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erste Version: 07/2007
letzte Überarbeitung: 12/2007

VA315.

Hochbegabung: Warum ich nicht wahllos jeden sozialen Kontakt pflege

Inhalt

VA315.1 Kersti: Aus einer Mail: Wie pflegst du soziale Kontakte, wenn du am liebsten über möglichst fremdartige Begebenheiten sprichst, aber keine Lust hast auf beziehungspflegenden Smalltalk?
VA315.2 Kersti: Normale zu verstehen ist schwierig, Anomale zu verstehen einfach
VA315.3 Kersti: Aus einer Mail: Du sagst, es ist schwer Gesprächspartner für deine Themen zu finden, weil andere Menschen nicht über so was nachdenken. Wie wär’s mal mit zuhören statt von sich selbst erzählen?
VA315.4 Kersti: Abgesehen davon habe ich auch ein Bedürfnis nach Gesprächen, die nicht Small Talk sind!
VA315.5 Kersti: Das Sinnlosigkeitsgefühl wenn das Bedürfnis nach geistiger Anregung nicht erfüllt wird
VA315.6 Kersti: Meine sozialen Bedürfnisse kann ich nicht dadurch erfüllen daß ich mich zum Sklaven der Wünsche anderer mache
VA315. Kersti: Quellen

 
Inhalt

1. Aus einer Mail: Wie pflegst du soziale Kontakte, wenn du am liebsten über möglichst fremdartige Begebenheiten sprichst, aber keine Lust hast auf beziehungspflegenden Smalltalk?

Interessante Frage - was hat sie mit meinen Texten zu tun?

Ich schrieb, daß ich genausoviel Small Talk brauche wie andere auch - und daß mein Small-Talk anderen wohl offensichtich wie ein hochgeistiges Gespräch vorkommt.
VA231.7 Kersti: Normale Menschen - und das Small-Talk-Problem

Auch ich kenne so Gespräche, wo man sich über das Wetter, die Haustiere, das Essen, die Kinder und und und unterhält .... und plötzlich wundert man sich daß sie Sonne schon wieder aufgeht, obwohl sie doch gerade erst untergegangen ist! Dummerweise gibt es nur wenige Menschen, mit denen mir das passiert. Deshalb dauern die Gespräche mit solchen Menschen auch ewig und finden meist mittels Telefon statt, weil der andere irgendwo am anderen Ende von Deutschland lebt.

Die Leute bei Mensa1. (einem Hochbegabtenverein für Erwachsene) fand ich so "normal" und habe mich gewundert, warum ich in ihrer Gegenwart so entspannt bin.
O6. 4.2.4.2 Komisch - ich bin ja so entspannt!
Danach bin ich dann neugierig geworden und habe mir angewöhnt diejenigen, mit denen ich mich gerne festquatsche, zu fragen, ob sie wissen, wie hoch ihr IQ ist. Die meisten haben einen nachgewiesenen IQ über 130 (meiner liegt "nur" bei 120), während es bei einer Minderheit nicht untersucht wurde. Sie sind meist zusätzlich noch älter als ich. Die Schulabschlüsse variieren dagegen von Hauptschulabschluß bis zu abgeschlossenen Hochschulstudium, sind also für diese Generation in keiner Hinsicht bemerkenswert. Und in einigen Fällen haben meine Freunde gleichzeitig ADHS oder Asperger, was die nicht so überragenden Schulabschlüsse erklärt.

Die Leute von Mensa waren für mich übrigends irgendwie nicht so ganz das richtige, vermutlich fehlte ihnen das ADHS?

Mit den meisten Menschen hatte ich dagegen früher immer das Problem, daß sie bei Gesprächen, die mir wie Small-Talk vorkamen, also aus meiner Sicht ganz entspannt und locker abliefen, plötzlich aggressiv wurden und mich persönlich angriffen. Das hat mich immer sehr verletzt, denn ich wollte ihnen doch nichts Böses, nur gemeinsam Spaß mit ihnen haben.

Oder es kam vor, daß sie, wenn sie ehrlicher und sozial geschickter waren, direkt gesagt haben, daß ihnen diese Gespräche zu anstrengend waren. Dann war ich zwar auch enttäuscht, denn für mich war das ja gerade ein entspanntes und schönes Gespräch gewesen, aber es ist nicht verletzend, weil man von anderen schließlich nicht verlangen kann, daß sie an denselben Dingen Spaß haben wie man selbst und ein Gespräch soll schon beiden Spaß machen.

 
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2. Normale zu verstehen ist schwierig, Anomale zu verstehen einfach

Überhaupt ist es mit Hochbegabung gar nicht so einfach weniger begabte Menschen zu verstehen oder von ihnen verstanden zu werden, weil das von sich auf andere schließen insofern nicht funktioniert, daß fast jeder solche Schluß zu falschen Ergebnissen führt.
O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.
Wenn es darum geht was das richtige Small-Talk-Niveau für andere Menschen ist, liege ich oft meilenweit daneben. Das wirkt sich verheerend aus, wenn es sich um "normale" Menschen handelt, denn je normaler sie sind, desto empörter sind sie meiner Erfahrung nach, wenn man falsch rät und desto weniger sind sie bereit konkret zu sagen, was genau sie wollen und brauchen.
O4. Kersti: 4. Defizite der ausgrenzenden Gemeinschaft
Sie werfen mir vor, ich würde mich angeblich nicht anpassen, dabei sind sie diejenigen, die nicht bereit sind, mir auch nur einen Zentimeter entgegenzukommen. Und sie bilden sich ein, zur Strafe dafür, daß ich nicht durch Hellseherei herausfinde was sie wollen, dürften sie jede asoziale und abartige Verhaltensweise an den Tag legen, die ihnen einfällt. Tut mir leid, mit solchen Menschen gebe ich mich nur ab, wenn es unvermeidbar ist.

Ganz anders sind meine Erfahrungen mit körperlich Behinderten, mit Menschen die hochintelligent oder erheblich minderbegabt sind und mit Menschen die einfach in irgendeiner Form erheblich anders sind als andere. Ganz abgesehen davon, daß ich es einfach interessant finde, von ihnen zu erfahren wie sie denken, leben und was bei ihnen anders ist als normal, sind sie immer höchst überrascht, wie weit ich ihnen entgegenkomme, und wie bereitwillig ich auf ihre Sonderwünsche eingehe. Dabei mache ich mir bei ihnen nur halb so viel Arbeit, wie für Otto Normalmensch!
VA231.6 Kersti: An denen die selber ungewöhnlich sind, merke ich wie unglaublich anpassungsfähig und -bereit ich bin
Ich wähle meine Freunde nicht danach aus, ob sie von ihrer Begabungsstruktur her normal oder anormal sind, sondern danach ob sie gelernt haben, wenn ich ihre Vorstellungen von richtigem Verhalen falsch errate, konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen und auch zu akzeptieren, wenn ich manches nicht kann, weil das zu weit von dem weg ist, was für mich natürlich wäre. Aber je ungewöhnlicher ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher ist es daß er diese Qualitäten hat. Selbst Kinder die eine Sonderschule für Lernbehinderte besuchen, können das oft besser als viele normal veranlagte Menschen, denn auch sie brauchen diese Fähigkeit, wenn sie mit normalen Menschen umgehen wollen, die alle Anpassungsleistungen immer nur von anderen erwarten!

Dadurch daß ich meine Besonderheiten jetzt nicht mehr verstecke, sondern durch mein äußeres Verhalten gleich zeige, daß ich unkonventionell bin, haben sich meine zwischenmenschlichen Kontakte sehr entspannt, weil die Menschen die mit Unkonventionellem nicht klarkommen, gleich Abstand halten.

 
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3. Aus einer Mail: Du sagst, es ist schwer Gesprächspartner für deine Themen zu finden, weil andere Menschen nicht über so was nachdenken. Wie wär’s mal mit zuhören statt von sich selbst erzählen?

Tja .... als ich Abitur machte habe ich Option kennengelernt und diese Methode ganz gut gelernt.
V26. Kersti: Option-Fragen
Das führte dazu, daß ich einen neuen Trick entwickelte, um nicht vermeidbare Alltagsgespräche angenehmer zu gestalten. Statt zu irgendetwas meine eigene Meinung zu äußern, gehe ich in die therapeutische Haltung, höre den Leuten zu und stelle von Zeit zu Zeit eine Option-Frage, damit sie wissen, daß ich aufmerksam zuhöre. Das halte ich zwar nicht streng durch, weil das doch etwas komisch wirken würde, doch weitgehend beschränke ich mich auf zuhören.

Je nach den Wünschen meines jeweiligen Gesprächspartner können dabei zwei unterschiedliche Dinge herauskommen: entweder fühlt sich das Ganze für den anderen wie Small Talk an und wir reden über Nichtigkeiten. Meine Bedürfnisse nach Small-Talk werden damit jedoch nicht gestillt, da ich dem anderen völlig die Wahl des Gesprächsthemas überlasse und mich ausschließlich nach seinen Bedürfnissen richte. Immerhin erspart es mir aber diese ständigen sinnlosen Streits über nichts und wieder nichts, die immer entstanden sind, wenn ich etwas gemacht habe, was sich für mich wie Small Talk anfühlte.

Die andere Variante ist, daß mir jeder, der gerade das Bedürfnis hat, jemandem sein Herz auszuschütten seine halbe Lebensgeschichte erzählt. Ich weiß also welche Sorgen Busfahrer, Verkäuferinnen in Geschäften und auf Märkten, deren Kunden und Leute die in Straßenbahn oder Bus mitfahren, der Leser meiner Internetseite - einfach jeder hat. Es führt auch dazu, daß ich meine Mitmenschen besser verstehe und deshalb besser weiß, wie ich mit ihnen umgehen muß, damit sie sich wohlfühlen. Und wenn man Menschen auf diese Weise be-achtet führt das zwangsläufig auch zu mehr Achtung ihnen gegenüber. Solche Gespräche sind auch durchaus interessant. Wie Menschen sind und wie sie ihr tägliches Leben gestalten, ist sehr vielfältig und unterschiedlich und es wird allen Menschen mehr Intelligenz auf Alltagsprobleme verwendet, als auf deren Meinungen über Themen, die sie nicht direkt betreffen. Andererseits sind solche Gespräche aber auch anstrengende Arbeit, denn man trägt immer mit an den Problemen, die andere einem erzählen.

Letztlich muß ich sagen, daß ich dabei die Bedürfnisse anderer Menschen ganz gut erfülle, aber meine eigenen zu kurz kommen.

Ich muß noch ergänzen, daß ich durch Option auch darin geschickter geworden bin, Leute dazu zu ermutigen, daß sie mir gegenüber die Themen erwähnen, über die sie mit niemandem zu reden wagen - und die manchmal halt auch genau die sind, die mich interessieren. Nach meiner Zeit im Option-Institut hatte ich das Gefühl, Menschen, die sich für Esoterik interessieren, kriechen plötzlich aus allen Ritzen.

 
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4. Abgesehen davon habe ich auch ein Bedürfnis nach Gesprächen, die nicht Small Talk sind!

Was dem Schreiber der Email aber völlig entgangen ist:
VA231.2 Kersti: Wissenshunger ist keine Fähigkeit sondern ein Bedürfnis

Mein Problem ist nicht daß ich nicht reden dürfte. Wenn ich bei jedem Wort, das ich über Esoterik verliere, eines auf den Deckel bekomme, oder wenn jedesmal wenn ich mich auf einen Artikel einer wissenschaftlichen Zeitschrift beziehe, eine unfreundliche Bemerkung kommt, dann ist mir der, der so reagiert, zu anstrengend. Ich will nicht jeden meiner Gedanken zensieren müssen, um akzeptiert zu werden, also suche ich mir als Freunde Leute, die zumindest einigermaßen entspannt reagieren, wenn jemand etwas Ungewöhnliches von sich gibt. Und so weit funktioniert das auch. Es gibt Leute, die entspannt bleiben, wenn etwas über ihren Horizont bei diesem speziellen Thema geht.

Wenn ich mir aber überlege: "Über dieses Thema würde ich mich gerne mit jemandem unterhalten!" - und es handelt sich nicht um ein persönliches Problem von mir (für Gespräche über meine persönlichen Probleme habe ich genug Leute, da es hier völlig reicht, wenn sie mir einfach zuhören, bis ich meine Lösung selber gefunden habe), sondern um ein sachliches Thema - dann ist es schwierig, Menschen zu finden, deren Antworten mich nicht langweilen, weil ich sie schon hundert mal gehört oder gelesen habe. Und das hängt nicht davon ab, ob es sich dabei um ein wissenschaftlich anerkanntes oder um ein esoterisches Thema handelt. Bei esoterischen Themen habe ich sogar eher mehr Gesprächspartner als bei wissenschaftlichen. Und bei ausgefallenen wissenschaftlichen Themen ist es einfacher, intelligente Gesprächspartner zu finden als bei wichtigen und grundlegenden Themen, die jeden interessieren und interessieren müssen.

Also höre ich auch hier zu, statt selbst zu reden. Wenn ich mir alles anhöre, was andere sich so an ungewöhnlichen Spezialthemen gesucht haben und was auf wissenschaftlichem Niveau oder knapp darunter liegt, wird mein Bedürfnis nach interessanten Unterhaltungen damit mengenmäßig nicht befriedigt. Ganz abgesehen davon, daß das dann ja nicht die Themen sind, die ich mir selbst ausgesucht hätte.

Auch hier gilt: die Bedürfnisse anderer Menschen erfülle ich mit diesen Gesprächen sicherlich ganz gut - aber meine eigenen sind nur begrenzt erfüllt.

 
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5. Das Sinnlosigkeitsgefühl wenn das Bedürfnis nach geistiger Anregung nicht erfüllt wird

Als Kind habe ich mein Leben als sinnvoll empfunden, doch je älter ich wurde, desto häufiger und nagender wurde bei mir das Gefühl, das ich mein Leben eigentlich völlig sinnlos sei. Natürlich habe ich für dieses Gefühl, wie Menschen das nun mal so tun, durchaus auch immer Begründungen gefunden. Ich erklärte es mir damit, daß es mich nicht befriedigen kann, nur für meine eigenen Bedürfnisse zu leben.

Zuerst fiel mir auf, daß ich in früheren Leben, in denen ich, wenn ich logisch darüber nachdenke, nicht behaupten kann daß ich in diesen Leben etwas getan habe, das anderen Menschen nützte, dieses Sinnlosigkeitsgefühl nicht hatte. Das brachte mich dann zum Nachdenken und ich betrachtete mir dieses Leben, wann das Gefühl denn auftritt.

Wenn ich mir anschaue, wann ich mein jetziges Leben als sinnvoll empfinde und wann nicht, stellt sich etwas Merkwürdiges heraus: Es hat nichts damit zu tun, ob ich etwas Sinnvolles tue oder nicht. Als sinnvoll empfinde ich mein Leben, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mir geistige Anregungen geben können, als sinnlos empfinde ich es, wenn mir diese Menschen fehlen. Ob ich dabei gerade etwas tue, was ich für sinnvoll halte, ob ich beruflich etwas mache oder ob ich einfach Urlaub mache, ist dabei völlig bedeutungslos.

Dabei geht es nicht um die geistige Anregung an sich - zwar schadet es mir durchaus und drückt meine Stimmung, wenn ich nichts Interssantes mehr zu lesen finde - das halbe Jahr, in der mir nicht einfiel, wo ich geeigneten Lesestoff herbekommen kann, war ich sogar regelrecht depressiv. Doch geistige Anregung an sich kann man sich durchaus auch aus Büchern und aus dem Internet holen, und davon finde ich im Augenblick genug, was mich interessiert - und Wikipedia und die Leser meiner Internetseite wissen die Ergebnisse meiner Recherchen durchaus zu schätzen.

Dennoch reicht geistige Anregung allein eben nicht aus. Offensichtlich kann ich nicht zufrieden sein, wenn mir die Menschen fehlen, mit denen ich mich persönlich darüber austauschen kann und die dasselbe als angenehmen Small Talk empfinden wie ich.

Solche Menschen zu finden wurde aber mit den Jahren immer schwieriger. Als Grundschulkind reichte es völlig, einfach mit Erwachsenen zu reden, denn diese hatten mir doch immer noch das ein oder andere Wissen voraus. Als Jugendliche und junge Erwachsene holte ich mir diese Anregung meist von Menschen, die mehrere Jahrzehnte älter waren als ich und zusätzlich ungewöhnlich vielseitig interessiert. Dafür fuhr ich damals schon oft sehr weit. Die größte derartige Gruppe an passenden Gesprächspartnern, die mir zur Verfügung stand, war in dieser Phase die Redaktion von Idee und Bewegung. Besonders weil diese eben auch junge Leute anzog, die dieselbe Art von Anregung suchten wie ich. Irgendwann begann ich diesen Kreis dann doch als einengend zu empfinden - anfangs nur, daß man zwar über vieles reden aber viel weniger schreiben konnte, weil es die Leser der Zeitschrift übrfordern würde. Später empfand ich auch das Gesprächsklima als einengend, weil die anderen mir bei meinen Gedanken geistig nicht mehr folgten.

Dann beschloss ich, mir einen Raum zu schaffen, an dem ich völlig unzensiert alles schreiben kann, was ich für interessant, lustig oder wichtig halte und begann mit meiner Internetseite. Das erwies sich als eine sehr gute Idee, denn Menschen, die mir in einigen Punkten ähnlich sind haben ja durchweg dieselben Probleme, passende Gesprächspartner zu finden, wie ich. Meine Internetseite ist heute die meine wichtigste Quelle für interessante Gesprächspartner.

 
Inhalt

5. Meine sozialen Bedürfnisse kann ich nicht dadurch erfüllen daß ich mich zum Sklaven der Wünsche anderer mache

Wenn ein Mensch das Gefühl hat, sein ganzes Leben sei sinnlos, obwohl dieses Sinnlosigkeitsgefühl nicht durch die Faktoren verursacht wird, die etwas mit Sinn zu tun haben, sondern durch etwas völlig anderes, dann nennt man das eine Depression. Ich hatte also eine schwach ausgeprägte Depression, weil ich nicht genug Menschen gefunden habe, die mir ähnlich genug sind, damit sie meine sozialen Bedürfnisse nach Small Talk befriedigen können. Dabei habe ich ja durchaus immer intensiv nach solchen Leuten gesucht und mich dabei auch nicht ungeschickt angestellt.

Wenn ich mir mit diesem Wissen, die Sätze anschaue, die ich als Aufhänger für diesen Text verwendet habe, bekomme ich die Wut. Denn da fordert jemand im Brustton der Überzeugung, ich solle doch diese Suche nach Menschen, die ich brauche um psychisch gesund zu bleiben, aufgeben und stattdessen noch mehr meiner Zeit darauf verwenden die Bedürfnisse anderer Leute zu erfüllen. Wenn ich mich tatsächlich danach richten würde, bekäme ich so eine Depression, daß ich wahrscheinlich bald Selbstmord begehen würde.

Nun bin ich nicht die Sorte Mensch, die durch solche Bemerkungen wirklich gefährdet sind. Ich bin erwachsen und habe das Thema zu gründlich verstanden, um mich zu etwas überreden zu lassen, was für mich so gefährlich ist.

Doch es sind genau solche Bemerkungen, die für hochbegabte Kinder eine ernsthafte Gefahr darstellen. Denn solche Kinder sind emotional noch nicht fähig, solche Forderungen als das zu durchschauen, was sie sind: Unangemessen.

Kersti

 
Inhalt

Quelle

Ich schildere, wann immer möglich, selbst erlebte Beispiele. Das tue ich nicht, weil es keine anderen gäbe, mit denen man dasselbe belegen kann, sondern weil ich die Literatur mit neuen, zusätzlichen Beispielen bereichern will.
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
Selbst erlebte Beispiele sind - da sie aus erster Hand sind - genauer beschrieben als Beispiele aus meiner Praxis, wo ich die Erklärungen meiner Patienten mißverstanden haben könnte und sie deshalb möglicherweise falsch wiedergeben könnte.
V175. Kersti: Kriterien zum Bau eines realistischen Weltbildes: Realitätsnähe
Und diese sind genauer und richtiger als aus der Literatur übernommene Beispiele, da ich bei diesen die betroffene Person nicht einmal persönlich kenne und das Beispiel deshalb möglicherweise in einen falschen Kontext einordne.

Weitere Quellen waren:

O3: Kersti: Ist in der Schule das Denken verboten?, OI3.
O4: Kersti: Unterbindet Ausgrenzung in der Schule soziales Lernen?, OI4.
O6: Kersti: Hochbegabung als Verständigungshindernis, OI6.
V107. Kersti: Der Unterschied zwischen konstruktiver und freundlicher Kritik
V109. Kersti: Das Allwissenheitssyndrom
V44. Kersti: Dimensionen der Wirklichkeit
V82. Kersti: Meinungsfreiheit - Wer könnte Zensur üben?
V85. Kersti: Ideale: Was mir wirklich geholfen hat
V86. Kersti: Lerne die Regeln
V87. Kersti: Leute, die mehr Macht haben, als sie überblicken, neigen dazu:
V92. Kersti: ...als hätte ihnen jemand das Denken verboten!
V93. Kersti: Fantasyersatz und die Scheißwahrheit...
V94. Kersti: Eine Sammlung sämtlicher denkbarer Verrücktheiten
V140. Kersti: Die zerstörerische Arroganz der herrschenden Meinung
V164. Kersti: Nicht Meinungsfreiheit - Freie Wahrheitssuche!
V165. Kersti: Meinungsfreiheit - ein Luxus?
V237. Kersti: Was ist ein Gedankenkristall
V238. Kersti: Welche Vorteile haben Gedankenkristalle
V239. Kersti: Sprachliches Denken
V240. Kersti: Intuition
V241. Kersti: Vernetztes Denken wird nur bei inaktiver Gehirnrinde bewußt
V242. Kersti: Legasthenie und vernetztes Denken
V253. Kersti: Manchmal frage ich mich: "Leben wir überhaupt in derselben Welt?"
V255. Kersti: Einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten...
V256. Kersti: Warum hat ein Gedankenkristall mindestens sechs Dimensionen?
V257. Kersti: Leben in zwei getrennten Welten
V277. Kersti: Das Prinzip der Narrenfreiheit
V294. Kersti: Warum Außenseitermeinungen für Fachleute schwerer zu verstehen sind als für Laien
V302. Kersti: Strafe dafür, daß man etwas schon vor den anderen kann
V312. Kersti: Manchmal wünschte ich mir, ich hätte wenigstens in irgendeinem Bereich eine durchschnittliche Begabung
V318. Kersti: Option: "Und ich hatte doch recht gehabt!"
V319. Kersti: Was heißt "Ichlosigkeit"?
V320. Kersti: Im oberen Teil der Brücke wird man verrückt!
VA2. Kersti: Hoffnungslosigkeit und doch nicht aufgeben
VA14. Kersti: Wie es sich anfühlt ein Morgenmuffel zu sein...
VA15. Kersti: Legasthenie als Krankheit
VA16. Kersti: Wissenschaft als Sekte
VA30. Kersti: Der Unterschied zwischen Meinungsbildung und Pauken
VA48. Kersti: Direkte Zensur - indirekte Zensur - Gedankenzensur
VA49. Kersti: Literaturrecherche nach wissenschaftlich fundierter Literatur
VA50. Kersti: Denken verboten Schilder...
VA61. Kersti: Kritikfähigkeit hat zwei Seiten
VA66. Kersti: Der Unterschied zwischen alt und veraltet
VA67. Kersti: Welche nichtwissenschaftlichen Faktoren verfälschen das Wissen der Fachleute über den Stand medizinischer Forschung?
VA70. Kersti: Für eine neue Philosophie
VA95. Kersti: Das ultimative Argument
VA96. Kersti: Warum ich über so verrückte Themen wie Lichtnahrung schreibe
VA112. Kersti: Geistige Freiheit
VA114. Kersti: Wie Denken funktioniert
VA122. Kersti: Erkenntnistheorie: Was ist Wahrheit?
VA125. Kersti: Fehlertypen in der Wissenschaft
VA126. Kersti: Forschungsstrategien: Wenn ein Mediziner, ein Physiker und ein Historiker sich mit demselben medizinischen Thema beschäftigen, kommt nicht dasselbe dabei heraus
VA127. Kersti: Um das Wissenschaftliche Weltbild der Fachleute realistischer zu machen, brauchen wir viel mehr auswertende Forschung
VA128. Kersti: Wer sollte die Forschung in der Medizin betreiben?
VA139. Kersti: Wissenschaftsforschung
VA152. Kersti: Wissenschaft ist nicht was wahr ist, Wissenschaft ist was bewährt ist
VA162. Kersti: Prüfet alles...
VA163. Kersti: Die Wirkung indirekter Kritik
VA164. Kersti: Die Welt ist eine Illusion...
VA165. Kersti: Fantasie oder Realität?
VA166. Kersti: Eine Schule für Indigokinder?
VA169. Kersti: Bedeutung von Träumen, Klarträumen und Traumdeutung
VA178. Kersti: Der Unterschied zwischen "schlecht recherchiert" und "nicht allwissend sein"
VA189. Kersti: Schule: Auslese oder Berufsfindungshilfe
VA197. Kersti: Entwicklungs- psychologische Trennung zwischen materieller Realität, Fantasie und Geistigen Welten
VA198. Kersti: Stärken und Schwächen des Schneeballsystems
VA211. Kersti: Sucht ist, wenn man etwas an einer Stelle sucht, wo es nicht zu finden ist
VA221. Kersti: Erfahrungen mit dem Internetseite schreiben und seinen Nebenwirkungen
VA231. Kersti: Wenn man zu anders ist, besteht das halbe Leben aus Mißverständnissen - und die andere Hälfte aus Einsamkeit
VA234 Kersti: Aufstieg: Wie sich Menschen verändern müssen, um unsere Weltprobleme zu lösen
VA237. Kersti: Das Dimensionen- verständnis- problem
VA241. Kersti: Verdrängungs- mechanismen
VA250. Kersti: Meditation als Werkzeug von Therapie und Aufstieg
VA253. Kersti: Der Unterschied zwischen wahr, bewiesen, nicht bewiesen, nicht belegbar, nicht beweisbar, widerlegt, falsch
VA255. Kersti: Das Geschlossene-Anstalt-Phänomen
VA256. Kersti: Werden Indigokinder irrtümlicherweise auf ADHS behandelt?
VA260. Kersti: Leben mit der Fähigkeit zu vernetztem Denken
VA263. Kersti: Haben Kinder mit ADHS eine unrealistische Selbsteinschätzung?
VA264. Kersti: ADHS: Schwäche oder Dominanz der rechten Hirnhälfte?
VA265. Kersti: ADHS: Ein wenig ausgeprägtes Bestrafungs- und Motivationssystem im Gehirn?
VA267. Kersti: Die Spanne zwischen Dogmatismus, Kreativität und Chaos - oder - Ist Ritalin bei ADHS Doping?
VA268. Kersti: Warum mich Bücher über ADHS oft wütend machen
VA271. Kersti: Unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedliche Weltbilder
VA272. Kersti: Wenn meine Beispiele alle von mir handeln - heißt das etwa, daß ich selbstbezogen bin?
VA274. Kersti: Sprachverwirrung durch ADHS-Wahrnehmung oder Langweilige Routineaufgaben sind nicht langweilig
VA277. Kersti: Entwicklung einer Wissenschaft
VA286. Kersti: Wie finde ich heraus, was das richtige Niveau für einen hochbegabten Schüler ist?
VA306. Kersti: Was bringt einen halbwegs vernunftbegabten Menschen dazu einen solchen Mist zu glauben?
VA312. Kersti: Warum ich über meine Begabung zu feinstofflicher Wahrnehmung schreibe
VA316. Kersti: Warum reden manchmal die angemessenste Handlung zur Lösung eines Problems ist
VB2. Kersti: Lernen ist Spiel
VB3. Kersti: Das darfst du nicht sagen, du mußt wissen, daß es falsch ist!
VB4. Kersti: Warum ich so viele persönliche Erfahrungen beschreibe (Damit Forschung da landet, wo sie angewendet werden kann)
VB5. Kersti: Spiel macht unser Lernen realitätsbezogen
VB7. Kersti: Danke für Kritik
VB14. Kersti: Wie lernt man etwas grundsätzlich Neues dazu?
VB15. Kersti: Lernen: Zwischen den Stühlen
VB20. Kersti: Fachidiotentum
VB32. Kersti: Tonskala, Treppe und was sie mit Abstieg und Aufstieg zu tun haben
VB34. Kersti: Das Wesen der Zeit
VB35. Kersti: Wozu sind Wissen über feinstoffliche Welten und Erinnerungen an frühere Leben gut?
VB37. Kersti: Nahtodeserfahrungen

Ein Text von Kersti Nebelsiek, Alte Wilhelmshäuser Str. 5, 34376 Immenhausen - Holzhausen, Tel.: 05673/1615, http://www.kersti.de/, Kersti_@gmx.de
Da ich es leider nie schaffe, alle Mails zu beantworten, schon mal im voraus vielen Dank für all die netten Mails, die ich von Lesern immer bekomme.