Objekt identifiziert wurde, an das hier ja intakte Projektionsfeld und das Assoziationsfeld des Sehens zurückgemeldet werden, wodurch es ähnlich einer Vorstellung vor dem inneren Auge erscheinen und dann wie ein gesehenes Bild erkannt, beschrieben oder gemalt werden könnte.

Diese Annahme erscheint für einige der Experimente zur Telepathie durchaus plausibel, da Sender und Empfänger sich im selben Raum aufhielten und der Sender das Original in gezeichneter Form vor Augen hatte4., 5., 7., 8., 9., 10.. In anderen Fällen befanden sich Sender und Empfänger nicht in demselben Raum, daher kann diese Interpretation hier nicht zutreffen6., 10., 11.. Unabhängig davon, ob Sender und Empfänger sich in demselben Raum aufhielten, wurden vergleichbare Ergebnisse erhalten. Daher liegt die Deutung nahe, daß auch wenn sich Sender und Empfänger im selben Raum aufhielten, die Informationen auf dieselbe Weise übertragen wurden wie in Fällen, wo sie sich in demselben Raum aufhielten.

Wenn das zu sendende nicht aufgezeichnet wird, wie in den Telepathieversuchen, die wir als Kinder gemacht haben, scheidet die Erklärung durch blindes Sehen ebenfalls aus.
V116. Kersti: Telepatische Spiele

 
Inhalt

Bedeutung im Zusammenhang mit der visuellen Verarbeitung von Gedanken

In meinen Gedankenkristall-Artikeln beschreibe ich, daß ich vernetzt denke und daß hierbei offensichtlich auch das die Zentren, die wir sonst zum sehen verwenden, verwendet werden, so daß weniger Kapazität zur bewußten Verarbeitung visueller Reize zur Verfügung steht. Das führt dann dazu, daß bestimmte visuelle Daten weniger genau verarbeitet werden und ich oft Leute, denen ich begegne nicht erkenne, obwohl ich ihre Gesichter durchaus so genau zeichnen kann, daß andere Leute sie wiedererkennen. Es ist also die Funktion zum Gesichter erkennen beeinträchtigt, aber nicht die zum sehen von konkreten Formen und Details.

 
Inhalt

Quellen

Kersti

VA3. Kersti: Warum spirituelles Lernen so irritierend ist
VA5. Kersti: Gefährliche Formen der Aufklärung
VA28. Kersti: Was ist ein magisches Ritual?
VA29. Kersti: Satire: Das Gott-Syndrom
VA30. Kersti: Der Unterschied zwischen Meinungsbildung und Pauken
VA33. Kersti: Real ist, was nicht verschwindet, wenn man nicht mehr daran glaubt?
VA34. Kersti: Ist alles Leben Leiden?
VA35. Kersti: Ich kenne keine Langeweile
VA38. Kersti: Gibt es Zufall?
VA39. Kersti: Wie funktioniert Reinkarnation?
VA40. Kersti: Gibt es Hinweise auf technische Hochkulturen, die vor unserer existierten?
VA43. Kersti: Randomisierte Doppelblindstudien - braucht man noch andere Methoden in der Medizin?
VA58. Kersti: Was man lernen muß, um sich zu erinnern, ist seine früheren Leben als solche zu erkennen
VA122. Kersti: Erkenntnistheorie: Was ist Wahrheit?
VA125. Kersti: Fehlertypen in der Wissenschaft
VA126. Kersti: Forschungsstrategien: Wenn ein Mediziner, ein Physiker und ein Historiker sich mit demselben medizinischen Thema beschäftigen, kommt nicht dasselbe dabei heraus
VA127. Kersti: Um das wissenschaftliche Weltbild der Fachleute realistischer zu machen, brauchen wir viel mehr auswertende Forschung
VA128. Kersti: Wer sollte die Forschung in der Medizin betreiben?
VA136. Kersti: Was ist eine Wissenschaft?
VA137. Kersti: Esoterik ist keine Wissenschaft
VA138. Kersti: Homöopathie ist eine Wissenschaft
VA139. Kersti: Wissenschaftsforschung
VA178. Kersti: Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht allwissend sein"
VA180. Kersti: Glossar der auf Kerstis Internetseite verwendeten Begriffe
VA197. Kersti: Entwicklungs- psychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten
VA198. Kersti: Konzeptionelle Probleme in der Forschung zur Telepathie
VA205. Kersti: Ist nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen denkbar daß Atlantis und Mu (Lemuria) existiert haben?
VA206. Kersti: Reinkarnierte außerirdische Ingenieure?
VA211. Kersti: Sucht ist, wenn man etwas an einer Stelle sucht, wo es nicht zu finden ist
VA237. Kersti: Das Dimensionen- verständnis- problem
VA243. Kersti: Unbewußte schwarze Magie
VA259. Kersti: Gibt es einen Unterschied zwischem geistigem Heilen und dem Placebo-Effekt?
VA276. Kersti: Doppelblindstudien: Warum viele Wünschelrutengänger unwirksame Entstrahlungsgeräte bauen am Beispiel Pohl
VA297. Kersti: Ist Rationalismus das Gegenteil von Mystik?
VA298. Kersti: Wissenschaftliche und esoterische Erforschung des Feinstofflichen
VA299. Kersti: Verschiedene Möglichkeiten, Wissen aus den feinstofflichen Ebenen hierherzubringen
VA306. Kersti: Was bringt einen halbwegs vernunftbegabten Menschen dazu einen solchen Mist zu glauben?
VB7. Kersti: Danke für Kritik
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB50. Kersti: Entwicklungspsychologie: Weltbild-Stufen
VB53. Kersti: Ockhams Skalpell dient nicht dazu die richtigste Theorie auszuwählen, sondern dazu, die nützlichste Theorie zu finden
VB56. Kersti: Verschiedene Formen des Ahnung habens
VB57. Kersti: Die Fehler der GWUP am Beispiel von Sitchin
VB63. Kersti: Zu wissen, was nicht erforscht und noch nicht erforschbar ist, ist wichtig
VB66. Kersti: Warum es keine Skeptikervereine gibt, die meinen Ansprüchen genügen
VB101. Kersti: Wenn Bestellungen beim Universum plötzlich nicht mehr funktionieren
VB102. Kersti: Wann und wie erinnern sich Menschen an frühere Leben
VB103. Kersti: Wie wissenschaftlich kann Esoterik werden?
VB106. Kersti: Reinkarnationstherapie - Verschiedene Formen, mögliche Irrtümer
VB107. Kersti: Eine Geistheilerausbildung braucht drei Elemente
VB121. Kersti: Hauptfehlerquellen bei Channelings und anderen Methoden, Wissen aus der geistigen Welt und höheren feinstofflichen Welten zu erhalten
VB130. Kersti: Warum die Esoteriker immer noch an Auras glauben
VB145. Kersti: Das Verhältnis zwischen Glauben und Realität
VB152. Kersti: Sprüche, die fassungslos machen: "Mißbrauchsbeschuldigungen: Wahrheit oder Rache?"
VB153. Kersti: Geistlesungen
VB154. Kersti: Wenn eine Welt die Dualität verläßt
VB155. Kersti: Menschen, die beim Aufarbeiten helfen und Menschen, die es behindern
VB156. Kersti: Die Organisation des Ichs
VB157. Kersti: Planung aufgrund einer Übersicht über die bisher bekannten Zukunftsmöglichkeiten und ihre Tücken
VB158. Kersti: Therapie von Multiplen Persönlichkeiten und die Angst des Therapeuten vor seinem multiplen Patienten
VB159. Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Außerkörperlichen Erfahrung mit Beobachtung der materiellen Erde
VB160. Kersti: Blindes sehen
VB161. Kersti: Wissenschaftliche Experimente zur telepathischen Bildübertragung
VB162. Kersti: Spiegelungen in den Augen und auf anderen spiegelnden Oberflächen als eine mögliche Quelle des Betrugs oder unbewußten Selbstbetrugs in der Parapsychologie
VB163. Kersti: Wie ich meine feinstofflichen Wahrnehmungen erlebe
VB164. Kersti: Einfluß der Überzeugungen auf Ergebnisse von PSI-Experimenten
VB165. Kersti: Muskellesen
VB166. Kersti: Die Bedeutung der Kryptomnesie für die parapsychologische Wissenschaftliche Forschung
VB167. Kersti: False Memories - falsche Erinnerungen und wie sie entstehen
VB172. Kersti: Statistische Daten zur Häufigkeit spiritueller Überzeugungen
VB173. Kersti: Mütterliche Impression
VB174. Kersti: Körper und Seele
VB175. Kersti: Prinz Galitzins Homburger Prostituierte, die unter Hypnose auf französisch von einem Mord aus einem Leben als Adelige in der Bretangne erzählte
VB176. Kersti: Die Fantasy-Prone Personality und der Unterschied zwischen spirituellen Erfahrungen und Fantasieprodukten

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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