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erste Version: 3/2016
letzte Bearbeitung: 3/2016

VB186.

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VB186. Kersti: Text
VB186. Kersti: Quellen

 
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Text

Hass ist verdrehte Liebe.

Allerdings kann zwar eine Beziehung abgebrochen aber Liebe eben nicht verworfen werden. Liebe ist ewig. Nur Beziehungen sind wandelbar. Wenn man meint, man hätte Liebe verworfen, hat man sie entweder verdreht (Haß) oder aber es war von vorneherein keine Liebe.

Wenn aus einem Gefühl Rache und Haß geworden sind, hat man längst zu lange gewartet. Das gesunde Gefühl ist Wut als Reaktion auf einen konkreten Angriff oder Übergriff und wenn die Wut sofort in eine angemessene und wirksame Maßnahme zur Behebung des Problems übersetzt wird, verraucht sie auch sofort.

Beispielgeschichte, Kersti:

"Wie kann man nur so dumm sein, ein so empfindliches Teil zwischen die Zähne von einem Menschen zu stecken, den man gerade so wütend gemacht hat?"

Ich war zwischen vier und fünf Jahren alt und begegnete in den Feldern bei dem Dorf wo ich damals lebte einem Mann, der mir drohte, meine kleine Schwester umzubringen, die damals noch ein Baby war, wenn ich nicht täte, was er will. Zunächst verhielt ich mich so passiv und nachgiebig wie möglich, weil ich noch keine Chance sah, etwas zu unternehmen. Er warf mich mit ziemlicher Gewalt zu Boden, was mich davon überzeugte, daß er bestimmt keine Hemmungen hätte, mich zu ermorden. Also mußte jede Maßnahme, die ich ergriff, so wirksam sein, daß er so etwas nachher nicht mehr konnte.

Der Mann machte seinen Hosenschlitz auf, holte seinen Penis heraus und befahl mit, den in den Mund zu nehmen und daran zu lecken. Ich war fassungslos!
"Wie kann man nur so dumm sein, ein so empfindliches Teil zwischen die Zähne von einem Menschen zu stecken, den man gerade so wütend gemacht hat?"
Ich wußte ich durfte keine halben Sachen machen und biß mit voller Kraft zu. Wie fest das ist, kann sich nur vorstellen, wer den Unterschied zwischen Bissen im Spaßkampf, wo die Beißhemmung aktiv ist - es bleiben nicht einmal Spuren zurück, Bissen wenn die Beißhemmung nicht mehr wirksam ist - das führt zu blauen Flecken - und Bissen, wenn man in Lebensgefahr auf auf die Kraftreserven zugreift, die normalerweise nicht nutzbar sind, weil sonst die Gefahr bestünde, die Gelenke zu schädigen, kennt. Sofort hatte ich den ganzen Mund voller Blut, der Mann schrie, sprang auf, rannte weg und rief:
"Du hast mich umgebracht!"
Mein erster Gedanke war:
"Das geschieht ihm recht!" und Schadenfreude.

Dann stand ich auf und war verwirrt. Ich hatte noch nie einen so unvernünftigen Erwachsenen erlebt! Er hatte gesagt: "Du hast mich umgebracht!" und das war ganz offensichtlich falsch, denn wer so laut schreien und so schnell wegrennen kann ist ganz bestimmt nicht tot! Und der ganze Rest der Geschichte war noch viel bescheuerter. Erst macht er mich so wütend wie ich in meinem ganzen Leben noch nicht gewesen war und dann steckte er mir das empfindlichste Teil zwischen die Zähne was ein Mann hat. Unglaublich!

Als nächstes erinnerte ich mich an meine eigenen Gedanken und Gefühle. Er hatte gesagt: "Wenn du nicht tust was ich dir sage, bringe ich deine Schwester um die Ecke!" und sofort war ich in einem völlig anderem Bewußtseinszustand gewesen. Es war ein Zustand der inneren Ruhe, verbunden mit einer stahlharten Entschlossenheit, einem eiskalten, sehr ruhigen Zorn. Zunächst konnte ich nichts tun, daher entspannte ich mich völlig und ging mit allem mit, was er mit mir tat, ohne den geringsten Widerstand zu leisten. Ich registrierte jedes Detail der Situation, beobachtete alles in meiner Umgebung und wartete. Wartete. Dann ergab sich die Chance und ich handelte mit einer mörderischen Entschlossenheit. Wenn sich eine Gelegenheit ergeben hätte, ihn zu ermorden, wäre er jetzt tot. Da war kein Zweifel möglich.

Ich hatte einen Charakterzug in mir entdeckt, der mich bis ins Mark erschreckte und mit dem ich mit meiner damaligen Lebenserfahrung aus einer behüteten Kindheit auch nicht umgehen konnte. Ich wollte doch keine Leute ermorden! Ich verdrängte das völlig.

Es muß einen Grund gegeben haben, warum ich in meiner frühen Kindheit eine so extrem pazifistische Phase hatte ... ;-)

Mit meiner heutigen Lebenserfahrung als Erwachsene, die ein paar mehr sehr verschiedene lebensgefährliche Situationen erlebt hat, ist es natürlich gar kein Problem mehr mit dieser Erinnerung umzugehen. In jeder dieser lebensgefährlichen Situationen habe ich mich erfolgreich geschützt, und außer in dieser Situation wurde in keiner anderen Situation jemand ernsthaft verletzt. Daher weiß ich, daß ich zwar immer diese tödliche Entschlossenheit habe, alles notwendige zu tun, daß ich aber niemals überreagiere. Ich kann einen Angreifer töten und werde das auch tun, wenn es nötig ist. Wenn ich das tue, dann war das, was der Angreifer vorhatte, nicht harmloser als Mord und es gab keine Möglichkeit, sich beispielsweise einfach aus der Situation herauszureden oder die Situation durch einen Bluff zu lösen.

Für die weiteren Überlegungen muß man sich darüber im Klaren sein, daß solche Kinderschänder meist im Laufe ihres Lebens mehrere hundert Kinder mißbrauchen, von denen die viele nicht die persönlichen Resourcen haben, damit ohne seelischen Schaden fertig zu werden. Kinderschänder lassen sich erfahrungsgemäß durch Gefängnisstrafen nicht davon abhalten weiterzumachen.

Eine Therapie eines solchen Problems ist normalerweise langwierig, daß hinter pädophilen Neigungen, die so unwiderstehlich sind, daß die Strafandrohung durch die Behörden nicht ausreichend wirksam ist, normalerweise komplexe Probleme stehen die sich nur in jahrelanger intensiver therapeutischer Arbeit beheben lassen. Normalerweise steht dahinter, daß der Täter selber sexuell mißbraucht wurde und, die traumatischen Gefühle die er damals hatte, verdrängt hat. Und damit man mit einer solchen therapeutischen Arbeit überhaupt beginnen kann, muß der Betroffene begriffen haben, was für ein massives Problem hat und es selber beheben wollen. Der Therapeut kann seinen Patienten nur ermutigen, ihm die Arbeitsmethodik vermitteln und im übertragenen Sinne Händchen halten - die Arbeit muß der Patient selber machen. Wenn er nicht von sich aus hart arbeiten und sich den dahinterstehendem seelischen Leid stellen will, dann besteht keine Chance, das Problem therapeutisch anzugehen.

Wie auch immer, wenn man sich jetzt überlegt, welche Wirkung meine Reaktion auf diesen Kinderschänder wohl gehabt haben mag, dann ist ganz klar: Wenn es eines gibt, was ihn davon abhalten kann, so etwas je wieder zu versuchen, dann ist es die Erfahrung daß sich das vermeintlich hilflose Opfer plötzlich in ein mörderisches Ungeheuer verwandeln könnte. Wahrscheinlich hat es also sehr viele andere Kinder davor geschützt, Erfahrungen zu machen, mit denen sie nicht klar gekommen wären. Da er das krankhaft verzerrte Bedürfnis immer noch hat, aber es nicht mehr so problemlos umsetzen kann, hat sich sein Leidensdruck erhöht, das heißt, die Chancen, daß er es mit einer Therapie versucht, haben sich dadurch deutlich verbessert.

 
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Gibt es zerstörerische liebe

Wenn es zerstörerisch, ist es keine Liebe, sondern irgend etwas anderes.

Manche Leute sagen, sie lieben ihre Kinder und mißbrauchen diese als Familientherapeuten, indem sie ihnen ihre erwachsenenprobleme aufbürden und es nicht dulden, daß sich das Kind dem entzieht. Damit lernt das Kind, wenn es jemanden therapiert, hieße das, der würde ihn lieben. Was Unsinn ist: Der Patient ist in einer Therapie ganz mit sich selbst beschäftigt, er schenkt niemandem Liebe! In einer Therapie fließt Liebe nur in eine Richtung: vom Therapeuten zum Patienten. Wenn sie etwa ausgeglichen in beide Richtungen fließt, ist es eine Freundschaft. Das Kind lernt in einer solchen Kindheit, daß es alle Leute in seiner Umgebung therapieren muß und es nicht sagen darf, wenn es sich überfordert fühlt. In diesem Fall sagt also ein Elternteil, es liebt sein Kind, tatsächlich läßt er das Kind hart arbeiten und zwingt es seine eigenen bedürfnisse zu mißachten.

Beispielsweise in vielen Varianten.

 
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Eifersucht und Mißtrauen sind keine Folge von Liebe

Nein. Weder Eifersucht noch Mißtrauem haben auch nur das geringste damit zu tun, ob Liebe einseitig oder überhaupt auf einer von beiden Seiten vorhanden ist.

Eifersucht ist auf einen Menschen projizierte Besitzgier. Sie kann vorkommen wenn beide Partner einander herzlich lieben und führt da zu viel Leid. Es kommt oft vor daß in einer Beziehung wo einer mehr liebt als der andere Partner, derjenige Partner der erkennbar weniger liebevoll und freundlich handelt oder sogar fremdgeht gleichzeitig eifersüchtig den Partner überwacht, der sich nichts zuschulden kommen lassen hat. Das ist zumindest das, was ich so am häufigsten an konkreten Eifersuchtsgeschichten gehört habe. Eifersüchtig ist also häufig nicht der betrogene Partner sondern der Betrüger.

Beispielgeschichte, Kersti:

Eine andere Variante zum Thema Eifersucht habe ich in meinem letzten Leben erlebt. Damals wuchs ich als Halbwaise auf. Mein Vater war im ersten Weltkrieg gefallen bevor ich zur Welt kam. Jedenfalls lernte ich als elfjähriger einen wohlhabenden Mann kennen, der sich vornahm, bei mir Vaterstelle einzunehmen und mich nach Kräften zu fördern. Letztlich kam das Gegenteil dabei heraus, denn er hatte sich, obwohl ihm das damals noch nicht bewußt war, bereits als er mich kennenlernte in etwas verstrickt, das so bösartig und gefährlich war, wie man es sich kaum vorstellen kann. Letztlich hat er mich da mit hineingezogen und ich wurde im Laufe der Jahre immer wieder und wieder gefoltert, ohne daß er etwas dagegen unternehmen konnte.

Als junger Erwachsener lernte ich andere Männer kennen, die mir wesentlich besser helfen konnten, weil sie nicht so in diese Probleme verwickelt waren. Als ich ihm davon erzählte, war mein väterlicher Freund sehr eifersüchtig. In diesem Fall handelte es sich bei seiner Eifersucht im Grunde um seine Minderwertigkeitskomplexe, weil er sich als absoluter Versager fühlte. Seine Liebe aber brachte ihn dazu, daß er meine Freundschaft mit diesen anderen Männern auf die er so eifersüchtig war, unterstützte. Die Liebe hat mir geholfen, die Eifersucht hatte mit der Liebe nur am Rande etwas zu tun.

Kersti

 
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Quellen


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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