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3/2015

VB170.

Sexuelle Übergriffe und was sie verhindert

Inhalt

VB170.1 Kersti: Wenn Autoritätspersonen sexuelle Übergriffe für sozial akzeptabel und erlaubt halten
Oder: Manchmal helfen nur Schläge

VB170.1.b1 Kersti: Ich habe mich so geekelt, daß ich von ihm weggeschaudert bin
VB170.1.b2 Kersti: Aus einem Reflex heraus eine Ohrfeige
VB170.2 Kersti: Konstruktive Kritik - oder - wer nicht erklärt, was der andere besser machen muß, tut ihm Unrecht, indem er ihn bestraft und dann eine Besserung erwartet
VB170.2.b1 Kersti: Der ekelhafte Lehrer und die Kritik seiner Schulklasse
VB170.2.b2 Kersti: Asperger: Ich weiß nicht, wovon sie reden
VB170.3 Kersti: Text
VB170. Kersti: Text
VB170. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Wenn Autoritätspersonen sexuelle Übergriffe für sozial akzeptabel und erlaubt halten
Oder: Manchmal helfen nur Schläge

Manchmal ist eine aggressive Reaktion sinnvoller als eine die nicht aggressiv ist:
Zwei Beispiele aus der Nachkriegszeit, Jugendliche, die gegen Ende des zweiten Weltkrieges geboren und auf dem Land oder in Kleinstädten aufgewachsen sind

Ich habe mich so geekelt, daß ich von ihm weggeschaudert bin

Eine Bekannte von mir hatte in der Nachkriegszeit einen Lehrer, der bekannt dafür war, daß er die Schülerinnen belästigte. Als dieser die Bekannte auf eine Weise berührte, die von ihr als sexueller Übergriff empfunden wurde rutschte sie angeekelt weg. Von da ab tat der Lehrer alles, damit sie im Unterricht nicht zurechtkommen konnte und sie hatte nachher eine fünf in diesem Fach. Schließlich mußte sie die Schule verlassen weil die Situation für sie nicht mehr erträglich war.

Erst Jahre später wurde dieser Lehrer wegen Übergriffen auf andere Schülerinnern vom Dienst suspendiert.

Aus einem Reflex heraus eine Ohrfeige

Eine weitere Bekannte hatte ebenfalls so einen ekelhaften Lehrer - und als er sie so anfaßte, gab sie ihm aus einem Reflex heraus eine Ohrfeige. Das gab einen Skandal, der damit endete, daß der Lehrer wegen seiner regelmäßigen sexuellen Übergriffe gegen Schülerinnen von der Schule flog. Die Bekannte machte schließlich Abitur.
Das angeekelt zurückschaudern der ersten Schülerin, hatte einige negative Effekte: Positives hat ihr ihre angeekelte Reaktion ihr dagegen nicht eingebracht.

Die Ohrfeige hat keinen erkennbaren Schaden angerichtet: Der Lehrer war körperlich nicht verletzt worden, so daß er nicht mehr als ein paar Minuten etwas davon merkte. Es war also eine angemessene und angemessen dosierte Reaktion auf einen körperlichen Übergriff.

Sie hatte aber einige positive Effekte:

In beiden Fällen wurde allerdings das Verhalten des Lehrers zu spät gestoppt: er war schon bei körperlichen Übergriffen angekommen und hatte diverse andere Schülerinnen ebenfalls auf diese Weise belästigt. In beiden Fällen wurde dem Lehrer erlaubt, von harmloseren Handlungen bis zu einem Verhaltensmuster fortzuschreiten, das ihm letztlich die Stelle gekostet hat, ehe man ihn gestoppt hat. Auch die Ohrfeige kam also für den Lehrer zu spät, denn er war sich seiner Schuld nicht bewußt und brachte die Geschichte selbst vor die Schulkonferenz.

Gleichzeitig haben beide Lehrer auf eine Verhaltensweise, die unzweifelhaft als "Das will ich nicht!" oder "Nein!" zu verstehen sind, nicht damit reagiert, daß sie die Ablehnung als berechtigt akzeptiert haben, sondern indem sie sie als unberechtigt geahndet haben. Der zweite Lehrer war offensichtlich sogar der Ansicht, daß die anderen Lehrer mit ihm einer Meinung sein müßten. Sie kamen beide überhaupt nicht auf den Gedanken, daß Schülerinnen ein Recht haben, sexuelle Wünsche eines Lehrers abzulehnen.

Und das wiederum zeigt, daß sie eindeutig illegale Verhaltensweisen offensichtlich sowohl für legal als auch für sozial akzeptabel gehalten haben.

Ein anderer Grund, warum ein Kind manchmal nur, wenn es zuschlägt, verstanden wird, hat damit zu tun, daß Kleinkinder sich sprachlich noch sehr viel ungenauer ausdrücken als Erwachsene. Sie sind deshalb manchmal hilflos, wenn ise alles mit Worten klären sollen.
VB67.2.2 Kersti: Die Ohrfeige

 
Inhalt

2. Konstruktive Kritik - oder - wer nicht erklärt, was der andere besser machen muß, tut ihm Unrecht, indem er ihn bestraft und dann eine Besserung erwartet

Eine Generation später, also während meiner Schulzeit geschah Folgendes:
Beispielgeschichte, Kersti:

Der ekelhafte Lehrer und die Kritik seiner Schulklasse

Zu meiner Gymnasialklasse waren unsere Lehrer sich einig, daß wir eine gute Klassengemeinschaft hätten, während wir Schüler uns einig waren, daß wir keine richtige Klassengemeinschaft hätten. Ich deute das so, daß wir Schüler offensichtlich aus der Grundschule intensivere Klassengemeinschaften gewohnt waren, in denen sie gelernt haben als Gemeinschaft ihre Bedürfnisse durchzusetzen und ihre so erworbenen Fähigkeiten auch in der neuen Klasse angewendet haben. Dagegen war für uns durchweg von Dörfern kommende Schüler auf dem Gymnasium einer Kleinstadt wenig Gelegenheit eine Klassengemeinschaft auch aktiv zu pflegen.

Wir hatten einen Lehrer, der durch anzügliche und verletzende Witze gegnüber den Mädchen auffiel. Eines Tages teilten wir ihm in einer seiner Stunden mit, daß wir mit ihm reden wollten und machten ihm im nachfolgenden Gespräch klar, daß dieses Verhalten für uns so nicht akzeptabel sei und daß er damit aufzuhören hätte. Er teilte uns mit, daß er nicht gedacht hätte daß seine Witze bei uns so schlecht ankämen, er fände sie lustig. Na, wir aber nicht. Danach nahm sich der Lehrer für den Rest der Zeit, in der er unserre Klasse unterrichtete, sehr zurück.

Allerdings hat er sein Verhalten bei anderen Klassen, wie ich von meinen jüngeren Geschwistern gehört habe, nicht verändert. Er hatte daraus also gelernt, daß unsere Klasse diese Witze nicht will, nicht aber, daß alle Klassen das nicht wollen. Und er war bereit Kritik anzunehmen, also hätte er es sicherlich gelernt, wenn er regelmäßig solche konstruktive Kritik von Schulklassen erhalten hätte.

In diesem Fall ist für Klasse und Lehrer alles sehr gut gelaufen. Die Klasse hat gesagt, was sie geändert haben will, der Lehrer hat sich die Kritik angehört und verstanden welche Verhaltensänderung von ihm gewünscht wurde und er hat diese Änderung in die Praxis umgesetzt.

Problematisch ist nur, daß andere Klassen ihre Wünsche nicht genauso deutlich geäußert haben.

Beispielgeschichte, Kersti:

Asperger: Ich weiß nicht, wovon sie reden

Als ich fast achtzehn war, hatte ich mal eine Beziehung zu einem Mann, der überall sozial aneckte. Ich hatte mit ihm, so lange ich mit ihm zusammen war, kein Problem, dieser Art. Wenn wir miteinander redeten, fühlte ich mich verstanden, Mißverständnisse ließen sich gut klären. Die Beziehung war für meine Begriffe in Ordnung.

Ganz anders war das mit diversen anderen Menschen. Ihm wurde unterstellt er würde klauen. In dem Fall weiß ich, wie diese Geschichte zustande gekommen ist. Er hatte zwar gefragt, ob er das Buch ausleihen darf, aber nicht ausreichend sorgfältig darauf geachtet, daß sein Gegenüber diese Frage auch registriert und beantwortet.

Viele andere Geschichten weiß ich nicht so genau. Kothen, die Zelte der jugendbewegten Gruppen, sind zu groß für eine einzelne Person. Wenn eine einzelne Person auf ein jugendbewegtes Zeltlager kommt, wo viele Gruppen mit ihren Kohten sind, bringt sie kein eigenes Zelt mit, sondern fragt herum bei welcher Gruppe sie mit in der Kohte schlafen kann. Normalerweise findet sich immer eine Kothe, wo noch Platz ist. Wenn das nicht der Fall ist, kann man das nur damit erklären, daß der Betroffene es geschafft hat, es sich mit jeder einzelnen Gruppe zu verderben. Ich hörte, daß er beim Kirschenfesst, einem überbündischen Treffen, das auf Burg Ludwigstein stattfinden, einmal kein Zelt gefunden hatte, in dem er schlafen konnte. Ich war, als ich das hörte, sehr schockiert, das so etwas überhaupt möglich ist, denn meine Erfahrung mit jugendbewegten Gruppen, waren gerade in dem Bereich sehr positiv.

Insgesamt bin ich der Ansicht, daß daß sein Verhaltensmuster dem Bild von Asperger oder hochfunktionalem Autismus entspricht.
VB189. Kersti: Autismus - Gedanken zu einem rätselhaften Phänomen

Eines Tages hatte er organisiert, daß in Burg Ludwigstein die Sauna geöffnet wurde. Er erklärte mir, wie es dort seiner Ansicht nach zuging und was an der Jugendbewegung besonders sei. Beispielsweise war es üblich, nackt zu baden und die beiden Umkleidekabinen ohne Geschlechtertrennung zu benutzen. Ich zog mich zusammen mit ihm in der Männerumkleide aus und er führte mich herum, um mir alles zu erklären, dabei ging er von innen auch in die Frauenumkleide, was ich mit meinem heutigen Wissen für einen Faux Pas halte. Ich war auch, so lange wie er in Sauna und Schwimmbad war, immer bei ihm, so daß ich alles gesehen habe, was er bei der Gelegenheit gesagt und getan hat.

Nach der Sauna-Episode wunderte ich mich in einer ruhigen Minute, warum ich eigentlich die ganze Zeit so gekichert hatte. Das war doch untypisch für mich! Ich ließ die ganze Geschichte Revue passieren und kam zu dem Schluß, daß er mir zu nahe getreten war. Wenn ich bade und saune, will ich mehr als einen Meter Abstand zu jedem Mann und nicht beinahe auf Tuchfühlung sein. Ich nahm mir vor, daß ich das nächste mal, wenn ich mich beim Kichern erwische, sofort sage, wie viel Abstand ich brauche, um entspannt zu sein.

Daß ich nicht sofort merkte, warum ich seltsam reagierte, liegt daran, daß ich, wenn viele Menschen um mich herum sind, wegen meiner Hochsensibilität durch die von mir stärker und vollständiger als üblich wahrgenommenen Umgebung so von mir selbst abgelenkt bin, daß ich meine inneren Vorgänge zwar mitbekomme, aber nicht wirklich auswerten und durchdenken kann. Ich brauche deshalb bei Großveranstaltungen, die länger als ein zwei Stunden dauern, mehr Pausen als andere und Rückzugsmöglichkeiten.

Etwas später hörte ich, daß mein Freund, wegen diesem Saunaaufenthalt Burgverbot bekommen hatte. Einige Mädchen hätten gesagt, daß er ihnen Angst gemacht hätte. Ich fragte ihm, ob er wüßte, warum das so ist. Nein, das konnte er sich nicht erklären. Ich dachte mir, daß es wahrscheinlich mit dem zu tun hatte, was mich auch gestört hatte - daß er mein Kichern nicht als Signal erkannt hatte, daß er mir - buchstäblich - zu nahe getreten war. Ich glaube allerdings heute, daß das von der Schwimmbadseite in die Damenumkleide gehen genauso dazu genauso beigetragen hat. Nur wäre ich da im Traum nicht drauf gekommen, weil ich selber nie Angst vor Männern habe und bei Gefahr eher wütend als ängstlich werde. Ich weiß sicher, daß er weder drohend noch sonst irgendwie unfreundlich aufgetreten ist, schließlich war ich bei jedem Schritt dabei. Ich mag einige Fehler, die er gemacht hat, übersehen haben, da ich selber vieles vom Sozialverhalten, was andere sofort nachvollziehen können, erst erklärt bekommen muß, um es zu verstehen. Aber nach dem was ich beobachtet habe, bin ich überzeugt, daß er niemanden bedrohen, niemandem zu nahe treten und niemanden belästigen wollte. Alle Fehler, die er gemacht hat, sind aus Unwissenheit entstanden.

Die Reaktion der Umwelt hat in keiner Weise zur Lösung der Probleme beigetragen, auch die nächsten Jahrzehnte nicht, in denen er immer wieder aus denselben Gründen Burgverbot erhielt, offensichtlich ohne daß sie jemals fähig oder bereit waren, ihm zu sagen, was genau er jeweils falsch gemacht hatte, so daß er keine Chance hatte, dazuzulernen.

Er ist auch nie wegen solchen Dingen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, was zeigt, daß alle Fehler, die er gemacht hat, in dem Bereich liegen, wo man nicht aus Büchern lernen kann, was an dieser stelle richtig gewqesen wäre, weil die Fehler zu subtil sind.

Einen Menschen zu bestrafen, ohne zu überprüfen, ob er verstanden hat, was genau er falsch gemacht hat und was er anders hätte anders machen müssen, um nicht anzuecken, ist ein Unrecht, denn es führt den Betroffenen leicht in einen Teufelskreis immer zunehmender Probleme, ohne daß er eine Chance hätte, da herauszukommen.
O4. Kersti: 4.1 Mobbing als Strafe?

 
Inhalt

3.

VB73.2.b1 Kersti: Er hat mich geängstigt und jetzt will ich ihn heiraten
VA163. Kersti: Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel wenn ich sage, daß du ziemlich unglaubwürdig auf mich wirkst?
VA207.2 Kersti: "Ja, mach es, denn nach der Pubertät könntest Du Schwierigkeiten mit Deiner Tochter bekommen."
V13. Kersti: Eine Kritik für die faszinierenste Geschichte des Fancines
V306. Kersti: Ich sortiere im Geiste die Worte in zwei Haufen: nützliche Informationen und sinnloses Gefasel

Kersti

 
Inhalt

Quellen


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im Voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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