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Zuerst erschienen in Idee und Bewegung Heft 38 (Heft 2/1997)
zuerst auf dieser Internetseite zwischen dem 01.05.2000 und dem 07.06.2000
letzte vollständige Überarbeitung: 6/2017
letzte Bearbeitung: 6/2017

V40.

Als käme ich von einem anderen Stern

Inhalt

Übergeordneter Artikel:
V41. Kersti: Das Gewicht einer Gabe: Menschen mit spiritueller Hochbegabung werden oft ausgegrenzt

Inhalt des Artikels:
V40.1 Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern: Wenn ein Mensch die Welt ganz anders erlebt, als die Mehrheit seiner Mitmenschen
V40.1.1 Kersti: Die Welt ganz anders wahrnehmen
V40.1.1.1 Kersti: Aurensehen
V40.1.1.2 Kersti: Empathie
V40.1.1.3 Kersti: Hochsensibilität
V40.1.2 Kersti: Andere Denkweisen
V40.2 Kersti: Verständigung mit den allgegenwärtigen Aliens
V40.2.1 Kersti: Entwicklungspsychlogie: Kinder die anders sind, als ihre Bezugspersonen es für möglich halten, haben keine Chance sich verständlich zu machen
V40.3 Kersti: Grausame Konventionen
V40. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Als käme ich von einem anderen Stern: Wenn ein Mensch die Welt ganz anders erlebt, als die Mehrheit seiner Mitmenschen

Ich hatte mehr als eine ungewöhnliche Eigenart, die anderen Anlaß gab, mich auszugrenzen. Hier will ich beschreiben, was es mir schwer machte, andere zu verstehen.

 
Inhalt

1.1 Die Welt ganz anders wahrnehmen

 
Inhalt

1.1.1 Aurensehen

Beispielgeschichte, Kersti:

Wie kann es Spaß machen, sich selber mit ekligem grauen Nebel zu beschmutzen?

Als Vierjährige ging ich mit meiner Mutter über einen Parkplatz. Ein älterer Junge warf Steine auf mich. Wie einen schmutziggrauen Nebel sah ich seine böse Absicht auf mich zufließen. Kurz vor mir drehte sie ab und floß zu ihm zurück. Ich fragte meine Mutter, die das natürlich nicht sah, fassungslos: "Warum tut der das?" Sie antwortete: "Weil es Spaß macht." Mich verwirrte das. Wie kann es Spaß machen, sich selber mit ekligem grauen Nebel zu beschmutzen?

Bei dieser Wahrnehmung handelt es sich um eine Wahrnehmung der Aura.
VA177. Kersti: Ebenen der Aura nach Barbara Ann Brennan
Wenn ich versuchte, anderen zu erklären, was ich sah, verstanden sie meine Worte ebensowenig, als hätte ich chinesisch geredet.
V267. Kersti: Aurensehen: Wahrnehmung, für die unserer Sprache Worte fehlen

 
Inhalt

1.1.2 Empathie

doch heute noch kann ich Gefühle anderer spüren. Dennoch schätzte ich ihre Reaktionen oft falsch ein, da ich Tatsachen miteinbezog, die nur für mich offensichtlich waren. Es war unvorhersehbar für mich, wann die anderen das nächstemal wieder etwas deutlich zu Sehendes als Einbildung bezeichnen würden.

Bei Konflikten wußte ich ungefähr, wieviel Ärger ich mir eingehandelt hätte, hätte ich darum gestritten. War das Streitobjekt dem anderen wesentlich wichtiger als mir, lohnte der Versuch nicht, da ich mich sowieso nicht durchgesetzt hätte. Ich wunderte mich, warum andere in solchen Fällen dennoch Streit anfingen.

Wer Trost braucht, kann keine fremden Probleme verkraften, da er zu viele eigene Sorgen hat. Ein Telepath spürt Probleme anderer, auch wenn diese sie nicht äußern. Mitgefühl, wie ich es brauche, heißt, daß man einfach nur da ist, aufmerksam, sich nicht in negative Gefühle hineinsteigert. Das können wenige. Ein telepathisch Begabter wird in seinem Bedürfnis nach Trost wieder und wieder enttäuscht.

Neben diesen Aurawahrnehmungen und der Empathie habe ich eine ganze Reihe anderer feinstofflicher Wahrnehmungen.
VB163. Kersti: Wie ich meine feinstofflichen Wahrnehmungen erlebe
V4. Kersti: Erfahrungsberichte über die Merkwürdigkeiten in meinem Leben

 
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1.1.3 Hochsensibilität

Ich zähle zu den menschen die sehr viel sensibler als normal auf normale sinneswahrnehmungen reagieren.
VB202. Kersti: Hochsensibilität
Diese Hochsensibilität führte zusammen mit dem Mobbing in der Schule zu ADHS.
VA238.1 Kersti: Das subjektive Erleben bei ADHS

 
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Andere Denkweisen

O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.
V237. Kersti: Der Gedankenkristall

 
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2. Verständigung mit den allgegenwärtigen Aliens

 
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2.1 Entwicklungspsychlogie: Kinder die anders sind, als ihre Bezugspersonen es für möglich halten, haben keine Chance sich verständlich zu machen

Das hing natürlich damit zusammen, daß ich noch ein kleines Kind war und daher in meiner Persönlichkeitsentwicklung noch nicht weit genug gekommen war, um bei meinen Erklärungen zu berücksichtigen, welches Weltbild und welchen Erfahrungshintergrund mein Gegenüber hatte und wie weit es bisher in seinem Verständnis des Feinstofflichen vorgedrungen war.
VB50. Kersti: 4. Lehren lernen: Emotionale Reife und intellektuelle Fähigkeiten sind gleichermaßen nötig
Im Gegenteil sind Vierjährige nicht einmal in der Lage zu berücksichtigen, wann andere nicht wissen was das Kind weiß.
VB50. Kersti: 4.1 Kleinkinder erklären so, als würde ihr Schüler schon wissen, was ihm erklärt werden soll
Daher führte jedes Gespräch über diese Teile meines Erlebens dazu, daß mir mit Unverständnis begegnet wurde.

Erst als Jugendliche begriff ich plötzlich, daß ich bei meinen Erklärungen berücksichtigen muß, daß andere die Welt ganz anders verstehen, weil sie sie grundlegend anders erleben, völlig anders denken und ein anderes Weltbild haben als ich.

Es war zum Verzweifeln: Nie war normal, was ich tat. Oft meinten die anderen, ich wäre meinem Alter voraus. Ich kann meine Gefühle beherrschen, mich auf Befehl freuen, mich vollkommen entspannen oder auch wütend werden. Wenn ich nach reiflicher Überlegung entschieden hatte, wütend zu werden, nannten sie es Unbeherrschtheit. Sie fanden mich interessant, niedlich, verrückt, dumm oder intelligent. Ich lernte, wenig von mir zu verraten, um nicht pausenlos im Brennpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu stehen. Auch mir erschienen die anderen verrückt, unbeherrscht, kindisch, blind.
V266. Kersti: Wieso mir der Begriff "Kopfblind" gefällt
Doch ich habe anderen immer das Recht zugestanden, anders sein zu dürfen. Ich habe sie weder geärgert, noch verspottet, weil ich mir wünschte, sie würden mich endlich einmal verstehen. Je mehr ich von außen unter Druck gesetzt wurde, desto ruhiger, ausgeglichener, überlegter reagierte ich. Weder Freude noch Ärger oder Trauer zeigte ich noch. Ich hörte nach und nach auf, spontan zu reagieren, um anderen keine Angriffspunkte zu bieten. Bis ich mich fast selbst verloren hatte.

 
Inhalt

2.2

 
Inhalt

3. Grausame Konventionen

Ich habe PSI-Fähigkeiten. Im Wesentlichen bestehen sie darin, daß ich die Gefühle meiner Gesprächspartner/-innen wahrnehme.
VA100. Kersti: Wenn hochsensible Empathen sich verhalten, wie Elefanten im Porzellanladen
Sofern diese sich nicht abschirmen. Zusätzlich kann ich mich regelrecht mit Pflanzen unterhalten.

Da nur wenige Menschen merkliche telepathische Gaben haben, sind Verhaltensnormen auf Nichttelepathen eingerichtet und mißachten Bedürfnisse begabter Menschen. Um sich nicht ins Abseits zu stellen, sind telepathisch Begabte gezwungen, diese Normen dennoch weitgehend zu beachten.

Taube lernen nicht, Laute richtig auszusprechen und die passende Lautstärke zu wählen. Ebenso unkontrolliert strahlen Menschen, die keine telepathischen Gaben haben, Gefühle ab. Doch während das Sprechen Tauber formal falsch ist, nervt mich bei Menschen ohne telepathische Gaben, der Inhalt ihrer unbewußten Botschaften.

Wenn ich ausgeruht bin, perlen die Probleme anderer an mir ab. In meiner Lehrzeit war ich täglich zwölf Stunden unterwegs und kam jeden Abend todmüde vom Bus nach Hause. Auf diesem letzten Stück begegnete ich oft einer Nachbarin. Ich weiß nicht, warum sie mich jedesmal, wenn sie mich sah, mit einem derartigen Schwall schlechter Laune überschüttete, daß ich sie nur noch fassungslos anstarrte. Es fühlte sich fast so an, als hätte sie mir vollkommen unerwartet einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet. Es gelang mir nicht, meine Beherrschung rechtzeitig wiederzuerlangen, um sie freundlich zu grüßen. Wenn ich geschimpft hätte: "Laß mich mit deinen schmutzigen Gefühlen in Ruhe", hätte mich niemand verstanden. Ich schlich mich deshalb geradezu an ihr vorbei. Ich habe dafür über meine Mutter Vorwürfe zu hören bekommen.

Zusätzlich bekomme ich immer wieder mit, wie andere sich Gedanken machen, was ich alles falsch machen könnte - Sorgen, die sie wohlweißlich nicht aussprechen, denn das wäre eine Einmischung in meine Privatsphäre. Leider bekomme ich das dennoch mit und lasse (d.H. ließ damals) mich oft dadurch verunsichern. Aber ich kann den Leuten ja schließlich nicht das Denken verbieten! Sie wissen ja wortwörtlich nicht, was sie mit mir tun.

Normalerweise gehe ich Menschen, von denen ich mich selbst abschirmen müßte, oder die ihre Gefühle abschirmen, aus dem Weg. Mit beiden kann ich nicht tun, was ich unter "in Kontakt kommen" verstehe. Zu einem Gespräch gehören für mich auch die Gefühle des anderen. Wie eine Flöte anders klingt als eine Gitarre, hat auch die Gefühlswelt jedes Menschen ihre typische Färbung, an der ich ihn erkennen kann. Sie ist oft schön. Wie nicht alle Töne zueinander passen, harmoniert nicht jedes Gefühl mit jedem anderen Gefühl. Eine solche Disharmonie empfinde ich als unangenehm. Deshalb ändere ich meine Gefühle so, daß sie zu denen der Menschen passen, mit denen ich gerade umgehe. Das ist, als würde ich versuchen, zu einem mir unbekannten Musikstück aus dem Stegreif eine passende Begleitung zu improvisieren: eine Arbeit, die volle Aufmerksamkeit erfordert und einen schnell erschöpft. Auf einer Disco oder auf einem Volksfest herrscht oft eine solche Gefühlsdisharmonie, daß ich es als Jugendliche oft nur Minuten dort aushielt. Ich hatte dann nur noch den Wunsch, möglichst weit weg zu einem einsamen Platz zu laufen. Ich brauchte Stunden, um mein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Wenn ich mir diese Zeit nicht nehme, laufe ich Gefahr, mich von den Wünschen und Gefühlen anderer manipulieren zu lassen, statt ich selbst zu sein. Wenn viel gesungen oder getanzt wird, stellt sich eine gefühlsmäßige Harmonie ein, die mir menschliche Nähe angenehm macht.

Kersti

 
Inhalt

Quelle

Der Artikel beruht auf dem Abschnitt
V41.3 Kersti: Als käme ich von einem anderen Stern
V41.4 Kersti: Grausame Konventionen
des ursprünglich im Sommerheft 1997 von Zeitschrift: Idee und Bewegung erschienen Artikels:
V41. Kersti: Das Gewicht einer Gabe
von mir und wurde seit 6/2017 stark überarbeitet und erweitert.

Ich schildere, wann immer möglich, selbst erlebte Beispiele. Das tue ich nicht, weil es keine anderen gäbe, mit denen man dasselbe belegen kann, sondern weil ich die Literatur mit neuen, zusätzlichen Beispielen bereichern will.
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
Selbst erlebte Beispiele sind - da sie aus erster Hand sind - genauer beschrieben als Beispiele aus meiner Praxis, wo ich die Erklärungen meiner Patienten mißverstanden haben könnte und sie deshalb möglicherweise falsch wiedergeben könnte.
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
Und diese sind genauer und richtiger als aus der Literatur übernommene Beispiele, da ich bei diesen die betroffene Person nicht einmal persönlich kenne und das Beispiel deshalb möglicherweise in einen falschen Kontext einordne.

Weitere Quellen waren:


Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.