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Zuerst erschienen in Idee und Bewegung Heft 45 (Heft 4/1999)
zuerst auf dieser Internetseite vor: 7.6.2000
letzte Überarbeitung: 2/2008

VB29.

Essen als Sucht

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V6. Kersti: Gesunde Ernährung
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VB29. Kersti: Quellen

 
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Wenn man zu wenig gegessen hat, bekommt man Hunger. Nimmt man nun statt gesunder Nahrungsmittel etwas zu sich, das Süßstoff statt Zucker oder unverdauliche chemische Verbindungen statt Fett enthält, scheint es, wenn es in den Magen kommt, zu sättigen. Sobald es den Darm erreicht, zeigt sich, daß es keine echten Nahrungsmittel enthält, man bekommt wieder Hunger. Deshalb wirken alle Süßstoffe nachgewiesenermaßen appetitanregend!

Der tatsächliche Kalorienbedarf von Menschen, liegt zwischen 1000 (Jäger- und Sammlervölker mit 2-4 Stunden Tagesarbeitszeit) und 2200 (bei harter körperlicher Arbeit; Bauern) Kalorien pro Tag. Völker, die nahezu keine Krankheiten kennen, essen NIE mehr (B11; a, b, f). Der durchschnittliche Bundesbürger nimmt 3500 Kalorien zu sich, also doppelt so viel, wie gesund wäre. Ein zu hoher Bundesdurchschnitt von 2200 Kalorien wäre dadurch erklärbar, daß Menschen wie auch Tiere in guten Zeiten etwa ein Drittel mehr essen, als als Dauerernährung gesund wäre. Die Natur plant Hungerzeiten mit ein. 3500 Kalorien sind nur dadurch zu erklären, daß viele Nahrungsmittel suchtmäßig genossen werden.

Das zeigt sich schon dadurch, daß Weißmehlprodukte wesentlich langsamer sättigen als die gesünderen Vollkornprodukte. In der Natur kommt Zucker nur in Verbindung mit Vitaminen vor. Deshalb handelt es sich bei Süßigkeitenhunger oft um ein Zeichen von Vitaminmangel. Zucker macht allerdings auch süchtig, da er hochkonzentriert ist, so kurzzeitig den Blutzuckerspiegel über den Normalwert anhebt und dadurch aufputschend wirkt. Danach geht der Blutzucker in den Keller.
VA57. Kersti: Macht Kalorienzählen Sinn?

Sucht ist, wenn man etwas sucht,
wo es nicht zu finden ist.

Es gibt nur einen gesunden Grund zu essen: Hunger - und einen zu trinken: Durst.

Beispielgeschichte, Kersti:

"Doch, ich hatte Hunger auf was Kräftiges"

Eine Bekannte hatte mit vegetarischer Ernährung aufgehört, da ihr dadurch die Haare ausfielen. Erstaunt fragte ich, ob sie denn keinen Heißhunger auf Fleisch gehabt hätte. Sie verneinte.
"Bist du nicht wie ein hungriger Löwe durch die Wohnung gestrichen und hast nach etwas zu essen gesucht?" beschrieb ich genauer.
"Doch: ich hatte immer Hunger auf was Kräftiges. Dann habe ich Süßigkeiten gegessen."

Hier handelte es sich beim Süßigkeitenessen um eine Sucht: Zucker hebt kurzzeitig den Blutzuckerspiegel an, putscht dadurch auf. Deshalb wird der wahre Hunger - hier nach Fleisch - nicht richtig wahrgenommen.

Man ißt, um sich zu beruhigen, abzulenken, aus Gesellschaft oder Wut. Jeder hat eigene Gründe. Ersatzbefriedigungen für Bedürfnisse, die wir nicht wirklich befriedigen konnten, die aber durch Essen garantiert nie befriedigt werden. Deshalb lohnt es, zu fragen:
"Weshalb esse ich das jetzt?"
und dann das wirkliche Bedürfnis zu befriedigen. Merkt ihr, daß ihr nachdem ihr euch diese Frage so gut, wie es euch in jenem Augenblick möglich ist, beantwortet habt, immer noch etwas offensichtlich Ungesundes essen wollt - dann eßt es. Und seid freundlich zu euch, wenn ihr das eßt. Schaut euch liebevoll dabei zu und fühlt nachher in euch hinein: War das jetzt das Richtige? Warum war es für euch richtig - oder falsch? Brauchte der Körper oder die Seele das essen? (B20)

Stehe ich unter Streß, bekomme ich Süßigkeitenhunger. Wenn ich aufmerksam in mich hineinhorche, nachdem ich eine Süßigkeit gegessen habe, spüre ich, daß ich irgendwie nicht befriedigt bin.

Kersti

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Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.
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