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erste Version vor: 26.02.01
letzte Überarbeitung: 3/07

V213.

Was unterscheidet eine Ideologie von einem gesunden Weltbild?

Als Ideologen bezeichnet man Leute, die, wenn man ihre Ideologie anhand eines praktischen Beispiels kritisiert, sagen, daß die von ihnen favorisierte Lehrmeinung doch so und so sei, und das sei richtig, ohne auf dieses Beispiel einzugehen. Unter diese Kategorie sind beispielsweise Leute einzuordnen, die statt eine Meinung sachlich zu widerlegen, ein Bibelzitat bringen und mit großer Selbstverständlichkeit erwarten, daß das auch in anderen Bereichen als der Bibelkunde als absoluter Beweis akzeptiert wird. Oder als Leute, die auf den Beweis, daß die Lehrmeinung falsch sei, antworten: "Aber man muß doch den Fachleuten vertrauen." Und mit diesen Worten verrät der Ideologe seine grundsätzliche Schwäche: Er wagt es nicht, selbsständig zu denken.

Eine Ideologie ist also ein Weltbild oder ein Teilbereich eines Weltbildes, der von seinem Anhängern, den Ideologen nicht an der Realität überprüft wird.

Wie verhindert man die Überprüfung einer Ideologie an der Realität?

Manche Ideologien verhindern diese Überprüfung, indem sie im Kreis argumentieren. Behauptung A beweist die Richtigkeit von Behauptung B. Behauptung B die Richtigkeit von Behauptung C. Und so weiter, das ganze Alphabeth durch. Und Behauptung Z schließlich beweist wieder Behauptung A. Einem aufmerksamen Beobachter würde natürlich auffallen, daß ein solches "im Kreis diskutieren" nichts beweist, außer daß die betreffende Ideologie in sich widerspruchsfrei ist. Und - es gibt einige in sich widerspruchsfreie Ideensysteme, die nichts mit der Welt zu tun haben, in der wir leben. Ja, die nicht einmal von sich behaupten, ein Weltbild zu sein. In der Mathematik werden solche Systeme beispielsweise gerne entworfen. Auch die Fantasy hat sich dergleichen zum Sport erhoben.

Eine andere Möglichkeit, diese Überprüfung an der Realität zu verhindern, besteht darin, eine solche Überprüfung bei Strafe zu verbieten.
Beispiele: "Wer das nicht glaubt, kommt in die Hölle.". Oder indem Leute, die die Lehrmeinung in Frage stellen, ins Gefängnis kommen, als Hexe verbrannt werden oder auch nur keine Chance auf begehrenswerte Posten haben, oder wenn sie einfach aus der Klassengemeinschaft in der Schule ausgeschlossen werden.

Wenn man Leute zu Ideologen machen will, ohne sich dafür zu interessieren, welcher der vielen möglichen Ideologien sie am Ende anhängen, kann man das erreichen, indem man sie mit so vielen schwer überprüfbaren Lügen zuschüttet, daß sie sich durch die Aufgabe, die Wahrheit aus dieser Masse an Lügen herauszufinden, einfach überfordert fühlen und deshalb die Wahrheitssuche aufgeben und aus purer Verzweiflung eines der vielen Lügengebäude - also Ideologien - einfach auswendig lernen.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.