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erste Version zwischen dem 15.02.2000 und dem 01.05.2000
letzte Überarbeitung: 6/2007

Aus einem Antwortbrief zu einer Kritik zu Kersti: Gesunde Ernährung

VB4.

Warum ich viele persönliche Erfahrungen bringe

Diese Erklärung, um bewußt zu machen, daß Deine Vorstellung von einem wissenschaftlichen Artikel nicht das einzig sinnvolle Konzept für einen Artikel über wissenschaftliche Themen ist. Wissenschaft sollte immer auch dazu dienen, das tägliche Leben sinnvoller und schöner zu gestalten.

Meine Zielsetzungen beim Artikel waren:

  • Interesse für das Thema und die am empfohlenen Bücher zu wecken.
  • einen groben Überblick über alles zu geben, was im Zusammenhang wichtig ist.
  • Zu vermitteln, wie grundlegend wichtig eine gesunde Ernährung ist.

Bevor ich zu schreiben beginne, machte ich mir folgende Gedanken:

  • Um die Richtigkeit meiner Behauptungen durch wissenschaftliche Beweise zu belegen, die ich selbstverständlich kenne, reicht der Platz nicht. Also müssen meine Belege den Leser gefühlsmäßig stark genug ansprechen, um in ihm den Wunsch zu wecken, daß er sich selbst informieren will. - Deshalb persönliche Erfahrungen.
  • Die Beispiele sollten den Leser auf seine eigene Lebenserfahrung verweisen, weil das die einzigen Beweise sind, die kein anderer frei erfunden oder erlogen haben könnte. Ich frage mich grundsätzlich, ob wissenschaftliche Ergebnisse mit meinen eigenen Erfahrungen überprüfbar sind, da ich immer wieder verschleierte Werbung, Propaganda und Lügen statt Informationen in Zeitschriften, Fernsehen, Zeitungen aber auch Büchern gefunden habe. Meine persönlichen Erfahrungen sollen in den Lesern die Frage wecken, ob sie auch so etwas erlebt haben.
  • Statistiken, klinische Doppelblindstudien etc., haben die grundsätzliche Schwäche, daß sehr viele Informationen bei ihrer Erstellung verloren gehen. - Gewöhnlich gerade die Informationen, die nötig wären, um einen Gegenstandpunkt an einer solchen Studie überprüfen zu können. (Die Stärken solcher Untersuchungen dürften Dir bekannt sein - nur als ALLEINIGES Mittel werden sie der Vielfältigkeit der Natur und des Menschen nicht gerecht.) Im Endeffekt hat man nur bei eigenen Erfahrungen alle Informationen, die nötig sind, um überlegen zu können, welche anderen Ursachen die beobachteten Erfahrungen haben können.
  • Der Text sollte in den Lesern den Wunsch wecken, das Gelesene auch praktisch anzuwenden. - Eine rein wissenschaftliche Herangehensweise birgt die Gefahr in sich, daß der Leser sich denkt: "Klasse, ich habe den Artikel verstanden! Ich gebe mir selbst eine Eins!" - und sonst nichts tut. Wie wir das alle von der Schule gewöhnt sind.
  • Eine rein objektive oder sachliche Herangehensweise ist nur da angemessen, wo es tatsächlich nur um Sachen geht. Wenn es um Menschen geht, darf ich vor lauter Sachlichkeit nicht vergessen, daß ich ein Mensch bin, sonst schleichen sich durch das Hintertürchen allzumenschliche Irrtümer ein. Beispielweise habe ich noch kein einziges Buch über Drogen gelesen, wo der Autor nicht seine eigene Lieblingsdroge verharmlost hätte! (Drogen heißt für mich alles von Kaffee / Tee / Schokolade / Süßigkeiten über Zigaretten / Bier und Medikamente bis zu den illegalen Drogen.) Schon deshalb halte ich es für extrem wichtig, zu sagen, was ich selber tue, damit andere wissen, wo ich dazu neigen könnte, Tatsachen aus persönlichen Gründen auszublenden oder zu verfälschen.
  • Will ich Menschen ansprechen, muß das immer AUCH auf der persönlichen Ebene geschehen, von Mensch zu Mensch - sonst kommen meine Worte nicht da an, wo der Andere seine Entscheidungen für sein persönliches Leben trifft.
  • Außer dem Verstand, den wir bewußt nutzen, haben wir auch noch ein unbewußt arbeitendes Informationsverarbeitungssystem, das mindestens 90% aller von Sinnesorganen aufgenommenen Informationen verarbeitet und einige seiner Ergebnisse in Form von Intuition an das Bewußtsein weitergibt. Da dieses System auch viele unserer Alltagstätigkeiten - die Gewohnheiten - lenkt, können wir nicht unser Verhalten ändern, wenn dieses unbewußte System nicht ausreichend angesprochen wird! Deshalb die Sprache des Unbewußten sprechen: anschauliche Beispiele, Symbole, Analogien! (Das, was gewöhnlich der rechten Gehirnhäfte zugeordnet wird.)

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.