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erste Version: 4/2004
letzte Bearbeitung: 11/2013

VA178.

Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht allwissend sein"

Relativ häufig bekomme ich den Vorwurf gemacht, ich hätte "schlecht recherchiert". Bisher konnte ich dem in keinem Einzelfall zustimmen. Stattdessen gab es zwei Phänomene:

1. Am Häufigsten hatte ich, wenn dieser Vorwurf kam, intensiver recherchiert, als der, der mir diesen Vorwurf machte.

Wenn diese Behauptung aufkam und begründet wurde, wurden häufig Standpunkte genannt, über die ich mehrere Bücher von der ersten bis zu letzten Seite durchgelesen hatte. Oft wurde sogar ein Buch als Quelle genannt, das ich längst gelesen hatte. Sie hatten mich nicht überzeugt, da der Gegenstandpunkt besser belegt war.

Das ist bei Themen der Fall, über die ich sehr viel geschrieben habe. Wenn ich über ein Thema 10 Artikel auf einer Internetseite geschrieben habe, habe ich normalerweise mindestens ca. 30 Bücher und diverse kürzere Artikel darüber gelesen, die von Fachleuten geschrieben und gut begründet sind. Außerdem habe ich dann intensiv nach gut belegten Gegenstandpunkten gesucht.

2. Seltener wurde ein Rechercheaufwand erwartet, der in keinem sinnvollen mengenmäßigen Verhältnis zu dem steht, was ich geschrieben habe.

2.1 Beispiel Brugger:

Ich habe zehn Bücher von Leuten gelesen, die sich damit beschäftigt haben, daß sie meinten, alte Bibeltexte und andere ähnliche Überlieferungen würden darauf hinweisen, daß viele der "Götter" und "Engel" aus alten Überlieferungen in Wirklichkeit Menschen oder Außerirdische mit Flugeräten gewesen seien, die ihre technische Überlegenheit genutzt hatten umd die Menschen zu beeindrucken und zu beherrschen.

Da ich aus meinen Erinnerungen an frühere Leben, Büchern über solche Erinnerungen und Gesprächen mit anderen, die ebenfalls solche Erinnerungen hatten auch solche Beispiele kannte, war das für mich interessant.

Außerdem lassen die Bibeltexte in deutscher Übersetzung es zumindest vorstellbar erscheinen, daß die Originale so zu deuten gewesen sein könnten.

Daher griff ich die 3 für mich damals überzeugendsten Bücher heraus und schrieb einen Artikel mit der Kernaussage, daß es ja interessant sei, daß es solche Bücher gebe.
Buch: B93. Churchward, James / Mu der versunkene Kontinent
Buch: B95. Sitchin, Zecheria / Der zwölfte Planet
Buch: B96. Brugger, Karl / Die Chronik von Akakor
VA40. Kersti: Gibt es Hinweise auf technische Hochkulturen, die vor unserer existierten?

Da der Artikel etwa eine A4-Seite umfaßt ist der von mir betriebene Rechercheaufwand zwar nicht der bestmögliche - aber er ist sicher so groß daß "schlecht recherchiert" selbst dann eine unpassende Bezeichnung ist, wenn sich herausstellen sollte, daß es zu jedem dieser drei Bücher eine Widerlegung gibt, die ich nicht kenne.

3. Über Widerlegungen

Tatsächlich kann man sich darauf verlassen, daß es bei so ungeliebten Behauptungen zu jedem bekannten Buch eine "Widerlegung" gibt ... nachdem ich jedoch bei anderen Themen solche Widerlegungen nachgegangen bin, kann ich aus der Tatsache, daß es diese Widerlegungen GIBT nicht mehr schließen, als daß das Thema unbequem ist. - Wenn man solche Widerlegungen nachrecherchiert, stellt sich nämlich meiner Erfahrung nach in mindestens 2/3 der Fälle heraus, daß sie weitaus schlechter recherchiert sind als das, was widerlegt werden soll, oder daß sie inhaltlich nicht das widerlegen, was sie angeblich widerlegen sollen oder daß diese Widerlegung schlicht gelogen ist. Deshalb erscheint es mir übertrieben für jede Kleinigkeit gezielt nach Widerlegungen zu recherchieren.

Dieses Zahlenverhältnis bei Widerlegungen unbequemer Meinungen, kann man nicht auf alle Widerlegungen hochrechnen. Zum einen treffe ich dabei eine Vorauswahl, die eine wirkungsvolle Widerlegung unwahrscheinlich machen: Widerlegungen fangen erst an, mich zu interessieren, wenn das Original mir überzeugend erschien.

Der Aufwand, den es bedeutet, jede solche Widerlegung einer unbequemen Meinung auf Herz und Nieren zu prüfen steht aber in keinem sinnvollen Zusammenhang mit einer Seite Text - deshalb ist es unangemessen, so etwas für einen kurzen Text zu fordern, der eine sehr allgemeine Aussage macht.

Wenn ich die Widerlegung für eine Meinung, die allgemein als richtig betrachtet wird, gelesen habe und überzeugend fand, war sie dagegen im Normalfall von Vertretern der allgemein anerkannten Meinung nicht sachlich angemessen widerlegt worden. In diese Fall ist das sicherlich darauf zurückzuführen, daß die meisten Menschen sich scheuen würden, den Ärger auf sich zu nehmen, so etwas zu veröffentlichen, wenn sie sich nicht sehr sicher sind, mit ihrer unbequemen Widerlegung recht zu haben.

4. Wenn ich tatsächlich schlecht recherchiert habe, bekomme ich den Vorwurf nicht gemacht

Es gibt selbstverständlich wirklich viele Behauptungen, die ich nie ernsthaft nachrecherchiert habe. Schließlich kann niemand alles nachrecherchieren. Witzigerweise bekomme ich bei diesen Behauptungen zwar manchmal den Hinweis, daß es dazu neuere Erkenntnisse gibt - aber nie den Vorwurf zu hören, ich hätte schlecht recherchiert!

Wenn man sich überlegt, warum das so sein könnte, dann wird ziemlich schnell klar: Ich recherchiere nur ernsthaft, wenn ich einen Grund zum Zweifeln gefunden habe.

Wann immer ich nicht recherchiert habe, habe ich einfach die konventionelle Sichtweise in einem Lehrbuch nachgeschlagen und als Grundlage für irgendetwas anderes verwendet. Wenn es neuere oder andere Sichtweisen dazu gibt, dann ist die von mir aufgeführte Sichtweise bei den Fachleuten dennoch so vertraut und akzeptiert, daß sie nicht zu heftigen Gegenreaktionen führt.

Erst wenn ich etwas finde, das meiner vorgefaßten - zunächst normalerweise konventionellen - Meinung widerspricht fange ich ernsthaft an zu recherchieren. Ich suche intensiv nach wissenschaftlichen Untersuchungen, Erfahrungen, historischen Fakten, die das be- oder widerlegen könnten, prüfe alle möglichen unterschiedlichen Meinungen und mache dabei immer wieder die faszinierende Entdeckung, daß es sehr gut belegte unkonventionelle Meinungen gibt. Und das irre Ding was ich dabei mal wieder gefunden habe, will ich der Menschheit dann natürluich nicht vorenthalten!

Merke: Wenn ich was völlig Verrücktes und Irres sage habe ich dazu meist intensiv recherchiert, wenn ich etwas langweiliges Normales sage, von dem jeder weiß, daß es stimmt, habe ich mich normalerweise nur relativ oberflächlich damit befaßt! Zu dieser Faustregel gibt es natürlich Ausnahmen, sonst wäre die Welt ja langweilig.

Schlußfolgerung

Während diejenigen, die mir tatsächlich nützliche Vorschläge machen, welche Fakten ich noch in die Internetseite integieren sollte oder welche Fehler ich beseitigen sollte, mir nie den Vorwurf machen, ich hätte schlecht recherchiert, kommt dieser Vorwurf sehr häufig von Leuten, die meine Ansichten nicht widerlegen können.

Daraus schließe ich, daß man diesen Vorwurf eigentlich nicht beachten braucht, weil er in den allermeisten Fällen nur bedeutet:
"Ich kann Deine Meinung zwar nicht widerlegen, aber sie paßt mir nicht!"

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
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