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erste Version zwischen dem 01.05.2000 und dem 07.06.2000
letzte Überarbeitung: 9/2006

V146.

Wahre Weisheit klingt naiv

Oft, wenn ich etwas sage, was ich als anwendbar und gut erlebt habe, bekomme ich darauf eine Antwort, die mir verrät, daß der andere mich für einen Menschen hält, der in diesem Leben noch nicht viel Schlechtes erlebt hat und deshalb einem naiven Kinderglauben anhängt.

Das ist im Grunde kein Wunder: kleine Kinder sagen tatsächlich oft sehr ähnliche Dinge. Sie haben sie aus der höheren Wirklichkeit mitgebracht - von wo aus alles viel einfacher aussieht, als es im Leben tatsächlich ist. Auch ich habe als Kind den Erwachsenen die Dinge zu erklären versucht, die mir auch heute noch als naiv angekreidet werden. Damals war ich naiv.

Und doch ist es jetzt etwas Anderes. Als Kind konnte ich es nicht so umsetzten, daß Andere es verstehen konnten. Weil ich die schlechten Erfahrungen meiner Schulzeit noch nicht gemacht hatte, und deshalb die Nöte und Ängste der meisten Menschen auf der Erde nicht nachvollziehen konnte. Jetzt habe ich gelernt, Zweifel zu verstehen und was es heißt, am Rande seiner Kräfte zu stehen. Ich habe erlebt, was es heißt, keine Hoffnung zu haben und dennoch weiterzukämpfen - und daß es, wenn ich keine Hoffnung sehe, trotzdem weitergeht. Und in der Zeit zwischen dem dritten Schuljahr und dem Abitur hatte ich diesen naiven Kinderglauben fast völlig verloren.

Und jetzt, als Erwachsene komme ich auf dieselben Aussagen zurück - weil sie stimmen. Ich kenne drei Menschen, die gesund sehr alt geworden sind. Sie hatten alle kein leichtes Leben - und alle hängen sie diesen scheinbar naiven Ansichten an, die auch ich vertrete, die auch Jesus vertreten hat.

Kersti

V8. Kersti: Eine merkwürdige Faszination für Jesus
V19. Kersti: Stellt euch vor: es ist Krieg und keiner schießt
V56. Kersti: Die Unbesiegbarkeit des Guten und der Wahrheit
V105. Kersti: Das Gute wirkt nach anderen Gesetzen
V111. Kersti: Warum ich "gut" mit "vernünftig" gleichsetzte
V141. Kersti: Eine andere Gewaltenteilung: Krieger und Heiler
V142. Kersti: Das Böse ist von Angst erfüllt
V143. Kersti: Der Zweck heiligt die Mittel?
V145. Kersti: ... eine in den Raum gesprochene Bitte
V159. Kersti: Warum ich nicht hasse
V212. Kersti: Was ist Freiheit?
V248. Kersti: Spielverderber - oder - Wer sind die Guten?
V265. Kersti: Der Unterschied zwischen Kopfblind und verblendet
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V285. Kersti: Keine Liebe ohne "Nein"
V286. Kersti: Licht zieht Dunkel an
V317. Kersti: Meine Reaktion auf die Bibel
V318. Kersti: Option: "Und ich hatte doch recht gehabt!"

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.