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erste Version zwischen: 16.5.01 und 29.08.01
letzte Überarbeitung: 4/07

V283.

Die Billigsten sind oft die Besten...

Beispielgeschichte, Kersti:

Als ein Freund, der jetzt mein Ehemann ist, mich fragte, welchen von den vielen Reiki-Meistern er denn für seinen Reiki-1-Kurs auswählen solle, gab ich ihm den Ratschlag, er solle doch am unteren Ende der Preisskala beginnen und sich die Leute anschauen. Und dann denjenigen unter den Billigeren nehmen, der den besten Eindruck auf ihn machte. Wir - ich machte später auch dort meine Reiki-Einweihungen, blieben bei dem Billigsten hängen - und nicht nur das, je mehr wir über ihn erfuhren, desto klarer war für uns, daß wir damit eine sehr gute Wahl getroffen hatten. Der betreffende Reiki-Meister (Einar Stier, Rodetal 24, Homepage) hatte die Meistereinweihungen der meisten Reikirichtungen (Irgendwann einmal meinte er, als wir darüber redeten, wie übertrieben es wäre, mit solchen Urkunden anzugeben, er könnte mit Einweihungsurkunden das Zimmer tapezieren). Er kannte alle wesentliche Literatur dazu. - Doch abgesehen von dem geringen Preis, war in seinen Kursen für die von weiter her kommenden auch noch die Übernachtung in seiner Wohnung (mit eigenem Schlafsack auf dem Fußboden) mit inbegriffen. Gekocht wurde gemeinsam in seiner Küche, teils mit von den Teilnehmern mitgebrachtem Essen teils aus seinen Privatvorräten. Reikibehandlungen gab er auf Spendenbasis. Was hieß, daß es die notfalls auch kostenlos gab.

Eines Tages beschossen mein Mann und ich, daß wir Wünschelrutenkurse machen wollten. Es sollte Grifflängensystem sein - und in dem Bereich fand ich zuerst nur ein Angebot. Ein Wochendendkurs für 400,-DM. Im Nachhinein bin ich mit dem Kurs nicht sonderlich zufrieden. Er war oberflächlich. Alles was dort gelehrt wurde, hatte ich Jahre zuvor schon in einer zweistündigen kostenlosen AG gelernt. Und ansonsten betrieb er zu viel Selbstbeweihräucherung. Immerhin aber hatte er in seinem Kursbegleitheft ausführliche Literaturangaben, die ich durchforsten konnte. Ich bestellte mir einige der Bücher und fand dabei heraus, daß Reinhard Schneider der von mir gesuchte Erfinder der Grifflängentechnik war. Also fuhren wir zu einem Kurs von ihm. Kosten: 200,-DM, mehr als drei mal so viel Inhalt und der auch noch wissenschaftlich korrekt.

Diese Beispiele mögen fürs erste reichen. - Aber mir würde natürlich noch mehr dazu einfallen...

Viel interessanter ist allerdings die Frage, warum das so ist. Bei unserem Reiki-Meister ist es recht klar: Beruf: Reiki, wichtigstes Hobby: Reiki. Dann noch eine Menge Idealismus. Klar daß er nicht allzuviel Geld für eventuell teure Hobbys braucht. Und es ist auch die Erklärung dafür, daß er sehr viel und lange arbeitet.

Nun ja - und wenn man einen sehr guten Fachmann sucht, dann sind genau das die Eigenarten, die es einem Menschen ermöglichen, zu einem sehr guten Fachmann zu werden. Billige Kurse garantieren nicht dafür, daß der, der sie gibt, gut in seinem Fach ist. Er könnte ja auch am Material gespart haben... Aber die guten Fachleute wird man oft am unteren Ende der Preisskala finden.

Im Falle von Reiki- und Wünschelruten, ist es natürlich so, daß mehr als ein Kursleiter nicht gebraucht wird, da nicht genug Interesse an solchen Kursen besteht, daß ein Kursleiter auch problemlos hundert Teilnehmer zusammenbekommen würde. Und seine Arbeitskraft ist das teuerste ist, was im Kurspreis eine Rolle spielt. In dem Augenblick, wo ein solcher Kurs wesentlich besser wird, wenn genug teures Material besorgt wird, oder wenn auf einen Kursleiter zehn oder hundert Teilnehmer kommen könnten, weil genug Leute am Angebot interessiert sind, ist für einen guten Kurs ein höherer Mindestpreis nötig als für einen schlechten und die Faustregel ist nicht mehr anwendbar.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.