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O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

erste Version: 12/2007
ausgegliedert aus O7.9: 1/2009
letzte Überarbeitung: 7/2015
letzte Bearbeitung: 10/2015

O7.21

Psychodelische Drogen und ihre körpereigenen Gegenstücke als mögliche Verursacher von Nahtodeserfahrungen

Inhalt

O7.21.1 Kersti: Nahtodeserfahrungselemente in Drogenerfahrungen: Sind Nahtoderfahrungen Halluzinationen?
O7.21.1.1 Kersti: Drogenerfahrungen enthalten vereinzelt Nahtodeserfahrungselemente
O7.21.1.2 Kersti: Warum die Ähnlichkeit zwischen Drogenerfahrungen und Nahtodeserfahrungen nicht ohne weiteres einsichtig ist
O7.21.1.3 Kersti: Sind Drogenerfahrungen ausschließlich Halluzinationen?
O7.21.1.3.1 Kersti: Unterschiedliche Erfahrungstypen bei halluzinogenen Drogen
O7.21.1.3.2 Kersti: Sind Drogenerfahrungen Wahrheit oder Halluzination?
O7.21.2 Kersti: Bestimmt hauptsächlich die Psyche oder die Droge den Inhalt der Erfahrungen?
O7.21.2.1 Kersti: Gleiche Erfahrungstypen bei unterschiedlichen Substanzen
O7.21.2.1.1 Kersti: Meduna-Gemisch aus Kohlendioxid und Sauerstoff
O7.21.2.1.2 Kersti: Ketamin
O7.21.2.1.3 Kersti: Künstliches Dipropyltryptamin 628 (DPT628)
O7.21.2.2 Kersti: Der Bezug der Erfahrung mit psychodelischen Drogen zur Funktionsweise des Gehirns
O7.21.2.2.1 Kersti: Dipropyltryptamin (DPT)
O7.21.2.2.2 Kersti: Anandamide
O7.21.2.2.3 Kersti: Andere Botenstoffe
O7.21.2.2.4 Kersti: Dieselbe Reihenfolge ohne Drogen
O7.21.2.2.5 Kersti: Der NMDA Rezeptor und die Aufhebung von Filtern und Verdrängung
O7.21.3 Kersti: LSD als Reise in die verborgenen Winkel der Seele
O7.21 Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Nahtodeserfahrungselemente in Drogenerfahrungen - Sind Nahtoderfahrungen Halluzinationen?

1.1 Drogenerfahrungen enthalten vereinzelt Nahtodeserfahrungselemente

Verschiedene Halluzinogene wie LSD, Meskalin, Ketamin und Haschisch, die optische Halluzinationen und keine Bewußtseinstrübungen oder Amnesien hervorrufen, rufen vereinzelt alle Nahtodeserlebnis-Elemente bis hin zu vollständigen Nahtodeserlebnis-Sequenzen auf. Deshalb gehen einige Autoren davon aus, daß die entsprechenden körpereigenen Botenstoffe und die zuständigen Rezeptoren im Gehirn für die Nahtodeserfahrungen verantwortlich seien und die Nahtodeserfahrungen komplexe halluzinatorische Erfahrungen seien. 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10. S.201, 11.

Aus diesem Grunde wurde in der Nahtodforschung von einigen Forschern angenommen, daß Nahtoderfahrungen durch Medikamente oder die körpereigenen Gegenstücke psychodelischer Drogen hervorgerufene Halluzinationen sein könnten.

 
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1.2 Warum die Ähnlichkeit zwischen Drogenerfahrungen und Nahtodeserfahrungen nicht ohne weiteres einsichtig ist

Zuerst einmal ist die Theorie, daß Erfahrungen mit Psychodelischen Drogen so etwas Ähnliches sein sollen wie Nahtodeserfahrungen, nicht so recht einsichtig. Wenn man sich beispielsweise Drogenerfahrungen wie die Folgende anschaut, ist da keinerlei Gemeinsamkeit mit Nahtodeserfahrungen erkennbar.

LSD-Erfahrungen von Flexi, 15.08.99

Ich nehme ab und zu LSD (ein mal im Monat). Wenn ich auf Ticket bin ist das wie eine 10stündige Comicshow, alles wirkt so unreal und verzerrt und ich bin nur am lachen, Wände verschwimmen und wellen sich (wie eine Wasseroberfläche), verschiedene Strukturen heben sich wechselnd voneinander ab. Man denkt, dass sich Dinge leicht bewegen. Ich bin auf LSD auch immer sehr redsam, wobei das was ich rede dann nur Dummes ist. Man sollte aber NIE auf LSD sehr lange in einen Spiegel schauen, (Gesichtsfasching) kann auch zum Horror werden !!!!! 12.1

Wenn man sich Erfahrungen zu psychodelischen Drogen auf Internetseiten wie Drugscouts12.2 durchliest, ist nicht ohne weiteres einzusehen, was sie mit Nahtoderfahrungen zu tun haben sollen. So schreiben einige Autoren, daß LSD-Erfahrungen eher wenig Bezug zu Nahtoderfahrungen hätten, durch diese Substanz hervorgerufene Erfahrungen sind oft durch eine verzerrte Wahrnehmung, eine verminderte Selbstkontrolle sowie Angstgefühle bis hin zur Paranoia gekennzeichnet und daß viele typische Halluzinogen-Effekte wie formale Denkstörungen, Dysmorphopsien, Beeinflussungserlebnisse, das Auftreten von sexuellen Inhalten, Geräuschen und Gerüchen sowie die Instabilität und Individualität der Bilder bei Nahtodeserfahrungen fehlen. 1., 4., 6., 7., 10. S.199, 13.

Die Nahtodeserlebnisähnlichen Halluzinogen-Effekte sind selten und treten meist nur bruchstückhaft auf. Außerdem haben Nahtodeserfahrungen eine in sich logische Abfolge und sind eine zusammenhängende, sinnvoll erscheinende Erfahrung, während es beispielsweise zu den häufigen Ketaminwirkungen zählt, daß man den Überblick über das verliert, was vor sich geht. Deshalb überwiegen auf den ersten Blick die Unterschiede zwischen Halluzinogen-Effekten und Nahtodeserlebnissen ihre Ähnlichkeiten erheblich. 1., 4., 6., 7., 13.

Andererseits habe ich mich, nachdem ich das ein oder andere über psychodelische Drogen gehört und gelesen hatte, gefragt, ob es sich bei den Drogenerfahrungen um dasselbe handeln würde wie die spirituellen Erfahrungen, die ich ohne Drogen kennengelernt hatte. Als ich 2000/01 begann, meine Internetseite zu schreiben und erste Erfahrungen mit Emails und dem Internet sammelte, schrieb ich mich daher unter anderem in die Newsgroup de.soc.drogen ein. Dort beteiligte ich mich anahnd meiner spirituellen Erfahrungen an diversen Diskussionen darüber, ob es Telepathie gibt oder nicht und zu ähnlichen Themen und die Leute, die psychodelische Drogen nahmen, konnten durchaus interessante beweiskräftige Erfahrungen zu diesen Themen beitragen - und umgekehrt konnte ich ihnen, da ich unter keinem Pseudonym sondern unter meinem echten bürgerlichen Namen schrieb auch nicht ausreden, daß ich ihrer Überzeugung nach auch Erfahrungen mit psychodelischen Drogen haben müßte. Sie haben sich darin natürlich geirrt, was ich ohne Drogen an spirituellen Erfahrungen habe, reicht mir völlig, noch mehr von der Sorte braucht kein Mensch!

Er ergibt sich damit eine doppelte Frage: Wie weit gehen die Gemeinsamkeiten zwischen Erfahrungen mit psychodelischen Drogen und Nahtoderfahrungen und handelt es sich bei diesen Erfahrungen um Halluziantionen oder spirituelle Erfahrungen?

 
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1.3 Sind Drogenerfahrungen ausschließlich Halluzinationen?

1.3.1 Unterschiedliche Erfahrungstypen bei halluzinogenen Drogen

Sehr viel differenzierter hat Stanislav Grof die Wirkung psychodelischer Drogen erforscht. Er forschte vorwiegend an LSD
VB177. Kersti: Geschichte der Entdeckung und Nutzung von LSD

Grof teilt die Drogenerfahrungen in vier Kategorien auf.

Abstrakte und ästhetische Erfahrungen: sind Wahrnehmungsverzerrungen und Unterlegungen der Wahrnehmungen mit ungewöhnlichen Gefühlen. Sie treten meist nur bei geringeren Dosen oder am Anfang von Drogensitzungen auf und haben keine tiefergehende Wirkung auf die Erlebenden. Allerdings werden manchmal körperliche Schmerzen gelindert. 14. S.58f
O7.E3 Kersti: Abstrakte und ästhetische Erfahrungen in LSD-Sitzungen und bei anderen Psychodelischen Drogen

Als psychodynamische Erfahrung wird es bezeichnet, wenn Erinnerungen an traumatische oder besonders schöne Erlebnisse hochkommen, die auch dem normalen Wachbewußtsein zugänglich sind. Gelegentlich tritt auch eine Lebensrevision auf, wie sie aus Nahtodeserfahrungen bekannt ist. 14. S.59ff
O7.E4 Kersti: Psychodynamische Erfahrungen in LSD-Sitzungen

Als perinatale Erfahrungen faßt Grof Erfahrungen zusammen die mit Tod und Geburt zu tun haben. Dazu zählen Erfahrungen die sich auf die biologische Geburt beziehen, auf physische Schmerzen und Leiden, Krankheit, Gebrechlichkeit, Alter, Sterben und Tod. Es handelt sich um furchterregende subjektive Erfahrungen, die dem Wachbewußtsein gewöhnlich nicht zugänglich sind. Die Begegnung mit Leiden und Tod auf der perinatalen Ebene vollzieht sich in Gestalt einer tiefen, unmittelbaren Erfahrung des Todeskampfes. Wenn Erfahrungen der kosmischen Einheit auftreten, vergleicht Grof das mit der Verbundenheit der Mutter mit ihrem Kind vor ger Geburt. Ein Gefühl des Verschlungenwerdens und die Empfindung der Enge und des Eingeschlossenseins bezieht er auf den Geburtsvorgang selbst mit den Wehen. Darauf, so meint er würde die Erfahrung des Ringens mit Tod und Wiedergeburt auftreten, ehe der Körper endlich aus dem Geburtskanal austritt. 14. S.63ff
O7.E5 Kersti: Perinatale Erfahrungen in LSD-Sitzungen

Der gemeinsame Nenner der Transpersonalen Erfahrungen ist das Gefühl des Individuums, daß sein Bewußtsein sich über die gewöhnlichen Ichgrenzen hinaus ausgedehnt und die Grenzen von Zeit und Raum überschritten hat. Hierher zählen fast alle Elemente die für Nahtodeserfahrungen typisch sind wie Außerkörperliche Erfahrungen, Begegnungen mit geistigen Wesenheiten, Lichtvisionen aber auch Erfahrungen die in Nahtodeserfahrungen eher selten vorkommen wie Reinkarnationserinnerungen und Erinnerungen an die Fötalzeit. 14. S.73ff
O7.E6 Kersti: Transpersonale Erfahrungen in LSD-Sitzungen

Abstrakte und ästhetische Erfahrungen treten meist nur bei geringeren Dosen oder am Anfang von Drogensitzungen auf und haben keine tiefergehende Wirkung auf die Erlebenden. Wenn Patienten eine ganze Serie an LSD-Erfahrungen im Rahmen einer Therapie erhalten, enthalten die früheren LSD-Erfahrungen gewöhnlich viel psychodynamisches Material und dramatische perinatale Sequenzen. Werden die Sitzungen fortgesetzt, so können diese Bereiche vollständig durchgearbeitet werden, und alle folgenden Sitzungen sind transpersonaler, religiöser und mystischer Natur. 14. S.224f

 
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1.3.2 Wahrheit oder Halluzination?

Stanislav Grof war insgesamt mehr daran interessiert, die psychische Bedeutung der Drogenerfahrungen zu entschlüsseln als ihre faktische Richtigkeit zu überprüfen. Er hat jedoch einige sowohl der spirituellen, der perinatalen, als auch der psychodynamischen Erfahrungen nachrecherchiert und auf ihre Richtigkeit überprüft.14.

In allen drei Erfahrungstypen gab es danach

Es ist also nachweisbar falsch, daß es sich bei Drogenerfahrungen ausschließlich um Halluziantionen handeln würde.

 
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2. Bestimmt hauptsächlich die Psyche oder die Droge den Inhalt der Erfahrungen?

2.1 Gleiche Erfahrungstypen bei unterschiedlichen Substanzen

Wie oben beschrieben entwickeln sich Erfahrungen mit psychodelischen Drogen in einer bestimmten Reihenfolge. Das allein zeigt schon, daß psychische Gründe bei dem Verlauf der Entwicklung wahrscheinlich eine Rolle spielen.

 
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2.1.1 Meduna-Gemisch aus Kohlendioxid und Sauerstoff

Autor: Ladislas Joseph Meduna verabreichte in den 40er Jahren psychiatrischen Patienten und einer Kontrollgruppe verschiedene Mischungen aus Sauerstoff und Kohlendioxyd als Behandlungen18..
O7.74 Kersti: Sauerstoffmangel als denkbare Ursache Nahtodeserfahrung
Dieses Gemisch wure auch im Spring-Grove-Programm zur psychotherapeutischen Behandlung schwer Krebskranker mit LSD gelegentlich benutzt. Dabei wurde festgestellt, daß bei Patienten, die im Verlauf einer Therapie mit einer ganzen Serie an LSD-Erfahrungen Inhalationen des "Meduna-Gemischs" erhalten, die Erfahrungen, die sie machen, davon abhängen, im welchem Stadium sie sich befinden. In den Pausen zwischen den frühen LSD-Sitzungcn ruft dieses Gemisch Visionen abstrakter geometrischcr Muster und das Wiederaufleben von Kindheitserinnerungen hervor. Wird die gleiche Kombination von Gasen angewandt, während die Patienten das perinatale Material durcharbeiten, löst sie Sequenzen des Ringens mit Tod und Wiedergeburt aus. In fortgeschrittenen Stadien der LSD-Therapie, wenn die Sitzungen vorwiegend transpersonaler Natur sind, ruft das "Meduna-Gemisch" transpersonale Erscheinungen hervor - mystische und religiöse Zuständc verschiedener Art, archetypische Elemente oder auch Erfahrungen einer früheren Inkarnation. 14. S.225

 
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2.1.2 Ketamin

Auch Ketamin kann zum Wiedererinnern und Wiedererleben verdrängter Traumata eingesetzt werden. 4.

Wenn man gesunden Probanden ohne Drogenerfahrung diese Droge verabreicht treten jedoch - wie in frühen Sitzungen einer LSD-Theraie - vorwiegend abstrakte und ästhetische Erfahrungen auf. 13.

 
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2.1.3 Künstliches Dipropyltryptamin 628 (DPT628)

Die Wirkungen von DPT entsprechen denen von LSD sind aber nicht so tiefgreifend und langanhaltend. Im Spring Grove-Programm wurde neben LSD auch DPT verwendet. Dieses so wurde es stets intramuskulär gegeben, da diese Droge bei oraler Einnahme unwirksam ist. Die Wirkung des DPT setzt sofort und häufig dramatisch ein und hält wesentlich kürzer an als die von LSD. Die DPT -Sitzungen endeten gewöhnlich nach vier oder fünf Stunden mit einer relativ schnellen Rückkehr zu einem gewöhnlichen Bewußtseinszustand. 14. S.48, S.50

Die Wirkung von DPT wurde in ener Studie mit 45 Patienten, die nach dem Zufallsprinzip der Experimentalgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt wurden zuntersucht. Zwei unabhängige Bewerter taxierten die Patienten und ihre Familienangehörigen auf Grund psychologischer Skalen. Signifikante Resultate und wichtige Trends wurden in bezug auf bestimmte einzelne Skalenwerte festgestellt, aber allgemein erbrachte diese Untersuchung keine Beweise dafür, daß DPT in der psychedelischen Behandlung von Krebspatienten das LSD erfolgreich ersetzen könnte. Das scheint mit den klinischen Eindrücken und der Meinung der mit Psychedelika arbeitenden Therapeuten im Maryland Psychiatric Research Center übereinzustimmen, die fast ausnahmslos der Arbeit mit LSD den Vorzug gaben, wenn sie danach gefragt wurden oder zwischen den beiden Drogen zu wählen hatten. 14. S.55f

 
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2.2 Der Bezug der Erfahrung mit psychodelischen Drogen zur Funktionsweise des Gehirns

2.2.1 Dipropyltryptamin (DPT)

Dimethyltryptamin ist ein körpereigenes Halluzinogen, das experimentell alle Nahtodeserlebnis-Elemente hervorrufen kann. Im Körper wird es über Dimethyltransferase aus Tryptamin hergestellt. Als Abkömmling von Indol zählt es zu den Halluzinogenen I. Ordnung und damit zu den PSI-induzierenden Substanzen. DPT oder Dipropyltryptamin ist eine chemische Variante hiervon, die wie LSD als Psychedelikum eingesetzt wird, aber wesentlich schneller und kürzer wirkt, und damit den körpereigenen Halluzinogenen sehr viel näherkommt als LSD. 4.

Bei der Entstehung von Nahtodeserfahrungen wird vermutet, daß körpereigene Halluzinogene eine Rolle spielen, denn synthetisch hergestellte Halluzinogene wie LSD können Elemente von Nahtodeserfahrungen hervorrufen. 4., 5., 6., 15.

Autor: Bruce Greyson stellte bei einer Studie an Patienten mit Herzstillstand fest, daß diejenigen, die sich an ein Nahtodeserlebnis erinnern konnten, häufiger auch schon andere paranormale Erfahrungen gehabt, als Menschen, die sich nicht an ein solches Erlebnis erinnern konnten. Das legt einen körperlichen Unterschied zwischen beiden Gruppen nahe, der sowohl Nahtodeserlebnisse als auch andere paranormale Erfahrungen begünstigt.16. Bestätigt wird das durch die Studie von Kenneth Ring.17. Siehe dazu auch:
VB176.2 Kersti: UFOs, Nahtoderfahrungen, die Fantasy-Prone Personality und der Unterschied zwischen spirituellen Erfahrungen und Fantasieprodukten

 
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2.2.2 Anandamide

Die Anandamide sind vom Körper selbst hergestellte Arachidonyläthanolamide, die ähnlich wie Haschisch wirken. Sie aktivieren die gleichen körpereigenen Haschisch-Rezeptoren wie Marihuana. Das Wort Anandamid bedeutet "innere Glückseligkeit". 4., 6., 15.

 
Inhalt

2.2.3 Andere Botenstoffe

Andere Vorschläge bezogen sich auf Serotonin, Adrenalin und Vasopressin. Es handelte sich aber um Hypothesen, die spekulativ und in keiner Weise als existierend belegt sind. 7.

 
Inhalt

2.2.4 Dieselbe Reihenfolge ohne Drogen

Wie ich schon schrieb, habe ich, abgesehen von Zahnarztbeträubungen und der jeweiligen Narkose bei zwei Krankenhausbesuchen, keine Drogen eingenommen, die wirksamer waren als Kaffee. Dennoch stellte ich beim Aufarbetien psychischer Themen grob dieselbe Reihenfolge fest, wie Grof sie beschrieben hat. Ich arbeitete also zunächst irdische Themen aus diesem Leben auf, dann kamen ziemlich gruselige Bilder hoch und schließlich wirkte es als wäre ein Damm gebrochen und ich könnte auf das spirituelle Wissen der halben Welt zugreifen.
VB62. Kersti: Der typische Verlauf einer Therapie

 
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2.2.5 Der NMDA Rezeptor und die Aufhebung von Filtern und Verdrängung

Ketamin kann ebenso wie Phencyclidin (PCP, "angel dust") an den N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptor binden. Substanzen, die an diesen Rezeptor binden können, sind dissoziative Halluziogene. LSD blockiert den NMDA-Rezeptor, dasselbe tut auch Ketamin. Es gibt im Körper Mechanismen die die Funktion einer Art Schranke haben und Daten, die im Augenblick nicht benötigt werden, aus dem Bewußtsein ausfiltern, so daß man nur das wahrnimmt, was man im Augenblick beachten muß, um zurechtzukommen. Der NMDA-Rezepter ist ein Bestandteil dieser Schrankenfunktion und wenn er blockiert wird, dringen Dinge ins Bewußtsein, die sonst ausgefiltert oder verdrängt werden, wie Erinnerungen, die gerade nicht gebraucht werden oder verdrängte Traumata. Der NMDA-Rezeptor spielt darüber hinaus eine Rolle beim Lernen, beim Erinnern, und eventuell auch bei der Entstehung von Psychosen. 3., 4., 2.45, 11.6

Es ist bekannt daß der NMDA-Rezeptor auch mit der Organisation von Erinnerungen zu tun hat. Deshalb wäre folgende Erklärung für den Rückblick auf wichtige Erinnerungen dieses Lebens denkbar: Es wird angenommen, daß Erinnerungen normalerweise unterdrückt werden, so lange Wahrnehmungen von außen kommen. Wenn Ketamin verhindert, daß diese Wahrnehmungen aufgenommen werden können, läßt die Unterdrückung von Wahrnehmungen nach und Erinnerungen können an die Oberfläche treten und bewußt werden. 3., 4., 10. S.257

Die Wirkung des Meduna-Gemischs wird darüber erklärt, daß körpereigene Botenstoffe die NMDA-Rezeptoren besetzen, um vor den Folgen von Sauerstoffmangel zu schützen.
O7.74 Kersti: Sauerstoffmangel als denkbare Ursache Nahtodeserfahrung

Da die NMDA-Rezeptoren im Hippocampus, und dieser wiederum im Schläfenlappen liegt, stellt das eine Erklärung für den festgestellten Bezug der Nahtodeserfahrung zum Schläfenlappen dar. 2.45
O7.19 Kersti: Funktionen des Schläfenlappens, die seine Beteiligung an der Nahtodeserfahrung nahelegen

Eine weitere Möglichkeit wie die Verdrängung abgeschwächt oder aufgehoben werden kann, ist sensorische Deprivation - wenn man also in langweiliger Umgebung ist und deshalb wenig unterschiedliche Sinneswahrnehmungen hat.
O7.31 Kersti: Sensorische Deprivation als denkbare Ursache der Nahtodeserfahrung: Tunnelerfahrung als Pseudo-Halluzination
Dasselbe Thema bezüglich magischer Praktiken:
VB52. Kersti: Das "üben" magischer Praktiken ist kein üben sondern eine Therapie

 
Inhalt

3. LSD als Reise in die verborgenen Winkel der Seele

3.1

Während die abstrakte und ästhetische Erfahrungen überwiegend Störungen der Informationsauswertung sind, gehen die anderen drei Erfahrungstypen also auf einen Ausfall der Filter- und Verdrängungsfunktionen unseres Gehirns zurück. Eine LSD-Sitzung stellt also eine Reise in die verborgenen Winkel der Seele dar. Die Beschreibungen verschiedener Arten von LSD-Erfahrungen können in diesem Sinne als Landkarten der Psyche oder »Kartographien des inneren Raumes« betrachtet werden. 14. S.57

Nicht überraschend ist, daß zuerst Erfahrungen hochkommen, die auch dem Alltagsbewußtsein zugänglich sind, wenn man sich darauf konzentriert: Die psychodynamischen Erfahrungen. Auch daß dahinter mit den perinatalen Erfahrungen eine Schicht von traumatischerem Material liegt, das ungeordneter ist und sich deshalb schlechter realen Erfahrungen zugeordnet werden kann, ist nicht verwunderlich. Verblüffend ist dagegen auf den ersten Blick, daß spirituelle Erfahrungen stärker verdrängt werden als traumatische Erfahrungen. Das ist jedoch über die Evolution erklärlich.
O7.78 Kersti: Evolution: Damit der Körper die Seele für seine Zwecke einspannen kann, macht er, daß sie sich selbst vergißt

3.2 Grof findet bei LSD und DPT628 ähnliche Langzeitwirkungen wie bei Nahtodeserfahrungen

Im Rahmen einer intensiven Psychotherapie die durch Therapeuten durchgeführt wird, die selber Erfahrungen mit den eingesetzten Psychodelischen Drogen gemacht haben, setzt grof LSD und DPT628 ein, um an unbewußtes psychisches Material zu kommen, das sonst nicht erreichbar gewesen wäre. 14. S.42-52

Grof beschreibt, daß die Therapien Depression, Spannung, Angst, Schlafstörungen und psychische Abkapselung reduzieren. Auch die grundlegende Lebensanschauung, die spirituelle Orientierung und die Werthierarchie ändert sich ähnlich wie bei Nahtodeserfahrungen. Neben ihrem Einfluß auf die emotionellen, weltanschaulichen und spirituellen Aspekte der Existenz können LSD und DPT auch die Erfahrung physischen Schmerzes auf vielerlei Weise stark modifizieren. 14. S.52, S. 54

Psychedelische Therapien wirken bei schwer Krebskranken mit massiven Schmerzen nicht nur schmerzlindernd, sondern können Depressionen, Ängste und Leid/Frustrationen durch Freude, Friede, starke Liebesgefühle sowie ein intensives und harmonisches Erleben der letzten Stunden mit den Angehörigen ersetzen. Auch Selbstmordtendenzen hören zuweilen nach einer LSD-Therapie auf. All dies erinnert deutlich an die Auswirkungen von Nahtodeserlebnissen. Tatsächlich können psycholytisch/psychedelische Therapien ebenso wie Nahtodeserlebnisse bei Kriminellen eine Abkehr von der Kriminalität bewirken. 4.

O7.E7 Kersti: LSD, andere Psychodelische Drogen und Todesfurcht

Kersti

 
Inhalt

Quellen


O7.1 Kersti: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Nahtodeserfahrungen (Quellen hierzu)

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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